Warhammer 40.000: Eternal Crusade – So spielt sich die blutige Brettspiel-Ballerei!

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Die Space Marines lassen wieder die Kettensägenschwerter dröhnen: Behaviour Interactive und Bandai Namco Entertainment bringen den Multiplayer-Shooter „Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ vom PC auf die Playstation 4. PLAY3.DE hat die Arena-Ballerei bereits in London angespielt.

Wer in den 90er Jahren groß geworden ist, wird kaum an den Brettspielen von Games Workshop und damit an Warhammer 40.000 vorbei gekommen sein. Das Fantasy-Spektakel entführte Spieler in eine dystopische Zukunft, in der der Krieg zur Tagesordnung gehört. Bis heute übt das Universum eine ungemein Anziehungskraft aus und ist Grundlage für Titel wie „Space Marine: Deathwing“ oder die „Dawn of War“-Serie. Behaviour Interactive – bekannt durch „Dead by Daylight“ – arbeitet derweil an dem Online-Actiontitel „Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ und will damit auf dem Shooter-Markt Fuß fassen. Beim Anspieltermin in den geradezu jungfräulichen Büros von Bandai Namco Entertainment in London zeigten die Kanadier neben der bereits als Alpha spielbaren PC-Fassung auch erstmals die Variante für Playstation 4.

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Eine Welt für sich

„Eternal Crusade“richtet sich ausschließlich an Mehrspielerfreunde. Zwar wird es auch einen klassischen PvE-Bereich geben, doch eine Einzelspieler-Kampagne ist derzeit nicht geplant. Selbst besagter Hordenmodus dient lediglich als Warm-Up für die Versus-Optionen. In dem Third-Person-Shooter geht es aktuell in saftigen 16-gegen-16-Runden zur Sache, allerdings könnte man die Spielerzahl in Zukunft auch weiter nach oben treiben.

Die drei bislang vorgestellten Spielmodi wirken dagegen weit weniger ambitioniert: Mit Features wie Domination, Fortress und Tug-Of-War kratzen die Kanadier nur an der Oberfläche des Machbaren. Immerhin sollen individuelle Aufgaben das Grinden ein wenig auflockern. Um den ewig währenden Krieg zwischen Space Marines, Eldar, Chaos Space Marines und Orks auch online ein bisschen anzuschubsen, bietet „Eternal Crusade“ eine persistente Weltkarte, bei der sich die Fronten abhängig von den Siegen und Niederlagen der Parteien verschieben.

Leider waren weder der PvE-Hordenmodus, noch die Weltkarte in London spielbar. Stattdessen gab es nur eine Menge Einzelmatches mit den Space Marines und den Chaos Space Marines.

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Das übliche Ballermann-Sortiment

In seinem Herzen ist „Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ ein typischer Third-Person-Shooter mit solide funktionierendem Deckungssystem und mächtiger Brettspiellizenz. Vor Beginn der Session legt ihr fest, welcher Fraktion ihr angehören möchtet. Anschließend wählt ihr eine Splittergruppe, die sich aus der Warhammer-Geschichte ergibt. Auf Seiten der Space Marines stehen etwa die Dark oder die Blood Angels zur Verfügung. Spielerische Unterschiede gibt es laut Associate Producer Mathieu Fecteau nicht. „Es geht uns eher darum, zusätzliche Indentifikationsmöglichkeiten zu schaffen. Spieler sollen stolz darauf sein, zu wem sie gehören. Die Unterfraktion äußert sich im Aussehen der Rüstung, aber nur in Ausnahmesituationen in den Waffen“, führt er aus.

Blutig, hart und ein bisschen spröde: Eternal Crusade richtet sich an Fans des Brettspiel-Universum.

Jede der Parteien besitzt mindestens fünf Truppentypen – ausgerüstet mit einem Standard-Loadout und speziellen Fähigkeiten. Der Jump Assault etwa überwindet mit seinen Schubdüsen große Distanzen und gehört somit zu den wendigsten Truppen im Spiel. Der Grand Assault setzt dagegen auf den Nahkampf und malträtiert seine Widersacher mit einer erweiterten Fassung des Kettensägenschwerts. Die Eldars besitzen als einzige Fraktion insgesamt sieben Truppentypen, sind dabei aber insgesamt eine Spur anfälliger.

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Kaufen oder nicht?

