David Jaffe: Der God of War-Schöpfer sieht Probleme in AAA-Produktionen – zu wenig Neues

Kommentare (13)

Die großen AAA-Spiele-Reihen könnten in wenigen Jahren mit Problemen zu tun bekommen, wenn die Entwickler keine Innovationen bieten, glaubt der frühere "God of War"-Schöpfer David Jaffe zu wissen.

David Jaffe: Der God of War-Schöpfer sieht Probleme in AAA-Produktionen – zu wenig Neues

Der frühere „God of War“- und „Twisted Metal“-Schöpfer David Jaffe hat sich bekanntermaßen aus der Spieleentwicklung zurückgezogen, nachdem sein letzter Titel „Drawn to Death“ keinen Erfolg hatte. Inzwischen ist er regelmäßig als Streamer unter anderem auf Youtube zu sehen, wo er mit seinem Publikum über verschiedenste Themen spricht.

Kürzlich hat er in einem Stream auch über Probleme bei großen AAA-Reihen gesprochen, deren Spiele sich seiner Ansicht nach zu wenig voneinander unterscheiden. Die meisten AAA-Serien haben laut Jaffe das Problem, dass der neuste Titel einer Reihe kaum mehr zu bieten hat als der erste Teil. Lediglich die Grafik und die Feinabstimmung beim Gameplay werde demnach verbessert.

Am Beispiel der Uncharted-Franchise zeigt Jaffe, dass sich „Uncharted 4: A Thief’s End“ kaum vom ersten Teil unterscheidet. Dazu zeigt er zwei Szenen aus den jeweiligen Titeln und macht damit deutlich, dass sich beispielsweise Kletterpartien und Schießereien praktisch nicht weiterentwickelt haben.

Zu wenige Innovationen in AAA-Serien

Nur die aufwändige Darstellung wurde verbessert, während das Gameplay ohne Innovationen vom ersten Teil weitergeführt wurde. Und diese Aussage trifft natürlich nicht nur auf Naughty Dog und „Uncharted“ zu, sondern nahezu auf alle großen AAA-Spiele-Reihen der meisten Entwickler. Wie Jaffe betont, soll das natürlich nicht bedeuten, dass die Spiele an sich schlecht sind oder die Studios schlechte arbeit leisten.

Doch wie er deutlich macht, ist es für ihn als Gamer notwendig, dass Spiele im Verlauf einer Reihe auch beim Gameplay Neuerungen und Überraschungen bieten. Wenn ein Spiel jedoch keine Innovationen bietet, dann verzichtet er lieber, da er das Gameplay schon zu genüge kennt. Seiner Ansicht nach, wird sich diese Meinung in der Community in den nächsten Jahren auch durchsetzen, sodass die AAA-Produktionen Probleme bekommen werden, wenn sie keine Innovationen liefern.

Wie Jaffe ausführt, handelt es sich bei dieser Ansicht nicht um eine grundlegende Geisteshaltung, sondern um eine Entwicklung der jeweiligen Spieler. Wenn ein Spieler heutzutage noch begeistert AAA-Titel spielt, so wird er es in einigen Jahren wohl satt haben, immer dasselbe vorgesetzt zu bekommen. Wenn wir die Kommentare zu unseren News betrachten, so können wir bestätigen, dass es auch in der Play3-Community Vertreter dieser Meinung gibt. Auf Twitter hat Jaffe die Diskussion weitergeführt.

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Kommentare

  1. TheSh4dow_Strikes sagt:

    Zum Glück war God of War über fünf Spiele nicht immer nur eine Verbesserung des Gameplays und der Grafik.

  2. TenaciousD sagt:

    Wenn ich mir das neue GOW anschaue war genug neues drin.

  3. Sam1510 sagt:

    Irgendwo hat er recht. Gow hat sich zwar sehr geändert verglichen mit sein Vorgänger. Aber auch das neue GoW bot jetzt nicht wirklich was brandneues rein von sein "Neuheiten/Änderungen" her.

    Glaube David Jaffe geht es mehr darum etwas zu erschaffen was es vorher nie gab im AAA Sektor.

  4. xjohndoex86 sagt:

    GoW hat sich mehr als frisch angefühlt aber auch Uncharted 4 hatte sich ordentlich weiterentwickelt. Und da will ich nunmal diesen kurzweiligen Mix aus Ballern, Klettern und Erkunden haben. Nur nicht jedes Jahr! Das ist für mich ein viel entscheidenderes Kriterium. Zur Zeit wird man bspw. überhäuft mit Open World Titeln. Es ist einfach schon zu viel des Guten.

  5. mulder74 sagt:

    Also in Uncharted 1 konnte ich nicht wie in Uncharted 4 mit nem Jeep durch die Pampa fahren. Selbst Lost Legacy spielt sich durch den Fokus auf einer offeneren Levelstruktur anders.

    Ich verstehe seine Kritik auch nicht ganz, welche Spiele stehen denn im Jahr in der Regel ganzen oben? Fifa oder CoD! Wenn EA oder Activision zuviel an den Spielen rum experimentiert mündet das doch gerade in harte Kritik. Ich weiß jetzt auch nicht seit wann Jaffe jemand ist, dessen Meinung großes Gewicht hätte. Seine letzten "innovativen" Spiele sind derbe gefloppt.

