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Angespielt: Moto GP 13 – Frust und Lust auf zwei Rädern!

News vom 26. Mai 2013 - 16:16 Uhr von OB
Kommentare: (2) | 3,824 Leser

Die italienischen Milestone Studios sind echte Rennspielexperten. Das in Mailand beheimatete Entwicklerteam zeichnet sich u.a. für die erfolgreiche „WRC“-Serie und nicht zuletzt für „SBK Generations“ verantwortlich. Benzin pulsiert in den Adern der Italiener. Daher war die Entwicklung von „Moto GP 13“ auch eine echte Herzensangelegenheit. „Wir wissen, dass die Fans in den letzten Jahren leiden mussten. Die Spiele von Capcom waren nicht das, was sie von einem Moto GP erwartet haben,“ prügelt Game Director Michele Caletti auf die Konkurrenz ein. „Und dann gab es im letzten Jahr gar kein Spiel,“ führt er seine Anfangsrede bei der Präsentation in Frankfurt fort. „Aber wir wissen um die Anforderungen und versuchen, die Probleme der letzten Zeit mit einem umso besseren Moto GP 13 wieder vergessen zu machen.“

Auf dem aktuellen Stand
Milestone Studios sind sich der aktuellen Verantwortung durchaus bewusst und starten daher auch gleich mit einer dicken Ankündigung. Dadurch, dass „Moto GP 13“ bereits im Juni auf den Markt kommt, beinhaltet es auch alle offiziellen Daten der noch laufenden Saison. „Bei den vergangenen Teilen war es uns nicht möglich, die Inhalte rechtzeitig in das Spiel einzubauen. Dadurch erschienen die Titel später und mit veralteten Teams. Diesmal allerdings gehen wir einen Schritt weiter und laufen mit aktuellen Daten auf,“ schwärmt Michele im Gespräch.

Wer „Moto GP 13“ vorbestellt, erhält zudem Zugriff auf acht exklusive Top-Fahrer der Saison 2012. Als Trostpflaster. Michele bestätigt: „Natürlich ist es schade, dass die vergangene Saison ohne ein neues Spiel auskommen musste. Über den DLC können wir einige Fahrer wie Valentino Rossi oder Jorge Lorenzo in ihren alten Teams nachliefern. Sie sind dann in allen Spielmodi, außer in der Karriere, spielbar.“

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Die Karriere beginnt
Neben den aktuellen Daten spielt besonders der Karrieremodus eine entscheidende Rolle in „Moto GP 13“. Dieser wurde komplett neu aufgebaut und soll nun lebendiger werden – ganz im Stile eines „Grid 2“. Ihr startet eure Laufbahn im Charakterbaukasten. Hier legt ihr euer Aussehen, Namen und den Fahrstil fest. Dieser beeinflusst letztlich die Animationen eures Fahrers und nur marginal das Spielgefühl selbst. Anschließend sucht ihr euch ein Team in der Moto GP 3 aus. „Wir haben alle drei Klassen mit an Bord. Mit allen Daten und Motorrädern,“ schwärmt Michele. Allerdings ist euer Neueinsteiger nicht automatisch Teil des Teams. Er erhält vier Wild-Cards und soll sich in diesen Rennen einen Namen machen.

Anschließend erhaltet ihr Anfragen aus der Moto GP 2 oder gar aus der höchsten Klasse. Caletti verrät: „Wenn ihr die Konkurrenz deklassiert und eindeutig gut genug seid, steigt ihr im Karrieremodus auch gerne mal ganz weit oben ein. Alles ist möglich.“ Zentraler Anlaufpunkt ist das Motorhome. Sozusagen euer Wohnwagen. Hier pinselt ihr an eurem Outfit herum, blättert in neuen Motorsportmagazinen oder (noch wichtiger) schaut bei Social-Media-Kanälen vorbei. Anhand der Fans seht ihr, wie populär ihr tatsächlich seid. Deren Kommentare zu euren Leistung sind ebenfalls abrufbar. Milestone Studios geht es hier darum, einen möglichst lebendigen Rennzirkus zu veranstalten.

