Death Stranding angeschaut: Was steckt hinter Hideo Kojimas neustem Streich?

Kommentare (7)

Dieses Spiel ist ein Mysterium: „Death Stranding“. Hideo Kojimas Science-Fiction-Abenteuer beeindruckt die Massen, jedoch fehlen noch immer handfeste Informationen zum Gameplay. Die Redaktion analysiert das auf der Gamescom präsentierte Material und bringt Licht ins Dunkel!

Hideo Kojima war DER Rockstar der Gamescom 2019. Bereits bei der Eröffnungsveranstaltung Opening Night Live kündigte man sein Erscheinen wie das eines Prominenten an. Nach dem unschönen Zerwürfnis mit Konami muss der Applaus des Publikums Balsam auf der Seele des „Metal Gear Solid“-Erfinders gewesen sein.

Sein am 08. November 2019 für Playstation 4 erscheinendes Action-Abenteuer „Death Stranding“ ist in aller Munde. Auch wenn eigentlich niemand so wirklich weiß, worum es in den Science-Fiction-Spiel geht. Die bislang präsentierten Trailer werfen jedenfalls mehr Fragen auf als sie beantworten.

Wir schauten uns hinter verschlossenen Türen eine weitere Präsentation an und versuchen, „Death Stranding“ und vor allem das Gameplay einzuordnen. Was steckt wirklich hinter Hideo Kojimas neustem Streich?

Eine finstere Zukunftsvision

Einmal mehr zeichnet auch „Death Stranding“ ein düsteres Zukunftsszenario. Merkwürdige Explosionen erschütterten den Globus und sorgten für eine Reihe übernatürlicher Ereignisse. Die Zivilisation liegt in Trümmern, die Menschheit kämpft ums Überleben. In diesem Chaos treffen wir Sam „Porter“ Bridges – dargestellt durch „The Walking Dead“-Schauspieler Norman Reedus. Seine Hintergründe und Vergangenheit sind bislang noch unklar.

Immerhin erläuterte ein hinter verschlossenen Türen gezeigter Trailer seine Mission. Seine Aufgabe in „Death Stranding“ besteht darin, Kommunikationszentren wieder in Gang zu setzen und damit die Verbindung der verbliebenen Städten zueinander wiederherzustellen.

Diese wurde nämlich durch die Folgen eines Terroranschlags auf Central Knot City gekappt. Dadurch brachen auch die United Cities of America zusammen. Der Trailer zeigt auch Amelie, die Tochter des Präsidenten der UCA. Sie und Sam verbindet offenbar eine längere Geschichte, die Sam wohl mit reichlich Groll zurück ließ.

Körperfunktionen und andere Probleme

„Death Stranding“ besitzt einige Anleihen an einem Survival-Abenteuer und rückt beispielsweise die Befindlichkeiten von Sam in den Mittelpunkt. Offenbar benötigt er Schlaf und kann sich bei Bedarf auch „erleichtern“. Die Pinkelszene sorgte noch während der Gamescom für ordentlich Aufsehen. Der Sinn dahinter ist bislang noch nicht vollkommen klar. Fest steht aber, dass die durch Sams Urin wachsenden Pilze Teil des asynchronen Multiplayers sein werden. Sie markieren Orte, die bereits andere „Death Stranding“-Spieler „markiert“ haben.

Eine faszinierende Science-Fiction-Vision!

Das Gameplay selbst zieht anscheinend seine Faszination aus dem Szenario selbst und macht Sam zum Lieferboten. Das Aktivieren der Sender und damit der Wiederaufbau des Landes stehen an oberster Stelle. Interessant: Im kurzen Gameplay-Abschnitt schaltet Sam einen frühen Sender frei, indem er Waren ausliefert.

Das Menü zeigt aber noch weitere, inaktive Optionen an. Beispielsweise das Recyclen sowie die Vergabe neuer Aufträge, das Einfordern von Materialien und das Überlassen von Lieferungen. Es scheint fast so, als würde es in „Death Stranding“ so etwas wie ein Ressourcensystem geben, welches das Spiel zusammen hält. Eine Bestätigung für diese Vermutung gibt es bislang aber nicht.

Die Navigation innerhalb der Spielwelt erfordert einige Kompromisse: Dadurch, dass Sam schwer beladen durch die Landschaft stapft, ist die Geschwindigkeit vergleichsweise langsam. Sein Radar-Impuls hilft ihm dabei, benutzbare und missionsrelevante Objekte ausfindig zu machen. Eine in weit ausfahrbare Leiter wiederum erlaubt das schnelle Überwinden von Höhenmetern und das Erklimmen von Bergen. Praktischerweise kehrt die Leiter automatisch wieder in Inventar zurück.

