Outriders angespielt: Spaßiger Loot-Shooter, der noch Feinschliff benötigt

Kommentare (53)

Letzte Woche veröffentlichte Square Enix eine Demo zu seinem kommenden Loot-Shooter "Outriders. Wir verraten euch, was wir darin erlebten und warum der Titel zwar bereits einen guten, allerdings noch keinen sehr guten Eindruck macht.

Outriders angespielt: Spaßiger Loot-Shooter, der noch Feinschliff benötigt
Die "Outriders"-Demo ist im PlayStation Store für PS4 und PS5 verfügbar.

Mit einer kleinen Verspätung erschien die Demoversion des kommenden Loot-Shooters „Outriders“ auch im deutschen PlayStation Store. Wir haben uns seither für mehrere Stunden in zahlreiche brutale Gefechte gestürzt – sowohl alleine als auch im Koop mit anderen Spieler – und wollen nachfolgend unsere Erfahrungen mit der Anspielfassung mit euch teilen. So viel sei jedoch schon vorab verraten: In seinem Kern macht der Titel bereits einen guten Eindruck, allerdings müssen die Entwickler noch einige Kanten glattbügeln.

Die Menschheit braucht eine neue Heimat – mal wieder

Die Demo umfasst den Prolog sowie das aus mehreren Missionen bestehende erste Kapitel des Hauptspiels, das euch für drei bis fünf Stunden an den Controller fesseln dürften. Es ist zunächst überaus löblich, dass sich die Entwickler von People Can Fly („Bulletstorm“) und Publisher Square Enix zu diesem Schritt entschieden haben, interessierten Spielern vorab einen solch umfangreichen ersten Einblick in das Game zu ermöglichen. Demos, insbesondere jene mit diesem Umfang, sind in den vergangenen Jahren bekanntlich selten geworden.

Doch widmen wir uns nun der Story von „Outriders“: Wir übernehmen die Kontrolle über einen Soldaten, den wir in einem relativ generischen Charaktereditor selbst erstellen dürfen. Er/Sie ist ein sogenannter Outrider, der Teil eines Trupps ist, welcher einen fremden Planeten erkunden soll. Die Erde ist unbewohnbar geworden, weshalb sich die Menschheit auf der Suche nach einem neuen Zuhause befindet. Nach einem recht gemächlichen Einstieg, in dem die Steuerung erklärt wird und wir das Team kennenlernen können, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Unser Spielcharakter wird schwer verwundet und wacht erst 31 Jahre später wieder auf.

In all dieser Zeit hat sich das Antlitz des Planeten drastisch gewandelt: Wo es einstmals weite tiefgrüne Wiesen gab, ist nun nur noch ein Ödland zu sehen. Ein mysteriöses Naturphänomen droht auch diese Welt unbewohnbar zu machen. Als wäre das noch nicht genug, herrscht darüber hinaus ebenfalls ein blutiger Krieg, in den mehrere Fraktionen verwickelt sind. Mit unserem Outrider zögern wir deshalb nicht lange und springen unseren verbliebenen Kameraden zur Seite, um ihnen in diesem Konflikt beizustehen.

Die Story an sich ist, zumindest in den von uns bisher gespielten Missionen, nicht unbedingt der Rede wert. Dies liegt einmal an der generischen Prämisse, dass die Menschheit mal wieder auf der Suche nach einer neuen Heimat ist, sowie dem recht gemächlichen Pacing des Gameplays. Auch die Inszenierung der Zwischensequenzen kommt in diesen ersten Stunden nur selten über ordentliches Mittelmaß hinaus. Die deutschen Sprecher machen ihre Sache derweil gut, allerdings stören kleinere Ruckler und Soundaussetzer in den Cutscenes das Gesamtbild. Dafür weiß die „Outriders“-Demo in einem anderen Bereich bereits deutlich mehr zu überzeugen.

Blutiger Shooter-Spaß dank Spezialkräften

Nach dem Prolog, in welchem sich das Spiel noch wie ein recht gewöhnlicher Cover-Shooter Marke „Uncharted“ oder „Gears of War“ spielt, werden wir vor eine Wahl gestellt: Unser Charakter wird von dem mysteriösen Sturm getroffen und tödlich verwundet. Allerdings stirbt unsere Figur nicht, sondern in ihr erwachen besondere Kräfte. Hier können wir uns nun für eine von insgesamt vier Charakterklassen entscheiden: Den Assassinen, den Pyromant, den Technomant und den Verwüster. Während letztere Klasse primär als Tank dient und eine entsprechend gute Verteidigung besitzt, fühlen sich die anderen Klassen an vorderster Front wohler.

