TT Games: Crunch und mehr - Entwickler sprechen von "schrecklichen Arbeitsbedingungen"

Wie vor wenigen Tagen bekannt gegeben wurde, wird "LEGO Star Wars: The Skywalker Saga" Anfang April 2022 erscheinen. Passend zu dieser Bekanntgabe meldeten sich zahlreiche Entwickler beziehungsweise Ex-Angestellte von TT Games zu Wort und kritisierten das Studio hinter den LEGO-Spielen für seine "schrecklichen Arbeitsbedingungen".

TT Games: Crunch und mehr – Entwickler sprechen von „schrecklichen Arbeitsbedingungen“

"LEGO Star Wars: The Skywalker Saga" erscheint Anfang April 2022.

In der vergangenen Woche gaben Warner Bros. Interactive und TT Games bekannt, dass „LEGO Star Wars: The Skywalker Saga“ ab dem 5. April 2022 für die Konsolen und den PC erscheinen wird.

Passend dazu veröffentlichte Polygon einen Bericht, in dem rund 30 Entwickler beziehungsweise Ex-Angestellte von TT Games zu Wort kamen und von kräftezehrenden Crunch-Phasen sowie „schrecklichen Arbeitsbedingungen“ sprachen, an denen sich auch in den vergangenen Jahren nichts geändert habe. Bei der Entwicklung von „LEGO Star Wars: The Skywalker Saga“ sei die Crunch-Phase vor allem auf ein internes Missmanagement und eine fragwürdige Entscheidung der Führungsetage zurückzuführen.

Eine neue Engine sorgte für technische Probleme

Um Lizenzgebühren zu sparen, entschlossen sich die Verantwortlichen von TT Games laut den zitierten Entwicklern nämlich dazu, Abstand von der Unreal-Engine zu nehmen und auf eine neue interne Engine mit dem Namen NTT zu setzen. Eine Entscheidung, die von zahlreichen Entwicklern kritisiert wurde. „Alle sagten: ‚Wir haben neue Programmierer, warum verwenden wir diese Technologie nicht?‘. Wir haben diese verrückte Technologie. Unreal erhebt für ihre Sachen niedrigere Lizenzgebühren als je zuvor, und die Leute wissen, wie man die Unreal verwendet. Warum verwenden wir diese Technologie nicht, anstatt etwas zu schaffen, das unfertig ist und in die Produktion gezwungen wird und wirklich schreckliche Endergebnisse liefern wird?“, wird ein ehemaliger Entwickler von TT Games zitiert.

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Als die Entwickler erstmals Hand an die neue NTT-Engine legen konnten, waren sie vor allem von den fehlenden technischen Features enttäuscht, die die Entwicklung von „LEGO Star Wars: The Skywalker Saga“ unnötig verkomplizierten. Als Beispiel wurden Aufgaben wie das Hinzufügen von Animationen genannt, die auf der Unreal-Engine eine Sache von zwei Minuten waren. Auf der NTT-Engine hingegen benötigen die Entwickler nicht selten mehr als zehn Minuten – je nachdem, wie oft die neue Engine während der Arbeiten abstürzte.

Erschwerend kam hinzu, dass der Großteil der Pre-Production-Phase von „LEGO Star Wars: The Skywalker Saga“ auf der Unreal-Engine über die Bühne ging und erst einmal auf die NTT-Engine übertragen werden musste. Vor allem die Umsetzung der Animationen und die Realisierung der Bosskämpfe hätten auf der neuen Engine zu zahlreichen Probleme und damit verbundenen Verzögerungen geführt.

Entwickler berichten von 100-Stunden-Wochen

Dies führt laut den zitierten Entwicklern so weit, dass die Moral der TT Games-Angestellten massiv unter den technischen Problemen der neuen Engine litt. Dies wurde auch Tom Stone, dem seinerzeit verantwortlichen Managing-Director von TT Games, mitgeteilt. „Im Grunde wurde Tom mitgeteilt, dass die Stimmung im Studio nicht so toll war“, führte ein ehemaliger Mitarbeiter aus. „Also brachte Tom die Hälfte des Studios in ein Meeting und die Hälfte des Studios in ein zweites Meeting und teilte die Leute im Wesentlichen in Gruppen auf, damit sie darüber sprechen konnten, was ihnen am Studio gefiel und was nicht. Und am Ende des Tages sehen Sie nur diese riesige Liste schrecklicher Dinge und diese kleine Menge guter Dinge auf der linken Seite. Und er hat dieses Feedback von mehreren Gruppen erhalten.“

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Geändert habe sich jedoch nur wenig. Erschwerend kommt laut dem Bericht von Polygon hinzu, dass Überstunden von den Angestellten erwartet wurden, wenn sich ein Projekt der Fertigstellung näherte. Dies führte in der Vergangenheit mitunter zu 80- bis 100-Stunden-Wochen für die betroffenen Entwickler. „Ein großes Problem war, dass Crunch vorausgesetzt wurde“, so ein Ex-Mitarbeiter von TT Games. „Es war kein Notfallprotokoll für den Fall, dass etwas schief gelaufen ist. Stattdessen war es bei der Produktion ein Tool in the Box.“

Untermauert werden die Angaben der Ex-Entwickler von ehemaligen Angestellten der Qualitätssicherung, die mit einem Blick auf ihre Zeit bei TT Games von den „schrecklichsten Arbeitsbedingungen berichten, die sie je erlebt haben“. Den kompletten Bericht zu diesem Thema und weitere Aussagen ehemaliger TT Games-Angestellter findet ihr bei Polygon.

TT Games und Warner Bros. Interactive waren bisher nicht für eine Stellungnahme zu haben.

Quelle: Polygon

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