Meinung: Die dümmsten Fehler meiner Gamer-Karriere

Aus dem Leben eines Gamers: Welche Fehler bereut unser Autor Olaf Bleich nach über 30 Jahren Video- und Computerspielen. In seiner Kolumne räumt er mit den größten Patzern seiner Spieler-Karriere auf.

Meinung: Die dümmsten Fehler meiner Gamer-Karriere

Meine Karriere als Gamer begann vor über 35 Jahren: Damals an einer alten Philipps-Konsole mit klangvollen Spieletiteln wie „Mampfer“ oder „Pickel-Peter“. Es folgten der Commodore 64, der Amiga 500 und schließlich sehr viele PC-Systeme und Spielkonsolen. 2000 machte ich mein Hobby zum Beruf und verband meine Leidenschaft zum Schreiben mit Video- und Computerspielen.

Seit dieser Zeit berichte ich über Computer- und Videospiele in Form von Tests, Preview, Reports, Kolumnen und allem, was sonst noch dazu gehört. Aber eine derart lange Zeit macht man auch viele Fehler und darüber möchte ich in dieser kleinen Liste hier schreiben.

Cheats und Komplettlösungen

Ich gebe es zu: Ich habe gerade in der frühen Phase meiner Gamer-Karriere sehr viel mit Cheats und Komplettlösungen gearbeitet. „DOOM“ habe ich fast ausschließlich mit Cheat-Codes gespielt und mich so im God-Mode durch die Heerscharen der Unterwelt geballert. Auch Adventure wie „The Secret of Monkey Island“ habe ich nur mit Hilfe von Komplettlösungen beenden können.

Klar, damals war ich noch ein Kind und ich habe trotzdem sehr viele tolle Erinnerungen an diese Spiele. Doch aus heutiger Sicht frage ich mich, ob ich sie nicht noch mehr geschätzt hätte, wenn ich auf derlei Hilfe nicht zurückgegriffen hätte.

Alte Spieler nicht ausreichend gepflegt

Wo wir gerade bei den „guten, alten Zeiten“ sind. Was hatte ich damals für Klassiker im Schrank stehen, die dann beim Auszug bei meinen Eltern auf den Dachboden wanderten und nie ausreichend gepflegt wurden. Die schönen großen Boxen und tonnenweise alte Spielemagazine haben dort zu viel Feuchtigkeit abbekommen und sind alle andere als ansehnlich.

Eine anständige Sammlung kann man damit definitiv nicht mehr starten und ich ärgere mich, dass ich damals selbst die Datenträger eher als Gebrauchsgegenstände behandelt habe und sie so jede Menge Kratzer haben.

Kurzum: Vergangenheits-Olaf, du bist eine schlampige Drecksau. Pass was besser auf deine Sachen auf!

So viele Klassiker verpasst, nicht beendet oder zu spät nachgeholt

Und wo wir gerade beim Thema sind: Es gibt einfach zu viele tolle Spiele. Und gerade im Erwachsenenalter hat man viel zu wenig Zeit, diese alle zu genießen und zu beenden. Job-bedingt bin ich natürlich in der großzügigen Situation, viele Titel durchzuspielen. Trotzdem sind über die Jahre viele Games auf der Strecke geblieben.

Ich gestehe hiermit: Ich habe „The Elder Scrolls V: Skyrim“ lediglich begonnen, aber nie beendet. Ständig kamen andere Titel dazwischen, sodass ich das Vorzeige-Rollenspiel nie zu Ende gezockt habe. Die Liste oder auch der Pile of Shame ist groß – und ich möchte an dieser Stelle erst gar nicht mit Indie-Perlen anfangen.

3D-Beschleunigerkarte statt PlayStation

Es müsste im Jahr 1997 gewesen sein: Schulfreunde berichteten mir von der ersten PlayStation-Generation und schwärmten über Spiele wie „Formel 1“ und vor allem „Resident Evil“. Ich hatte damals 3D-Shooter für mich entdeckt und ließ mich uninformiert für die PlayStation hypen.

