Diablo 4 angespielt: Wie tickt Blizzards Open-World-„Diablo“?

Wie viel MMO steckt eigentlich in „Diablo 4“: Wir konnten Blizzards kommendes Action-RPG über zehn Stunden antesten. Wir verraten: DAS erwartet euch im langerwarteten neuen Teil.

Diablo 4 angespielt: Wie tickt Blizzards Open-World-„Diablo“?

„Diablo“ gehört zu den bekanntesten Marken aus dem Hause Blizzard und ist bereits seit 1996 ein waschechter Action-RPG-Dauerbrenner. Zuletzt präsentierte man beispielsweise mit „Diablo Immortal“ den aufgrund seiner Pay-To-Win-Mechaniken umstrittenen Mobile-Ableger und mit „Diablo 2: Resurrected“ die Neuauflage des zweiten Teils. Seit dem Erscheinen von „Diablo 3“ allerdings sind inzwischen zehn Jahre vergangen. Es wird Zeit für den vierten Teil.

In dem 2023 erscheinenden Action-Rollenspiel verschlägt es euch erneut in die finstere Fantasy-Welt Sanctuary. In diese kehrt Lilith, ihres Zeichens Mephisto-Sprössling und Tochter des Hasses, zurück und sorgt unter den Bewohnern für Angst und Schrecken. Damit die Dunkelheit nicht gewinnt, müssen nun die Kräfte des Lichts zu den Waffen greifen.

Mit „Diablo 4“ möchte Blizzard laut Executive Producer Rod Fergusson das bewährte „Diablo“-Gameplay zusammen mit der düsteren Atmosphäre früherer Teile und den aktuellen technischen Möglichkeiten zusammenbringen. Wie das aussieht, können wir nach über 10 Stunden mit der Preview-Version der PS5-Version bereits ganz gut einschätzen.

Erste Schritte in Sanctuary

Das Spiel beginnt klassisch mit der Charakterauswahl: In der Demo standen Barbar, Zauberin und Dieb zur Auswahl. Im fertigen Spiel stoßen noch Druide und Necromancer hinzu. Wir entscheiden uns für die Zauberin und landen daraufhin im Charakterbaukasten. Ähnlich wie in Bethesda-Games basteln wir uns hier unseren Protagonisten zurecht.

Der Detailgrad ist dabei ausgezeichnet. In den Story-Missionen zeigt das Spiel unseren Avatar auch immer wieder in der Nahaufnahme, sodass hier eine echte Bindung entstehen soll. Über die Geschichte selbst verraten wir an dieser Stelle noch nichts. Fest steht aber: „Diablo 4“ folgt einem nicht-linearen Ansatz. Ihr müsst also nicht stoisch einen Akt nach dem anderen angehen, sondern könnt auch zwischen den Kapiteln wechseln.

Spielerisch bleibt Blizzard der Serie zumindest auf den ersten Blick treu. Mit unserer Zauberin verschießen wir zunächst Feuerbälle und später Blitze, ehe wir zu schildbrechende Eisspitzen umsatteln. Das Schöne: Im Gegensatz zu früheren „Diablo“-Teilen haben wir als Zauberin nicht das Gefühl, dass wir zu Beginn unterlevelt wären und deshalb im Rückwärtsgang kämpfen müssten. Hier aber können wir durchaus offensiv vorgehen, das Mana für leichte Angriffe reicht unendlich. Erst für spätere, stärkere Zauber verbrauchen wir mehr von der blauen Tinktur.

Freigeschaltete Fähigkeiten verteilen wir über die Aktionstasten und mit der Zeit entwickelt sich so ein stattliches Arsenal an Elementarzaubern. Sehr schön: „Verskillen“ ist nicht möglich. Gegen Aufpreis können wir verteilte Fähigkeitenpunkte zurücknehmen und neu verteilen.

So tickt die Open-World von Diablo 4

Mit „Diablo 4“ betritt Blizzard in vielerlei Hinsicht Neuland. Die Rollenspielserie hatte schon immer einen engen Online-Bezug und stellte den Multiplayer stark in den Mittelpunkt. Diesmal aber untermauert man diesen Anspruch: „Diablo 4“ ist nicht nur crossplay, sondern bietet auch eine geteilte und gleichermaßen offene Oberwelt.

Fans mögen jetzt die Augenbrauen hochziehen, schließlich zeichneten sich doch gerade die frühen „Diablo“-Teile durch ein Gefühl der Einsamkeit aus. Keine Sorge, die Weiten von Sanctuary werden nicht zur Fußgängerzone.

Wie das funktioniert? Das Programm regelt automatisch die Anzahl der Teilnehmer. Während also Städte als Treffpunkte dienen und entsprechend belebt sind, lässt man in die offene Welt deutlich weniger Abenteurer hinein. In den Demo-Runden sind wir hier nicht ein Mal auf andere Teilnehmer gestoßen.

Aber natürlich gibt es für die Regel auch Ausnahmen, in denen ihr immer wieder auf Unterstützung trefft und diese vielleicht sogar braucht: In der Demo etwa meistern wir gleich mehrere dynamisch auftauchende Events und befreien etwa Gefangene aus einem Kloster oder schützen eine verlorene Seele vor weiteren Angriffen. In diese Events können andere Teilnehmer mit einsteigen. Auch das Besiegen von „World-Bosses“ ist alleine laut den Entwicklern kaum möglich.

