Review

Return to Monkey Island im Test: Lustiger Rätselspaß (auch für Neulinge?)

Ob erfahrener Pirat oder nicht: “Return to Monkey Island” möchte mit dem kürzlich veröffentlichten Point- and Click Adventure ein bisschen Seeluft in euer Gaming-Zimmer bringen. Wir haben es auf PS5 gespielt und verraten, ob auch Neulinge etwas damit anfangen können.

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8.0

Lasst uns doch direkt mit dem Offensichtlichen beginnen: “Return to Monkey Island” gilt als “echter dritter Teil” der Reihe und lässt die Herzen der Fans höher schlagen. Wer sich schon damals mit Guybrush Threepwood durch die Bildschirme geklickt hat, freut sich aufgrund zahlreicher bekannter Schauplätze, Charaktere und Anspielungen nun auch über diesen Teil. Lediglich der Grafikstil wird unter Nostalgieliebhabern heiß diskutiert.

Die Autorin dieses Beitrags ist frisch in das “Monkey Island”-Franchise eingestiegen, obwohl Point-and-Click-Adventures wie “Deponia” definitiv zu den eigenen Lieblingsspielen zählen. Deshalb bekommt ihr mit dieser Review zu “Return to Monkey Island” einen frischen, nicht nostalgisch verklärten Blick auf das Game. Vor allem klären wir hier auch die Frage: Braucht man Vorwissen, um die Geschichte von “Return to Monkey Island” zu verstehen?

Das Geheimnis von Monkey Island

Wie es der Name des Spiels schon verrät, wollt ihr in der piratenmäßigen Haut von Protagonist Guybrush zurück nach Monkey Island. Warum? Weil der Oberbösewicht des Franchises, Piratenchef LeChuck, eine Karte zum Geheimnis von Monkey Island aufgetrieben hat. Und um ihm zuvorzukommen, müsst ihr nun auch auf die namensgebende Affeninsel.

Als ziemlich mittelloser Pirat ohne Schiff oder Crew wird das leider ein bisschen schwierig, also startet ihr auf Mêlée Island und versucht, neue Mitglieder zu rekrutieren und einen fahrbaren Untersatz zu finden. Das klappt allerdings nicht, also verkleidet ihr euch als untoter Pirat und heuert auf dem Schiff von LeChuck als Schrubbi an. Die Decks schrubbend macht ihr euch so auf den Weg nach Monkey Island, um das Geheimnis möglichst vor dem Bösewicht aufzudecken.

Rätselspaß auf PlayStation 5

Point-and-Click-Adventures sind eigentlich typische PC-Spiele. Schließlich lassen sich Objekte mit der Maus meist viel gezielter ansteuern, als mit dem Analogstick des Controllers. “Return to Monkey Island” hat das aber gut gelöst: Auf dem Bildschirm sind alle Elemente, mit denen ihr interagieren könnt, gekennzeichnet. Ihr bewegt euch einfach in die Nähe und navigiert von Punkt zu Punkt mit dem Stick.

Die meisten Dinge könnt ihr anschauen, kommentieren und ab und zu mitnehmen. Auch in eurer Tasche lassen sich die gesammelten Gegenstände ziemlich einfach verwenden und miteinander kombinieren.

Zu Anfang des Spiels stehen zwei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl. Ihr braucht aber keine Angst vor der schwierigen Variante zu haben: Dank hilfreichem Tipp-Buch, das jederzeit zur Verfügung steht, kommt eigentlich jeder gut durch. Das ist auch ziemlich gut gestaltet, sodass es nicht zu viele Hinweise freigibt, wenn ihr das nicht wollt.

Vor allem in den ersten drei Stunden sind die Rätsel aber sowieso noch ziemlich einfach und für Adventure-Veteranen wohl schnell ohne großes Grübeln gelöst. Später wird es deutlich kniffliger. Nach nur 10-12 Stunden habt ihr es aber auch mit mehreren Denkpausen geschafft.

Optimal für Nostalgiker, Retro-Liebhaber und “Monkey Island”-Fans

Da es in der Vergangenheit bereits viele “Monkey Island”-Games gab, sind Erinnerungen an die gute alte Zeit und wiederkehrende Charaktere natürlich ein absolutes Must Have. Und die Writer geben sich auch alle Mühe, die “Weißt du noch damals?”-Anekdoten für Neulinge des Franchises verständlich zu machen. Es gibt sogar ein Museum, das viele Stücke von Guybrushs Abenteuern enthält!

