Review

Injustice 2 im Test: Heldenhafter Prügelspaß

von OB | 18.05.2017 - 13:19 Uhr
Platform
Playstation 4
Developer
NetherRealm Studios
Publisher
Warner Bros. Interactive
Release
18. Mai 2017
9.0

Die NetherRealm Studios lieferten zuletzt mit „Mortal Kombat X“ im Jahr 2015 einen waschechten Hit ab. Das Beat’em Up punktete nicht nur mit seinen blutigen Fatality-Moves, sondern auch mit seinem geschmeidigen Kampfsystem. Und zu aller Überraschung landete es noch nicht einmal auf dem Index. In „Injustice 2“ geht zwar weit weniger brutal, dafür aber umso spektakulärer zu.

28 Helden des DC-Universums balgen miteinander – von alt eingesessenen Recken wie Batman oder Superman bis hin unbekannteren Figuren wie Cheetah oder Blue Beetle. Im Gegensatz zu Hollywoods kläglichen Comic-Verfilmungen greifen die NetherRealm Studios die Vorlage nahezu perfekt auf und so gehört „Injustice 2“ zu den besten Prüglern der jüngeren Vergangenheit.

Was wir gut finden

Kinoreife Kampagne

Nach dem Starten des Spiels wirft euch „Injustice 2“ zunächst in das etwas oberflächliche Tutorial, ehe es euch in die Kampagne entlässt. Die Geschichte dahinter passt sich dem Niveau vieler Comic-Verfilmungen an. Die Story und die Darstellung der Figuren lässt zu wünschen übrig, trotzdem aber hält einen „Injustice 2“ bei der Stange. Die Inszenierung ist erstklassig. Die Zwischensequenzen rücken die Helden ins rechte Licht und gehen fließend in die Kampfszenen über.

Das beste Beat’em Up des Jahres 2017 bislang

Obwohl die Geschichte nicht sonderlich gehaltvoll daher kommt, motiviert die Kampagne trotzdem zum Weiterspielen. Denn „Injustice 2“ ist ein technisch überaus gelungenes Spiel. In der Filmpassagen fallen vor allem die tollen Gesichtsanimationen auf, in den Schlachten überraschen uns die genialen und teils absurden Aktionen. Egal, ob Super-Moves oder Spezial-Attacken – „Injustice 2“ nutzt die Hardware der Playstation 4 gnadenlos aus, läuft aber zu jedem Zeitpunkt flüssig.

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Den Gegner mit einem Krokodil verprügeln

„Injustice 2“ greift die grundlegende Spielmechanik seiner Vorgänger und auch Elemente von „Mortal Kombat X“ auf. Durch einfache Tastenkombinationen eignet sich das Spiel für Einsteiger, bietet aber ausreichend viel Tiefe für Profis. Neben flotten Schlag- und Kickkombinationen drescht ihr euren Widersacher mit Umgebungsattacken durch Wände, schleudert Hintergrundobjekte wie Fässer, Felsen und Krokodile und stoßt euch von Wänden ab.

Das Kampfsystem ist enorm dynamisch und erlaubt das Aneinanderreihen schneller Angriffe. Das Highlight jedes Kampfes sind zweifellos die Superaktionen, die selbst die „Mortal Kombat“-Saga in ihrer Irrwitzigkeit übertreffen. Wenn Flash seinen Widersacher packt und per Zeitreise erst gegen die Sphinx und danach gegen einen T-Rex donnert, dann sind Lacher garantiert. Dazu lockern die so genannten Konflikte die Prügelei auf. In diesen Mini-Games setzt ihr Specialbalken zu Gunsten eines möglichen Gesundheitsschubs aufs Spiel.

„Injustice 2“ schafft die Mischung aus Spielbarkeit, fairem Balancing und gelungener Präsentation mühelos. Alle Aktionen unterstreichen die Grundzüge der Helden und so spielt sich nicht nur jeder der 28 Helden anders, sondern entlockt einem dank vieler netter Details manchen Schmunzler.

