Interview: „Guardians of the Galaxy hat mit Marvel’s Avengers nichts zu tun“

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Die Verbindung zu „Marvel's Avengers“, Entscheidungen und das Raumschiff Milano: Die Redaktion sprach mit den Köpfen hinter „Guardians of the Galaxy“ und liefert euch spannende Fakten zum neuen Superhelden-Spiel!

Interview: „Guardians of the Galaxy hat mit Marvel’s Avengers nichts zu tun“

Square Enix bleibt den Superhelden treu. Nach dem eher mauen „Marvel’s Avengers“ steht bereits das im Rahmen der Electronic Entertainment Expo 2021 vorgestellte „Guardians of the Galaxy“ in den Startlöchern.

Die Play3-Redaktion hatte, gemeinsam mit zwei anderen deutschen Spielemagazinen, die Chance, kurz nach der Ankündigung ein ausführliches Video-Interview mit Mary DeMarle, Senior Narrative Director bei Eidos Montreal, und Senior Producer Olivier Proulx zu führen.

Im Gespräch räumen die beiden mit einigen Gerüchten auf und erklären, was „Guardians of the Galaxy“ im Detail ausmacht.

Mary DeMarle, Senior Narrative Director bei Eidos Montreal, und Senior Producer Olivier Proulx zu führen.

Play3.de: „Guardians of the Galaxy“ wurde ja auf der Electronic Entertainment Expo 2021 der Öffentlichkeit präsentiert. Wie habt ihr das bisherige Feedback wahrgenommen?

Olivier Proulx: Oh, wir sind sehr zufrieden mit den Reaktionen. Viele Menschen freuen sich darüber, dass „Guardians of the Galaxy“ ein reines Singleplayer-Spiel ist. Außerdem mögen viele das Gameplay, die Musik und den Humor. Wir haben Jahre auf diesen Moment hin gearbeitet und jetzt die Reaktionen zu sehen, ist wirklich aufregend.

Ich habe einige Male gelesen, dass „Guardians of the Galaxy nur ein re-skin von Marvel’s Avengers“ sei. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Spielen oder existieren Assets, die beide Projekte verwenden?

Olivier Proulx: Nein, gar nicht! „Guardians of the Galaxy“ verwendet noch nicht einmal dieselbe Game-Engine. „Guardians of the Galaxy“ hat mit „Marvel’s Avengers“ nichts zu tun. Beide Spiele wurden teils sogar parallel entwickelt. Es sind zwei vollkommen verschiedene Projekte von unterschiedlichen Teams. In „Guardians of the Galaxy“ dreht sich alles um die Gruppe, aber als Spieler übernimmt man ausschließlich Star-Lord. Wären die Voraussetzungen nicht ideal für ein Koop-Abenteuer gewesen? Und gab es mal Gespräche darüber, ob man zumindest die Figuren wechseln könnte?

Mary DeMarle: Natürlich haben wir solche Ideen intern in der Anfangsphase diskutiert. Aber dann ist uns klar geworden, dass sich in „Guardians of the Galaxy“ alles um die gesamte Gruppe von außergewöhnlichen Charakteren dreht. Man möchte einfach Zeit mit diesen Figuren verbringen. Peter Quill alias Star-Lord ist im Zentrum der „Guardians“. Er ist der Anführer und als Mensch dient er für uns stärker als Identifikationsfigur. Er muss ständig auf seine unberechenbaren Team-Kollegen reagieren. Entscheidungen sind ein wichtiges Element im Spiel. Die Idee dahinter ist, zu erleben welche Konsequenzen die Entscheidungen des Spielers für Star-Lord aber auch für die gesamte Gruppe haben. Als uns das klar war, haben wir uns überlegt, wie wir Peter und seine Beziehung zu der Gruppe aktiv in das Gameplay und in die Kämpfe oder auch beim Erforschen der Spielwelt einbauen können.

Olivier Proulx: Das Team gibt die gesamte Zeit über Feedback, frotzelt rum oder kommentiert das Geschehen anderweitig. Man bekommt den Eindruck, als wenn man wirklich Teil der der Gruppe ist.

