ANGESPIELT: Gran Turismo 6 – Besser als der fünfte Teil?

Endlich angespielt! Noch auf der gamescom erhoffte ich mir eine erste Hands-On von „Gran Turismo 6“. Doch stattdessen flog Sony „GT“-Chefdesigner Kazunori Yamauchi ein und ließ den guten Mann über weite Strecken lediglich Autonamen vorlesen. Schließlich steht Teil 6 unter dem Titel „Vision Gran Turismo“. Das heißt, diverse Designer und Automarken haben ihre Vision eines Boliden in „Gran Turismo“ umgesetzt.

Bei der letzten Probefahrt vor dem Release am 06. Dezember 2013 war von diesen Prototypen noch nichts zu sehen. Stattdessen aber warf ich einen Blick auf die Karriere und konnte „Gran Turismo 6“ eine Stunde ausgiebig antesten.

Einführungsrunden
Der Einstieg erfolgt in „Gran Turismo 6“ langsam. Genauer gesagt in einem Honda Fit RS’10. Diese Mühle bringt gerade mal 122 PS auf die Straßen. Eine Leistung, die man sonst in Rennspielen eher seltener unter dem virtuellen Hintern spürt. Entsprechend gemächlich geht es auch beim Sunday Cup auf dem High Speed Ring zu.

Gemütlich tuckere ich mit 180 km\h über die Gerade, nehme Kurven mit 100 Sachen oder sogar noch weniger. Allerdings bekomme ich ein erstes Gespür für den Wagen. Gehe ich eine Kurve allzu scharf an, drehen die Reifen kräftig durch und quietschen laut auf. Aufgrund des langsamen Tempos und des zahmen Kurses gerät der Wagen aber nicht ins Schleudern, sondern liegt dick und breit auf der Straße. Meine sieben Konkurrenten ziehen ebenfalls brav ihre Runden, bleiben dabei aber meist stoisch auf der Ideallinie. Aggressives Vorgehen ist in diesem Rennen noch nicht erkennbar.

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Viel Inhalt, aber kein Schadensmodell
Im Anschluss an das Rennen folgt die Auswertung. In der Karriere bekommt ihr für jedes Rennen Credits, das ist die virtuelle Währung in „Gran Turismo 6“. Mit ihnen schaltet ihr Extras wie neue Wagen, Lackierungen oder auch Tuning-Teile frei. Die Tuning-Optionen sind seit jeher eine große Stärke der „GT“-Serie und auch diesmal kann ich an Bereichen wie der Aufhängung, den Stoßdämpfern, der Übersetzung und den Reifen noch einige Sekunden rausholen und selbst aus dem Honda noch einige Pferdestärken mehr rauskitzeln. „Gran Turismo 6“ setzt auch hier auf Authentizität: Natürlich handelt es sich um Original-Tuning-Teile und nicht etwa um fiktive Bausätze.

Außerdem erhalte ich im Anschluss an das erste Rennen auch Sterne, mit denen ich wiederum neue Lizenzen freischalte. Bedeutet: Innerhalb einer Rennserie muss ich eine bestimmte Anzahl an Sternen erfahren, ehe ich in die nächst höhere aufsteigen kann. Bevor ich allerdings in eine höhere Klasse aufsteige, brauche ich natürlich auch ein wenig Kleingeld, denn für den Erfolg benötige ich auch ein neues Auto.

Der Fuhrpark von „Gran Turismo 6“ ist erneut riesig groß. Er umfasst rund 1.200 lizenzierte Autos und reicht vom Wald-und-Wiesen-BMW bis hin zu exotischen Automarken, die ich noch nie zuvor gehört habe. Wie etwa den niederländischen Spyker C8. Erneut gibt es aber bei „Gran Turismo“ eine Zweiklassengesellschaft. 500 Premiumkarossen bekommen die maximale Aufmerksamkeit inkl. originalgetreuer Cockpits spendiert, der Rest muss mit weniger detailliertem Interieur auskommen. Auch ein Schadensmodell gibt es in „Gran Turismo 6“ nicht.

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Seifige Straßen
Diese Einschränkungen sind zwar enttäuschend, ändern aber nichts daran, dass sich „Gran Turismo 6“ auf der Straße ganz ausgezeichnet spielt. Die insgesamt 33 Kurse sind in viele verschiedenen Varianten – etwa rückwärts oder nur in Ausschnitten – verfügbar, sodass es dennoch reichlich Abwechslung geben soll.