Sanctuary entdecken

Die offene Oberwelt besitzt eine Reihe von Nebenaktivitäten, die ihr angehen könnt. Beispielsweise dürft ihr über 150 Dungeons unterschiedlichster Größe erforschen. In den Proberunden erkundeten wir kleine Keller, aber auch gewaltige Verliese mit mehreren Etagen. Darüber hinaus erobert ihr Festungen und zerstört dabei Bildnisse von Lilith, aber nehmt es auch mit fiesen Zwischenbossen auf. Und dann wären da noch die Side-Quests, mit denen ihr teils sogar neue Talente und Fertigkeiten wie etwa das Reiten (ab Stufe 15) und die Mastery-Fertigkeiten eurer Klassen aktiviert.

In der Hands-On fällt die offene Spielwelt durch die Bank positiv auf. Das liegt auch an der Inszenierung: „Diablo 4“ ist herrlich düster und mitunter sogar brutal blutig. Bereits die Intro-Sequenz rund um die Auferstehung Liliths gibt hier den Ton vor. In den Dungeons kamen bei uns Erinnerungen an H.P. Lovecrafts „Cthulu“-Mythos und die frühen „Alien“-Teile auf. Zugleich aber wartet das Spiel auch mit wechselnden Szenarien auf und entführt euch zwischendurch auch mal in Schnee bedeckte Berge.

Das Spiel belohnt übrigens euren Entdeckergeist und eure Taten. Mit dem „Renown“-System schaltet ihr zusätzliche Belohnungen und Fähigkeitenpunkte frei, müsst dafür aber kleinere Aufgaben wie etwa das Finden von Festungen oder Dungeons erfüllen.

Ein Blick auf das Charaktersystem

Abseits der gewohnt flotten Kämpfe mit kleinen und großen Höllenkreaturen bezieht auch „Diablo 4“ seinen Reiz natürlich aus dem stetigen Aufbau und Verbessern des eigenen Spielcharakters. Blizzard ist diesmal ein wenig freigiebiger: Bereits früh im Spiel entdecken wir legendäre Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Diese werden nun aber nicht zur Wegwerfware, sondern erfüllen weiterhin ihren Zweck.

Beispielsweise könnt ihr nun Fähigkeiten legendärer Objekte auf andere Gegenstände übertragen und dadurch rare in legendäre Items umwandeln sowie ihre Haltbarkeit nachhaltig verlängern. Darüber hinaus könnt ihr so natürlich auch euren Look besser anpassen und seht nicht ständig anders aus. Gerade im Multiplayer-Endgame ist das ja für viele entscheidend.

„Diablo 4“ besitzt 100 Charakterstufen, ab Level 50 greift das Paragon-System für Endgame-Upgrades. Dieses war noch nicht spielbar. Wichtig: Skill-Punkte aus dem „Renown“-System zählen ebenso wenig in das Limit hinein wie jene, die etwa auch durch seltene Waffen oder Rüstungsobjekte hinzu kommen. Das „Über-Leveln“ gehört also zu „Diablo 4“ ebenfalls dazu.

Mit unserer Level-20-Zauberin allerdings konnten wir uns schon einmal einen Überblick über ihre Fertigkeiten verschaffen. Auffällig: Ihr schaltet einzeln Skill-Knoten mit mehreren aktiven Fertigkeiten mit der Anzahl eurer Gesamtpunkte frei. Ob ihr aus den einzelnen Knoten nun Talente annehmt oder nicht, ist dabei Nebensache.


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Sehr schön: Ob ihr (wie wir) eure Talente breit verteilt oder euch etwa in Richtung Pyromancer spezialisiert, bleibt euch ebenfalls überlassen. Auch entscheiden wir, ob wir in aktive Fähigkeiten oder passive Perks investieren.

Apropos: Die Entwickler betonten auch während der Präsentation noch einmal, dass man zwar einen Ingame-Shop integrieren würde. Allerdings gäbe es hier ausschließlich Cosmetics, die keinen Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen würden.

Einschätzung: sehr gut

Wir wagen die Prognose: Mit „Diablo 4“ kommt 2023 Großes auf uns zu. Der Wechsel in eine offene Spielwelt und die Hinzunahme von dynamischen Ereignissen und Spieler-Begegnungen hat der „Diablo“-Formel nicht geschadet. Ganz im Gegenteil, das Spiel fühlt sich frisch an und wartet im Verlauf unserer Demo mit etlichen Überraschungen und in Sachen Charakter- und Inventar-Management mit jeder Menge Tiefgang auf.

Auch hier stehen die neuen Freiheiten der bewährten Rezeptur ausgezeichnet zu Gesicht. Wie gut ausbalanciert das Charaktersystem ist und wie motivierend das Spiel auf lange Sicht sein wird, muss sich natürlich noch zeigen. Auch sind wir auf die bereits angekündigte PvP-Arena gespannt.

So viele Fragezeichen noch hinter „Diablo 4“ stehen, so sehr gibt die aktuelle Demo-Runde auch eine gewisse Sicherheit: Das Spiel ist nach seiner langen Reise auf einem sehr guten Weg und wir buchen schon jetzt einmal ein Ticket nach Sanctuary.

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