Wie wirken sich eigentlich die Entscheidungen schlussendlich auf das Spiel aus? Gibt es unterschiedliche Wege abhängig von den getroffenen Entscheidungen?

Mary DeMarle: Grundsätzlich gibt nur einen Anfang und ein Ende für jeden Spieler. Dazwischen allerdings sind die Entscheidungen ein wichtiger Teil und verändern die Situationen und Aufgaben. In der E3-Demo wurde man etwa gefragt, ob ihr Rocket oder Groot verkaufen möchtet. Diese Wahl verändert die darauf folgenden Spielerfahrung in Lady Hellbender’s Festung massiv. Es gibt also Abzweigungen, aber man kehrt immer wieder auf die Hauptgeschichte zurück. Neben den „Guardians“ trefft ihr natürlich auch andere Figuren im Verlauf des Spiels. Und eure Entscheidungen legen schließlich fest, wer eure „Geheimwaffe“ im finalen Gefecht sein wird. Es gibt also unmittelbare Konsequenzen, aber auch welche, die ihr erst viel später im Spiel erfahrt.

Olivier Proulx: In der E3-Demo konnte man eine kurze Einblendung sehen, die anzeigte, wie sich Rocket fühlt, nachdem er von Drax über die Brücke geworfen wurde. Wir haben lange überlegt, ob wir dieses Feature im Spiel lassen. Uns wurde aber nach Playtests und Feedback-Runden klar, dass Spieler gerne über diese Momente reden und ihre Erfahrungen diskutieren. Manchmal wird einem auch erst später klar, welche Aktionen später womöglich eine Konsequenz nach sich gezogen haben.

Gibt es im Spiel eine Art Übersicht über die getroffenen Entscheidungen oder die Story selbst? Wie sieht es mit einem New Game+ in „Guardians of the Galaxy“ aus?

Olivier Proulx: Nein, eine Übersicht gibt es in diesem Fall nicht. Trotzdem hat das Spiel einen hohen Wiederspielwert – eben durch die tollen Dialoge und durch die Entscheidungen. Aber natürlich haben wir ein New Game+. Ihr könnt also das Spiel nochmal mit allen freigeschalteten Fähigkeiten und Kostümen angehen. Außerdem könnt ihr einzelne Kapitel auswählen und so bestimmte Momente erneut spielen.

Die „Guardians“ besitzen ja anscheinend jeweils vier Fähigkeiten. Wie viele Talente besitzen die Figuren und wie funktioniert das Fortschrittssystem?

Olivier Proulx: Richtig, jeder „Guardian“ besitzt vier Fähigkeiten, die ihr im Kampf ausführen und „herbeirufen“ könnt. Jede Figur besitzt zunächst eine Fähigkeit, aber besitzt unterschiedliche Kampfeigenschaften. Drax etwa kann Gegner gut aus der Balance bringen, Rocket dagegen richtet Flächenschaden an. Groot heilt und schützt seine Teamkameraden. Gamora ist extrem schnell und schlägt aus allen Richtungen zu. Man muss also überlegen, welche Fähigkeiten man einsetzt. Jede Figur besitzt im Verlauf der Geschichte einen Moment, in dem sie über sich hinauswächst. Dadurch erhaltet ihr eine zweite Fähigkeit dazu. Alle anderen schaltet ihr mit Erfahrungspunkten frei, die sich wiederum stärker auf die von mit skizzierten Eigenheiten der Figuren orientieren.

Wir haben in der E3-Demo auch gesehen, wie Star-Lord seinen Walkman einschaltet und eine Art Fokus-Modus mitsamt „Bad Reputation“ von Joan Jett aktiviert. Gibt es noch andere Gameplay-Elemente in denen Musik zum Einsatz kommt?

