Angespielt@gamescom: Dishonored: Die Maske des Zorns

Kommentare (16)

Wie viel Kunst steckt in Videospielen? Schaut euch „Dishonored: Die Maske des Zorns“ an. Es vereint wie kaum ein anderes Projekt auf der gamescom die Mittelweg zwischen hartem Handwerk und der Eleganz eines Theaterstücks.

Bereits seit dem letzten Jahr (Vorschau / gamescom 2011) verfolgen wir „Dishonored“ intensiv und jedes Mal sind wir aufs Neue von dessen toller Inszenierung und der Spielintelligenz überrascht. Über die Geschichte hinter dem Action-Adventure haben wir bereits nach unserem Besuch bei Bethesda (Vorschau / Präsentation) berichtet. Auf der gamescom nahmen wir uns knapp eine Stunde Zeit, um einen Level ausführlich anzutesten.

httpv://www.youtube.com/watch?v=zcSc4uBc3nQ

Schleichen oder schießen?
Wir starten unpraktischerweise gleich in der Mitte des Spiels. Ein Gondelfahrer schippert uns durch die Kanäle. Unser Auftrag: Infiltriere die Party der Lady Boyle. Und ermorde die Frau. Klingt allzu simpel. Ist es aber nicht. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, gibt es in „Dishonored“ keine klaren Vorgaben zum Lösungsweg. Das ist natürlich aufregend, birgt aber auch die Gefahr in sich, dass man sich in Experimenten verrennt.

Unser Start in „Dishonored“ ist daher holprig. Der Versuch, einfach durch die Vordertür zu marschieren, scheitert. Die Stelzensoldaten halten uns auf. Ein paar Schüsse und unser Attentäter ist Geschichte. Neustart. Diesmal versuchen wir es über die Dächer: Mit Hilfe des „Blinks“ – einem Kurzteleporter – warpen wir uns von einem Giebel zum nächsten. Auf der anderen Seite des Stegs angelangt, kommt uns erneut einer der Walker in die Quere.

Aber diesmal sind wir vorbereitet. Über das Magierad auf L2 wählen wir die Funktion „Zeit anhalten“. Der Bildschirm färbt sich rot und nur noch wir bewegen uns für etwa zehn Sekunden in Slow-Motion über den Screen. Gerade lange genug, um hinterrücks durch die Vordertür zu schlüpfen. Klasse. Der Plan hat funktioniert. Ein erstes Gefühl des Sieges.

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Das Duell
Waffengewalt ist in „Dishonored“ meist nur in Ausnahmefällen notwendig. Selbst als uns der Wachmann am Einlass nach der Einladung fragt, hätten wir uns auch einfach den Weg freikämpfen können. Wir aber bleiben cool. Und klauen einem der umstehende Gäste die Karte aus der Tasche. Wir sind drin!

Im Inneren des luxuriösen Anwesens entfaltet „Dishonored“ sein ganzes Flair. Wir fühlen uns beinahe königlich, während draußen die Armen und Kranken in Notunterkünften vor sich hin modern. Auf Tischen sind riesige Essensmengen aufgebahrt, Wein und Cidre steht überall bereit. Doch die High-Society mag unsere Maske nicht: „Oh mein Gott, wie widerlich,“ hören wie sie sprechen.

Aber wir müssen unserem Job nachgehen. Der Weg führt uns nach draußen. Hier überbringen wir Lord Shaw einen Brief. Ein Sekundärauftrag. Was auch immer in dem Umschlag war, der Lord ist nicht erfreut. Er fordert uns zu einem Duell heraus. Zu seinen versnobten Freunden meinte er nur: „Einen Moment, ich muss nur diesen Bauern kurz töten.“ Von wegen. Ein Schuss und er liegt am Boden. Auftrag erfüllt.

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Der Tod der Lady Boyle
Nun aber zu Lady Boyle. Wir finden recht schnell heraus, dass drei Damen im gleichen Outfit über die Party schlendern. Eine in rot, eine in schwarz und eine in weiß. Wer ist nun die richtige Lady Boyle? Naja, wir könnten alle drei umbringen. Genug Werkzeuge dafür befinden sich im Inventar. Eine Pistole, eine Armbrust und natürlich ein Schwert.

Aber wir wählen die trickreiche Methode. Zunächst sprechen wir mit einigen Gästen. Anschließend versetzen wir uns in eine der Wachen und passieren so die Sicherheitsschranke in der Lobby. In den Gemächern finden wir schließlich anhand der Tagebucheinträge heraus, die die schwarze Boyle unsere Zielperson ist.

Wir fühlen uns schon fast wie ein Detektiv. „Dishonored“ spielt sich ausgesprochen clever, auch wenn die Steuerung ein wenig schwammig daher kommt. Aber das Spieldesign ist klasse. Zurück in der unteren Ebene folgen wir der richtigen Lady Boyle bis in den Keller. Hier bringen wir sie schließlich leise um die Ecke.