Zudem kann ich im Arcade-Modus die Uhrzeit und die Wettervoraussetzungen verändern. Schalte ich beispielsweise die Wetterbeständigkeit auf 100 und den Zeitraffer auf Maximum, kann es passieren, dass binnen drei Runden das Wetter gleich mehrfach umschlägt und es plötzlich Nacht wird. Die Wagen fahren sich bei Nässe und Dunkelheit massiv anders als bei idealen Tagesbedingungen.

Als ich beispielsweise in Willow Springs mit meinem Scirocco GT 24 auf regennasser Fahrbahn eine der fiesen Links-Rechts-Kombinationen zu forsch angehe, drehen zuerst die Reifen durch und anschließend lande ich im Gras. So muss ich mit der Zeit erst einmal ein Gefühl für Wagen und Strecke entwickeln, um nicht ständig aus den Kurven zu fliegen. Das Fahrzeugmodell ist anspruchsvoll und bestraft kleine Fehler. Jeder Wagen fährt sich anders, jedes Rennen ist in sich eine kleine Herausforderung. Wer hier nicht am richtigen Punkt bremst und beschleunigt, verschenkt kostbare Sekunden. Schön auch: Holpere ich in den Kurven über die Curbs, beginnt das Gamepad bzw. das Lenkrad kräftig zu ruckeln.

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Täglich grüßt das Matterhorn
Wie anders sich die Fahrzeuge fahren, stelle ich spätestens bei meiner Tour über das Matterhorn fest. Hier werden mir im Arcade-Modus gleich zwanzig Wagen vorgeschlagen. Und ich (Depp) entscheide mich für einen Audi Quattro S1 Pikes Peak’87. Ein wirklich giftiger Rallye-Wagen, der eigentlich nur bedingt für die engen Serpentinen dieses Kurses geeignet ist. Trotzdem zeigt „Gran Turismo 6“ hier eindrucksvoll, wie schön und schnell es gleichzeitig laufen kann.

Das Spiel läuft auch mit gleich neun anderen Fahrzeugen auf der Strecke absolut flüssig und besonders die blank polierten Modelle können sich absolut sehen lassen. Immerhin erscheint „Gran Turismo 6“ exklusiv auf der Playstation 3 und es soll – laut Sony – keine PS4-Version in Planung sein.

Das Matterhorn jedenfalls entpuppt sich als sehr anspruchsvoller Kurs mit vielen scharfen Kurven und diversen Höhenunterschieden. Da schnauft die Kupplung und mein Quattro schreit jedes mal von Neuem auf, wenn ich wieder mit Vollgas aus den Kurven heraus beschleunige. Akustisch und optisch kann sich „Gran Turismo 6“ jedenfalls absolut vorzeigen lassen.

System: PlayStation 3
Vertrieb: Sony
Entwickler: Polyphony Digital
Releasedatum: 06. Dezember 2013
USK: ohne Altersbeschränkung
Offizielle Homepage: http://www.gran-turismo.com/

Einschätzung: gut

„Gran Turismo 6“ macht in der Hands-On eine weitaus besseren Eindruck, als noch auf der diesjährigen gamescom. Natürlich stört mich weiterhin, dass es kein Schadensmodell gibt. Aber daran lässt sich nichts mehr ändern. Als Rennspiel selbst gefällt mir „Gran Turismo 6“ ausgesprochen gut. Das Spiel läuft superflüssig und schnelle Flitzer erzeugen gerade aus der Cockpit- und der Stoßstangenperspektive ein starkes Geschwindigkeitsgefühl.

Vor allem die Fahrphysik hat es mir allerdings angetan. Denn wirklich jeder Wagen fühlt sich deutlich anders an und wenn dann auch noch das Wetter verrückt spielt, wird „Gran Turismo 6“ zu einer wirklich anspruchsvollen Rennsimulation. Puristen werden sich hier wie im siebten Himmel fühlen. Allerdings wirkt gerade die Aufmachung von „Gran Turismo 6“ - also die Menüs und auch die Karrierescreens – bislang noch sehr nackt und nüchtern. Andere aktuelle Racer – allen voran Spiele wie „Forza“ - zeigen, dass auch Rennsimulationen nicht nur eine einzige Ansammlung aus Daten, Zahlen und Symbolen sein müssen.

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