Der Herr der Ringe Gollum in der Vorschau: Das steckt hinter dem Mittelerde-Stealth-Game

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Daedalic präsentiert sein bislang größtes Projekt: Bei dem Digital Day zeigen die Hamburger den Action-Schleicher „Der Herr der Ringe: Gollum“. Wieso das Abenteuer vor Atmosphäre strotzt und interessante Gameplay-Ideen besitzt, erfahrt ihr in der Preview.

Der Herr der Ringe Gollum in der Vorschau: Das steckt hinter dem Mittelerde-Stealth-Game
In "Der Herr der Ringe Gollum" geht es recht düster zur Sache.

Eigentlich kennt man ja den Hamburger Entwickler und Publisher Daedalic Entertainment für klassische Adventures wie „Edna bricht aus“ und die „Deponia“-Reihe oder zuletzt auch für Strategie wie in „Shadow Tactics“. Doch als das Unternehmen 2019 die Lizenz für „Der Herr der Ringe: Gollum“ ankündigte, war das eine kleine Sensation. Inzwischen arbeiten über 80 Menschen an dem Action-Stealth-Abenteuer, das 2022 für die Playstation 4/5 erscheint. Wir konnten im Rahmen des Daedalic Digital Days einen längeren Blick auf „Der Herr der Ring: Gollum“ werfen und erklären, was das Spiel auszeichnet!

Flucht aus Barad-Dûr

In der präsentierten Gameplay-Demo entkam Gollum aus seine Gefängnis in Mordor, wo in Sauron und seine Helfer eingesperrt hatten. Das Spiel erzählt also die Geschichte, wie der künftige Ringträger aus den Katakomben von Barad-Dûr flüchtet und so seine Freiheit nach jahrzehntelanger Versklavung zurückerlangt.

Daedalic folgt beim Leveldesign der in J.R.R. Tolkiens Romanen vorgegebenen Architektur und Umgebungsästhetik. Wenig verwunderlich finden wir uns zu Beginn der Demo daher auch in dunklen Gewölben wieder, in denen Hochöfen schummriges Licht verströmen und schroffe Felsformationen in die Höhe ragen. Glyphen, Ornamente und Muster zieren die gewaltigen Maschinen. Durch die schiere Größe der Areale ergibt sich ein dreidimensionales Gameplay, in dem ihre für Gollum immer wieder Verstecke und Schlupflöcher finden müsst.

Denn eins sollte ja bereits aus den „Herr der Ringe“-Filmen klar sein: Gollum ist kein Kämpfer. Seine Sinne und auch seine Kletter-Fertigkeiten wurden zwar über die Jahrhunderte geschult, aber in körperlichen Auseinandersetzungen mit Orks, Riesenspinnen und anderen Kreaturen der Dunkelheit ist er gnadenlos unterlegen. Deshalb entschied sich das Team von Daedalic auch dazu, das Spiel in ein Action-Stealth-Abenteuer zu verwandeln.

Action-Schleicher im „Herr der Ringe“-Universum

Gollum zeigt sich in der Gameplay-Demo als agiler Kletterer und beherrscht laut den Entwicklern auch fortgeschrittene Manöver wie Wall-Jumps und andere Aktionen. Das Spiel soll in seiner Dynamik bisweilen an „Prince of Persia: Sands of Time“ erinnern, allerdings den Fokus stärker auf den Stealth-Aspekt legen. Für die Orientierung innerhalb der Areale gibt es Karten, die ihr allerdings erst einmal finden müsst – sofern es für die Bereiche überhaupt welche gibt. Gollum kann nicht überall frei hochklettern, stattdessen weisen ihm in den ersten zwei Schwierigkeitsstufen weiße Spuren und Zeichnungen auf benutzbare Wege hin.