Hauptmotivation bei dem Third-Person-Shooter ist natürlich das Individualisieren und Hochleveln des eigenen Soldaten. Mit Stufenaufstiegen schaltet ihr Beutekisten frei und könnt mit deren Inhalt euren Schützling aufmotzen. Je fortschrittlicher die Waffen- und Rüstungssysteme, desto stärker auch euer Held – ähnlich wie in „The Division“. Ein kleines Fragezeichen wirft an dieser Stelle Behaviour Interactive selbst auf. So bestätigte Lead Designer Nathan Richardson in der Präsentation, dass im Kaufpreis sämtliche Erweiterungen wie Maps oder Spielmodi enthalten sein werden. Zugleich aber besitzt das Spiel einen Shop, in dem ihr kosmetische und besonders seltene Gegenstände für bare Münze einkaufen könnt. Diese Relikte lassen sich zwar nicht aufrüsten, sollen aber einen besonderen Look und gute Eigenschaften besitzen. Wir sind ein wenig skeptisch, ob diese Items nicht gerade zu Beginn das Spielgefüge aushebeln könnten.

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Wie spielt es sich?

„Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ trägt seiner Brettspiel-Lizenz Rechnung und implementiert die aus der Serie bekannte optische Ästhetik in den Third-Person-Shooter. Ihr kämpft also in dystopischen Fabrikanlagen und Militärbasen. Die Areale sind größer als beispielsweise in „Doom“ oder „Call of Duty: Black Ops 3“, bieten aber stets Knotenpunkte an denen sich die Konflikte ballen.

Spielerisch reißt Behaviour Shooter sicherlich keine Bäume aus. Per Tastendruck geht ihr an Wänden und Mauern in Deckung, ballert darüber hinweg oder werft Granaten. Die Eigenheiten der verschiedenen Charakterklassen kommt gut zum Tragen. Ein Heavy-Assault der Space Marines spielt sich ganz anders als beispielsweise die in der PC-Alpha verfügbaren Eldar. Die in London vorgestellte PS4-Version war gerade mal sechs Wochen alt und wurde per Software-Lösung vom PC portiert.

Leider gab es in der Anspielrunde, wohl auch aufgrund der neuen Netzwerkumgebung, drastische Probleme. So stürzte das Spiel immer wieder ab, litt unter massiven Framerate-Einbrüchen und hatte auch in puncto Auflösung und Texturtiefe noch Nachholbedarf. Associate Producer Mathieu Fecteau führt die Probleme aus: „Wie ja bereits erwähnt, ist die PS4-Version noch sehr neu. Wir machen derzeit täglich Fortschritte. Wir sind uns sicher, dass die Konsolenversion bis zum Launch auf dem gleichen Niveau wie die PC-Variante sein wird.“

Die von uns gespielten Runden machten durchaus Spaß und boten viele für die Lizenz typische Elemente. Beispielsweise könnt ihr angeschlagene Widersacher mit dem Kettensägenschwert exekutieren und erhaltet dafür zusätzliche Erfahrungspunkte. Auch ist Friendly Fire jederzeit aktiv, sodass ihr im Schlachtgetümmel die Übersicht behalten müsst und nicht einfach eine Granate in eine Soldatentraube werfen dürft.

Einschätzung: durchschnittlich

Nüchtern betrachtet präsentiert sich „Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ als grundsolider Third-Person-Shooter in hübschen Arenen und mit mächtiger Brettspiellizenz. Behaviour Interactive zielt ganz offensichtlich auf Hardcore-Fans des Universum ab und passt nicht nur die Optik, sondern auch die Spielmechanik daran an. Das Aufrüsten und Verzieren des eigenen Soldaten ist dabei ebenso wichtig wie Gameplay-Aspekte wie Jumppacks, Friendly Fire oder die blutigen Exekutionen. So haben wir bei der Anspielrunde in London zweifellos erkannt, wie viel Mühe sich Behaviour Interactive bei seinem aktuellen Projekt gegeben hat. Vollends euphorisch sind wir aber dennoch nicht. Zur Zeit bezweifeln wir noch, ob sich die im Shop erhältlichen, legendären Items nicht doch negativ auf die Spielbalance auswirken könnte. Auch die sehr deutlichen, technischen Probleme während der Anspielrunde lassen befürchten, dass bei der Entwicklung manches im Argen liegt. Derart heftige Abstürze und Framerate-Drops jedenfalls haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Spielerisch präsentiert sich „Warhammer 40.000: Eternal Crusade“ dagegen sehr solide. Aber ob das langfristig reichen wird, um eine größere Zielgruppe anzusprechen, bleibt abzuwarten.

Kommentare

  1. Khadgar1 sagt:

    Wie gern hätte ich einen Nachfolger zu Space Marines. Verstehe bis heute nicht warum das Game durchschnittliche Wertungen erhalten hat. Ach ja es war kein CoD oder Battlefield. Kurz gesagt kein Mainstream.

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  2. VisionarY sagt:

    @khadgar1 es war kein schlechtes spiel. aber mehr wie durchschnittliche wertungen hatte es auch nicht verdient, weil es hat absolut nichts neu gemacht, war grafisch und spielerisch sowie story technisch auch eher durchschnittlich. war n solides spiel aber mehr halt leider nicht. man hätte deutlich mehr daraus machen können.

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