Review

PS4-Test: Assassin's Creed

play3 Review: PS4-Test: Assassin’s Creed: Unity
8.5

November ist der Monat der Assassinen. Gleich zwei Spiele erscheinen dieser Tage für Ubisofts „Assassin’s Creed“. Den Anfang macht das mit Spannung erwartete „Unity“. Ganze vier Jahre schraubte Ubisoft an der Versoftung des ersten echten „Assassin’s Creed“ für die New-Generation-Konsolen. PLAY3.DE konnte „Assassin’s Creed: Unity“ bereits vor dem Launch ausgiebig testen und verrät, ob sich der Ausflug nach Paris lohnt!

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Was wir cool finden

Paris, wie es lebt und brennt
„Assassin’s Creed: Unity“ spielt über weite Strecken im Paris zu Zeiten der Französischen Revolution. Die eingestreuten Abstergo-Abschnitte inklusive Zeitsprüngen lassen wir an dieser Stelle aus Spoilergründen unkommentiert. Aber so viel: Ihr werdet einige Male große Augen machen!

Das Gros eurer Spielzeit verbringt ihr aber gemeinsam mit Arno Dorian in Paris. Er ist auf der Suche nach den Mördern seine Vaters und tritt in dessen Fußstapfen bei den Assassinen. Arnos Jugendliebe Elise wiederum ist Templerin. So entspinnt sich im Spielverlauf eine interessante Verstrickung der Parteien, die schon fast an „Romeo & Julia“ erinnert. „Unity“ profitiert in seiner Erzählweise stark von der gelungenen Technik: Die Gesichter der Charaktere wirken authentisch, zeigen Emotionen und sind vor allem sympathisch. Arno als junger Draufgänger passt und motiviert mit freischaltbaren Fertigkeiten in den Kategorien Schleichen, Fernkampf, Nahkampf und esundheit zum Weiterspielen. Der neue Hauptcharakter ist gerade zu Beginn nicht so overbalanced wie beispielsweise Edward Kenway.

Der zweite Protagonist im Spiel ist zweifellos Paris selbst. Die Stadt ist gezeichnet von der nahenden Revolution und ist mit tausenden von Zivilisten, Gardisten und Extremisten bevölkert. Soll heißen: Hier ist mehr los als beim Weihnachtsgeschäft. Die Menschenmassen kreieren ein Gefühl der Bedeutsamkeit. Die Revolution wirkt nicht wie ein billiger Script-Event, sondern wie ein schleichender Prozess, der die Metropole langsam auffrisst.

Die Detailverliebtheit, mit der „Unity“ Paris nachzeichnet, ist beeindruckend. Allein die Mosaikfenster von Notre Dame sind mehr als nur einen Blick wert. Die Architektur der Gebäude ist ebenso detail- und facettenreich. Ladepausen gibt es (fast) keine. Auch das kommt dem Spielfluss spürbar zu Gute.

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Neue Aufgaben an jeder Ecke
Generell hat Ubisoft das Missionsdesign von „Assassin’s Creed“ spürbar entschlackt. Nervige Aufgaben wie das ständige Belauschen einer Zielperson in „Black Flag“ gehören der Vergangenheit an. Stattdessen sind gerade die Story-Missionen kürzer und deutlich straffer. Die Aufgaben variieren stärker und speziell das finale Planen eines Anschlags ist dank so genannten Gelegenheiten und Ablenkungen ausgesprochen fordernd und abwechslungsreich.

Die Nebenaufgaben sind derart umfangreich, dass man ganze Bücher damit füllen könnte. So tauchen beispielsweise immer wieder Massen-Einsätze auf, bei denen ihr der Bevölkerung mit Dieben und Verbrechern helft. Erledigt ihr einen ganzen Block dieser Aufgaben, gibt es eine Belohnung. Dann wären da noch die Pariser Geschichten – kurze, aber spannende Missionen, bei denen ihr kleine Erzählstränge erlebt. Besonders interessant sind die Mordfälle mit Vidocq. Hier durchsucht ihr Tatorte und beschuldigt anschließend einen möglichen Täter. Sie sind ein schöner Bruch im Tempo von „Assassin’s Creed: Unity“ und fügen sich nahtlos in das Spiel ein.

