ANGESPIELT: Pro Evolution Soccer 2013

Neue Besen kehren besser: Nachdem „Pro Evolution Soccer 2012“ im vergangenen Jahr bereits zeigte, dass sich die Serie wieder im Aufwind befindet, setzt Konami den „Wiederaufbau Ost“ weiter fort.

Mit neuem Kopf hinter „PES 2013“: Der langjährige und geradezu legendäre Shinji ‚Seabass‘ Takatsuka wurde entmachtet. Seine Position übernahmen u.a. Kei Masuda und Naoya Hatsumi, beide sind seit „Pro Evolution Soccer 2003“ im Unternehmen.

Die Veränderungen ist deutlich spürbar. Und so spielt sich „Pro Evolution Soccer 2013“ flotter und flüssiger als jemals zuvor.

httpv://www.youtube.com/watch?v=EJnoe2OS8JI

Die erste Trainingseinheit
Der erste Weg führt euch in „Pro Evolution Soccer 2013“ nicht direkt ins Stadion. Sondern ins Trainingslager. Denn hier lernt ihr die wichtigsten Neuerungen kennen. Zugegeben, die schnöden Bildschirmtexte und die öden Übungen sind – gerade im Vergleich zu den kürzlich präsentierten Mini-Spielen aus „FIFA 13“ – nicht gerade spannend. Aber zumindest sind sie ausreichend, um die Steuerung zu erlernen.

Denn „Pro Evolution Soccer 2013“ spielt sich deutlich anders als sein Vorgänger und natürlich auch als „FIFA 12“. Die Geschwindigkeit wurde im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht reduziert, ist aber dennoch einen Tick flotter als in EA Sports‘ Fußball-Referenz. Allein dadurch fühlen sich die ersten Spielminuten ungewohnt an. Aber besonders die sensible und deutlich veränderte Passsteuerung macht sich anfangs bemerkbar.

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Die hohe Kunst des Offensivfußballs
Die Bewegungs- und Passmechanismen in „Pro Evolution Soccer 2013“ sind freier und offener als im vergangenen Jahr. Spieler reagieren schneller auf eure Padbewegungen. Selbst kleinere Wackler mit dem Analog-Stick werden zumeist flott erkannt. Das Passsystem wird nun mit Hilfe der rechten Schultertasten unterstützt. Denn mit ihr führt ihr Aktionen wie den 1-2-Pass aus. Das Repertoire der Spieler reicht von kurzen Direktablagen bis hin zu Hackentricks in den freien Raum.

Typisch „Pro Evolution Soccer“ dauert es seine Zeit, bis ihr euch an diese zusätzlichen Funktionen gewöhnt habt. Aber gerade in Kombination mit der weiterhin enthaltenen Off-the-Ball-Control sind diese Optionen ein wahres Freudenfest für Fans des One-Touch-Offensiv-Fußballs. Für schnelle Abschlüsse vor dem Tor sorgen nun vereinfachte Dribblingfunktionen, mit denen ihr mühelos Sidesteps oder Übersteiger ausführt.

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Mann gegen Mann
„Pro Evolution Soccer 2013“ zeigt den Fußball von seiner schönsten Seite. Besagte Tricks beim Passen und Dribbeln sind auf dem Basisniveau schnell erlernt, sorgen aber immer wieder für Überraschungen. Das liegt nicht zuletzt an den deutlich authentischeren Bewegungsabläufen, mit denen Konami die Kicker personalisiert.

Ein Cristiano Ronaldo ist ein wahres Dynamik-Wunder und übersprintet nahezu mühelos manch hüftsteifen Verteidiger. Franck Ribéry auf der anderen Seite brilliert wiederum mit flinken Drehungen. Ein Andrés Iniesta mit unglaublicher Präzision im Passspiel.

