Guardians of the Galaxy: Erstmals angespielt - Einfach heldenhaft?

Wilde Kämpfe, schräger Humor und sogar Entscheidungsmöglichkeiten: Eidos Montreal schickt die „Guardians of the Galaxy“ am 26. Oktober 2021 ins Rennen. Wie schlägt sich das Superhelden-Abenteuer im ersten Hands-On-Check?

Guardians of the Galaxy: Erstmals angespielt – Einfach heldenhaft?

Mit „Guardians of the Galaxy“ steht das nächste Superhelden-Abenteuer in den Startlöchern. Das von Eidos Montreal entwickelte Actionspiel erscheint bereits am 26. Oktober 2021 für PlayStation 4/5, Xbox One, Xbox Series X/S und PC. Wir berichteten bereits zur Enthüllung über den neuen Titel und fühlten obendrein den Entwicklern auf den Zahn. Gerade, dass „Guardians of the Galaxy“ und das gefloppte „Marvel’s Avengers“ nichts miteinander zu tun haben, dürfte einige beruhigen.

Rund sechs Wochen vor Erscheinen des Action-Abenteuers hatten wir nun die Chance erstmals selbst Hand anzulegen. Die Hands-On-Session lief über den Remote-Service Parsec und erlaubte uns das zweimalige Durchspielen des fünften Kapitels.

Fliegendes Hauptquartier

„Guardians of the Galaxy“ ist ein klassisches Singleplayer-Abenteuer, in dem ihr ausschließlich den als Star-Lord bekannten Peter Quill direkt steuert. Die übrigen „Guardians“ befehligt ihr dynamisch im Schlachtfeld, steuert sie aber nicht direkt. Zu Beginn des fünften Kapitels befinden wir uns an Bord des Raumschiffs Milano. Zwischen den Missionen kehrt ihr immer wieder hier hin zurück und könnt mit den Team-Mitgliedern interagieren, an der Werkbank Upgrades freischalten oder auf die Suche nach Geheimnissen und Easter-Eggs gehen.

Spielt ihr etwa an dem CD-Player bestimmte Audio-Tracks ab, reagieren die Kameraden entsprechend darauf. Innerhalb der Missionen findet ihr zudem versteckte Erinnerungsgegenstände – etwa eine alte Wurzel von Groot. Diese landen automatisch an Bord der Milano und schalten einen zusätzlichen Dialoge frei, der euch weitere Hintergründe zu den jeweiligen „Guardians“ liefert. Als wir etwa in Gamoras Zimmer einen Ring entdecken, gerät Quill schnell in Erklärungsnot.

„Guardians of the Galaxy“ wirkt aufgrund dieser Interaktionsmöglichkeiten ungemein dynamisch und lebendig. Auch während der Missionen quatschen die Team-Mitglieder ständig miteinander, machen Witze oder streiten sich sogar. Die spielbare Mission führt uns auf The Rock, einen Außenposten des Nova Corps. Die „Guardians“ müssen bei der Weltraumpolizei ein Strafe bezahlen und benötigen außerdem Bauteile, nachdem ein Lama Kabel auf der Milano gefressen hat. Als sie jedoch auf der Station ankommen, ist diese wie leergefegt – fast wie in einem Horrorfilm. Irgend etwas Seltsames geht hier vor.

Actionspiel, aber mit Entscheidungen

Die Gespräche sind nicht nur Füllmaterial, sie nehmen oftmals direkten Einfluss auf das Gameplay und den Zusammenhalt innerhalb des Teams. So müsst ihr als Anführer immer wieder Stellung beziehen und an Entscheidungspunkten einzelnen Kameraden zustimmen oder sie eben abblitzen lassen.

In unserem Fall war Rocket Raccoon wütend auf Quill. Das Ergebnis: Als wir ihn in der Mission darum bitten, ein Schloss zu knacken, erhalten wir nur ein trotziges „Nein“ als Antwort. Erst durch erneutes Nachfragen begibt er sich widerwillig an die Arbeit. Bei der Erkundung der Basis treffen wir auf erste Rätsel und müssen beispielsweise Schaltkreise so anlegen, dass der Strom wieder zu einer Tür fließt.

Mit Hilfe der Scan-Funktion orten wir benutzbare Gegenstände und Ressourcen. Die Crafting-Funktionen erweisen sich als recht simpel: Mit gesammelten Bauteilen bastelt ihr an der Werkbank Erweiterungen wie Scan-Funktionen oder andere Extras. Charakter-Erweiterungen und Spezial-Aktionen erhaltet ihr über das Erfahrungssystem, mit dem ihr Talentpunkte für Stufenaufstiege sammelt.

