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Asian - Bewertungsthread


Keisulution
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ja aufjeden fall. Top Film ^^ mir gefallen überhaupt die Sachen von Kim Jee Woon. koreanische filme sind im mom meine fav`s ^^

Habe mir gestern Abend, ein wunderbaren Koreanischen Horror Film angeschaut, weiß aber gerade nichtmehr wie er heißt.^^

Wenn ich ihn gefunden habe, werde ich mal eine kleine Rezension erstellen.

 

Dies werde ich immer nach einem beendetem Asiatischen Film machen.:ok:

Edited by Keisulution
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So habe den Film gefunden.

 

Memories of Murder 9/10

 

2003 war ein Traumjahr für den koreanischen Film. Nach dem allseits gefeierten Rachedrama Old Boy und der völlig abgefahrenen Alienjäger-Komödie Save the Green Planet beweist auch der Thriller Memories of Murder die Ausnahme-Klasse des südkoreanischen Kinos.

 

Dem Film eilt der Ruf einer koreanischen Variante von Se7en voraus - was nur sehr bedingt stimmt. Im Grunde wird hier mit so ziemlich jeder Regel des Serienkiller-Films gebrochen. Das koreanische Kino hält sich nun mal ungern an irgendwelche Regeln. Genau das macht die Sache so spannend.

 

Es geht hier nicht um eine Darstellung von Psychologie, Motiven oder Taten des Serienkillers. Ganz im Gegenteil, den Killer bekommt niemand zu Gesicht - weder der Zuseher noch das derangierte, sadistische Polizeipersonal, das hilflos von einem Indiz zum nächsten stolpert, sich in Gewalt- und Verzweiflungstaten ergeht und dem Mörder in Sachen Grausamkeit letztlich nicht viel nachsteht.

 

Da werden offensichtlich Unschuldige mit Fußtritten traktiert, mit dem Kopf nach unten aufgehängt und gezwungen, ihr eigenes Grab zu schaufeln - nur um aus ihnen Geständnisse herauszuprügeln, die das Tonband nicht wert sind, mit dem sie aufgezeichnet werden.

 

Memories of Murder funktioniert auch als Sittenbild eines außer Kontrolle geratenen staatlichen Gewaltapparats, als Abrechnung mit Koreas undemokratischer jüngerer Vergangenheit. Es hagelt böse Anspielungen auf die Zeit der Militärdiktatur der Achtziger Jahre - etwa als den Cops mitgeteilt wird, dass sie keine Verstärkung erwarten können - alle Polizeikräfte werden nämlich in Seoul gebraucht, um Demonstrationen niederzuprügeln...

 

Bis zum Ende weiß man nicht, ob man nun einen harten Cop-Thriller, eine pechschwarze Komödie oder ein niederschmetterndes Drama gesehen hat, das gnadenlos menschliche Abgründe auslotet.

 

Auch formal überzeugt Memories of Murder: Ein spannendes Drehbuch, gute Darsteller, perfekt eingesetzte Musik und hervorragende Kamerarbeit sorgen für eine Atmosphäre, die sich selbst vor David Finchers Se7en nicht verstecken muss. Auch wenn der Vergleich ansonsten hinkt. Aber das hatten wir schon ...

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Hansel und Gretel (2007) 9/10

 

Schon mit seinem Filmdebüt Antarctic Journal", hierzulande unverständlicherweise in Das Phantom aus dem Eis" umgetauft, hat Regisseur Yim Pil-sung sein sicheres Händchen für psychologisch raffiniertes Gruselkino vor ungewöhnlicher Kulisse unter Beweis gestellt. Doch mit Hansel & Gretel" hat er sich endgültig in die vorderste Riege südkoreanischer Großmeister des subtilen Grauens katapultiert, guten Gewissens darf sein Name in einem Atemzug mit jenen von Kim Ji-woon (A Tale of Two Sisters"), Ahn Byeong-ki (The Phone") und Kim Yong-gyun (The Red Shoes") genannt werden. Seit Oktober 2009 bereichert Hansel & Gretel" nun auch den heimischen DVD-Markt. Von einer Bereicherung darf man getrost sprechen, denn wie in manch anderem Meisterwerk des K-Horrors werden auch in der Gruselmär von Yim Pil-sung Spannung, Tiefe und Originalität groß geschrieben.