Im Gegensatz zu besagten „Grid 2“ sieht das alles aber leider noch ein wenig hölzern aus. Das Motorhome wirkt schmucklos. Die Dialoge laufen in etwas biederen Textkästen ab. Das alles ist eher zweckmäßig als hübsch, ermöglicht aber gerade Fans der „Moto GP“ das leichtere Eintauchen in die Spielwelt. Vor den Rennen erhaltet ihr von eurem Manager noch zusätzliche Aufgaben. So musste ich beispielsweise einen bestimmten Fahrer hinter mir lassen, um so die Aufmerksamkeit von dessen Team auf mich zu ziehen. Alles dreht sich um neue Verträge und die Popularität des Fahrers. Michele Caletti dazu: „Eigentlich ist es dem Fahrer vollkommen egal, wer gerade sein Konstrukteur, Sponsor oder Manager ist. Er ist der Rockstar des Teams. Alles dreht sich um ihn und um seinen Karrierefortschritt. Daher haben wir uns die Personalabteilung geschenkt und konzentrieren uns stattdessen auf das Wesentliche.“

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Selber schrauben oder lieber nachfragen?
Ein bisschen menschelt es dann aber doch in „Moto GP 13“. Kurz vor dem Rennen finde ich mich in der Garage meines Rennstalls wieder. Mit dem Analog-Sticks blicke ich mich um. Finde rechts die Einstellungsmöglichkeiten. Anhand farbiger Balken justiere ich Bremsen, die Gänge, die Übersetzung und viele andere Bereiche meines Motorrads. Hier versenken Bastler sicherlich einige Zeit im Feintuning. Ich schaue mich weiter um und entdecke auch meine Teamkollegen, die sich für den Start bereit machen. Zu meiner Linken wiederum sitzt mein Konstrukteur und beäugt sein Tablet. Klickt ihr ihn an, gelangt ihr in das vereinfachte Motorrad-Tuning. Über ein simples Frage-Antwort-Spielchen legt der gute Mann halbautomatisch die Einstellungen eures Bikes fest. Ihr sagt beispielsweise, dass euer Gefährt zu schnell untersteuert und schon packt der Kollege den Schraubenschlüssel aus. Dies ist sozusagen die Einsteigervariante für Tuning-Freunde.

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Eindrücke von der Strecke
Anschließend geht es direkt auf die Rennstrecke. Neben der Ego- und Verfolgerperspektive gibt es hier auch eine Helmansicht mit gedämmten Sound und deutlich eingeschränktem Sichtfeld. Über den rechten Stick blickt ihr euch um und werft sogar einen Blick auf die Armaturen des Motorrads.

Grafisch setzt „Moto GP 3“ auf eine erweiterte Fassung der „WRC 3“-Grafik-Engine. Hier wurden allerdings einige Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren vorgenommen: So besteht die Skybox nicht mehr aus Bitmaps, sondern aus Polygonen. Die Animationen von Fahrern und Maschinen sind ebenfalls komplett neu. Und natürlich sind auch die Strecken – allen voran der neue Kurs in Austin, Texas – deutlich aufgewertet worden. So sieht „Moto GP 13“ ganz hübsch, aber nicht überragend gut aus. Dafür ist die Framerate aber selbst bei 24 Fahrern auf der Strecke sehr stabil und vermittelt ein gutes Geschwindigkeitsgefühl. Trotzdem wirken einige weiter entfernte Objekte doch zuweilen arg detailarm und auch die Strecken selbst etwas leblos.

