FIFA 17: So spielt sich der EA-Sports-Kick

Frostbite-Engine, Story-Modus und ein verbessertes Gameplay: EA Sports gibt mit „FIFA 17“ Vollgas und präsentiert bei der Weltpremiere in der Münchner Allianz-Arena erstmals eine spielbare Vorschau-Fassung seiner Fußballsimulation. Wie spielt sich „FIFA 17“ und wo besteht gegenüber „Pro Evolution Soccer 2017“ noch Nachholbedarf?

EA Sports stellt mit „FIFA 17“ die „FIFA“-Serie auf den Kopf: Bereits vor einigen Tagen kündigte man an, dass „FIFA 17“ mit der Frostbite-Engine von DICE befeuert wird. Ähnlich wie bei der Fox-Engine für „Pro Evolution Soccer 2017“ setzt nun also auch EA Sports auf eine Grafik-Technologie, die ursprünglich für Actionspiele entwickelt wurde.

Nach dem durchwachsenen „FIFA 16“ wissen die Kanadier offensichtlich, dass Innovationen notwendig sind. Doch wer hätte gedacht, dass eine neue Grafik-Engine die kleineste Überraschung bei der Weltpremiere von „FIFA 17“ sein würden? Denn erstmals implementiert EA Sports einen Story-Modus und könnte damit neue Standards setzen.

Die Reise beginnt
Die Kampagne hört auf den Titel „The Journey“ und folgt der Karriere des jungen Ausnahmetalents Alex Hunter. Er möchte in die Fußstapfen seines Vaters und seines Großvaters treten und in der Premier League Fuß fassen. Nick Channon erklärt während der ersten Präsentation: „Mit Hilfe der Frostbite-Engine führen wir Spieler hinter die Kulissen und zeigen ihnen, was abseits des Platzes passiert.“ Exemplarisch wurden hier Bilder von Alex‘ Elternhaus und dem Tunnel unter Old Trafford eingeblendet.

Das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Fußballexperten und aktiven Sportlern. So arbeitete u.a. Tom Watts an „The Journey“ mit. Ihn kennt man als Ghostwriter für David Beckhams Autobiografie. Der eigene Karriereweg wird anhand von euren Leistungen ermittelt. Vor jedem Spiel erhaltet ihr Aufgaben, die ihr bewältigen müsst.
In dem Demo-Abschnitt beispielsweise müsst ihr den Trainer mit einer guten Bewertung und zehn erfolgreichen Pässen beeindrucken. Je besser ihr dabei abschneidet, desto mehr Fähigkeitenpunkte erhaltet ihr, um die Alex‘ Eigenschaften zu verbessern. Übrigens entscheidet ihr selbst, ob ihr die Matches im Be-A-Pro-Modus spielt oder gar die gesamte Mannschaft übernehmt.

Für die Dialogsequenzen holte sich EA Sports Unterstützung vom „Mass Effect“-Entwickler Bioware. In Interviews und Gesprächen entscheidet ihr über die Art, wie Alex reagieren soll. Diese Reaktionen haben Einfluss darauf, wie er von Fans wahrgenommen wird. Natürlich darf in dieser Konstellation auch ein Rivale nicht fehlen.

In diesem Fall ist es Garreth Walker, ein ebenso talentierter Jungspund, mit dem Alex zeitgleich den Durchbruch schafft. Ihre Beziehung und ihr Werdegang werden eines der Hauptmotive der Geschichte sein. Als direktes Feedback bindet „FIFA 17“ künstliche Social-Media-Kanäle und die Nachrichten der Fans mit ein. Nach Spielen, Interviews oder Entscheidungen erhaltet ihr Tweets und eine Übersicht über eure Follower. Je erfolgreicher ihr seid, desto mehr Menschen möchten auch erfahren, wohin die Reise von Alex Hunter geht.

Frostbite macht’s möglich
Aber wie wirkt sich die neue Grafik-Engine nun auf das Spiel aus? Im Story-Modus erkennt man die Verwandtschaft zu „Battlefield 4“ vor allem in den Zwischensequenzen. Gesichtsanimationen und insbesondere die Darstellung der Augen erinnern stark an das Actionspiel. Auf dem Feld selbst fallen die Kleinigkeiten gerade bei Abendspielen auf.

Schöner und besser spielbar – aber stimmt auch das Balancing?

Wenn die Nebelschwaden durch die Arenen ziehen und sich darin die Lichtstrahlen der Scheinwerfer brechen, dann sieht „FIFA 17“ zweifellos am besten aus. Insgesamt aber gelingt die Übergabe von Ignite zu Frostbite überraschend gut. Auf dem Platz wirkt die Fußballsimulation flüssiger und schärfer als sein direkter Vorgänger. Zwar reicht das Spiel noch immer nicht ganz an die Geschmeidigkeit eines „Pro Evolution Soccer“ heran, macht aber einen deutlichen Schritt nach Vorne.