Für unseren ersten Demo-Durchlauf entschieden wir uns für den Assassinen, dessen besondere Fähigkeiten es unserem Outrider erlauben, die Zeit in einem begrenzten Areal zu manipulieren. Dies konnten wir dazu nutzen, um Gegner sowie Projektile in unserer unmittelbaren Umgebung zu verlangsamen, sie kurzzeitig einzufrieren oder uns in ihren Rücken zu teleportieren, um blitzschnell zuzuschlagen. Jede der vier Klassen verfügt über drei aktive Fähigkeiten, die über L1 und R1 ausgelöst werden, sowie einen umfangreichen jedoch nicht zu unübersichtlichen Talentbaum, der weitere passive Vorteile bereithält.

Nachdem wir diese Wahl getroffen haben, beginnt das eigentlich Spiel und das kann sich insbesondere während der  Feuergefechte bereits durchaus sehen lassen. Hierbei möchten wir vor allem das Gunplay hervorheben, das wunderbar wuchtig wirkt. Egal mit welcher Waffe wir in den Kampf gezogen sind, gab es stets ein sehr gutes Feedback. Hier macht sich die Erfahrung von People Can Fly bemerkbar, die sich in der Vergangenheit mit „Bulletstorm“ und „Gears of War: Judgement“ bereits in diesem Genre bewiesen haben. Im direkten Vergleich verlangt „Outriders“ jedoch nach einem noch aggressiveren Vorgehen während der Scharmützel.

Ähnlich wie bei den vorherigen Titeln des polnischen Entwicklerstudios fliegen übrigens auch in „Outriders“ wieder regelrecht die Fetzen. Blut spritzt literweise und auch die Körper der Gegner zerfallen nach besonders kritischen Treffern in ihre Einzelteile. Durch diese überspitzte Gewaltdarstellung und seine generell sehr düstere Atmosphäre kann sich das Spiel von anderen Loot-Shootern wie „Anthem“, „Destiny“ oder auch „The Division“ abheben. Es hat fast schon etwas sadistisch befriedigendes, die Horden der namenlosen KI-Gegner mit den eigenen Waffen und Spezialfähigkeiten zu zermalmen.

Spaßiges Looten und Leveln, vor allem im Koop

Wie gerade angerissen, handelt es sich bei „Outriders“ im Kern um einen Loot-Shooter: Wir schnetzeln uns also durch mal kleinere und mal größere Areale, erledigen reihenweise Feinde und suchen die Gegend anschließend nach Kisten ab, in denen sich neue Ausrüstungsgegenstände befinden. In der Demo war die höchste Seltenheitsstufe der Waffen „Legendär“, von denen wir während unserer knapp sechs Stunden zwei Exemplare gefunden haben. Nutzlose Waffen können wir unter anderem in ihre Einzelteile zerlegen, um so Ressourcen zu generieren, mit denen wir unsere Argumentationsverstärker aufrüsten können. Alternativ besteht ebenfalls die Möglichkeit, überflüssige Items in Shops zu verkaufen und so bessere Waffen erwerben zu können.

In Kombination mit dem mehr als soliden Kampfsystem entwickelte sich während unserer Zeit mit der Demo so schnell eine überaus unterhaltsame Loot-Spirale aus der Aussicht auf stärkere Waffen und immer neuen, noch mächtigeren Fähigkeiten. Diese Kombination ist ebenfalls überaus motivierend und sorgt insbesondere im Online-Koop mit zwei weiteren Mitspielern für viel Spaß. Jede Mission des Titels kann wahlweise im Team angegangen werden, wobei Spieler plattformübergreifend die Möglichkeit haben, jederzeit einer Mission beizutreten.

Das Balancing zwischen Singeplayer- und und Multiplayer-Erfahrung ist den Entwicklern in der Demo bereits gut gelungen, denn im Verbund wuseln deutlich mehr Feinde über den Bildschirm, die den Outriders-Trupp auseinandernehmen wollen. Die KI geht dabei nicht unbedingt super clever vor, zwang uns mit ihren aggressiven Vorstößen, dem Werfen von Granaten und dem Flankieren immer wieder zu schnellen Reaktionen und Anpassungen unserer Taktik. Generell belohnt „Outriders“ dabei einen sehr aggressiven Spielstil, denn Gesundheit regeneriert sich nicht automatisch oder über Medipacks, sondern den aktiven Einsatz der Spezialfähigkeiten und das Ausschalten der Gegner. Ab und zu gibt es zudem Bossgegner, die ebenfalls über besondere Kräfte verfügen und somit nochmal eine größere Herausforderung darstellen, vor allem im Verbund mit mehreren normalen Fußsoldaten.