In den ersten Runden bezahle ich allerdings Lehrgeld: Die Motorräder steuern sich doch angenehm anders als in allen aktuellen Rennspielen und erfordern deutlich mehr Kalkül und Geschick beim Abbremsen und Hineinlegen in die Kurven. Drifte ich in ein Kiesbett und beschleunige danach wieder allzu stark, bockt die Maschine hoch und mein Fahrer wirft es beinahe aus dem Sattel. Dann zieht er sich wieder hoch oder versucht, mit beiden Füßen auf dem Boden wieder die Balance zu finden. Einsteiger greifen übrigens zu Funktionen wie Brems- oder Lenkhilfen, schalten Schaden oder Reifenverschleiß ab und stellen zudem die dynamische Ideallinie ein, die einem das Einbiegen in Spitzkehren doch merklich erleichtert. Zudem besitzt auch „Moto GP 13“ eine Rewind-Funktion, mit der ihr Fehler wieder ausbügelt. Die Anzahl der Rewinds ist allerdings optional.

So ist die Lernkurve in „Moto GP 13“ erstaunlich steil. Nach einigen frustrierenden Runden bekomme ich die Maschine gut unter Kontrolle und sichere mir Plätze auf dem Podium. Ohne die besagten Hilfen wird das Rennspiel zwar deutlich schwerer, aber auf keinen Fall unspielbar. Die Fahrphysik selber ist bei einer trockenen Strecke vergleichsweise genügsam und vergibt mit ein wenig Fingerspitzengefühl auch kleinere Fahrfehler. So komme ich besonders auf den schlängelnden S-Kurven in Texas schnell in einen guten Groove. Beginnt es allerdings zu regnen, sieht die Sache wieder ganz anders aus. Denn dann wird der Kurs extrem seifig und das Anbremsen zu einem Glücksspiel. Alles in allem war ich dennoch überrascht, wie handlich sich „Moto GP 13“ gerade im Vergleich zu früheren Rennsimulationen spielt. Das wird die Gelegenheitsspieler freuen. Die Hardcore-Raser müssen dagegen wirklich alle Regler auf die höchste Stufe stellen, bekommen dann aber dank Schadensmodell, erweiterter Fahrphysik und vielen zusätzliche Kleinigkeiten eine durchaus spannende und anspruchsvolle Rennsimulation serviert.

System: PlayStation 3, PS Vita
Vertrieb: Namco Bandai
Entwickler: Milestone Studios
Releasedatum: 21. Juni 2013
USK: noch nicht bekannt
Offizielle Homepage: http://www.motogpvideogame.com/

Einschätzung: gut
„Moto GP 13“ ist eine gelungene Abwechslung im Rennspielgenre. Denn es spielt sich einfach anders als jede andere Raserei auf dem Markt. Allerdings war ich von der doch sehr steilen Lernkurve überrascht. Auch ohne Hilfen steuert sich „Moto GP 13“ vergleichsweise handlich und nicht so herausfordernd, wie ich es mir gewünscht hätte. Erst wenn ich wirklich alle Schalter umlege, ist „Moto GP 3“ eine waschechte Rennsimulation. Es scheint fast so, als hätten Milestone Studios hier doch den einen oder anderen Kompromiss zugunsten einer etwas größeren Zielgruppe in Kauf genommen. In seinen Standardeinstellungen jedenfalls ist „Moto GP 3“ genügsam. Mit diesen Grundgedanken im Hinterkopf bleibt „Moto GP 13“ aber weiterhin deutlich packender und schwieriger als die meisten anderen Rennspiele. Ein Fehler und ihr landet im Kiesbett. Eine unachtsame Rempelei und es katapultiert euch vom Bike. Es dauert eine Weile, bis ihr den richtige Rhythmus findet, um die Strecken problemlos zu absolvieren. Dann aber macht die Jagd nach Punkten richtig Laune und besonders der Karrieremodus mit seinen vielfältigen Funktionen dürfte auch Experten länger bei der Stange halten.
  1. Was ist mit unseren Fragen die ihr MotoGP stellen wolltet?

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  2. rex

    Freu mich auf das Spiel :)

    So langsam könntet ihr das Bild der News aktualisieren, welches offensichtlich nichts mit der MotoGP zu tun hat ( das ist die 600er Klasse der WSBK ).

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