Marvel’s Avengers angespielt: So spielt sich das neue Superhelden-Abenteuer

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Das erste Level von Square Enix' Superhelden-Epos komplett gespielt: Wie gut ist das Kampfsystem und was erwartet euch im Single- und Multiplayer-Modus von „Marvel's Avengers“.

Was einstmals Groschenromane für eine eingefleischte Zielgruppe waren, ist inzwischen längst im Mainstream angekommen: Marvels Superhelden sorgen für lange Schlangen vor den Kinosälen und volle Kassen im Hause Disney. „Avengers: Endgame“ löste erst vor Kurzem „Avatar“ als erfolgreichsten Film aller Zeiten ab. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Streit um die „Spider-Man“-Lizenz zwischen Sony und Disney eskalierte.

Mit „Marvel’s Avengers“ erzählen Entwickler Crystal Dynamics und Publisher Square Enix eine eigene Geschichte mit den bekannten Superhelden Iron-Man, Hulk, Thor, Black Widow und Captain America. Auf der Gamescom präsentierte man neue Informationen zu dem am 15. Mai 2020 erscheinenden Actionspiel und erstmals durften auch wir „Marvel’s Avengers“ ausprobieren.

Fünf gewinnt!

„Marvel’s Avengers“ beginnt mit einer Rückblende. San Francisco feiert den so genannten A-Day zu Ehren der Avengers. Iron-Man, Thor, Bruce Banner, Black Widow und natürlich Captain America finden sich zu der Ehrung ein, doch müssen mit ansehen, wie die Golden Gate Bridge einem Terroranschlag zum Opfer fällt. Der Taskmaster und seine Schergen greifen die Stadt an und missbrauchen den A-Day als ihre Bühne.

In dem darauf folgenden Tutorial lernen wir die fünf Helden persönlich kennen – mit all ihren Eigenheiten. In seinem Kern erinnern die Kämpfe an „Batman: Arkham Asylum“ oder andere Third-Person-Actionspiele: Wir schlagen zu, weichen aus und sammeln Energie für die nächste Super-Attacke. Praktischerweise verpasst Crystal Dynamics aber jedem Helden seinen eigenen Anstrich: Mit Thor beispielsweise schleudern wir den Hammer Mjölnir und „nageln“ damit sogar Feinde an Objekte.

Captain America wirft seinen Schild und fertigt mit ihm sogar mehrere Gegner auf einmal ab. Black Widow setzt auf Faustkampf und Pistolen, Iron-Man kann – ähnlich wie in „Anthem“ – fliegen und schweben. Die meiste Freude bereitet zweifellos Hulk. Mit dem grünen Monstrum reißen wir die Straße auf, schleudern Soldaten durch die Luft oder hangeln uns an Wänden entlang.

Treffer fühlen sich angenehm wuchtig an und werden durch ein saftiges „Wumms“ untermalt. Allerdings gibt es auch Baustellen: Gerade die „Leichtgewichte“ Captain America und Black Widow bewegen sich für unseren Geschmack nicht schnell genug. Ihr Gameplay unterscheidet sich nicht ausreichend von dem der „Heavy Hitter“. Insgesamt wirken die Kämpfe noch etwas zu statisch und gelegentlich zu undynamisch.

Helden und Schlachtfelder

Das Tutorial endet schließlich mit einem Boss-Kampf zwischen Black Widow und dem Taskmaster. Dieser erinnert mit allerlei Quick-Time-Events stark an die „Uncharted“-Reihe und kann sich in Puncto Präsentation absolut sehen lassen. Jeder Held besitzt eine Spezial-Aktion: Captain America feuert seinen Schild auf mehrere Angreifer, Thor entsendet einen Kugelblitz aus dem Sprung heraus und Black Widow macht sich unsichtbar. Auch hier greift „Marvel’s Avengers“ die Bildgewalt der Filme ordentlich auf.

Superhelden-Action zum Selberbauen!

