Review

Remnant From The Ashes im Test: Wie gut ist der „Soulslike“-Shooter?

von Olaf Bleich | 24.03.2020 - 17:42 Uhr
Developer
Gunfire Games
Publisher
Perfect World Entertainment
7.5

„Remnant: From The Ashes“ ist ein alter Bekannter. Das Spiel erschien bereits im August 2019 als reiner Download-Titel und überraschte damals mit guter Qualität und ungewöhnlichen Spielideen. Kein Wunder, dass das Action-Rollenspiel ein halbes Jahr später auch als Retail-Version in den (Online-)Läden steht. Hinter „Remnant: From The Ashes“ steckt Gunfire Games, die Entwickler von „Darksiders 3“ und „Chronos“. Aber überzeugt der „Soulslike“-Shooter auch im Test?

Was wir gut finden

“Dark Souls“ trifft Shooter

Was ist „Remnant: From The Ashes“ eigentlich? In erster Linie präsentiert sich das Spiel als wuchtiger Third-Person-Shooter, der allerdings auch viele Anleihen bei der bekannten „Dark Souls“-Serie nimmt. Das Spiel wirft euch – nach dem Charakterbau – in ein vergleichsweise generisches Endzeit-Szenario, in dem die Menschheit gegen die „Saat“ kämpft. Als Rückzugsort dient dabei Station 13. Hier findet ihr Händler und andere wichtige Kontaktpersonen.

“Soulslike“-Spätzünder

Die „Souls“-Bezüge kommen vor allem durch den hohen Schwierigkeitsgrad und andere Design-Ideen zustande. Nach dem Prolog wählt ihr aus drei Klassen (Nahkämpfer, Ex-Kultist und Jäger) und landet in besagter Basis. Die Anfangsphase gestaltet sich vergleichsweise bieder. Erst danach entfaltet „Remnant: From The Ashes“ Stück für Stück seine ganze Stärke. Im Verlauf erhaltet ihr neue Ausrüstungsgegenstände, wertet diese auf und schaltet nach normalem Altmetall auch fortgeschrittene Ressourcen frei.

Die Anlehnung an „Dark Souls“ bleibt aber vergleichsweise zart. „Remnant“ quält euch letztlich „nur“ mit seinem hohen Schwierigkeitsgrad und dezent härteren Rücksetzpunkten. Aber das Spiel bestraft euch etwa nicht für das Ableben.

Erstklassige Kämpfe

Das Spiel verbindet geschickt Nah- und Fernkampf miteinander. Allerdings unterscheiden sich die drei Klassen nur leicht: alle drei verfügen über ein Arsenal für kurze und lange Distanz – jedoch mit unterschiedlichen Schadenswerten und Waffenausrichtungen.

Während der Nahkampf arg simpel ausfällt, so überzeugt vor allem das Gunplay. Denn obwohl sich „Remnant“ zweifellos „Dark Souls“ zum Vorbild nahm, so ist es doch ein waschechter Third-Person-Shooter mit erstklassigem Waffen-Feedback und sogar Rollenspielelementen. Die „Saat“-Schergen reagieren klar ersichtlich auf Treffer, Zahlen zeigen den angerichteten Schaden an. Dazu gibt es verschiedene Zustände wie etwa „blutend“ oder „vergiftet“. Hier spürt man den Rollenspieleinschlag.

„Remnant“ ist kein sonderlich schnelles Spiel und trotzdem entsteht durch die clever agierenden Monster eine gewisse Hektik. Verschiedene Gegnertypen – vom Teleporter bis zum schweren Prügler – sorgen für Abwechslung und gerade die Bosse überzeugen mit gutem Kreaturendesign und hohem Anspruch. Immer wieder kommt es hier vor allem darauf an, Schwachstellen zu finden und auszunutzen.

Am besten im Koop

Die straffen Schlachten, knackigen Bossfights und das insgesamt fordernde Gameplay bereiten zweifellos im Koop-Modus für bis zu drei Spieler am meisten Freude. Natürlich schraubt das Spiel dann noch einmal den Schwierigkeitsgrad hoch, doch die Dynamik zwischen den Teilnehmern sorgt für ein insgesamt runderes und weniger frustrierendes Gesamtergebnis – und das trotz Friendly-Fire.