Olivier Proulx: Das war das Huddle-Feature und wir haben es ein wenig verkürzt wiedergegeben. Ihr aktiviert es, nachdem ihr eine Energieleiste im Kampf aufgefüllt habt. Die Gruppe kommt zusammen und Peter muss eine Motivationsrede halten. Diese Reden sind lose an Song-Texte angelehnt. Wenn du eine gute Ansprache gehalten hast, gewinnen alle Teammitglieder Boni in Kraft und Tempo hinzu. War die Rede schlecht, erhält nur Star-Lord einen Bonus, weil er ja immer noch denkt, dass er eine gute Rede gehalten hat und mega stolz auf sich ist. Wir haben um die 30 lizenzierte Songs im Spiel – Iron Maiden, New Kids on the Block, Kiss und viele andere. Musik ist ein wichtiger Teil.

Mary DeMarle: Natürlich verwenden wir die Musik auch an bestimmten Momenten in der Geschichte und verleihen diesen noch mehr Kraft. Aber es gibt auf der Milano, dem Raumschiff der „Guardians of the Galaxy“, auch eine Jukebox. Ihr könnt die Musik anhören, während ihr etwa mit anderen Charakteren sprecht oder das Schiff erkundet.

Können wir den Milano selbst fliegen und gibt es Planeten abseits der Hauptgeschichte, die wir erforschen oder besuchen dürfen?

Olivier Proulx: Wir haben einige außergewöhnliche Gameplay-Sequenzen integriert. Der Milano bekommt seine Chance, keine Sorge. Aber wir streuen zwischendurch auch immer wieder Rätsel- und Erkundungspassagen mit ein.

Mary DeMarle: Es gibt aber keine Sidequests im Spiel. Es wäre merkwürdig, die „Guardians“ zurück zu lassen und einfach sein eigenes Ding zu machen. Wir haben aber verschiedene Planeten und Einrichtungen im Spiel. Einige dieser Orte stammen direkt von uns, andere aus dem Marvel-Universum.

Olivier Proulx: Wir belohnen aber auch das Erforschen der Locations. Beispielsweise findet ihr Bauteile, mit denen Rocket Hilfsmittel bauen kann oder sogar Story-Gegenstände, die ihr im Milano analysiert. Es gibt außerdem über 30 Kostüme – allesamt versteckt im Spiel, frei von Mikrotransaktionen.

Vielen Dank für das Gespräch!

„Guardians of the Galaxy“ erscheint am 26. Oktober 2021 für PC, PlayStation 4/5, Xbox One und Xbox Series S/X. Den Preview-Artikel zum Spiel findet ihr HIER.

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Kommentare

  1. TemerischerWolf sagt:

    Gott sei Dank! Hoffentlich wirds was, der Trailer war schon mal amüsant.

  2. Fr3eZi sagt:

    Der Trailer des Spiels war gut. Das dann gefolgte Gameplay sah ebenso unspektakulär aus wie das vom Avengers Spiel. Auch hier werde ich definitiv die Finger von lassen.

  3. AlgeraZF sagt:

    Vielleicht das beste Spiel was Square Enix momentan in Entwicklung hat.

  4. ras sagt:

    @AlgeraZF

    lol

  5. ResidentDiebels sagt:

    doch, beide Games haben einen miesen Eindruck gemacht. Avengers hat diesen bestätigt und Guardians of the Galaxy wird nach dem ersten Material was wir gesehen haben, noch schlechter.

  6. AlgeraZF sagt:

    @ras

    Sieht jedenfalls um Welten besser aus als dieser FF Abklatsch. Das wird ja scheinbar noch für die PS3 entwickelt.

  7. ras sagt:

    @AlgeraZF

    1. Ist Square Enix nur Publisher für GoT und für Stranger of Paradise.
    2. Beste Spiele welche bei Square Enix in Entwicklung sind: FF16 und FF7R-2

  8. ras sagt:

    Edit Funktion ftw.

    Nicht GoT, Guardians of the Galaxy ^^

  9. RikuValentine sagt:

    Naja Eidos gehört direkt zu SE. Das ist was anderes.

    Aber SE hat auch noch Forspoken, FF16, FF7 und Dragon Quest in der Mache.