Im Anschluss an diese erste Mission macht das Spiel einen Zeitsprung. In Folge des Anschlags und der Verwüstung San Franciscos müssen sich die Avengers auflösen. Die Geheimorganisation AIM errichtet eine Technik-Dystopie und unsere Aufgabe besteht in der Kampagne vor allem darin, das zerstrittene Team wiederaufzubauen. Als Zentrale dient dabei ein ausrangierter Helicarrier mitsamt Weltkarte. Denn „Marvel’s Avengers“ führt euch quer über den Globus.

Crystal Dynamics unterteilt die Einsätze in Helden-Missionen und „War Zones“. Helden-Missionen sind ausschließlich Singleplayer-Einsätze und speziell für einen vorgegebenen Superhelden designt. Sie treiben also die Story voran! Bei „War Zones“ dagegen wählt ihr euren Helden beliebig aus und könnt auch im Vier-Spieler-Koop zu Werke gehen. Ganz wichtig: Im Multiplayer taucht weiterhin nur ein Hulk, ein Captain America und ein Iron-Man auf. Crystal Dynamics beschränkt also in diesem Fall die Charakterauswahl, damit nicht vier Hulks auf einmal für Chaos sorgen.

Super ist nicht gut genug!

Seine Motivation bezieht „Marvel’s Avengers“ abseits der Story durch ein Charaktersystem und die reichlich vorhandenen Individualisierungsoptionen. Crystal Dynamics greift zu diesem Zweck auf Outfits und Kostüme aus 80 Jahren Marvel-Comics zurück. In der Präsentation zeigte man beispielsweise Thors Kriegsrüstung sowie Hulk im Joe-Fixit-Anzug. Allerdings handelt es sich bei diesen Outfits lediglich um kosmetische Objekte, sie beeinflussen nicht das Gameplay.

Ganz anders natürlich die klassische Ausrüstung. Ihr erhaltet also für erledigte Missionen und Aufgaben neue Rüstungsteile. Wie in einem Rollenspiel bestimmt die Seltenheit deren Wert und Stärke: Je rarer, desto besser. Hochklassige Objekte besitzen Perk-Slots und so könnt ihr eure Helden im Verlauf in verschiedenen Kategorien aufleveln und mit zusätzlichen Aktionen bestücken.

Mehr: Marvel’s Avengers – Die technische Seite wird bis zum Launch kräftig aufpoliert, versprechen die Entwickler

Dadurch unterstreicht ihr auch die Spielweise eurer Helden. Setzt ihr beispielsweise bei Iron-Man auf Funktionen aus dem Repulsor-Bereich, funktioniert ihr den Eisernen kurzerhand zum Distanzkämpfer um. Investiert ihr dagegen in Melee-Aktionen, stärkt ihr den Nahkampf. Im Verlauf könnt ihr zwischen diesen Archetypen wechseln und so euren Spielstil an die aktuelle Situation anpassen.

Das Optimieren und Individualisieren der Figuren macht also die Motivation aus. Über die Koop-Funktionlität verrieten die Entwickler bislang nur wenig. Fest steht: „Marvel’s Avengers“ ist ein Langzeitprojekt und erhält in Zukunft neue Welten und Charaktere – kostenlos!

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Einschätzung: gut

Comic-Fans fiebern dem Erscheinen von „Marvel's Avengers“ entgegen, stellen aber zugleich hohe Ansprüche. Bereits beim Erscheinen des ersten Trailers mehrten sich die Unkenruf aufgrund der recht generischen Gesichter der Superhelden.

Nach der Hands-On geben wir teilweise Entwarnung: „Marvel's Avengers“ besitzt zweifellos massig Potenzial – nicht zuletzt aufgrund der Koop-Mechanik und den später erscheinenden Inhalte. Wir sind vor allem gespannt auf die „Helden-Missionen“, die Geschichte und natürlich auch auf das Zusammenspiel aus Charakteroptionen und Kampfsystem.

Bei der spielbaren, ersten Mission fehlte uns – trotz Superhelden-Feeling – noch ein wenig die Vielfältigkeit im Kampfdesign. Wir sind jedenfalls neugierig, was Crystal Dynamics 2020 mit „Marvel's Avengers“ auf die Beine stellt.

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