Mit ausreichend Absprachen machen die wahlweise privaten oder öffentlichen Runden richtig Spaß, was nicht zuletzt an dem fairen Loot-System liegt. Sammelt nämlich ein Spieler etwas auf, erhalten alle Team-Mitglieder die Beute. Tatsächlich erinnerte uns der Spielfluss stark an „Left 4 Dead“ und das kann sich „Remnant“ durchaus auf die Fahne schreiben.

Was wir schlecht finden

Beweg dich!

Die größte Hürde für den ungezügelten Spaß am Kämpfen stellen aber die träge Steuerung und die eingeschränkten Bewegungsoptionen dar. Im Gegensatz zu „Dark Souls“, „Nioh 2“ oder „Bloodborne“ könnt ihr einzelne Gegner nicht markieren und so stets im Auge behalten. Das sorgt gerade im Nahkampf für frustrierende Fehlschläge und unnötige Hektik.

„Remnant“ ist grundsätzlich ein eher gemächliches Spiel und zeigt seine Stärken zweifellos im gelungenen Gunplay. Allerdings fehlten uns viele Manöver, die eigentlich zum guten Ton gehören sollten. Im Nahkampf etwa gibt es nur leichte und schwere Angriffe – keine Spur von Haltungen, Paraden oder anderen Aktionen.

Auf Distanz dürfen wir uns lediglich hinter Objekte knien und sind dann auch eher schlecht als recht geschützt. Sidesteps vollführt unser Charakter extrem langsam und auch sonst fehlt es an der notwendigen Agilität. Gerade in der Anfangsphase kosten diese Hindernisse einiges an Motivation.

Nicht so cool wie die „Souls“-Konkurrenz

Ähnliche Probleme weisen auch Level-Design und Umgebungsinteraktion auf. So dürfen wir zwar über Hindernisse hinweg hopsen und Kisten zerstören, jedoch fühlt sich „Remnant: From the Ashes“ insgesamt arg leblos und altbacken an. Uns fehlten bei der Präsentation die wirklich ungewöhnlichen Ideen – sowohl beim Monster- als auch beim Leveldesign. Viel zu oft stehen wir vor nicht zerstörbaren Barrieren oder werden durch andere künstliche Hindernisse eingeschränkt.

7.5
Pro
  • gelungenes Gunplay
  • gut umgesetzter Koop-Modus
  • solide Rollenspiel- bzw. „Soulslike“-Umsetzung
Contra
  • dröger Start
  • teils altbackene Präsentation mit generischem Setting
  • Steuerung und Bewegungsoptionen

Wertung und Fazit

Remnant From The Ashes im Test: Wie gut ist der „Soulslike“-Shooter?

Zugegeben, der Einstieg in „Remnant: From The Ashes“ ist denkbar bieder. Die Tutorials sind allzu oberflächlich, die fehlenden Bewegungsoptionen nerven und die Geschichte kommt nicht so richtig in Fahrt. Allerdings ist das Action-Rollenspiel ein waschechter Spätstarter.

Mit der Zeit freundeten wir uns mit dem gelungenen Gunplay, den knackigen Bossen und der gelungenen Action an. Die vielen Anlehnungen an die „Dark Souls“-Reihe tun dem Spiel ausgesprochen gut und täuschen gekonnt über das eher durchschnittliche Leveldesign hinweg. Das beste Ergebnis aber erzielt „Remnant“ zweifellos im Koop-Modus. Mit drei Spieler entwickeln Gameplay und Loot-System einen erstaunlichen Fluss.

Dann ist der Endzeit-Shooter ein echter Online-Knaller, der für reichlich Adrenalin bei allen Beteiligten sorgt. Deshalb: Für Solisten ist Remnant ein guter Außenseiter-Tipp, für Koop-Freunde gibt es eine ganz klare Empfehlung.

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Kommentare

  1. AhmoXz sagt:

    Ey Leute egal ob ihr die exclusives spiele auch auf dem PC zocken trotzdem finanziert ihr damit MS Hahaha

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