Obwohl das Spiel natürlich auch im Alleingang bewältigt werden kann, ist „Outriders“ spürbar darauf ausgelegt, gemeinsam mit zwei Mitspielern gespielt zu werden. Mit Freunden macht sowas bekanntlich ja auch gleich vielmehr Spaß. Darüber hinaus ist es auch einfach ein Mordsspaß, zu sehen, wie sich die verschiedenen Fähigkeiten der unterschiedlichen Klassen ergänzen und so Gegnerhorden in wenigen Minuten aufgerieben werden. Falls ihr die Demo bisher noch nicht im Koop gespielt haben solltet, möchten wir euch dies hiermit wärmstens empfehlen.

Spaßiger Loot-Shooter, der noch Feinschliff benötigt

Wie ihr bis hierhin sicherlich gemerkt habt, hatten wir während unserer Zeit mit der „Outriders“-Demo wirklich viel Spaß. Zugegeben, das Spiel erfindet das Loot-Shooter-Genre nicht neu, allerdings greifen bisher die Shooter-, Gameplay- sowie Loot-Elemente des Titels gut ineinander und entwickeln somit schnell eine regelrechte Sogwirkung. Das Spiel macht diesbezüglich somit bereits einen mehr als nur soliden Eindruck, allerdings gibt es noch ein paar Stellschrauben, an denen die Entwickler bis zum Release drehen sollten.

Neben den weiter oben bereits erwähnten inszenatorischen Schwächen, sind uns in der Demo auch einige technische Macken aufgefallen, beispielsweise einige unrunde Animationen, wiederholte Tonaussetzer sowie eine teils schwankende Performance, wenn wirklich viel auf dem Bildschirm los war. Die Kämpfe in den nicht allzu kreativ designten Arenen waren zudem in der Regel etwas zu schnell vorbei, vor allem, wenn sich ein Team erstmal aufeinander eingestimmt hatte. Während unserer Koop-Sessions kam es des Weiteren immer wieder zu Verbindungsabbrüchen und einmal stürzte das Spiel auf unserer PlayStation 5 auch komplett ab.

Weitere Meldungen zu Outriders: 

Dies alles ist nun natürlich kein Beinbruch, schließlich handelt es sich hierbei immer noch um einen vorab veröffentlichten Teil eines Spiels, das sich gegenwärtig noch aktiv in Entwicklung befindet. Dennoch hinterlässt es einen etwas faden Beigeschmack, den People Can Fly bis zum Release hoffentlich noch werden entfernen können. Sollte ihnen das gelingen, dürfte uns mit „Outriders“ zwar nicht unbedingt ein innovativer, dafür jeder sehr unterhaltsamer Loot-Shooter erwarten.

Habt ihr die „Outriders“-Demo ebenfalls gespielt? Falls ja, was ist eure Meinung dazu?

Weitere Meldungen zu .
(*) Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.
1 2

Kommentare

  1. ichstehzurx1 sagt:

    @»MagicWashroom«
    so beknackt der satz auch ist, ergibt er leider sinn 🙁
    der devastator soll ne art tankklasse sein bzw eine die sich am ehesten dmit vergleichen lässt wegen seiner skills. gute verteidigung sei mal dahingestellt, aber ok.
    das problem zu anfang ist aber das er nur durch kills heal regeneriert und die range davon verdammt gering ist.
    ohne spntsprechendes equip gheht man level 7world5 rein und fällt nahezu diret aus den socken weil zuviel schaden reinkommt.
    da siehts bei den anderen klassen schon besser weil die entweder stunns oder verlangsaungseffekte haben oder und deren entpsrechende fertigkeiten zum heilen weiter reichen

  2. »MagicWashroom« sagt:

    @ichstehzurx1
    Okay, die Sache ist komplex und ich nehme alles zurück. Danke für die Info 😉

  3. ichstehzurx1 sagt:

    @»MagicWashroom«
    naja, dat ding is halt kein simpler deckungshooter wies von vielen ungebioldeten youtubern behauptet wird genauso wie deren bester farmspot eigentlich der schlechteste ist, aber hey 🙂
    problem ist halt einfach das man bisher bei solchen speilen zwar immer skills haltte, die aber beiwerk waren. hier ists ehr so das die skills und mods der wichtige aspekt sind und die waffen die überbrückung zwischen den cooldowns.
    beispiel halt der trickster. mit den entsprechenden mods und n bisschen hirn kannst mit dem nicht solo farmen gehen weil der viel zu overpowert ist. du brauchst, wenn du mal am respawnpunkt bist. keine 5 sekunden bis zum boss, der liegt in 5 sekunden und bis die adds dich danach killen vergehen 20-30

1 2