Auf der Flucht durch das Haus werden wir schließlich dennoch entdeckt. Eine gute Gelegenheit, die Shooter-Mechanik auszuprobieren. Der Kampf läuft generell beidhändig ab. Unsere bevorzugte Waffenkombination: Die Armbrust und das Schwert. Treffen wir einen Wachmann mit einem Pfeil, windet sich der Soldat in Schmerzen. Der ideale Moment, um mit der Klinge anzugreifen. „Dishonored“ ist in seiner Gewaltdarstellung sehr drastisch. Hier sprudelt das Blut und es rollen die Köpfe. Aber auch das passt irgendwie zu der rauen und dennoch malerischen Spielwelt.

System: Playstation 3
Vertrieb: Bethesda
Entwickler: Arkane Studios
Releasedatum: 12. Oktober 2012
USK: ab 18
Offizielle Homepage: http://www.dishonored.com/

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Einschätzung: sehr gut

Die einstündige Hands-On-Session hat kaum ausgereicht. „Dishonored“ muss man genießen. Denn es ist nicht die übliche Knall-Bumm-Shooter-Action. Hier tüfteln wir uns in ein Spiel hinein. Versuchen, ähnlich wie in „Darksiders 2“, unsere Fähigkeiten möglichst sinnvoll einzusetzen. Und ärgern uns natürlich, wenn etwas nicht funktioniert. Das Design des Probe-Levels hat es uns wirklich angetan. „Dishonored“ spielt in seiner Präsentation gekonnt mit Kontrasten wie Arm und Reich oder Leben und Tod. Durch den unverkennbaren Grafikstil entsteht eine ausgesprochen dichte Atmosphäre, wie man sie vielleicht nur aus „Bioshock“ kennt. „Dishonored“ ist ein kleines Stück Videospielkunst, ohne dabei den Otto-Normal-Spieler zu vergessen.

Kommentare

  1. Bl4ckst0rm sagt:

    sieht geil aus,hoffentlich ohne Bugs^^ dann ist es gut

  2. nori95 sagt:

    skyrim?

  3. rpgboss sagt:

    Bin gespannt wie viel Spiel Dauer im Spiel steckt..

  4. Krushooor sagt:

    Bethesda ohne Bugs??? Das passt irgendwie nicht zusammen...

  5. NBA2K11 sagt:

    sieht interessant aus, da es aber von bethesda ist lass ich lieber die finger davon.

  6. NEIN sagt:

    Ihr wisst aber schon das Bethesda der Publisher und nicht der Entwickler ist?
    Ihr mit eurem Halbwissen.

  7. xjohndoex86 sagt:

    @nein
    es ist zwecklos den leuten das beibringen zu wollen...

  8. Lorenor sagt:

    nachdem ich das video auf der play3 dvd gesehen hab war ich total begeistert. endlich mal wieder was neues erfrischendes. und die gewalt ist weder zu viel noch zu wenig, genau richtig.

  9. Grazel sagt:

    es ist die rede von ca. 12 stunden minimum, doch sollten je nach spielverhalten (das spiel in einem zuge durchrushen / genießen und erkundendes spielen) auch 30 stunden unterhaltung geboten werden können. wenn man wirklich alles machen möchte, ist bestimmt auch etwas mehr drin

  10. Malekith24 sagt:

    Die Ladezeiten bei Ableben waren (auf der Gamescom Demo) übel, aber das Geniale Setting+ Gameplay haben dass wieder rausgehauen^^
    Spiel ist vorbestellt.

  11. schleckstengel sagt:

    Das Spiel kommt von den "ARKANE STUDIOS", die unter anderem an Bioshock 2 mitwerkelten. Einflüsse von Bioshock kann man ja gut erkennen. 😉

  12. S85 sagt:

    Vielen Dank für die Preview zum Spiel. Das liest sich großartig. Meine Vorfreude ist noch einmal gestiegen... das einzige Game in diesem Jahr dass bei mir auf der Kaufliste steht, alles andere war bisher leider nur Einheitsbrei.

  13. Der_Pole_Balboa sagt:

    wird gekauft wird bestimmt klasse

  14. VICTORY sagt:

    Klingt sehr interessant. Sicherheitshalber aber erstmal für 2 3 Tage ausleihen

  15. Burgaz sagt:

    Kommt mir vor wie ne mischung aus bioshock und thief 2!
    Find ich gut.
    Hoffentlich hält die atmosphäre was sie verspricht.

  16. DokSteam sagt:

    Hey Ihr lieben! Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mal auf meiner Fansite zum Game vorbeischauen möchtet. Evtl. gebt ihr mir ja sogar mal Feedback dazu, hier oder bei uns im Forum!? Fänd ich super! 😉

    http://www.dishonored-news.de

    Chris aka DokSteam