 

Nicht wenige Glanzstücke des modernen koreanischen Gruselkinos zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich einer sturen Genre-Zuteilung verweigern und auch gerne mal mit den Gesetzen eines Filmgenres spielen oder sie einfach ignorieren. So changiert etwa Antarctic Journal" geschickt zwischen Mysterythriller, tiefgründigem Expeditionsdrama und Antarktisschocker mit Reminiszenzen an Das Ding aus einer anderen Welt", und man täte The Host" Unrecht, wolle man es stur in die Horrorfilm-Schublade hineinzwängen. Nicht anders verhält es sich mit Hansel & Gretel": Der Film ist kein reines Horrorkino, dafür greift er zu selten auf entsprechende Stilmittel zurück; harsche Schockmomente, wie sie das fernöstliche Gruselkino gerne parat hat, sind ausgesprochen rar gesät, die Menge des zum Einsatz kommenden Kunstbluts kann in Löffelchen angegeben werden und unheimliche Geistererscheinungen hatten beim Dreh von Hansel & Gretel" anscheinend Betriebsausflug.

 

All das beeinträchtigt den Film in seiner beeindruckenden Nachhaltigkeit aber überhaupt nicht, denn Yim Pil-sung beschwört seine Dämonen auf eine ganz andere, weitaus subtilere Weise herauf. Dem Zuschauer eröffnet sich eine verträumte Märchenwelt, die ihn mit ihrem berauschenden Farbenspiel betört. Geschickt und behutsam baut der Film eine scheinbar makellose Idylle auf, nur um sie mit nicht geringerer Sorgfalt nach und nach in Frage zu stellen. Verschlagen schlängelt sich das Grauen allmählich an das Publikum heran, etwa wenn Eun-soo mit den Kindern spielt und Süßigkeiten nascht, die Geschwister ihm aber auf seine Bitte hin, ihm den Weg aus dem Wald zu zeigen, eine geradezu unheimliche Kälte entgegenbringen. Der Film gleicht der Spur aus Brotkrumen aus dem Grimmschen Märchen, mit fortschreitender Handlung fügen sich die einzelnen Facetten nahtlos aneinander und führen unausweichlich in Richtung Finale, das dem Zuschauer buchstäblich die Kehle zuschnürt; die Grenzen zwischen Gut und Böse lösen sich in einer einzigen Grauzone auf, die gleichermaßen schockiert wie auch berührt. Maßgeblich zur atmosphärischen Dichte tragen die bewundernswerte Kameraführung sowie der treffsichere Soundtrack von Lee Byung-woo (A Tale of Two Sisters", The Host") bei, die das Geschehen nicht selten aus einer märchenhaft-verträumten Perspektive zeigen, nur um ein, zwei Schnitte später die magische Stimmung mit schleichender Furcht zu vergiften.

 

Yim Pil-sungs handwerkliches Geschick korrespondiert wunderbar mit den talentierten Darstellern, die mit sichtbarer Sorgfalt ausgewählt worden sind und maßgeblich zur fesselnden Atmosphäre beitragen. Cheon Jeong-myeong spielt die Rolle des jungen Eun-soo, der sich seiner Verantwortung als werdender Vater entziehen will, überzeugend und Hee-soon Park, mit dem der Regisseur schon in Antarctic Journal" zusammengearbeitet hat, blüht als falscher Diakon mit einer buchstäblich mörderischen Ader regelrecht auf. Die wahren Träger des Films sind aber unbestritten die Darsteller der drei Geschwister, die ihre Rollen mit einer solchen Eindringlichkeit spielen, dass man als Zuschauer sprachlos zurückbleibt. Wenn der Klappentext der DVD damit wirbt, dass seit Das Omen" unschuldige Kinderaugen nie bedrohlicher" wirkten, so ist dies kein hohler Marktschrei, sondern die nüchterne Wahrheit ...

