Overwatch 2 in der Vorschau: Neues Spiel oder ein besseres Update?

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Abwärtskompatibel und mit neuem PvE-Fokus: Löst Blizzard mit „Overwatch 2“ das Nachfolger-Problem von Videospielen oder verkauft man letztlich ein besseres Update auf großer Bühne? Wir verraten, was hinter dem Multiplayer-Shooter wirklich steckt.

Als die Blizzcon 2019 ihre Pforten schloss, waren sich die meisten einig: im Gegensatz zu den Vorjahren hielt Blizzard diesmal nicht mit großen Titeln und Neuankündigungen hinterm Berg. Mit der „World of Warcraft“-Erweiterung „Shadowlands“, dem Action-Rollenspiel „Diablo 4“ und natürlich dem Multiplayer-Shooter „Overwatch 2“ fuhr das Unternehmen, welches in den Wochen vor der Veranstaltung stark in der Kritik stand, schwere Spiele-Geschütze auf.

Doch gerade bei „Overwatch 2“ mehrten sich auch Zweifel. Blizzard steht hier nämlich vor einer großen Herausforderung: die aktuelle Community halten und trotzdem noch den Nachfolger an den Mann bringen. Kein Wunder also, dass der noch nicht genauer datierte zweite Teil des Online-Shooters auch über weite Strecken mit dem Vorgänger kompatibel sein wird. Besitzer des ersten „Overwatch“ können also per Crossplay an den PvP-Duellen des Nachfolgers teilnehmen und behalten zudem erspielten Ingame-Gegenstände wie Skins oder Emotes.

Geschichten und Helden

Einer der größten Kritikpunkte am ersten „Overwatch“ stellte stets das Fehlen von PvE- oder gar Singleplayer-Inhalten dar. So bleibt der Nachfolger zwar in seinem Kern ein Multiplayer-Spiel, wartet aber mit großem Koop-Umfang auf. Die PvE-Optionen splitten sich in den Story-Modus und in die Helden-Missionen.

Alte Fans halten, neue gewinnen!

Die Geschichte spielt zu Zeiten der Omnic-Krise und stellt den Konflikt der „Overwatch“-Helden mit den Roboter-Truppen von Null Sector in den Mittelpunkt. Das bereits veröffentlichte Videomaterial unterstreicht nicht nur die bekannten Charakteren, sondern wartet auch mit echten Superhelden-Momenten auf.

Kurzum: Action und Präsentation stimmen! Spielerisch geht es im klassischen Vier-Spieler-Koop zur Sache. Blizzard gibt in den Story-Missionen Charaktere vor. Dadurch möchte man Teamwork fördern und kann natürlich aus Entwicklersicht auch den Spielablauf stärker kontrollieren und anpassen.

Auffällig: die Null-Sector-Truppen warten mit einer breiten Vielzahl unterschiedlicher Einheiten auf. Von Standard-Grunts über Nashorn-Nahkämpfer bis hin zu massiven Boss-Gegnern ist alles dabei. Blizzard nutzt aber die Gelegenheit und nimmt kleinere Verbesserungen an der Grafik-Engine vor.

Das Geschehen erweist sich weiterhin als bunt und gewohnt schnell. Gerade das Kombinieren der Spezialfertigkeiten erzeugt eine wahre Kaskade an Effekten. Und dennoch bleiben die Shooter-Gefechte natürlich überzeichnet und sparen aufgrund der Roboter-Legionen auch mit Pixel-Gewalt.

Helden-Shooter hoch zwei!

Die Helden selbst erhalten für „Overwatch 2“ einen neuen Anstrich und leicht angepasste Outfits und Frisuren. Der gute Reinhardt beispielsweise verbirgt sein Gesicht nun nicht mehr unter einem Helm. Stattdessen zeigt er sich mitsamt Rauschebart. Alle 31 Helden erhalten frische Outfits. Darüber hinaus wird „Overwatch 2“ auch zusätzliche Helden wie beispielsweise Soujourn und Echo beinhalten.