Dazu kommen noch Missionen für die Gesellschaft und das Café Theatre. Denn erneut verdient ihr euch ein bisschen Geld nebenbei, indem ihr diese Stützpunkte der Rebellen aufbaut – ähnlich wie die Assassinenvilla in den Vorgängern. Eine neue Rolle erfüllen die Riss-Missionen. Sie spielen auf die Abstergo-Geschichte hinter „Unity“ an und nutzen die Parkourelemente – spaßig, aber vergleichsweise simpel. Kurzum: Es gibt reichlich Aufgaben in „Unity“ und auch wenn die beliebten Schifffahrten fehlen, so ist das Missionsdesign deutlich stärker als in „Black Flag“.

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Mehr Taktik im Feld …
„Assassin’s Creed: Unity“ setzt beim Schleichen und im Kampf spürbar die Schere an. Die Stealth-Mechanik fußt nun auf dem Rollenspielanteil und kann durch passende Accessoires merklich erleichtert werden. Wer seinen Assassinen auf Leisetreter trimmt und entsprechende Kleidungsstücke einkauft, wird seltener gesehen und kann sich besser an seine Feinde anschleichen.

Grundlegend funktioniert das neue Stealth-System besser als erwartet. Mit einem Druck auf die L2-Taste geht Arno in die Hocke und kann sich sogar hinter Objekten in Sicherheit bringen. Das Deckungssystem funktioniert, ist aber gerade bei kleineren Hindernissen ein wenig fummelig. Trotzdem macht „Unity“ hier einen deutlichen Schritt nach Vorne, da sich das Schleichen nun natürlicher und weniger statisch anfühlt.

Die Kämpfe wiederum wirken physischer und schenken einem dank einhändiger, langer und schwerer Waffen, sowie Pistolen und Gewehren reichlich Möglichkeiten der Individualisierung. Im direkten Duell ist nun besseres Timing gefragt. Erst wenn die Angriffsanzeige aufleuchtet, habt ihr Gelegenheit zum Kontern. Im Vergleich zu „Black Flag“ sind die Zeitfenster etwas kleiner und die Wachleute agieren aggressiver. Trotzdem: Nach einiger Zeit ist der Kampf die leichtere Alternative zum Schleichen.

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Koop-Modus mit Freunden
Der neue Koop-Modus ist ein wichtiger Bestandteil des Spielfortschritts innerhalb von „Assassin’s Creed: Unity“. Und die gute Nachricht: Die Missionen sind absolut gelungen. Allerdings nur, wenn ihr sie mit Headset und euren Freunden spielt. Mit fremden, zufällig zugeordneten Spielern sind die Einsätze russisches Roulette. Denn Ubisoft versäumt es, Hilfefunktionen wie Markierungen oder Kurzkommandos ins Spiel zu integrieren.

Die Koop-Fertigkeiten wie etwa die geteilte Adler-Sicht sind eine schöne Ergänzung, ersetzen aber diese Funktionen nicht. Stattdessen müsst ihr euch gut absprechen und das funktioniert am besten mit einigen Online-Kumpels. Dann ist das gemeinsame Koordinieren von Taktiken und Beutezügen ein Riesenspaß. Die Koop-Einsätze haben es nämlich durchaus in sich.

Was wir weniger cool finden

Assassine im Controller-Taumel
Die Steuerung von „Assassin’s Creed“ ist seit jeher ein großes Manko der Serie. „Unity“ stellt keine Ausnahme dar. Diesmal könnt ihr zwar kontrollieren, ob ihr im Parkourstil über kleinere Objekte hinweg springt und beim Klettern nach oben oder nach unten geht. Doch wirklich perfekt ist die Steuerung weiterhin nicht. So schwankt die Kontrollierbarkeit von „Unity“ nicht selten zwischen perfekt und katastrophal.

Reagiert das Spiel so, wie ihr es euch wünscht, kommen dabei tolle Angriffe aus der Luft und schöne Manöver heraus. Doch misslingt der Versuch, lässt euch „Unity“ allzu oft im Regen stehen. Denn nicht selten bleibt Arno an kleinen Objekten hängen und muss erst mühevoll von Stühlen, Brunnen oder Kisten gepflückt werden. In diesen Momenten verweigert der Assassine komplett den Dienst und muss erst durch einige Tastenkombinationen zurück zur Raison gebracht werden.