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Und so spielt es sich!
Doch auch bei „FIFA 17“ ist natürlich entscheidend, was auf dem Platz passiert. Schließlich konnte „FIFA 16“ längst nicht in allen Belangen begeistern. Speziell die Mitspieler-KI brachte viele Fans zur Verzweiflung.
Viel zu oft musste man seine Kameraden per Doppelpass über den Platz schleifen, um überhaupt Anspielstationen zu haben. „Wir sind uns dieser Schwächen bewusst und haben daran gearbeitet. Mitspieler suchen sich nun vielfältigere Laufwege und blocken sich dabei nicht mehr gegenseitig. Außerdem agieren sie offensiver. Das bedeutet, sie sind agiler und verstehen Spielsituationen besser“, führt Producer Nick Channon während der Präsentation aus.

In den Proberunden – u.a. mit Top-Teams wie dem FC Bayern München oder Real Madrid – spüren wir das stark veränderte Mitspielerverhalten deutlich. Endlich gibt es Bewegung auf dem Platz und endlich gibt es ausreichend Anspielstationen. Die Kicker laufen deutlich besser mit als zuvor und bieten sich an. Im Eins-gegen-Eins habt ihr nun gezielter die Möglichkeit, das Leder abzuschirmen und zu verteidigen.
Dabei kommt es vor allem auf die Physis eures Spielers an. Wuchtige Angreifer wie Ibrahimovic kaufen Verteidigern schnell den Schneid ab und blocken sie weg. Darüber hinaus könnt ihr Bälle nun manuell aus der Luft pflücken und kontrollierter verarbeiten. Diese neue Körperlichkeit hat auch auf die Torhüter Einfluss. Sie wirken nun nicht mehr wie ein Fremdkörper und können auch mit anderen Spielern – etwa bei Eckstößen – zusammen rasseln.

In der Vorschau-Session kamen wir besonders mit Hilfe von Kurzpässen über die Flügel zum Erfolg. Kopfbälle und Schüsse platziert ihr nun gezielt flach, um damit den Torhüter aussteigen zu lassen. Insgesamt aber waren hohe Angriffe über den Flügel weniger effektiv, Attacken über die Grundlinie aber absolut tödlich.
Das Abschirmen des Balls tut sicherlich dem Offensivspiel gut, könnte aber der Balance zwischen Abwehr und Angriff schaden. Nick Channon betonte, dass man auch die Verteidiger nicht aus dem Auge verliert, geht aber dabei nicht ins Detail.

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Veränderte Standards
Wesentliche Veränderungen nimmt EA Sports an Ecken und Elfmetern vor. Bei Eckstößen visiert ihr nun mit einem gelben Fadenkreuz euer Ziel an. Eure Spieler reagieren dynamisch darauf und versuchen, in Position zu laufen. Das alte Elfmeter-Konzept werfen die Entwickler gar komplett über den Haufen.
Mit dem linken Analog-Stick kontrolliert ihr nun den Anlauf, mit dem rechten die Schussrichtung. In der Kürze der Zeit gelang es uns nur ein Mal, einen wirklich kontrollierten Elfer zu verwandeln. Das neue System wirkt sehr gewöhnungsbedürftig und daher muss man abwarten, welche Vor- und Nachteile diese neue Funktionsweise besitzt.

Einschätzung: sehr gut

Tatsächlich dauerte es seine Zeit, ehe man die Neuerungen von „FIFA 17“ wirklich zu schätzen lernte. In den ersten Spielminuten fühlt es sich nämlich geradezu verdächtig vertraut an. Dann dämmert es einem aber langsam: Die KI-Mitspieler laufen sich besser frei, dadurch wird das Offensivspiel angekurbelt. Als nächstes nutzt man das neue Abschirmen des Balls und pflückt Flanken damit aus der Luft. Und zu guter Letzt freundet man sich mit der verbesserten Physik-Technik und dem leicht angepasst Verhalten des Balls an. Ja, „FIFA 17“ spielt sich anders und die Frostbite-Engine macht EA Sports' Fußballsimulation mächtig Feuer unter dem Allerwertesten. Denn gerade die Animationen und damit der Spielfluss profitieren von der neuen Technik. Doch die größte Neuerung stellt zweifellos der Story-Mode an. „The Journey“ könnte wirklich ein echter Knaller werden, der Fußballsimulationen für die nächsten Jahre maßgeblich beeinflusst. Die spielbare Probemission jedenfalls strotzte bereits vor Atmosphäre. Wir sind neugierig, was EA Sports noch auf Lager hat.

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