Review

Team Sonic Racing im Test: Im Team vorbei an „Mario Kart“?

von Olaf Bleich | 21.05.2019 - 19:33 Uhr
Platform
Playstation 4
Developer
Sumo Digital
Publisher
Sega
Release
21. Mai 2019
7.5

Echte Fun-Racer hatten zuletzt auf der Playstation 4 einen schweren Stand. Abseits von „Trackmania“ oder dem bald erscheinenden „Crash Team Racing“ herrscht gähnende Leere auf der Strecke. Einen echten „Mario Kart“-Killer gibt es jedenfalls nicht. Da kommt „Team Sonic Racing“ gerade recht: Der von Sumo Digital entwickelte Spaß-Flitzer greift viele Tugenden des erfolgreichen Vorgängers „Sonic and All-Stars Racing Transformed“ auf und ergänzt sie um eine packende Team-Mechanik. Der Test verrät, ob sich „Mario Kart“ warm anziehen muss!

Was wir gut finden

So muss ein Fun-Racer aussehen!

„Team Sonic Racing“ wandelt optisch auf den Pfaden seiner Vorgänger: Kunterbunte Comic-Welten, halsbrecherische Strecken und eine gehörige Portion Sega-Nostalgie. Sumo Digital setzt das Renngeschehen ausgezeichnet in Szene und greift bei seinen 21 in sieben Zonen aufgeteilte Strecken auf bekannte Schauplätze des „Sonic“-Universums zurück. Als wir beim Seaside Hill die ersten Wale aus dem Wasser springen sehen, geht uns gleich das Herz auf.

Fun-Racer mit Teamwork

Auch die Auswahl der Fahrer und Fahrzeuge erzeugt bei Sega-Fans ein wohliges Gefühl des Nach-Hause-Kommens. Insgesamt gibt es 15 Fahrer in insgesamt fünf Teams, allerdings keine Helden außerhalb des „Sonic“-Universums. In Team Sonic sind beispielsweise Sonic, Knuckles und Tails unterwegs, in Team Eggman dagegen Metal Sonic, Dr. Eggman und Zavok.

Sehr schön: Das Spiel steckt seine Fahrer zudem in die Kategorien Allrounder, Technik und Masse mit unterschiedlichen und spürbaren Eigenschaften. „Team Sonic Racing“ ist bereits auf den ersten Blick ein Spiel für die ganze Familie, holt aber auch Erwachsene problemlos ab. Speziell auf der Playstation 4 Pro läuft das Spiel butterweich.

Gemeinsam geben wir Gas

Dass die 15 Piloten in Teams antreten, hat natürlich einen guten Grund: Seid ihr im Team-Modus unterwegs, interagiert ihr auf verschiedene Arten mit euren Kollegen und erhaltet dafür Boost-Energie. Hier kommt es nicht auf den Erfolg des Einzelnen, sondern auf den des Rennstalls an. Entsprechend landet die Mannschaft mit der besten Gesamtplatzierung auf dem Treppchen. Dadurch lohnen sich taktisches Vorgehen und Absprachen im Multiplayer.

Beispielsweise zieht der Vorausfahrende einen gut sichtbaren Windschatten hinter sich her. Bleibt ihr in dieser Spur, beschleunigt ihr zusätzlich. Dazu tauscht ihr Objekte untereinander aus und könnt so beispielsweise zurückliegende Fahrer unterstützen. Zugegeben, letzteres erschwert ein wenig die Steuerung und erfordert Eingewöhnung. Insgesamt jedoch motiviert die Team-Funktion und setzt „Team Sonic Racing“ von der Konkurrenz ab.

Das motiviert für länger!

Auf der Strecke präsentiert sich das Spiel nämlich als als grundsolider Fun-Racer: Unterwegs seid ihr stets auf der Suche nach der Ideallinie, bei der ihr Drifts, Turbos und Beschleunigungsbänder verbindet. Das Geschwindigkeitsgefühl ist ordentlich, die Steuerung hätte für unseren Geschmack einen Hauch präziser sein dürfen. Trotzdem macht „Team Sonic Racing“ Spaß. Zusätzliche Disziplinen wie Ringejagd oder Slalom-Events ergänzen das Geschehen. Das Spiel eignet sich dank Vier-Spieler-Splitscreen ausgezeichnet für einen netten Abend mit Familie und Freunden.