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Superman ausstaffieren

Nachdem die unterhaltsame Kampagne nach etwa sechs bis acht Stunden vorüber ist, lockt neben dem frei konfigurierbaren Multiplayermodus vor allem das Multiversum. Dieses erinnert an die Living Towers aus „Mortal Kombat X“ und bietet eine Fülle scheinbar nicht enden wollender Herausforderungen. Die Ziele und Vorgaben variieren ausgezeichnet und bringen immer wieder Abwechslung in den Prügelalltag. In einem der ersten Einsätze etwa fallen dicke Herzen in die Arena und füllen beim Aufnehmen eure Lebensenergie wieder auf. In anderen Missionen erhaltet ihr dagegen einen Kämpfer vorgegeben.

Für die eigentliche Motivation hinter dem Multiversum sorgen aber die Belohnungen. Diese erhaltet ihr u.a. in Form von Beutekisten – so genannten Mother Boxes. Darin befinden sich Kleidungsstücke und zuschaltbare Eigenschaften für die Helden. Die Ausrüstung beeinflusst die Kampfeigenschaften der Charaktere wie in einem Rollenspiel. Das Optimieren und Freischalten immer neuer Objekte macht richtig Laune, nicht zuletzt, weil alle Veränderungen klar erkennbar sind.

Die Aufgaben und Herausforderungen werden immer wieder durchgewechselt, sodass keine Langeweile aufkommen sollte. Überflüssige Objekte tauscht ihr gegen Credits ein. Eine Ingame-Bezahloption gibt es ebenfalls, dürfte aber angesichts der Masse an Loot kaum notwendig sein.

Was wir schlecht finden

Das Haar in der Suppe

Gravierende Schwächen besitzt „Injustice 2“ eigentlich nicht. Natürlich hätte die Kampagne einen Tick länger und die Story anspruchsvoller sein dürfen. Durch die häufigen Charakterwechsel gehen diese förmlich unter. NetherRealm geht letztlich davon aus, dass Spieler ihre Helden kennen und verschwendet wenig Zeit für deren Aufbau.

Wirklich störend fällt lediglich das Fehlen eines Tag-Team-Modus auf. Zwar erhaltet ihr gelegentlich Unterstützung oder wählt in der Kampagne zwischen mehreren Figuren, ein echtes Team-Gameplay gibt es aber nicht. Zudem wären mehr als eine Superaktion pro Held ebenfalls schön gewesen. Mit der Zeit nutzen sich die spektakulären Moves nämlich arg ab.

9.0
Pro
  • geniale Präsentation
  • sehr ausgewogenes Prügel-Gameplay
  • guter Spielumfang dank Multiversum und Mehrspielermodus
Contra
  • nur eine Superaktion pro Held
  • kein Tag-Team-Modus
  • Kampagne mit nebensächlicher Story

Wertung und Fazit

Injustice 2 im Test: Heldenhafter Prügelspaß

NetherRealm macht mit „Injustice 2“ fast alles richtig. Die wenigen Schwächen des Vorgängers wurden ausgebügelt und die alten Stärken weiter ausgebaut. Der Superheldenprügler präsentiert sich damit als das bislang beste Beat'em Up des Jahres und alle kommenden Titel werden sich daran messen lassen müssen. NetherRealm Studios schafft hier eine gut spielbare und vor allem wunderschöne Rauferei mit den bekanntesten Helden des DC-Universums. Die technische Umsetzung überzeugt auf ganzer Linie: Von den grandiosen Gesichtsanimationen über die absurden Superaktionen bis hin zu den detailreichen Effekten.

„Injustice 2“ sieht fantastisch aus. Comic-Fans werden sich sofort wiederfinden und so saugt einen das Beat'em Up binnen Sekunden ins Geschehen hinein. Dazu stimmt auch der Umfang. Natürlich ist die Kampagne mit sechs Stunden recht kurz, doch dank des Multiversums gibt es reichlich Wiederspielwert. Die Schwächen sucht man mit der Lupe und wird schließlich nur bei Kleinigkeiten wie einem fehlenden Tag-Team-Modus fündig. Wer also noch ein wirklich launiges und technisch herausragendes Prügelspiel sucht, der kommt nicht an „Injustice 2“ vorbei.

