Review

FIFA 23 im Test: Besser als im Vorjahr, aber auch mit Schwächen!

Jetzt auch mit Wertung: Die Redaktion liefert euch den umfangreichen Test zu „FIFA 23“. Punktet EA Sports mit einem rundum verbesserten Kick oder gibt es in der PS5-Version nur Aufgewärmtes aus dem Vorjahr?

play3 Review: FIFA 23 im Test: Besser als im Vorjahr, aber auch mit Schwächen!
8.0

Bereits seit dem 27. September 2022 können Vorbesteller der Ultimate Edition „FIFA 23“ zocken. Heute kam das Spiel ganz offiziell in den Handel. Wer sich auf Social-Media umschaut, weiß: „FIFA“ ist immer ein großes Thema und emotionalisiert die gesamte Community. Wie viel ist anders? Wie ticken die neuen Features? Und wie viel Pay-To-Win ist diesmal dabei?

Genau deshalb haben wir uns für den Test zu „FIFA 23“ auch mehr Zeit gelassen. Anstatt vorschnell eine Review mit Wertung rauszuballern, lieferten wir euch zunächst einen Vorab-Test mit unserem ersten Eindruck zum Spiel.

Inzwischen sind Tage und etliche Matches mehr vergangen und wir können sagen: „FIFA 23“ entpuppt sich im Test auf der PlayStation 5 als guter, aber nicht revolutionärer Serienvertreter.

Schritt nach vorne

In puncto Präsentation und Umsetzung bestätigt sich unser Ersteindruck: Mit dem neuen Ableger macht EA Sports einen Schritt in die richtige Richtung. Dank der eingespielten Videos und der erweiterten Inszenierung zelebriert man das „Erlebnis Fußball“ lebendiger als zuvor. Auch die Akustik legt mit dynamisch auf das Geschehen reagierenden Zuschauern, detaillierterer Darstellung von Stadion, Rasen und Spielern die Messlatte ein Stückchen höher.

An die Perfektion von „NBA 2K23“ kommt man aber noch nicht heran. Insgesamt wirkt „FIFA 23“ kontrastreicher und natürlicher als seine Vorgänger. Wir vermeiden an dieser Stelle den Begriff „realistisch“, da er gerade in Bezug auf das Publikum einen falschen Eindruck vermitteln würde.

Auf dem Platz wiederum bleibt „FIFA 23“ dem Vorjahrestitel überlegen: Das Passspiel funktioniert besser, Dribblings sind handlicher und insgesamt ist der Aufbau homogener. Durch das verbesserte Kollisionsverhalten wird die Raumdeckung stärker belohnt und das Abdrängen gegnerischer Angreifer macht ebenso viel Freude wie die eine oder andere Blutgrätsche.

Dadurch macht es verstärkt Sinn, auch robuste, aber langsamere Defensivkräfte im Mittelfeld als Abräumer zu platzieren. Einziger Haken: Die alte „Mit schnellen Spielern über die Flügel“-Taktik bleibt das probateste Mittel und wird durch die neuen Sprint-Archetypen unterstrichen. Das kann gerade im Online-Modus für Frust sorgen. Auch modifizierte Flanke und Pässe sind teils noch zu effektiv und über die Maßen spektakulär.

Unseren ersten Eindruck, dass Power-Shots stimmig ausbalanciert seien, müssen wir an dieser Stelle ein wenig relativieren. Hier gibt es gerade im Online-Spiel zwei Probleme: Zum einen dauert es sehr lange, bis man diesen Schuss endlich abfeuern kann. Dadurch enden hoffnungsvolle Angriffe ohne Abschluss – das kann frustrieren. Zugleich aber sind sie einmal abgefeuert gerade im Multiplayer-Modus auch eine sehr mächtige Waffe.

Power-Shots decken somit beide Extreme ab, aber so richtig glücklich sind wir mit dem Gesamtergebnis noch nicht. Ganz im Gegensatz übrigens zu den Standardsituationen und Elfmetern, die EA Sports wirklich deutlich handlicher umgesetzt hat. Dazu erweitert man auch die Tutorial-Optionen und Trainings- bzw. Skill-Games. Soll heißen: EA Sports hat auch ein Herz für Einsteiger und schenkt ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit.

Bausteller Karrieremodus

Auch beim längeren Spielen der Trainer-Karriere stellte sich alsbald Ernüchterung ein. Sorry EA Sports, aber allein mit ein paar lizenzierten Coaches allein ist es hier nicht getan. So nett Ted Lasso und der AFC Richmond sind, so sind sie nicht viel mehr als ein optischer Gag ohne wirklichen Einfluss auf das Spielgeschehen.

Die Trainer-Karriere enttäuscht und bietet von Kleinigkeiten wie den erweiterten Verhandlungen abgesehen kaum Mehrwert gegenüber dem Vorgänger. Die Spieltiefe bleibt insgesamt zu seicht und so viel Freude es auch macht, sich mit seinem Lieblingsverein an die Spitze zu kämpfen oder die Nationalmannschaft zu übernehmen, so wenig Neues bietet dieses Option auch.

Besser gefiel uns da die Spielerkarriere. Abseits der Skills könnt ihr nun euren Spieler in Richtung Freigeist, Teamwork oder Disziplin pushen und weiterhin Charakter-Boni aktivieren. Zugegeben, wir hätten uns gewünscht, dass man gerade Aktivitäten und Investments schöner präsentiert. So ist die Spielerkarriere weiterhin sehr menü- und zahlenlastig.