In Sachen Langzeitmotivation sticht sicherlich der sehr funktionale Mehrspielermodus – on- und offline – hervor. Sehr schön: Im Spielverlauf könnt ihr eure Fahrzeuge mit Hilfe von gesammelten Coins und Einzelteilen anpassen. Das wiederum motiviert ebenfalls und gibt gerade dem Story-Modus Team-Abenteuer einen Sinn. In diesem arbeitet ihr euch durch sieben Kapitel – untermalt durch grandios schlechte Dialoge. Als Tutorial ist dieser Modus geeignet, ist aber kein Kaufgrund.

Was wir schlecht finden

Müder Soundtrack, furchtbare Sprachausgabe

„Team Sonic Racing“ sieht klasse aus, jedoch unterstreicht die Akustik das Geschehen alles andere als würdig. Der Soundtrack dudelt lediglich im Hintergrund und besitzt zu wenig Wiedererkennungswert. Man verpasst also die Chance, die eigentlich gelungene Atmosphäre mit den passenden Klängen zu untermauern. Noch schlimmer trifft es lediglich die während der Rennen und in den wenigen Momenten des Team-Abenteuers eingestreuten Figuren.

Ihre Stimmen spotten jeder Beschreibung und wären selbst für das samstägliche Vormittagsprogramm noch zu albern. Wenn also Big the Cat mit dumpfer, tiefer Stimme in euer Ohr säuselt, dann zerstört das jegliche Stimmung und Lust auf das nächste Rennen. Unser Tipp: Möglichst schnell weg drücken!

Zu wenig Neues, abseits des Team-Modus

So launig sich „Team Sonic Racing“ spielen mag, auf der Strecke ist längst nicht alles perfekt: Waffen und Extras erweisen sich als denkbar langweilig und besitzen keine eigene Identität. Wir verschießen Raketen, boosten uns mit einem Turbo, platzieren Blöcke oder ziehen eine Feuerspur hinter uns her. Das ist alles ganz nett, aber eben auch nicht sonderlich originell. Ansonsten stören der ja gerade bei Fun-Racern so berüchtigte Gummiband-Effekt. Seid euch also eurer Position nie zu sicher. Spätestens beim nächsten Team-Turbo sieht es schon wieder anders aus.

Nicht ganz in der Spur

Das Fahrgefühl hingegen ist zwar ordentlich, aber längst nicht so ausgezeichnet wie etwa bei der Nintendo-Konkurrenz. So ist „Mario Kart“ einen Hauch schneller und dynamischer. Die Karts in „Team Sonic Racing“ liegen etwas schwerer auf der Straße. Das macht Drifts zwar berechenbarer, aber auch etwas unbefriedigender. Gerade Zusammenstöße geben zudem ein merkwürdiges Feedback und sind nicht wirklich kalkulierbar. In Kombination mit der minimal schwammigen Steuerung ergibt sich daher ein gutes, aber längst nicht perfektes Rennerlebnis.

7.5
Pro
  • hübsche Grafik mit hohem Wiedererkennungswert
  • spaßige Mehrspielerbetrieb inklusive Splitscreen
  • reichhaltige Auswahl an Strecken und Optionen
Contra
  • Strecken gelegentlich zu unübersichtlich
  • kleinere Schwächen in der Steuerung
  • furchtbare Sprachausgabe und mäßiger Soundtrack

Wertung und Fazit

Team Sonic Racing im Test: Im Team vorbei an „Mario Kart“?

„Team Sonic Racing“ präsentiert sich als gefälliger, wenn auch nicht alles überragender Fun-Racer. Das frische Teamwork-Gameplay steht dem flotten Flitzer ausgezeichnet und bringt gerade im Mehrspielerbetrieb zusätzliche, taktische Möglichkeiten mit sich.