 

Mit Hansel & Gretel" hat Yim Pil-sung ein kleines Meisterstück geschaffen, das Märchenmotive, kindliche Unschuld und subtilen Grusel wunderbar miteinander verknüpft. Die Spur an Brotkrumen, die Yim Pil-sung hier ausgelegt hat, führt geradewegs zu einem der eindringlichsten wie auch wunderschönsten Gänsehautperlen der letzten Jahre. Es lohnt sich, der Spur zu folgen. Wirklich!

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Silk 8/10

 

Irgendwie ist "Silk" einer jener Filme auf welche ich mich freute, seit ich das erste mal darüber gelesen hatte. Trotz eines unbekannten Regisseurs, Chao-Bin Su, welches übrigens sein Erstlingswerk darstellt und der Annahme dass es sich dabei wohl eher um einen reinen Grusler handelt ging ich voller Vorfreude in den Film. Meine Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, ich aber auch auf keinen Fall enttäuscht.

 

Der Wissenschaftler Hashimoto erforscht mit einer neuen Technologie die Geisterwelt. Es gelingt ihm, den Menschen die Geister sichtbar werden zu lassen. Als erstes Objekt dieser Forschung dient hierbei ein achtjähriger Junge in einem Appartement in Taipeh. Das Ziel Dr. Hashimotos ist es, mehr über den Tod und das Leben danach zu erfahren. Um jedoch die Sprache bzw. die Aussagen des Jungen deuten zu können, muss noch der zunächst unkooperative Polizist Ye hinzugezogen werden. Dieser versteht sich unter anderem in der Kunst des Lippen Lesens. Stück für Stück kommen sie einem Geheimnis näher und das Interesse Dr. Hashimotos steigt mit jeder Entdeckung mehr...

 

Mehr möchte ich hierbei nicht auf die Handlung eingehen. "Silk" ist jedenfalls alles andere als ein üblicher Grusler oder gar Horrorstreifen. Viel mehr beschäftigt er sich sehr tiefgründig mit Themen wie Hass, Liebe und Trauer. Evtl. Parallelen zu "Pulse" mag der eine oder andere dabei durchaus ausmachen können. Zwar ist "Silk" nicht ganz so düster wie "Pulse", geht aber wohl eindeutig in die Richtung eines Dramas. Der Film setzt sich sehr Intensiv mit dem Tod und dem sogenannten Leben danach auseinander und lenkt zunächst vermeintlich den Verdacht darauf dass nur aus Hass ein Weiterleben möglich ist.

 

Der Film beginnt zunächst relativ ruhig und wirkt dann sogar so als würde er gleich einen Durchhänger erleiden, kriegt aber rechtzeitig die Kurve. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles sehr von durchaus gut geführten Dialogen geprägt. Action gibt es im großen und ganzen so gut wie keine. Und wenn dann sind leider sogar Autocrashs animiert, was leider nicht wirklich realistisch wirkt.

 

Im weiteren Verlauf ist "Silk" jedoch ein sehr spannender Film, welcher auch seine durchaus etwas unheimlichen Momente hat. Da allerdings in allen Filmen dieser Art aus Fernost solche Momente meist lange schwarze Haare, weißes Gesicht und ebenso weiße Kleidung tragen, dürfte dies jedoch auf den einen oder anderen nicht mehr so richtig wirken.

 

Die Darsteller können in ihren Rollen durchwegs überzeugen. Insbesondere die Hauptdarsteller wie z.B. Yosuke Eguchi in der Rolle des Herrn Doktor oder natürlich Chen Chang als Tung. Aber auch die weiteren Rollen sind sehr gut besetzt und man nimmt jedem einzelnen seine Rolle ab.

 

Im Endeffekt ist "Silk" jedoch ein sehr guter Film, welcher allemal zum Denken anregt, in etwa wie der bereits angesprochene "Pulse". Liebe, Hass und Trauer in keinster Weise oberflächlich behandelt. Dies alles in guten Bildern, hervorragenden Darstellern und einer ebenso gelungenen musikalischen Untermalung machen Guisi" wie er im Original heißt zu einem allemal Sehenswerten Film. Insbesondere für jene, welche auf etwas Anspruchsvolle Unterhaltung stehen.

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