Richtiges Nostalgiegefühl kommt aber vermutlich nur auf, wenn man die vorherigen Teile alle gespielt hat. Wer völlig neu im Franchise ist, könnte von den vielen nostalgischen Gesprächen über alte Abenteuer sogar fast ein wenig genervt sein – denn sie passieren wirklich oft.

Wer die alten Spiele kennt, wird sich auf Mêlée Island, der Startinsel, vermutlich gut zurechtfinden. Ob sich das wie ein Recyceln alter Schauplätze anfühlt, müssen Veteranen wohl selbst entscheiden. Aber da ihr nach zwei Stunden im Spiel auch schon in See stechen werdet, ist das wohl auch zu verschmerzen. Außerdem, ihr könnt es euch sicher denken: NOSTALGIE!

Neuer 2D-Grafikstil

Schon nach Veröffentlichung des ersten Trailers wurde viel über den Grafikstil von “Return to Monkey Island” diskutiert. Retro-Fans und Nostalgieliebhaber hätten vermutlich gerne den pixeligen Look von Damals zurück. Als Neueinsteiger gefällt uns der Stil aber ehrlich gesagt ziemlich gut! Und das können wir euch auch erklären:

Der Grafikstil wirkt für das Genre modern und frisch – optimal, um einzusteigen. Es gibt (Achtung, unpopuläre Meinung!) durchaus einige Point-and-Click-Fans, die nämlich nur aufgrund der alten Grafik im Pixel-Stil die wirklich großen Meisterwerke von damals einfach nicht nachholen wollen. Da kann so ein moderner Stil wie dieser ein guter Einstieg ins Franchise sein. Zugegebenermaßen haben wir uns optisch aber ein bisschen mehr erhofft: Ab und an wirken die Hintergründe etwas eintönig und uninspiriert, hier und da hätte man einfach noch ein bisschen mehr Liebe in Details stecken können.

Lustige Piratengeschichte mit deutscher Sprachausgabe

Eine Sache direkt vorweg: Uns hat die Geschichte von “Return to Monkey Island” gut unterhalten. Guybrush ist ein amüsanter Schrubbi und toll vertont! Nahezu alle Figuren haben eine tolle Synchronisation und gut geschriebene Dialoge, die einen zum Lachen bringen. Auch, wenn es vielleicht nicht zu 100% euren Humor trifft, sind viele Unterhaltungen einfach unterhaltsam und werden euch zum Schmunzeln bringen.

Wir wissen natürlich, dass an dieser Stelle niemand über den Verlauf der Geschichte gespoilert werden möchte. Wird Guybrush das Geheimnis aufdecken und damit die komplette Reihe beenden? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Möglicherweise wird er von einem 17-äugigen Monster vom Planeten “Vulkan” aufgefressen, noch bevor er auf dem Schiff von LeChuck Monkey Island überhaupt erreicht.
Mit anderen Worten: Wir verraten natürlich nichts.

8.0

Wertung und Fazit

PRO
  • Sehr gute Controller-Steuerung
  • Tolle Soundtrack
  • Spaßige und nachvollziehbare Rätsel
  • Gut gelungene deutsche Vertonung
  • Amüsant geschriebene Figuren & Geschichte
  • Praktisches Tipp-Buch
  • Frischer Grafik-Stil
CONTRA
  • Rätsel am Anfang häufig etwas zu einfach
  • Ständige Erzählungen aus der Vergangenheit
  • Manche Schauplätze könnten mehr Details vertragen

Return to Monkey Island im Test: Lustiger Rätselspaß (auch für Neulinge?)

Wer das “Monkey Island”-Franchise aus Gründen bisher gemieden oder verpasst hat, sollte bei “Return to Monkey Island” aus unserer Sicht unbedingt zugreifen. Es spielt sich überraschenderweise auch auf der Konsole wunderbar flüssig, die Ladezeiten sind knackig und die Vertonung in deutscher Sprache wunderbar. Lediglich beim Starten hat das Laden über den Cloud-Speicher bei unserer Testversion ewig gedauert - das mag aber einfach daran liegen, das wir vor Release gespielt haben.

Für alle Fans des Franchises gibt es einen fetten Nostalgie-Bonus, aber Guybrush erzählt die Geschehnisse von damals so charmant, dass eigentlich jeder in der Geschichte mitkommt. Da die Rätsel vor allem am Anfang sehr einsteigerfreundlich sind, können auch Neulinge des gesamten Franchises guten Zugang zu Guybrush und seinen Abenteuern bekommen. Veteranen sollten aber unbedingt den höheren Schwierigkeitsgrad wählen, um ab circa der Mitte des Spiels ein paar echte Knobelaufgaben zu bekommen.

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Kommentare

callmesnake

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