So sehen wir „Death Stranding“ als einen Mix aus Umgebungs-Puzzler, Actionspiel mit Geister-Kämpfen und Science-Fiction-Märchen, das aber aus dem Wechsel von ruhigen Wanderungen und der Darstellung von morbiden Charakteren und Motiven wie Geister-Babys seine Faszination bezieht. Das Erforschen, Entdecken und Retten dieser fremden und doch vertrauten Welt könnte den Reiz ausmachen.

Die Sache mit dem BB

Das sicherlich prägendste Motiv für „Death Stranding“ stellen zweifellos die BBs dar. Die Kleinkinder befinden sich in einer Art künstlicher Fruchtblase und erlauben ihren Trägern das Sehen und Erkennen von geisterhaften Erscheinungen und den Schattenwesen. Jedoch tituliert der Deadman – dargestellt durch Guillermo Del Toro – sie ausschließlich als Ausrüstungsobjekte, die nicht länger als ein Jahr überleben werden.

Gegenüber Sam macht er deutlich, dass sich dieser nicht zu sehr an den kleinen Wegbegleiter gewöhnen solle. Für uns als Spieler wiederum stehen sicherlich harte Zeiten bevor, denn natürlich entwickelt man unweigerlich Gefühle für den Wonneproppen.

Mehr: Death Stranding – Das „Exklusiv für PlayStation 4“-Label kehrt zurück

Spätestens, wenn das BB aufgrund von Stress – also beispielsweise im Kampf oder auch durch Stürze – schreit, erwachen Beschützer- und Mutter- bzw. Vaterinstinkte. Diese dürft ihr auch spielerisch ausleben. In einer Szene koppelt Sam das BB ab und wiegt es sanft in seinem Arm. Zudem zeigten die Trailer, dass die BBs auch zwischendurch „gewartet“ werden müssen. Stationen simulieren in diesem Fall den Mutterleib und fahren den Stresslevel der Kleinen herunter.

Das immer wieder auftauchende Motiv der Babys und Eltern zieht sich durch das gesamte, bislang veröffentlichte Material. Es bleibt abzuwarten, ob man es mit dieser Idee übertreibt und mit zu viel Pathos würzt, oder ob sie sich wirklich nahtlos in Spiel und Geschichte einfügt.

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Einschätzung: gut

So wirklich schlau bin ich auch auf der Gamescom nicht aus „Death Stranding“ geworden. Das Spiel macht technisch einen erstklassigen Eindruck und wirkt – trotz falscher Sprecherstimmen – wie ein interaktiver Film.

Wenn Norman Reedus, Guillermo Del Toro und Co. über den Bildschirm flimmern, dann unterstreicht das den Stellenwert eines „Death Stranding“ ungemein. Umso neugieriger aber bin ich auf das eigentliche Gameplay. Die bislang gezeigten Spielszenen wirken wie eine Mischung aus Walking-Simulator und „Silent Hill“. Zumindest wissen wir seit der Gamescom um Sam Bridges' eigentliche Aufgabe.

Doch wie gut (oder schlecht) sich „Death Stranding“ wirklich spielt, das wird sich erst in Zukunft zeigen. Bis dahin aber ist es ein echtes Spiele-Mysterium, über das sich die Community die Köpfe zerbrechen kann. Spätestens zum Release am 08. November 2019 wissen wir mehr.

Kommentare

  1. Buzz1991 sagt:

    "trotz falscher Sprecherstimmen"

    Was ist denn damit gemeint?

  2. Upsidedown sagt:

    Das frage ich mich auch @Buzz1991

  3. Gurkengamer sagt:

    Naja ...zb, Norman Reedus wird gesprochen von Rorman Needus ..

  4. xjohndoex86 sagt:

    @Buzz
    Refn, Del Torro und Keighley bspw. haben nur Gesicht & Körper geliehen, werden aber von anderen Leuten gesprochen und "gemo-capt". 😉

  5. Buzz1991 sagt:

    @johndoex:

    Ah ok. Das wird es wohl sein 😀
    Naja, stört mich nicht. Von Refn kenne ich nicht mal die Stimme ^^

  6. Saleen sagt:

    Ok
    Will es immer noch haben.

    Und ich will meinen Namen in den Schnee pissen können 😀

  7. James T. Kirk sagt:

    “denn natürlich entwickelt man unweigerlich Gefühle für den Wonneproppen“
    “erwachen Beschützer- und Mutter- bzw. Vaterinstinkte”

    Ugh...

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