Dying Light 2 im PLAY3.DE-Interview: „Entscheidungen und Konsequenzen machten die Entwicklung komplexer“

Entscheidungen und Konsequenzen, Open-World-Design und der Druck auf das Team von Techland: Im Interview spricht Creative Director Adrian Ciszewski über die Entwicklung und den Status von „Dying Light 2“.

Dying Light 2 im PLAY3.DE-Interview: „Entscheidungen und Konsequenzen machten die Entwicklung komplexer“

„Dying Light 2“ erscheint am 04. Februar 2022 u.a. für PlayStation 4 und PlayStation 5 – nach etlichen Release-Verschiebungen. Am 18. Oktober 2021 lud Entwickler Techland ins polnische Warschau für eine erste ausgiebige Hands-On-Session mit dem Spiel. Unsere Eindrücke könnt ihr beispielsweise im Preview-Bericht und weiteren Artikeln nachlesen. Zudem nahm sich Creative Director Adrian Ciszewski Zeit für ein Interview und beantwortete unsere Fragen zum Design von „Dying Light 2“.

PLAY3.DE: Der Vorgänger war sehr erfolgreich und „Dying Light 2“ ließ lange auf sich warten. Unter wie viel Druck stehen du und das Team bei der Fertigstellung des Projekts?

Adrian Ciszewski: Es ist immer Druck da. Ich weiß noch als ich an „Dead Island“ mitgearbeitet habe – ein super altes Zombie-Spiel. Es war das erste Open-World-Game von Techland. Und dann kam dieser Trailer und alle waren gehypet. Was ich sagen will: Druck gehört dazu und hilft auch, seine Ziele zu verfolgen. Für „Dying Light 2“ haben wir mit Entscheidungen und Konsequenzen teils sehr komplexe Systeme eingeführt. Diese sind schwer zu entwickeln und bringt enorme Arbeit mit sich. Schließlich soll es kein Gimmick sein. Es soll alles miteinander verbringen: Spielwelt, Gameplay und Story.

„Dying Light 2“ fühlt sich deutlich vielschichtiger an. Fast als wäre es ein Open-World-Rollenspiel und nicht mehr „nur“ ein Actionspiel.

Da gehe ich nicht ganz mit: Die „Moment zu Moment“-Erfahrung, das Parkour, die Kämpfe – Das alles macht „Dying Light 2“ in erster Linie zu einem Actionspiel. Rollenspiele drehen sich stärker und Charakterwerte und deren Einbindung in Geschichte und Gameplay. Einzelne Momente sind weniger prominent als die Entwicklung des Charakters beispielsweise. Wir haben stark an Kampf und Parkour gearbeitet, um Spielern eine möglichst runde Spielerfahrung zu liefern.

„Dying Light 2“ wurde erst kürzlich auf den 04. Februar 2022 verschoben. An was arbeitet ihr gerade besonders?

An allem! Ich weiß, dass in der hier gezeigten Version noch Fehler sind. Das ist normal in diesem Stadium der Entwicklung. In Bezug auf den Inhalt ist das Spiel seit einigen Monaten komplett. Seitdem betreiben wie Polishing. Jeden Tag.

Einige Unternehmen unterstützen uns dabei. Wir möchten ein Spiel veröffentlichen, mit dem die Fans und wir zufrieden sind. Es gibt noch einiges zu bearbeiten: Die Bildqualität, die Animationen und natürlich die Fehler, die du teils auch noch gesehen hast. Aber allein durch das System aus Entscheidungen und Konsequenzen besitzt „Dying Light 2“ eine deutlich komplexere Struktur und mehr Tiefe. Es ist klar, dass der Feinschliff mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Die Entscheidungen und die Möglichkeit, Gebäude zuzuweisen prägen ja den Spielablauf. Aber wie sehr wird davon die Geschichte beeinflusst und hat es mehr Auswirkungen als nur auf die Gameplay-Eckpfeiler Kampf und Parkour?