Auffällig: Alle Kicker halten ihre Positionen deutlich besser, laufen sich aber in der Offensive viel klüger frei. Stürmer bieten sich flink an, gehen gerne Umwege und versuchen etwa bei hohen Pässen, den Gegenspieler zu umlaufen. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden macht sich diese neue Agilität bemerkbar. Die Computer-KI nutzt kleine Lücken in der Abwehr aus. Schnell und unerbittlich.

Die eigenen Abwehrreihen stehen nun – gerade bei den herausragenden Teams – ausgezeichnet. Die KI hält tatsächlich die Linie und zieht nur unter widrigen Umständen einen Verteidiger aus der Formation heraus.

Leistet ihr euch selbst Unachtsamkeiten, stoßen die gegnerischen Stürmer erbarmungslos in diese Lücken hinein. Wir kassierten in unseren Test-Sessions einige Gegentore allein dadurch, dass wir Grätschen mit Manndeckern falsch timten, Mittelfeldspieler uns aber im Anschluss mit einem tödlichen Pass aushebelten.

Auf der anderen Seite haben uns tief stehende Mannschaften oder Außenseiter-Teams immer wieder ordentlich Probleme bereitet. Ohne Ideen oder kreative Kurzpässe stehen die Blöcke gerne mal wie eine gewaltige Mauer. Abwehrspieler können nun durch das Halten der Passtaste dem Stürmer direkt entgegentreten und mit doppeltem Tastendruck eingreifen.

Grätschen hatten in unserem Spiel eine wichtigere Position und funktionierten zur Balleroberung meist deutlich besser als Tacklings. Denn in Puncto Körpereinsatz schlägt sich „FIFA 12“ weiterhin bedeutend besser als „Pro Evolution Soccer“ und zeigt sich leider weniger realistisch.

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Der Mann zwischen den Pfosten
Die letzte große Baustelle sind schließlich die Torhüter. Diese leisteten sich in der Vorjahresversion immer wieder unplanmäßige Aussetzer und musste immer wieder zum Mitspielen ermutigt werden. Auch daran hat Konami gearbeitet: Agile Keeper wie Manuel Neuer kleben nicht stur auf der Linie, sondern versuchen immer wieder aktiv mitzuspielen. Bei Rückpässen kommen sie euch entgegen. Agiert ihr sehr offensiv, rücken sie auch gerne mal an die Strafraumgrenze vor.

Die zeitgemäße Interpretation der Torwartposition sorgt dafür, dass die Handschuhträger gelegentlich auch mal zu weit vor ihrem Kasten stehen. Doch insgesamt hatten wir das Gefühl, dass die Torhüter deutlich authentischer und ausbalancierter agieren, als im Vorjahr. Gleiches gilt übrigens auch für die Schiedsrichter. Diese leisteten sich keinerlei Aussetzer. Hoffentlich bleibt das so!

System: PlayStation 3
Vertrieb: Konami
Entwickler: Konami
Releasedatum: Herbst 2012
USK: nicht nicht bekannt
Offizielle Homepage: http://www.konami-pesleague.de/

Einschätzung: sehr gut

„Pro Evolution Soccer 2013“ stemmt sich gegen den zuletzt so vorherrschenden Spielstil der totalen Defensive. Konami zelebriert den Fußball und huldigt damit Vereinen wie Barcelona oder Real Madrid. Gerade die neue Pass- und Dribblingmechanik spielt sich klasse und sorgt immer wieder dafür, dass wir mit der Zunge schnalzen. Die Animationen sind butterzart und die Personalisierung der Fußballer hat dem Spiel mit bekannten Star gut getan. Die Defensivabteilung profitiert wiederum von der stärkeren KI und hat nun mit solide agierenden Keepern endlich auch einen passenden Rückhalt. Aber Konami hat in diesem Jahr augenscheinlich mehr am Gameplay als an der Technik gearbeitet. Denn „Pro Evolution Soccer 2013“ zieht technisch gegenüber dem bislang präsentierten Material von „FIFA 13“ deutlich den Kürzeren. Aber so lange das Spielablauf stimmt, soll uns zumindest diese Schwäche recht sein. Schließlich ist entscheidend immer noch auf dem Platz!

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