Für zusätzliche Abwechslung auf dem Schlachtfeld sorgen verteilte Hilfsobjekte wie Automatik-Geschütze oder eine Erste-Hilfe-Zone. Der Einsatz dieser Gerätschaften könnte in den Story-Missionen durchaus das Zünglein an der Waage sein. Die Story-Missionen bilden den geradlinigen Einstieg in die PvE-Erfahrung. Und auch wenn Blizzard bislang u.a. Gameplay-Einblicke in die Karte in Rio De Janeiro offenbarte, so dürfte uns ein Trip um die Welt erwarten. Auf der Weltkarte jedenfalls erblickt man beispielsweise auch Orte wie Toronto, Paris und die Route 66 in den USA.

Das eigentliche Fleisch von „Overwatch 2“ bilden aber zweifellos die Helden-Missionen. Auch hier geht‘s natürlich im PvE-Modus zur Sache, allerdings genießt ihr diesmal mehr Freiheiten und erhaltet nach Release Nachschub. Blizzard eifert in diesem Fall also Service-Spielen wie „Destiny 2“ oder auch „Tom Clancy‘s The Division 2“ nach. Dynamische Events und wechselnde Aufgaben sollen hier für langfristigen Spielspaß sorgen.

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Blizzard möchte, dass ihr bestehende Helden-Missionen immer und immer wieder unter wechselnden Voraussetzungen spielt. Damit diese Mühen auch entsprechend belohnt werden, integriert man ein Erfahrungssystem. Das bedeutet: Im Verlauf leveln die Helden auf und aktivieren somit neue Fertigkeiten. Tracer beispielsweise startet so eine Kettenreaktion und sprengt damit ihre Konkurrenz kurzerhand in die Luft.

Nach aktuellen Informationen schaltet ihr neue Fähigkeiten auf den Erfahrungsstufen 0, 10 und 20 frei. In einer perfekten Welt aber spielt ihr die Helden-Missionen ohnehin nicht nur mit einem, sondern gleich mehreren Charakteren.

Neue PvP-Optionen

Auch wenn der Fokus bei „Overwatch 2“ aktuell noch sehr stark auf den neuen PvE-Komponenten liegt, so wartet Blizzard auch mit Neuerungen für den kompetitiven PvP auf. Diese 6-v-6-Variante hört auf den Namen „Schub“ und ist letztlich eine Art Tauziehen mit Escort-Variationen. Beide Teams kämpfen um die Gunst eines gewaltigen Roboters, denn nur dann schiebt dieser – untermalt von einigen flotten Sprüchen – ein Schild in die entsprechende Richtung. Das Team, deren Schild am Ziel ankommt, gewinnt die Runde.

Klingt einfach, ist aber eine durchaus taktische Angelegenheit. Blizzard kündigte an, dass das Map-Layout im Vergleich zu bisherigen Spielarten variiert. Statt auf Knotenpunkte setzt man in diesem Fall auf gezieltes Flankieren, was die Dynamik merklich verändert. „Schub“ wird in Zukunft auch Teil der Overwatch League sein.

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Einschätzung: gut

Bislang gab Blizzard noch keinen Release-Termin für „Overwatch 2“ bekannt. Und auch wenn wir uns wenig Sorgen um die spielerische Klasse des Mehrspieler-Shooters machen, so bleibt doch fraglich, ob der Nachfolger auch Besitzer des ersten Teils zum Kauf motivieren wird.

Die Story-Missionen richten sich mit ihrem PvE-Fokus natürlich an eingeschworene Fans der „Overwatch“-Saga, die Teil der Geschichte sein wollen. Die Helden-Missionen besitzen dagegen einen starken Service-Charakter und könnten damit der Spielmodus sein, der langfristig motiviert. Wir sind gespannt, welche Events, Herausforderungen und Optionen Blizzard in Zukunft nachschieben wird.

Im PvP-Sektor bedarf es dagegen noch weitere Neuerungen. „Schub“ ist zwar eine gute Ergänzung, aber nicht genug. Blizzard steht daher vor einem Balanceakt und muss bestehende und neue Fans gleichermaßen abholen. Mal schauen, ob das gelingt!

Kommentare

  1. Ifosil sagt:

    Ich weiß nicht, der Schachzug von Blizzard könnte ein Fehler sein. Hätten sie lieber ein Addon gemacht. Das hier riecht nach Profitsucht. Blizz steht im Moment eh nicht gut da, wenn man das Ansehen dieser Firma betrachtet.

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