Die Kameraführung ist da nicht immer hilfreich. Nicht gerade selten rotiert die Perspektive wild umher, verschwindet – gerade beim Klettern – sogar hinter oder in Arno. Ubisoft ist sich der Macken wohl bewusst und hat bereits einen Day-One-Patch angekündigt, der zum Testzeitpunkt aber noch nicht verfügbar war.

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… aber trotzdem noch schwache Gegner-KI
Obwohl die Kämpfe nun eine Spur taktischer und anspruchsvoller sind, fällt die Waffenbalance auf lange Sicht zu ungleich aus. Gerade die schweren Äxte sind derart zerstörerisch und mit Upgrades absolut vernichtend. Habt ihr euch erst einmal an sie gewöhnt, sind auch größere Soldatentrupps kein Problem mehr.

Die Kämpfe verkommen dann zu besseren Reaktionstests und der Anspruch bleibt auf der Strecke. Im Test erfolgte dieser Bruch nach etwa der Hälfte der Story-Sequenzen. Ab diesem Punkt war das Schleichen weniger wichtig und der Kampf ein probates Mittel. Letztlich ist die Gegner-KI weiterhin zu zurückhaltend. Wachleute greifen erneut zu selten gemeinsam an. Nur wenn Scharfschützen oder wirklich große Truppe auftauchen, wird es wirklich gefährlich.

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Kaufoptionen und App-Verknüpfungen
„Assassin’s Creed: Unity“ bietet eine wunderschöne, offene Spielwelt, zwingt euch aber gleichzeitig dazu, euch bei uPlay und bei der Companion-App zu registrieren. Einige Kisten könnt ihr nur dann öffnen , wenn ihr euch auf weiteren Plattformen anmeldet. Es ist ganz schön frustrierend, wenn man in Paris eine Kiste findet, diese aber nicht benutzen kann, weil man keinen Bock auf die App oder gar uPlay hat. Für uns geht die Vernetzung an dieser Stelle eindeutig zu weit. Alle Inhalte sollten zugänglich sein, ganz gleich ob man sich irgendwie extra anmeldet oder nicht.

Dazu sind die Ingame-Kaufoptionen schlecht ausbalanciert. So könnt ihr die stärksten Waffen- und Ausrüstungsgegenstände bereits sehr früh im Spiel auch gegen Echtgeld kaufen. Damit verschafft ihr euch natürlich einen Vorteil und hebelt die Spielbalance rasch aus. Auch im Mehrspielermodus kann es zu Verwirrungen kommen, wenn im Extremfall ein Spieler mit einem niedrigen Level plötzlich das stärkere Waffenarsenal besitzt. Auch die zukaufbaren Booster schlagen in eine ähnliche Kerbe.

System: Playstation 4
Vertrieb: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft
Releasedatum: 13. November 2014
USK: ab 16
Offizielle Homepage: http://assassinscreed.ubi.com/de-de/games/assassins-creed-unity.aspx

8.5

Wertung und Fazit

PS4-Test: Assassin’s Creed: Unity

„Assassin's Creed: Unity“ ist nicht fehlerfrei. Faktoren wie die Ingame-Bezahl-Optionen, die wankelmütige Spielbalance und auch die vielen kleinen und größeren technischen Fehler nagen am Gesamteindruck und kosten das Abenteuer in seiner jetzigen Verfassung noch den Sprung zur 9.0. Trotzdem: Was ist denn das bitte für ein Revolutionsepos? „Assassin's Creed: Unity“ strotzt vor tollen Missionen und bietet eine nahezu unendliche Fülle an Aufgaben. Viele Baustellen wie etwa die tranigen Lauschaufträge wurden gestrichen. Neue, spannende Missionstypen wie die Mordfälle oder die Paris Geschichten sind hinzu gekommen. Einige Neuerungen greifen allerdings noch nicht: Das Kampfsystem und die Parkoursteuerung haben beispielsweise weiterhin ihre Macken. Der Koop-Modus ist eine gelungene Ergänzung zum Spieldesign und fügt sich nahtlos ein. Allerdings funktionieren diese Einsätze auch nur dann, wenn ihr mit Freunden unterwegs seid und euch entsprechend absprechen und koordinieren könnt. Alles in allem ist „Assassin's Creed: Unity“ die erhoffte Weiterentwicklung eines festgefahrenen Franchises. Größer, schöner und vor allem besser spielbar!

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