PS5: Videospiele gerne auch ein bisschen teurer? - Kolumne

Wie viel seid ihr bereit für eure Lieblings-Games auszugeben? Schließlich hört bei Geld der Spaß ganz schnell auf. Wieso Gaming teuer und doch preiswert sein kann ...

PS5: Videospiele gerne auch ein bisschen teurer? – Kolumne

Take-Two zählt zu den Vorreitern der Preissteigerungen.

Bestellt ihr vor, kauft ihr zum Launch oder wartet ihr gar, bis ein Spiel im Sale ist? Gaming ist zweifellos ein teures Hobby: Im Vergleich zum PC fallen zwar die Anschaffungskosten für eine Konsole wie die Playstation 4 oder Playstation 5 geringer aus, im gleichen Atemzug aber sind die Spiele deutlich teurer.

Bereits im vergangenen Jahr entbrannte die Diskussion über den Preis von Video- und Computerspielen. Sind Games zu günstig und sollten sie noch teurer sein? Oder sollten wir überhaupt froh sein, dass Spiele noch unter 100 Euro zu haben sind?

Masse mit Klasse?

Aber wie teuer sind Videospiele heute wirklich? Mit Abo-Services wie Playstation Now oder dem Xbox Game Pass schalten wir für kleines Geld eine ganze Bibliothek an Spielen frei. Natürlich gehören diese uns dann nicht, aber wir dürfen sie zocken. Im Falle des Xbox Game Pass erhalten wir bei einer Ultimate-Mitgliedschaft sogar Stewards, Bonus-Objekte und andere Extras. Dieses Konzept hat Erfolg: Verzeichnete Microsoft noch im April 2020 rund 10 Millionen Abonnenten, waren es Ende Januar 2021 bereits 18 Millionen.

Was aber klar sein sollte, wenn ihr nicht gerade die großen AAA-Produktionen am ersten Tag haben müsst, dann sind Video- und Computerspiele nicht viel teurer als andere Hobbies. Im Zweifelsfall kommt ihr sogar ganz ohne Kosten aus, wenn ihr euch auf Free-To-Play-Titel konzentriert. Okay, diese bringen oft den Pferdefuß der Mikrotransaktionen und Ingame-Cosmetics mit sich, jedoch gestalten sich viele Titel wie etwa „Fortnite“ inzwischen annehmbar fair, sofern ihr euch nicht vom Gruppenzwang anstecken lasst.

Zur Kasse, Schätzchen …

Die Preise von Computer- und Videospielen stagnieren – bis auf Ausnahmen wie „The Last of Us Part 2“ oder „Red Dead Redemptions 2“ – seit Jahren. Ein Vollpreisspiel kostet zum Start auf Playstation 4 rund 60 Euro, Next-Generation-Games für Playstation 5 sind dagegen teurer. Sony begründete diesen Preisanstieg durch die wachsenden Produktionskosten und den steigenden Aufwand im Rahmen der Entwicklung.

Cory Barlog, Creative Director von „God of War“, äußerte sich im vergangenen Jahr noch via Twitter über Videospielpreise. Und er zog eine klare Grenze zwischen Vollpreisspielen und Mikrotransaktionen. „Ich bevorzuge eine Preiserhöhung gegenüber mit Abzock-Mikrotransaktionen gefüllten Auswüchsen, die Videospiele teils geworden sind“, schrieb er sinngemäß auf Twitter.

Wir sehen beide Seiten: Die Spieleentwicklung hat sich in den vergangenen Jahren rapide entwickelt. Regelmäßige, kostenlose Content-Updates nach Release gehören inzwischen zum guten Ton dazu, gleiches gilt für Community- und Marketing-Aktivititäten. Wer sich heutzutage nicht in Szene setzt und das eigene Produkt weiterentwickelt, geht schnell in der Masse unter. Das wiederum kostet Geld. Auf der anderen Seite ist die Implementierung von Mikrotransaktionen verlockend, da man am Beispiel „Fortnite“ sieht, wie diese für massive Einnahmen sorgen können. Allein aus dieser Perspektive scheinen höhere Preise unumgänglich.

Werden Videospiele zum Luxus?

Möchten wir gerne mehr für unsere Unterhaltung bezahlen? Natürlich nicht. Im Jahr 2021 ist die wirtschaftliche Lage für uns alle alles andere als rosig und auch wir möchten ungerne für ein wenig Realitätsflucht noch tiefer in die Tasche greifen. So sehr wir Videospiele lieben, so sind sie doch auch eine gewisse Investition und diese will wohl überlegt sein. (Noch) höhere Preise würden einen Teil der Zielgruppe ausschließen bzw. ihr sogar bestimmte Spielerlebnisse vorenthalten.

Grundsätzlich höhere Preise erachten wir daher als problematisch. Auch weil Videospiel eben nicht gleich Videospiel ist: Ein „Assassin’s Creed: Valhalla“ bietet einen gänzlich andere Erfahrung als etwa „FIFA 21“ oder „F1 2021“. Eine flexiblere Handhabung bemessen an Produktionskosten, Spielumfang und Post-Release-Content wäre sinnvoll. Größere Produktionen könnten sich so von Mikrotransaktionen frei machen. Kleinere Indie-Spiele dagegen könnten einen niedrigeren Preis noch stärker als Verkaufsargument nutzen.

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Allerdings dürfen wir uns auch nicht blenden lassen: Ja, Videospiele sind ein teures Hobby. Und dass sie noch teurer sein könnten, zeigt sich ja in den teils absurd hochpreisigen Special-Editions, die man uns immer wieder zu verkaufen versucht. Hier macht man mit Fan-tum Geld. Ob ihr auf Figuren, Ingame-Items oder andere Extras steht, müsst ihr aber für euch selbst entscheiden.

Wir sind aber der Meinung: Für Qualität, Umfang und auch Post-Release-Content sind wir bereit zu zahlen. Deshalb würde uns eine weitere Preiserhöhung – gerade bei den großen Produktionen – weder aufregen, noch sonderlich überraschen.

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