Im Schatten, auf höheren Ebenen, unter Karren oder eben anderweitig versteckt bahnt sich Gollum seinen Weg durch die Areale. Viele Gebiete sind so etwas wie gewaltige 3D-Puzzles, bei denen wir erst die Vorgaben verstehen und später dann den Ausgang finden müssen. Gewalt ist in diesem Spiel keine Lösung, aber zumindest gegen einzelne Wachen eine Alternative. Und so beobachten wir, wie sich Gollum aus der Finsternis heraus an einen Ork anschleicht und ihn anschließend hinterrücks attackiert. Das Problem: Derartige Angriffe kosten viel Zeit und machen obendrein auch noch Lärm. Ihr müsst euch also rückversichern, ob nicht andere Soldaten in der Nähe sind und so auf das Geschehen aufmerksam werden.

Die Wachen wiederum kommunizieren miteinander. Bemerkt eine etwas Auffälliges, teilt sie das den Kollegen mit. Wie fortgeschritten das Gegnerverhalten wirklich sein wird, ist aber noch nicht klar. Wichtig ist vor allem die Nachvollziehbarkeit von deren Aktionen, damit ihr entsprechend eure nächsten Schritte planen könnt. Das Spiel bietet mehrere Schwierigkeitsgrade. Auf niedrigster Stufe sind Gegner unaufmerksamer und machen nur kurz Jagd auf Gollum. Klänge und Geräusche spielen eine gewaltige Rolle im Spiel: Jede Aktion erzeugt einen gewissen Lärm. Entsprechend reichen die Reaktionen der Wachen auch von neugierig über verwirrt bis hin zu aggressiv und alarmiert.

Guter Smeagol, böser Gollum

Die Entwickler stellen zudem Gollums gespaltene Persönlichkeit in den Mittelpunkt und bauen diese in das Gameplay an. An Schlüsselstellen müsst ihr Entscheidungen treffen, die (grob formuliert) dem guten Smeagol und dem bösen Gollum entsprechen. In der Demo etwa marschiert ein Wachmann unter der Kreatur vorbei und Momente später erscheinen die Optionen wie „Lauf weg“ oder „Ork angreifen“ auf dem Bildschirm. Diese Entscheidungen bringen auch Konsequenzen mit sich und Beeinflussen sogar euer Verhältnis zu anderen Figuren.

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Wer möchte, kann natürlich immer als der gute Smeagol spielen. Allerdings bringt das in bestimmten Situationen auch Nachteile mit sich. Ihr müsst also abwägen, welche Persönlichkeit ihr wann einsetzt. Wie die Zusammenarbeit mit anderen Figuren funktionieren kann, sehen wir zum Ende der Demo als Gollum auf den Mitgefangenen Grashneg trifft. Gollum führt den Hünen mit Hilfe seiner Dunkelsicht durch finstere Gänge, während Grashneg ihn später auf Objekte hebt oder Hindernisse aus dem Weg räumt.

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Einschätzung: gut

Eine Einschätzung zu „Der Herr der Ringe: Gollum“ fällt zum aktuellen Zeitpunkt noch schwer. Schließlich bekamen wir von Daedalic lediglich eine Gameplay-Demo präsentiert und durften nicht selbst Hand anlegen. Die vorgestellte Version war zudem bereits mehrere Monate alt, sodass das frühe Material nur bedingt repräsentativ sein dürfte.

Doch was wir aus dieser frühen Demo mitnehmen, ist der Ersteindruck eines intensiven und vor allem atmosphärischen Action-Stealth-Games. „Gollum“ fängt die Stimmung der Vorlage ausgezeichnet ein und auch das Gameplay passt zu dem vielleicht interessantesten Charakter aus Tolkiens Fantasy-Epos. Gerade Aspekte wie das Kletter-Gameplay, aber auch Entscheidungsmöglichkeiten zwischen Gollums zwei Persönlichkeiten machen neugierig auf mehr.

„Der Herr der Ringe: Gollum“ erscheint erst 2022 und man darf gespannt sein, wie sich das Spiel bis dahin entwickelt. Für den Moment jedenfalls sind wir positiv gestimmt, dass sich Daedalic Entertainment mit den Erwartungen, die an die „Herr der Ringe“-Lizenz geknüpft sind, noch nicht verhoben hat.

Kommentare

  1. Nnoo1987 sagt:

    sieht witzig aus und das Studio liefert