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The Dark Pictures House of Ashes im Test: Viel Action statt großer Horror

play3 Review: The Dark Pictures House of Ashes im Test: Viel Action statt großer Horror
8.0

Kurz vor Halloween haben wir uns den neuesten Ableger der “The Dark Pictures Anthology” geschnappt und uns auf der Suche nach geheimen Biowaffen leider eher weniger gegruselt. Weshalb es trotzdem ein ziemlich gutes Spiel ist, verraten wir euch im Test.

Für den Fall, dass ihr mit “The Dark Pictures: Anthology” noch nicht vertraut seid, fassen wir kurz zusammen: Hinter diesem Videospiel-Franchise verstecken sich mittlerweile drei kleine Horror-Abenteuer, die jeweils in einer in sich geschlossenen Episode veröffentlicht werden.

Jede Geschichte dreht sich dabei immer um verschiedene Charaktere, spielt an einem anderen Ort und rückt eine neue Gefahr in den Mittelpunkt. Was das Gameplay angeht: Man könnte die “The Dark Pictures”-Reihe wohl als eine Art spielbaren Horrorfilm bezeichnen, ähnlich wie das äußerst beliebte “Until Dawn”.

Horrorspiel oder Action-Game?

Nach “The Dark Pictures: Man of Medan” und “Little Hope”, erscheint nun bald mit House of Ashes der dritte Teil der Spielreihe. Wir haben uns bereits jetzt ausgiebig in das Grusel-Abenteuer gestürzt, das leider immer mehr vom “Resident Evil”-Syndrom gepackt wird. Obwohl “House of Ashes” nicht wirklich etwas mit Zombies am Hut hat, weist es doch eine Parallele zum bekannten Grusel-Franchise auf: Beide Spielereihen wollen sich gern als Horror-Spiel betiteln, driften aber mit ihrem Gameplay zu stark in Richtung Action ab. Dadurch kommt leider nur selten richtiger Horror oder gar Angst auf. Doch beginnen wir von vorn:

Von Biowaffen zu Fledermäusen

Neben dem Prolog, der in einem sumerischen Tempel viele Jahre vor den Geschehnissen des Spiels stattfindet, erfahrt ihr ein wenig über die Ursprünge der Gefahr, die auf euch lauert. Kurz darauf findet ihr euch als Teil einer Spezialeinheit (mit Starbesetzung: Ashley Tisdale) wieder, die im Zuge des Irakkriegs auf der Suche nach Biowaffen ist, die möglicherweise tief unter der Erde versteckt werden. Nach einem verheerenden Erdbeben findet ihr euch zwar in den Tiefen eines längst vergessenen Tempels wieder, von den gesuchten Biowaffen fehlt allerdings jede Spur.

Anstatt eines Waffenlagers findet ihr jedoch auf eine andere Gefahr: Monster, die mutierten Fledermäusen erstaunlich ähnlich sehen. Die blutdurstigen Kreaturen sind besonders stark, sodass euch häufig nur die Flucht bleibt. Das Spiel gibt euch auch oft die Möglichkeit, mit Waffen gegen die Feinde anzutreten, doch nicht alles ist so tödlich, wie es den Anschein macht! Also verlasst euch lieber nicht zu sehr darauf. Neben gefährlichen Kreaturen, werdet ihr zudem noch auf menschliche Gegner treffen, die nicht minder gefährlich sind. Vielleicht könnt ihr gegen die übermenschliche Gefahr zusammenarbeiten?

Überraschender Story-Twist

Weshalb das unterirdische Gemäuer voller tödlicher Kreaturen ist, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht, schließlich wollen wir den einen oder anderen Story-Twist nicht vorwegnehmen. Doch so viel sei gesagt: Die letzten 1 – 2 Stunden von “House of Ashes” machen eine komplette Wendung durch. Echt spannend! Ihr werdet überraschenderweise ein völlig neues Gebiet betreten und mit Erzählsträngen befeuert, die viele Geschehnisse in ein neues Licht rücken. Das macht die Geschichte noch einmal aufregend, leider werden aber auch einige dieser neuen Informationen nicht oder nicht ausreichend zu Ende geführt, sodass sich auch nach Abschluss des Spiels die eine oder andere Frage auftut.

Während die ersten beiden Episoden sich schließlich nachvollziehbar auflösen, bleiben bei “House of Ashes” noch ein paar Fragezeichen im Kopf zurück, die sich wunderbar in kleinem Kreis diskutieren lassen. Im Optimalfall habt ihr sowieso schon ein paar Freunde zur Hand, denn wie auch die Vorgänger kann diese Geschichte nicht nur allein oder online, sondern auch mit bis zu vier weiteren Mitspielern an einer Konsole gespielt werden. Dafür braucht ihr auch nur einen Controller – praktisch!

Seid nett – oder auch nicht!