Ich wollte gerade dieses „Resident Evil“ unbedingt spielen. Jung, dumm und pubertierend wie ich war, erwartete ich ein Gewaltspektakel im Stile von „Dawn of the Dead“. Aber wir alle wissen: „Resident Evil“ ist Survival-Horror, bei dem auch Grips gefragt ist. Ich kaufte mir eine gebrauchte PlayStation inklusive „Resident Evil“, „Formel 1“ und noch anderen Spielen, an die ich mich nicht mehr erinnere. Doch dann kam die Ernüchterung. Capcoms Grusel-Game entsprach gar nicht meinen natürlich vollkommen falschen Erwartungen. Als langjähriger PC-Spieler kam ich mit der „Panzer-Steuerung“ nicht klar und war erbost. So erbost, dass ich die PlayStation nach nur zwei Wochen wieder verkaufte.

Stattdessen holte ich mir dann eine 3D-Beschleunigerkarte. Die Diamond Monster 3D auf Basis des 3DFX-Voodoo-Chipsatzes war damals ein Augenöffner und leistete mir über Jahre treue Dienste. Diesen Kauf habe ich nie bereut, wohl aber den Fakt dass ich der PlayStation keine zweite Chance gegeben habe. Erst drei Jahre später sollte ich dann vom „PC-Master-Racer“ zum „Konsolero“ konvertieren.

Auf den Hype reingefallen: Duke Nukem Forever

Inzwischen bestelle ich Spiele nicht mehr vor. Aber es gab eine Zeit, da habe ich mich nur allzu gerne von den Versprechen von Publishern und Entwicklern anstecken lassen. Als „Duke Nukem 3D“-Fan der ersten Stunde fieberte ich dem Erscheinen des Nachfolgers „Duke Nukem Forever“ entgegen: 14 Jahre lang! Schließlich wurde das Shooter-Sequel bereits 1997 angekündigt, ehe es dann 2011 erschien.

Ich machte in dieser Zeit viele Geisteszustände durch: Vorfreude, Hoffnung, Resignation und schließlich pure Euphorie. Als Gearbox Software im September 2010 bekannt gab, dass man „Duke Nukem Forever“ zu Ende entwickelt und im kommenden Jahr auf den Markt bringen würde, überkam mich eine Woge der Begeisterung. Die Worte von Gearbox-Boss Randy Pitchford ließen mich hoffen: „Vielleicht wird das Spiel doch noch so gut, wie ich es mir wünsche.“

Nach tagelangem Grübeln dann die Entscheidung: Ich bestellte „Duke Nukem Forever“ vor – in der „Balls of Steel“-Edition. Das Ergebnis: Enttäuschend! Nicht nur, dass die Duke-Büste sehr viel kleiner war als erwartet, auch der übrige Merch-Kram entpuppt sich als billiger Tinnef. Viel schlimmer wog aber die durchschnittliche Qualität des Spiels. „Duke Nukem Forever“ wirkte wie aus der Zeit gefallen und wurde obendrein in der PS3-Version von technischen Unzulänglichkeiten geplagt. Das hatte der Duke nicht verdient.

Konsole kaputt, Spielstände weg!

Wir leben schon seit geraumer Zeit in der komfortablen Situation, dass wir Spielstände sowohl lokal auf der Konsole als auch in der Cloud ablegen können. Geht also beispielsweise die PlayStation 5 kaputt, können wir unseren Spielfortschritt immerhin retten und aus der Cloud wieder herunterladen.

Der Haken an der Sache: Diese Option muss man erst in den Optionen aktivieren. Und genau das vergaß ich 2015 bei meiner PlayStation 4 zu aktivieren. Normalerweise kein Problem, aber in diesem Falle schon. Irgendwann versetzte ich die Konsole in den Ruhezustand und schaltete versehentlich den Strom über die Steckerleiste aus.

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Das Ergebnis: Beim Neustart gab es nicht nur eine Warnung. Die Konsole fuhr gar nicht mehr hoch – Festplattenfehler. Ich musste die Platte putzen, die System-Software neu aufspielen. Besonders ärgerlich: Unter den Spielstände befand sich auch eine 20+ Stunden Session zu „Bloodborne“, für die ich mich über Stunden hoch gegrindet hatte. Hätte ich doch mal drauf geachtet, die Konsole korrekt runterzufahren.

Und jetzt seid ihr dran: Was waren die größten Fehler eurer Gamer-Laufbahn? Schreibt sie in die Kommentare und diskutiert mit der P3-Community darüber.

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