In dieser Mission gibt es zwei spannende Schlüsselpunkte, an denen sich die Entscheidungsmöglichkeiten deutlich machen. Im Gefängnistrakt treffen wie einen zurückgelassenen Insassen, der euch auffordert, ihn zu befreien. Drückt ihr den Knopf, löst ihr deren Zelle und schenkt dem Armen so einen Freiflug ins All. An anderer Stelle findet ihr einen Helm des Nova Corps und belauscht so Funksprüche. Antwortet ihr in bester Han-Solo-Manier, taucht wenig später ein Trupp auf. Die Soldaten umgibt ein violetter Glanz und wenig überraschend kommt es zum Kampf, den Drax im Verlauf beinahe allein angeht. Haltet ihr die Klappe, vermeidet ihr den direkten Konflikt und schleicht euch im Nachgang an die Meute an.

Teamwork und das Kampfsystem

Rätsel- und Sprungelemente lockern gemeinsam mit den Dialogoptionen den Action-Alltag merklich auf. Eidos Montreal muss hier und da noch an der Steuerung arbeiten: Doppelsprünge mit dem Jet-Pack fühlen sich noch nicht besonders gut an. Im Fokus stehen aber natürlich die Kämpfe. Jeder „Guardian“ verfügt über vier freischaltbare Spezial-Manöver. Ihr steuert lediglich Star-Lord direkt und aktiviert seine Fertigkeit mit der Kombination aus der L3- und den Aktionstaste. Für die Team-Mitglieder verwendet ihr dagegen die R2-Taste sowie den Aktionstasten.

Die vier „Guardians“ besitzen unterschiedliche Aufgaben im Kampf: Gamora teilt den meisten Schaden aus, Groot kann sogar Mitstreiter heilen. Unsere Lieblingsfähigkeit im Testspiel waren Rockets Anti-Gravitationsgranaten, mit denen ihr Gegner kurzzeitig in der Luft schweben lasst. Die Fähigkeiten koppelt das Spiel an Abklingzeiten und mit der Zeit kombiniert ihr diese Talente miteinander, um maximalen Schaden anzurichten.

Star-Lord selbst schlägt auf kurze Distanz zu, weicht aus oder pariert Attacken sogar in kurzen Reaktionstests. Auf Distanz greift er zum Blaster, den er mit verschiedenen Munitionsarten befüllt. Seine Eiskugeln etwa erwiesen sich als sehr effektiv gegen die mit Schilden bewaffneten Grenadiere. Eingefroren könnt ihr den schwer gepanzerten Burschen problemlos in den Rücken fallen.

Sehr schön: Ihr interagiert immer wieder mit euren „Guardians“ und gebt Kommandos zum Verwenden umstehende Objekte. Drax schleudert so Fässer und Gamora lässt im Hangar aufgehängte Warenladungen auf die Gegner fallen. Stehen die Team-Mitglieder dicht bei einander oder befinden sich in eurer Nähe, könnt ihr per Tastenkommando zu Finishing- und Spezial-Moves ansetzen. Dann nimmt etwa Groot Rocket auf die Schultern und die beiden richten mächtig Chaos an.

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Das dadurch gesammelt Momentum verbratet ihr in „Huddle-Momenten“. Star-Lord ruft dann das Team zusammen und wartet auf eure motivierenden Worte. Als Hinweise für den richtigen Ton dienen kurze Aussagen der „Guardians“, auf die ihr euch beziehen müsst. Im Erfolgsfall „bufft“ ihr kurzzeitig das gesamte Team und könnt so Spezial-Aktionen in Serie abfeuern. Auf jeden Fall belebt ihr mit dem Huddle ausgeknockte Kameraden wieder. Insgesamt überzeugt das Kampfsystem von „Guardians of the Galaxy“. Durch die Masse an Funktionen sind die Schlachten angenehm komplex und spiegelt zugleich durch die Dialoge und den Humor die Lizenz ausgezeichnet wieder.

Einschätzung: gut

„Guardians of the Galaxy“ überrascht uns positiv und die Zeit mit dem Spiel verging wirklich wie im Flug. Auch wenn es nicht viel mehr als ein Team-basiertes Actionspiel ist, zauberte uns „Guardians of the Galaxy“ immer wieder ein Grinsen auf das Gesicht. Und das liegt vor allem an den lieb gewonnenen Charakteren und dem unwiderstehlichen Humor der „Guardians“.

Das Spiel strotzt vor knackigen One-Linern und Situationskomik. Die „Guardians“ halten die Geschichte und auch das Gameplay zusammen. Ihre Charaktere und Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt und machen sehr viel vom Charme des Spiels aus und motivieren mit Sammelobjekten und vielen kleinen Geschichten zum Weiterspielen und Entdecken.

Das Gameplay an sich kann sich ebenfalls sehen lassen und überzeugt mit der Vielzahl an Fertigkeiten und Kombo-Optionen. Auch hier kommen der Humor und die Rückbezüge auf Comics und Filme nicht zu kurz. Wenn „Guardians of the Galaxy“ diese Stärken über das gesamte Abenteuer ausspielen kann, dürfen sich Marvel-Fans auf eine wirklich gute Zeit mit ihren Helden einstellen.

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