Xbox Live Gold: Analyst erklärt Strategie hinter zurückgezogener Preiserhöhung

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Microsoft gab in der vergangenen Woche bekannt, dass der Preis von Xbox Live Gold deutlich angehoben wird. Wenige Stunden später folgte der Rückzieher. Doch welche Strategie verfolgt das Unternehmen? Der Analyst und Insider Daniel Ahmad lieferte eine mögliche Erklärung.

Xbox Live Gold: Analyst erklärt Strategie hinter zurückgezogener Preiserhöhung
Microsoft muss die Abonnentenzahl erhöhen.

Ende der vergangenen Woche sorgte Microsoft für eine Menge Verwirrung und Empörung. Am Freitag gab das Unternehmen bekannt, dass die Preise von Xbox Live Gold deutlich angehoben werden. In Deutschland sollte die sechsmonatige Mitgliedschaft statt 39,99 Euro künftig 47,99 Euro kosten. Auch bei den anderen Laufzeiten war eine Erhöhung geplant.

Der Protest der Spieler war enorm und führte wenige Stunden nach der Ankündigung zu einer kompletten Kehrtwende. Auf dem offiziellen Blog entschuldigten sich die Redmonder und gaben bekannt, dass die Preisanhebung wieder zurückgenommen wird. „Wir haben gestern einen Fehler gemacht und ihr lagt mit eurer Kritik vollkommen richtig. […] Wir haben dabei versagt, die Erwartungen derer, die für uns am meisten zählen, zu erfüllen.“

Daniel Ahmad meldet sich zu Wort

Microsoft hätte wissen können, dass Spieler derartige Preissteigerungen nicht ohne Protest hinnehmen würden. Doch was bewegte die Redmonder dazu, einen solchen Schritt überhaupt in Erwägung zu ziehen? Der Analyst und Insider Daniel Ahmad lieferte die mögliche Antwort. Laut seiner Einschätzung ist das Unternehmen bestrebt, die Spieler in den Xbox Game Pass zu drängen, indem Xbox Live Gold verglichen mit dem Xbox Game Pass Ultimate unattraktiv wird.

„Die einfache Tatsache ist, dass sich alles, was Microsoft tut oder in letzter Zeit getan hat, um den Versuch dreht, so viele Leute wie möglich dazu zu bringen, sich für den Game Pass anzumelden“, so Ahmad. „Das Unternehmen braucht für den Dienst so viele Kernkonsolenspieler wie möglich, während es sich darauf vorbereitet, langfristig neue Nutzer zu gewinnen.“

Seiner weiteren Aussage zufolge ist Microsoft darauf angewiesen, mehr Geld einzunehmen als es mit einer reinen Xbox Live Gold-Mitgliedschaft möglich wäre: „Xbox braucht die Konsolen-Nutzerbasis im Game Pass, um angesichts der damit verbundenen Kosten kurzfristig lebensfähig zu bleiben. Der Game Pass ist darauf ausgelegt, auf der Konsole höhere Einnahmen pro Nutzer zu generieren als bei einem Nutzer mit Gold. Außerdem bindet er die Nutzer an einen monatlichen Betrag und nicht an einen vergünstigten Jahrespreis.“

Hohe Investitionen

Der Xbox Game Pass hat jüngsten Angaben zufolge etwa 15 Millionen Nutzer. Dabei ist zu beachten, dass zumindest PC-Spieler die Möglichkeit haben, den Dienst einen Monat lang für einen Euro zu testen. Dem gegenüber stehen die Milliardenbeträge, die in den vergangenen Jahren in den Kauf neuer Studios flossen oder noch fließen werden. Allein den Kauf von Bethesda lässt sich Microsoft 7,5 Milliarden Dollar kosten.

Microsoft muss demnach Geld verdienen, ohne die Kunden zu verärgern. Xbox Live Gold komplett zu streichen und nur noch den Xbox Game Pass Ultimate anzubieten kam für das Unternehmen offenbar nicht in Frage, da Abonnenten abspringen könnten. Auch wäre es nicht förderlich gewesen, Xbox Live Gold in eine neue und niedrigere Game-Pass-Stufe zu integrieren. Denn mit diesem Schritt wäre es nicht zur Förderung der Premiumversion gekommen.

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Doch wie geht es jetzt weiter? Laut Ahmad wird Microsoft eine Lösung finden. „Die Kehrtwende macht deutlich, dass Xbox in der Tat auf Kritik an der Art und Weise, wie Ziele erreicht werden, reagiert, da man keine Wiederholung des Xbox One Launch-Debakels haben möchte. Doch es sollte angemerkt werden, dass Xbox weiterhin eine Lösung finden wird, um den Umsatz pro Nutzer auf der Konsole zu erhöhen.“

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Kommentare

  1. KoA sagt:

    @ Frosch1968:

    „Zum einen kauft man nicht mehr die Katze im Sack, sondern kann ausgiebig testen. Dazu gibt es noch 20% auf GP-Games.“

    Früher gab es Demos der Spiele, mit denen man diese **vor dem Kauf kostenfrei** testen konnte. Heute bezahlst Du Geld, um die Spiele testen zu können und empfindest dies auch noch als vermeintlichen Vorteil. Verkehrte Welt! 🙂

    Und Übrigens: Rechne die Kosten für den GP ab, dann sind es schon keine 20% mehr, die Du vermeintlich gutgemacht hast.

  2. consoleplayer sagt:

    KoA
    Ja, schade dass es fast keine Demos mehr gibt aber gsd gibt es den GP nun 😉

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