Immerhin streut EA Sports hier nun vermehrt Zwischensequenzen ein, um für ein wenig Abwechslung zu sorgen. Das Solo-Gameplay funktioniert – abseits von kleinen Kameraproblemen – weiterhin gut und gerade für die fortschreitende Progression sind die neuen Level-Optionen sehr zuträglich.

Für alle etwas …

In eine ähnliche Richtung geht auch der zusammengelegte Spielmodus Pro Clubs x Volta. Hier könnt ihr euren Pro (nicht den aus der Spielerkarriere) übergreifend verbessern. Volta bietet launigen Straßenfußball gewürzt mit Skills.

Pro Clubs ist im Random-Online-Modus nur in Ausnahmefällen spielbar, da sich trotz aller vom Spiel vorgegebenen Ziele NIEMAND an Position oder Taktik hält. Das bedeutet: Pro Clubs sieht mit Fremden sehr oft so aus wie das Spiel der örtliche Kindermannschaft – alle auf den Ball. Deshalb empfiehlt es sich hier, mit Freunden zu Werke zu gehen. Erweiterte Belohnungssysteme unterstreichen den neuen Anspruch und geben zusätzliche Motivation. Ein kleiner Schritt nach vorne gegenüber „FIFA 22“.

Dem Damenfußball widmet EA Sports diesmal mehr Aufmerksamkeit. Die Frauen profitieren verstärkt von der Hypermotion-2-Technologie und steuern sich deutlich anders als die Herren. Zudem gibt es diesmal neben National- auch Club-Mannschaften. Außerdem sind sie bei Pro Clubs x Volta vertreten.

Schade allerdings: Trotz dieser Erweiterung spielen die Damen die zweite Geige. Nur zwei Liga-Wettbewerbe gegenüber 30 der Männer sprechen eine eindeutig Sprache. Auch sind die Damen nicht in FIFA Ultimate Team oder der Karriere vertreten. Kurzum: Hier geht eindeutig mehr!

Diskussionsbedarf

FIFA Ultimate Team (kurz: FUT) bleibt sicherlich das größte Streitthema. Der Grund sind natürlich die omnipräsenten Mikrotransaktionen. Die gute Nachricht: FUT bleibt auch ohne Echtgeld-Einsatz spielbar und die Vorteile werden einem hier nicht so stark unter die Nase gerieben wie etwa in „NBA 2K23“.

Trotzdem ist der Pay-To-Win-Charakter und der Zufallsfaktor hier enorm stark und das kostet natürlich Spielspaßpunkte. Lobend zu erwähnen sind hier die Moment-Herausforderungen, mit denen ihr auch abseits des übrigen Gameplay-Loops auch Belohnungen freischalten könnt.

Die übrigen Spielarten sind gewohnt umfangreich, aber eben auch durch Pay-To-Win getrieben. Gerade die „Squad Building Challenges“ sind stark an die Mikrotransaktionen gekoppelt und motivieren zu schnellen Käufen. Wer damit kein Problem hat, wird an Optionen wie „Squad Battles“ oder „Division Rivals“ weiterhin Freude haben.

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Einen dicken Pluspunkt heimst „FIFA 23“ für das neue Chemie-System ein, welches weitaus flexibler ist als sein Vorgängermodell. Alphonso Davies beispielsweise kann so in zwei Bereichen einen Chemie-Boost erhalten: Für sein Herkunftsland, aber auch für die Liga, in der er spielt. Überschneiden sich Werte, ist das natürlich ideal. Zugleich aber sacken auch die Werte nicht in den Keller, sobald ihr keine perfekte Chemie habt. Das System ist in sich vor allem nachvollziehbarer als das des Vorgängers.

8.0

Wertung und Fazit

PRO
  • Verbesserte Präsentation
  • Besseres Handling – unterstützt Offensive als auch Defensive
  • Insgesamt verbesserte Spielbarkeit und Einsteigerfreundlichkeit gegenüber „FIFA 23“
  • Gewohnt großer Umfang
CONTRA
  • FUT bleibt Pay-To-Win
  • Damen-Teams spielen weiter die zweite Geige
  • Balancing-Probleme
  • Trainerkarriere enttäuschend

FIFA 23 im Test: Besser als im Vorjahr, aber auch mit Schwächen!

Ein bisschen Zeitspiel und ein wenig souveräne Titelverteidigung: „FIFA 23“ ist seinem Vorgänger in vielen Belangen überlegen, aber keine Fußball-Revolution. Trotzdem sind gerade die in Verbindung mit der Hypermotion-2-Technologie stehenden Anpassungen mehr als willkommen.

„FIFA 23“ spielt sich schlicht besser, direkt und nachvollziehbarer als sein Vorgänger. Obendrein sieht es auf der PlayStation 5 auch noch einen Tick besser aus, sodass wir im Großen und Ganzen mit einem guten Gefühl in die finale „FIFA“-Saison starten.

Zugleich bleiben aber auch etliche, teils bekannte Kritikpunkte: FUT ist und bleibt eine Mikrotransaktionshölle, die in einigen Bereichen stärker denn je auf Ingame-Käufe drängt. Die Trainerkarriere ist schlicht eine Enttäuschung und bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Und die Implementierung der Damen-Teams ist diesmal zwar besser gelungen, aber fernab davon, dass sie eine wirklich attraktive Option neben dem dominanten Männerfußball wäre.

EA Sports hat für den Neustart unter eigener Flagge im kommenden Jahr auf jeden Fall noch einiges zu tun. Bis dahin ist „FIFA 23“ zweifellos ein guter, aber kein überragender Serienvertreter.

Hotlist

Kommentare

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