Dragon Quest: Serien-Komponist Koichi Sugiyama ist verstorben

Kommentare (15)

Der berühmte japanische Komponist Koichi Sugiyama ist verstorben. Berühmt sind vor allem seine Melodien des "Dragon Quest"-Franchise, an dem er seit dessen Anfangstagen mitwirkte.

Dragon Quest: Serien-Komponist Koichi Sugiyama ist verstorben
Koichi Sugiyama komponierte die Musik der "Dragon Quest"-Reihe.

Heute erreicht uns die Nachricht (via Siliconera), dass Koichi Sugiyama, eine der prägenden Kräfte hinter der „Dragon Quest“-Reihe, verstorben ist. Dies gab sein langjähriger Arbeitgeber Square Enix im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt. Sugiyama wurde 90 Jahre alt.

Dragon Quest: Koichi Sugiyama komponierte hunderte Musikstücke

Koichi Sugiyama wurde am 11. April 1931 in Japans Hauptstadt Tokio geboren. Bereits während seiner Schulzeit entwickelte er eine große Begeisterung für Musik und machte diese Leidenschaft später zu seinem Beruf. Er studierte an der Universität Tokio und machte dort im Jahre 1958 seinen Abschluss. Noch im selben Jahr schloss er sich dem Sender Fuji TV an, wo er zunächst als Regisseur arbeitete. Seit 1968 konzentrierte er sich vollständig auf die Musik.

In den frühen 1980er-Jahren führte ihn sein Weg schließlich in die Videospielbranche, genauer zum Unternehmen Enix. Er schrieb einen Fanbrief an die Firma, deren Angestellten von seiner Leidenschaft und Expertise für Games so gerührt waren, dass sie ihm anboten, Musik für ihre Spiele zu komponieren. Die sicherlich berühmteste Reihe, die er mit seinen Musikstücken untermalte, war „Dragon Quest“, an der er seit dem ersten Teil von 1986 mitwirkte.

Neben den elf Hauptteilen der JRPG-Serie steuerte Sugiyama ebenfalls Lieder für verschiedene Videospiel- und Anime-Spin-offs bei, etwa den vor zwei Jahren veröffentlichten Anime-Kinofilm „Dragon Quest: Your Story“. Das von ihm komponierte „Dragon Quest“-Theme wurde während der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2020 in Tokio aufgeführt. „Der Beitrag, den Koichi Sugiyama seit der Geburt der „Dragon Quest“-Reihe bis heute geleistet hat, ist mit Worten nicht zu beschreiben“, sagte Yosuke Matsuda, der Präsident und CEO von Square Enix.

Neben Matsuda äußerte sich ebenfalls Koichi Sugiyamas langjähriger Wegbegleiter Akira Toriyama zu dessen Tod. Toriyama ist vor allem als Schöpfer der Manga-Reihe „Dragon Ball“ bekannt und wirkt seit den Anfängen des „Dragon Quest“-Franchise als Character Desiger an diesem mit. Der Mangaka zeigt sich überrascht von Sugiyamas Tod und sagt, es sei „keine Übertreibung zu sagen, dass das Image von ‚Dragon Quest‘ durch die wunderbaren und unvergesslichen Lieder von Herrn Sugiyama geprägt wurde, der das Spiel von Anfang an liebte.“

Zum Thema: Dragon Quest XII: Soll den Grundstein für die nächsten 10 bis 20 Jahre legen

Als Privatperson stand Koichi Suguyama indes in den vergangenen Jahren auch immer wieder in der Kritik. Er war ein aktives Mitglied einer japanischen rechtsextremen Partei, die sich unter anderem für Japanischen Nationalismus starkmacht. Darüber hinaus unterstützte er einen berüchtigten Anti-LGBTQ-Politiker im Jahr 2015 und erklärte, er glaube nicht, dass Japan während des Zweiten Weltkriegs Kriegsverbrechen begangen habe.

Koichi Sugiyama verstarb am 30. September 2021 und wurde im Rahmen einer privaten Trauerfeier in Gegenwart seiner Familie und enger Freunde beigesetzt.

Weitere Meldungen zu .
(*) Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.

Kommentare

  1. Sekiro29 sagt:

    R.I.P Koichi Sugiyama San

  2. Kintaro Oe sagt:

    Baujahr 1931 ist schon eine Hausnummer, dass muss man erst einmal schaffen. Was der gute Mann alles erlebt haben muss!

    Gruß

  3. SteveSunderland86 sagt:

    Ruhe in Frieden. Der Mensch hat ein tolles Erbe hinterlassen, sehr schade, aber natürlich der Lauf der Zeit.

  4. Link sagt:

    Toller Komponist, fragwürdige Einstellungen.
    Übrigens auch der Grund, warum Versionen DQs außerhalb Japans nicht den fantastischen Orchester Soundtrack haben.

    90 Jahre und das Vermächtnis erlauben einem aber ruhigen Gewissens abtreten zu dürfen.

  5. wITCHcrftXX sagt:

    Ruhe in Frieden.

  6. Raine sagt:

    Als Komponist: legendär---Als Mensch: fragwürdig

  7. Rasierer sagt:

    @raine

    Was hat der gute den angestellt?

  8. Link sagt:

    @Rasierer: Nun, mir reicht zum Beispiel schon, was oben im Text steht.

  9. YoSoyRegg sagt:

    Keine Kriegsverbrechen? Da hat der gute herr wohl nix von Einheit 731 gehört. (Was von vielen wohl immer noch ignoriert wird)

  10. Raine sagt:

    Rasierer, lassen wir das. Zollen wir ihm einfach unseren Respekt für sein Werk in der Videospielbranche.

  11. Beelzemon sagt:

    Meine Trauer hält sich in Grenzen. Und Dragon Quest ist mit einem neuen Komponisten sowieso besser dran.

  12. AgentJamie sagt:

    Als Komponist ein legendäres Assloch. Sorry für mein abfälliges Urteil, aber mit so seiner Haltung macht er seinen guten Ruf von jetzt auf gleich zunichte. Sowas sollte man nicht ehren und schon gar nicht darüber berichten.

  13. Squall Leonhart sagt:

    @Raine
    Sehr gut gesprochen. Finde das auch wirklich geschmacklos, wie einige sich hier über einen Toten äußern.
    Er mag zwar politische Ansichten gehabt haben die nicht jeder teilte, seine Kompositionen waren dennoch mehr als erhaben. Ein Teil seines Geistes wird wohl ewig in Dragon Quest fortbestehen.
    Ruhe in Frieden Koichi Sugiyama San.

  14. Sascha.Henning sagt:

    Krass was hier einige Leute von sich geben,
    möge Koichi Sugiyama in Frieden ruhen.

  15. AgentJamie sagt:

    @Squall Leonhart

    Ich würde bei meiner Meinung bleiben, auch wenn er noch leben würde. Jemand, der in einer Branche arbeitet, die für Toleranz und Offenheit steht, ist nicht mit seiner Haltung kompatibel. Die Japaner sind damals sehr Grausam mit den Koreanern und Chinesen umgegangen, aber das will er nicht wahr haben. So eine Person zu ehren, zeigt eine falsche Toleranz, die mit Zynismus gleichzusetzen ist. Absolut verlogen das Ganze.