Die große Auswahl an Strecken und Fahrzeugen inklusive der Anpassung der eigenen Ausstattung garantiert zudem langfristigen Spielspaß. Besonders im Vier-Spieler-Splitscreen entstehen so typische „Mario Kart“-Momente, die Freundschaften auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Leider fallen aber auch einige Schwächen auf: Soundtrack und Sprachausgabe erweisen sich als unterirdisch.

Dazu stören der für das Genre typische Gummiband-Effekt, die gelegentlich wirre Streckenführung oder auch die nicht ganz perfekt umgesetzte Steuerung. „Team Sonic Racing“ ist trotz kleinerer Abstriche ein gelungener Fun-Racer, der dem Genre alle Ehre macht. Der Spaß für die ganze Familie steht hier im Vordergrund und genau das liefert das Rennspiel auch.

Reviews

Kommentare

  1. Yaku sagt:

    Die ganzen Jahre hat ein guter Funracer auf der PS4 gefällt und jetzt kommen gleich zwei kurz hintereinander.
    Werde aber bei CTR zuschlagen.

  2. pasma sagt:

    Kein guter Soundtrack? Ohje, das war noch beim ersten Teil (?) Sonic and Sega all stars Racing anders!
    Ich muss zugeben. Viel Fun-Racer spiele ich nicht. Aber ModNation Racers konnte mich mit seinem Editor voll abholen. Schade, dass da nicht's neues kommt!
    Und eine Gummiband KI gab es bei Blur auch nicht.
    Schade!

  3. Yaku sagt:

    @pasma das Blur so untergegangen ist damals, schade. Ungefähr zur gleichen Zeit kam Split/Second raus und habe beide gerne gespielt., vor allem Blur im Multiplayer war der Hammer.

  4. Daveron sagt:

    @Yaku da schwelge ich doch glatt wieder ein bisschen in der Vergangenheit. Split/Second und insbesondere Blur habe ich geliebt!

  5. Michael Knight sagt:

    nichts geht über mario kart. seit jahren unangefochten die #1 was fun racer angeht.

  6. pasma sagt:

    @Yaku und @Daveron Genau!
    Ich fand Split/Second wegen seinen Explosionen noch spannender und da es auch was neues war. Aber beide Games hätten bessere Verkaufszahlen bzw. einen Nachfolger verdient!
    Und keine Studioschließing!
    (Vielleicht lag es auch daran, dass die Spiele nicht zum Weihnachtsgeschäft erschienen? Pure, das vorherige Spiel von Disney Black Rock erschien im September.)

  7. Twisted M_fan sagt:

    Naja die Mukke wird eh immer ausgestellt die konnte ich in MK8 auf der WiiU schon nicht ertragen dieses Kirmesgedudel.In MK8 konnte die Musik nicht mal abgestellt werden weil Nintendo typisch das nicht gebacken bekommt.

    Tendiere aber so oder so zu Crash Team Racing obwohl mich Team Sonic Racing auch etwas reizt.Spätestens wenn Crash Team Racing am 21.06 erscheint sieht es für Team Sonic nicht mehr gut aus.

    Was mich am meisten stört ist das im Singelplayer Zitat von Eurogamer:Diese Team-Mechanik ist im Singleplayer recht seltsam, weil ihr manchmal nicht gewinnt, obwohl ihr immer Erster werdet, einfach, weil der Computer schlecht fuhr.

    Deshalb warte ich lieber auf CTR hier gibt es wie im Original eine tolle Singelplayer erfahrung und im MP wird das wohl auch richtig Rocken.

  8. VisionarY sagt:

    @pasma modnation racers war an sich gut, ABER die Ladezeiten des Todes... also mehr laden also spielen... ne danke

  9. Argonar sagt:

    Ja Mario Kart ist der King.
    Ich hab aber nichts gegen Alternativen für etwas mehr Abwechslung. Solange sie auch Abwechslung bieten.

    Ich war ja immer ein Fan von F-Zero und würd mich freuen, wenn da mal wieder was kommt. Sonic sieht ganz nett aus, Crash bräuchte ich jetzt nicht.

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