Wie immer ist es möglich, dass die einzelnen Charaktere im Laufe der Geschichte sterben, mit etwas Geschick überleben sie ihren Ausflug in den Untergrund aber auch alle. 60 verschiedene Tode sind möglich – die Wahrscheinlichkeit, dass ihr einen davon erwischt, ist hoch! Wie sich die einzelnen Erzählungen entwickeln, entscheidet ihr maßgeblich mit. In Form von Quick-Time-Events und auch den Antworten, die ihr in den zahlreichen Dialogen gebt. Besondere Tiefe gibt in “House of Ashes” beispielsweise der Konflikt zwischen zwei verfeindeten Truppen, die sich gegen die Monster verbünden könnten – abhängig von euren Entscheidungen, wird sich auch der Verlauf der Geschichte ändern.

Unser Tipp: Perfektion ist nicht immer der beste Weg! Manchmal ist es besser, ein Quick-Time-Event nicht zu schaffen oder einfach gar keine Antwort zu geben, bevor man etwas Falsches sagt. Es gibt zahlreiche Wege, die ihr dank umfangreicher Dialoge und Aktionen einschlagen könnt. Sie alle führen zum Überleben oder Tod verschiedener Figuren an ganz unterschiedlichen Plätzen. Dadurch ist der Wiederspielwert enorm hoch!

Vorahnungen und Ratschläge

Damit ihr nicht ganz im Dunklen tappt, gibt es zahlreiche Hinweise im Spiel – doch die müsst ihr erstmal finden. So verstecken sich zum Beispiel Steintafeln, die euch Vorahnungen einer möglichen Zukunft zeigen. Diese Geschehnisse könnten eintreffen, müssen aber nicht. Eure Entscheidungen bis dahin nehmen darauf großen Einfluss. Habt ihr beispielsweise eine Schusswaffe und seht, wie euer Charakter sie in einer Vorahnung zu seinem Vorteil einsetzt, solltet ihr tunlichst darauf achten, sie zu behalten. Vielleicht seht ihr aber auch eine tödliche Zukunft und bekommt dadurch hinweise, was ihr lieber nicht machen solltet.

Es lohnt sich zudem, die zahlreichen versteckten Notizen, Bücher und Bilder zu finden, da sie spannende Hintergrundinformationen erzählen, mit denen ihr euch die Geschichte zusammenreimen könnt. Außerdem gibt es auch im dritten Teil den allseits beliebten Kurator, der euch mit kryptischen Hinweisen auf Wunsch einen Ratschlag gibt. Der Bewahrer der Geschichten, wie er sich selbst nennt, beobachtet euch auf Schritt und tritt . Das könnt ihr sogar selbst sehen! Manchmal ist er im Hintergrund von wichtigen Szenen zu entdecken. Er wird euch nicht helfen, egal wie es um euch steht – doch er zeichnet jeden eurer Schritte auf. Der Kurator ist einfach Kult.

8.0

Wertung und Fazit

PRO
  • Verbessertes Dialogsystem
  • Spannende Geschichte mit Wendungen
  • Tolle Grafik & Motion Capturing
  • Starbesetzung (Ashley Tisdale)
  • Fokus auf Beziehungen untereinander tiefgründiger
CONTRA
  • wenig Horror
  • offene Fragen / unlogische Aspekte
  • Steuerung beim Betrachten von Gegenständen hakelig
  • kleinere Bugs

The Dark Pictures House of Ashes im Test: Viel Action statt großer Horror

“House of Ashes” ist der bisher beste Teil der Anthologie. Zum Großteil ist das Motion Capturing gut gelungen und die Grafik hat definitiv einen Sprung nach vorn gemacht - davon profitiert auch die nun endlich freie Kamera.

Das eigenständige Erkunden der abgesteckten Areale fühlt sich dadurch viel freier an und macht mehr Spaß. Was außerdem sehr positiv auffällt: Endlich ist anhand der vorgeschlagenen Antworten ersichtlich, in welche Richtung das Gespräch laufen wird. In den Vorgängern war es oft ein Rätselraten, was die entsprechende Dialogauswahl auslösen wird - das ist nun deutlich besser.

Es ist schade, dass “House of Ashes” den Fokus stark auf Action gelegt hat: Die Kreaturen wirken zwar ein bisschen gruselig, wenn auch wenig innovativ, aber sie haben nie ein wirkliches Horrorgefühl ausgelöst. Anstatt Angst vor der nächsten Abzweigung, wächst innerlich eher das Adrenalin, endlich alle auszulöschen. Das ist zwar trotzdem spannend und hat eine Menge Spaß gemacht, verfehlt den Horror-Aspekt aber trotzdem ein wenig.

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Kommentare

Saowart-Chan

Saowart-Chan

21. Oktober 2021 um 16:08 Uhr
Saowart-Chan

Saowart-Chan

21. Oktober 2021 um 16:41 Uhr
KonsoleroGuy

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21. Oktober 2021 um 16:50 Uhr
JinofTsushima

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22. Oktober 2021 um 11:17 Uhr