Das sind gleich zwei Fragen auf einmal. Starten wir mit den Entscheidungen und Konsequenzen: Sie verändern nicht die Hauptgeschichte. Unsere Story ist sehr persönlich: Aiden sucht sein Schwester Mia. Es gibt eine enge Verbindung zu den Peacekeepers. Einige dieser Konsequenzen hängen mit den Nebenmissionen zusammen. Hier kommt eure Verbindung zu den Peacekeepers und den Survivors ins Spiel. An dieser Stelle findet ihr Nebenmissionen, Nebenschauplätze und auch weitere Konflikte – teils auch innerhalb der Gruppierungen selbst.

Es gibt in „Dying Light 2“ kein schwarz oder weiß, sondern sehr viel dazwischen. Du kannst also deine Zeit in Nebenaufträge investieren und so die Konflikte kennenlernen, verändern und vielleicht sogar lösen. Jetzt zum „Allignement-System“: Sie sind mehr als nur um Belohnungen für Kampf oder Parkour. Du veränderst auch das Aussehen der Stadt. Gebäude der Peacekeepers erinnern an Festungen. Drumherum findet ihr Einrichtungen wie etwa einen Rekruitierungsplatz für neue Soldaten oder einen Schneider, der Uniformen näht.

Zudem gibt es neue Quests, Läden und verrückte Charaktere. Ich liebe sie. Wählst du die Survivors, sehen die Bereiche anders aus. Da beobachtest du vielleicht eine Schule oder wie jemand Kürbiskuchen backt. Es klingt albern, aber solch kleinen Dingen erzählen die Geschichte ebenfalls. Die Menschen in „Dying Light 2“ leben in einer neuen Realität und haben sich damit arrangiert. Wir bringen so zusätzliche Tiefe in die Spielwelt. Und vielleicht spielst du beim zweiten Durchgang anders und erlebst so „Dying Light 2“ von einer anderen Seite.

Als wir heute gespielt haben, dachten wir: Okay, die Survivors sind die Guten und die Peacekeepers sind die Bösen …

Ganz so einfach ist es nicht. Die Survivors haben Aiden zuvor etwas wirklich Schlimmes angetan. Aber ich stimme dir grundsätzlich zu: Die Survivors sind arm und sie benötigen Hilfe. Peacekeepers drehen sich stärker um den Kampf und Survivors um Parkour.

Das Spannende sind aber auch die Einrichtungen, die man mit der Zeit aktiviert und verwenden kann – wie etwa beim Elektrizitäts- oder dem Wasserturm. Hast du das Wasser aktiviert, kann du im Apartment wieder das Wasser aufdrehen. Wir haben natürlich noch viel mehr: Die U-Bahn-Stationen sind fantastisch. Wir führen für jede Aktivität ein eigenes Gameplay ein: Bei der Windmühle das Emporklettern an beweglichen Plattformen, im Elektrizitätswerk die Kabel-Puzzles. Aber es gibt nicht mehrere Gebäude des selben Typs. Stattdessen möchten wir Spieler überraschen. Sie sollen sagen: „Jetzt ist etwas anders.“

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Okay, aber es muss doch auch Ideen geben, die nicht im Spiel gelandet sind?! Irgendwann in der Entwicklung muss das Spiel ja auch fertig werden.

Na klar, aber ich weiß nicht, ob ich darüber reden kann. Vielleicht veröffentlichen wir die Inhalte noch in späteren Erweiterungen. Und ich denke, wir werden von „Dying Light 2“ noch mehr sehen. Schau mal beim Vorgänger. Es ist 2021 und auch sechs Jahre nach Erscheinen kommen noch neuer Content.

Jeden Tag spielen noch tausende Fans. Wir haben also noch Munition für die kommenden Jahre. Nach dem Release kündigen wir den Live-Service an und wie im ersten Teil bringen wir mehr Tiefe und neue Inhalte´. Wir sind selbst Gamer und tun alles für unsere Community.

Vielen Dank für das Gespräch!

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