Reviews

Kommentare

  1. peaceoli sagt:

    oha ne 9 xD

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  2. Farbod2412 sagt:

    Hätte ich niemals gedacht das die eine 9.0 Bewertung abgeben ich bin echt am überlegen ob ich es mir heute hole aber ich habe auch tekken 7 bald deswegen weiß ich nicht was ich machen soll

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  3. ADay2Silence sagt:

    Sehr gut wird gekauft injustice 1 war gutes Spiel und Mortal kombat x ( Fan der MK Reihe allgemein ) ein geiles Spiel und dank Living Towers kaufgrund fand's bei mkx grandios

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  4. Khadgar1 sagt:

    Hm bin zwar grottenschlecht in Prügelgames aber ich glaub da werd ich dennoch schwach.

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  5. Duffy1984 sagt:

    Habe genau, das selbe Problem. Eben weil bald Tekken 7 raus kommt, will ich mir injustice nicht holen. Habe bis jetzt Tekken viel intensiver gezockt als injustice. Habe gestern auf Twitch ein paar kämpfe angeschaut und es sieht echt sehr gut aus. Aber ich werde mit dem Kampfsystem von injustice bzw. Mortal combat einfach nicht warm.

    Werd ich irgendwann nachholen, wenn eine goty Version verfügbar ist.

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  6. King Azrael sagt:

    Nachher geht's los bei mir.... ich Zähl nur noch die Stunden bis Feierabend

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  7. Arthur-Spooner sagt:

    Mk steuerung ist viel zu hakelig. Tekken läuft wie geschmiert

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  8. Pc2016 sagt:

    Habe genau, das selbe Problem. Eben weil bald Tekken 7 raus kommt, will ich mir injustice nicht holen. Habe bis jetzt Tekken viel intensiver gezockt als injustice. Habe gestern auf Twitch ein paar kämpfe angeschaut und es sieht echt sehr gut aus. Aber ich werde mit dem Kampfsystem von injustice bzw. Mortal combat einfach nicht wa

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  9. moody_hank sagt:

    Hab's vorgestern bestellt und gestern bekommen. Spielt sich so ziemlich wie Teil 1.
    Das Spiel sieht zumindest im HDR-Modus richtig gut aus. Hatte dahingehend bisher kaum Unterschiede bei den Spielen festgestellt (meine Sammlung ist aber auch überschaubar).

    Natürlich wird man sich an den Special Moves schnell satt sehen. Hätte mir für den Nachfolger hier auch mehr Moves gewünscht. Vielleicht wird ja was nachgereicht.

    Optisch ansonsten ziemlich stark. Die Charaktermodelle sehen wirklich klasse aus. Viele bekannte Synchronstimmen. Arkham-Reihe lässt grüßen.

    Swamp Thing hat mich überrascht - ziemlich coole Moves!

    Viel Spaß damit.

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  10. LDK-Boy sagt:

    Habs ausgeliehen echt geil das ding

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  11. dieselstorm sagt:

    Zocke es seit ein paar Tagen und muss sagen es ist wirklich der Wahnsinn. Vorallem die Möglichkeiten zur Charakteranpassung sind enorm.

    Einen Tag-Team Modus vermisse ich auch seit MK9. 1v1 Duelle mit Freunden machen zwar auch Spaß, aber nur solang bis einer zu oft hintereinander verliert und keine Lust mehr hat.

    Ein Plus hättet ihr wirklich noch für die deutsche Synchro geben können. Batman und Joker haben die Sprecher aus der Arkham Reihe und Bane die Stimme von The Dark Knight Rises. Wirkt so sehr viel authentischer

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  12. ilija1984 sagt:

    Bin gleich zuhause und fange dann auch mal an zu zoggen

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  13. Black_Obst sagt:

    @Arthur, Steuerung hakelig? Wohl zuviel geraucht!

    BtT: Nur ein Supermove pro Held als contra zu werten finde ich etwas hart.
    Immerhin ist dieser Move sehr aufwändig inszeniert, und bei knapp 40 Helden(Dlc) auch mehr als verständlich!

    Ansonsten ein Top-Prügler der seinesgleichen sucht!

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  14. Black_Obst sagt:

    Sorry für Doppelpost!, aber es sind 29 Helden, ihr habt Darkseid vergessen!

    Wen es interessiert, die ersten drei Dlc-Chars sind: Sub-Zero, Starfire und Red Hood.

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