    Er sollte auch wissen dass jede AAA Produktion in der heutigen Zeit 30+ Millionen kostet, ein RDR 2 sogar deutlich über 100 Millionen. Er kann da auf seinem Popel Kanal natürlich dumm daher schwafeln da er noch nie so ein Produkt bezahlen musste oder das ganze Unternehmen dran hing. Ich finde es völlig okay das Publisher teure Spiele versuchen einer möglichst breiten Käuferschicht nahe zu bringen. Und da sind Innovationen eben eher hinderlich.

  6. Hal Emmerich sagt:

    Naja auf DEATH STRANDING werden wir eh bestimmt nur noch 6 monate warten müssen da wird garantiert genug neues geboten! 🙂

  7. VincentV sagt:

    Aber sein bunter Shooter war was neues? 😀
    No offense.

  8. Richi+Musha sagt:

    GOW war so frisch wie mit Deo eingesprühte Socken. Es ist egal, wo der Troll steht und es auch egal wie er heißt, wenn es verflucht nochmal immer der selbe Troll ist!

  9. Konrad Zuse sagt:

    Wenn man Uncharted: Drakes Schicksal mit Uncharted 4 vergleicht, dann hat sich einiges getan. Die offeneren und weitläufigeren Areale, die Möglichkeit der lautlosen Vorgehensweise, die Fahrsequenzen mit dem Jeep, der Greifhaken als Gameplayelement, das viel bessere Storytelling und die Balance zwischen Action und Ruhephasen.

    Ich liebe das neue God of War aber durch ihren neuen Ansatz hat es sehr von seiner Besonderheit eingebüßt. Es fühlt sich an wie jedes andere Action Adventure. Damit hat es sich auch sehr dem Stil eines Uncharted oder TLoU angenähert.

  10. Brok sagt:

    Ich kann auf Innovationen verzichten. Von richtig guten Spielen könnte man meinetwegen auch immer nur neuen Content zusammenbasteln.

    Ganz im Gegenteil, ich finde es eher nervig wenn Nachfolge endlos lang in der Entwicklung sind, weil Hersteller meinen alles über den Haufen werfen zu müssen.

  11. vangus sagt:

    Uncharted als Beispiel ist unglücklich gewählt von Jaffe, er war außerdem noch nie ein Fan von Spielen mit Story-Fokus. In Spielerlebnissen wie Uncharted geht es ums Story-Telling, nicht ums Gameplay. Das Story-Telling muss sich weiterentwickeln! Das Gameplay muss also einfach nur mehr mit der Story verschmelzen, und genau das haben Naughty Dog immer besser hingekriegt mit jedem Teil. Das Gameplay wurde praktisch immer filmreifer, es entstehen Situationen im Gameplay, die auch eine Actionsequenz aus Filmen hätten sein können, so muss das.
    Das Klettern war allerdings in der Tat bereits veraltet in Uncharted 4, weil es zu unglaubhaft ist, weil alles andere realistischer präsentiert ist. Übertriebenheit gibt es auch in Indiana Jones, aber dieses Klettern ist viel zu videospielmäßig und ergibt innerhalb des cineastischen Konzepts keinen Sinn.

    Jaffe will mehr und neue Gameplay-Mechaniken in Uncharted sehen, die aber nunmal überhaupt nichts ins Konzept passen würden! Der will sicherlich, dass umhergesprungen wird wie in Super Mario und dass man immer mehr RPG-Elemente einbaut, hauptsache Spiel und Spaß, würde nur bisschen bescheuert wirken innerhalb der Story, das wäre so unglaubhaft, dass es das ganze Erlebnis ruinieren würde...
    In Walking Sims braucht man nur gehen und auswählen können, für Erkundung z.B. braucht man nichts anderes, also ist das Gameplay da perfekt, weil es genau ins Erkundungs-Konzept passt. Gameplay muss nur passen, es muss nicht immer tiefer und spaßiger werden. Gehen und Auswählen reichen wie geschrieben schon aus, um gefesselt zu werden. Man wird in solchen interaktiven Erlebnissen durchs Story-Telling motiviert, nicht durchs reine Gameplay, keine Ahnung was da einige nicht verstehen...

    Jaffe ist genauso wie all die Leute, die dieses Medium noch nicht als Kunst verstanden haben, die immer nur Spiel und Spaß suchen, in jedem Game, obwohl es in vielen überhaupt nicht darum geht! TLoU soll kein Spaß machen, genauso wenig wie Schindlers Liste ein Filmvergnügen ist... Es geht um das Erlebnis, um das Gesamtwerk und wie alles ineinander greift. Jaffe hätte sicher gewollt, dass Ellie in TLoU2 wie Bayonetta durch die Gegend springt und Zombies mit Supermoves wild abschlachtet. Wie verblödet wäre das bitte? Dieser Gameplay-Spielkram-Scheiß hat in derartigen Spielerlebnissen nichts verloren, entseidenn es macht Sinn und passt zum Rest des Ganzen...

    Jaffes Kritik ist also komplett unangebracht bei Uncharted 4, denn ob Uncharted top ist oder nicht, entscheidet nicht das Gameplay, sondern das Zusammenwirken von Story und Gameplay...

    Und Jaffe hat unrecht, denn die Leute werden immer extrem gefesselt sein bei gutem Story-Telling, in Höhepunkten von TLoU2 wird man das Gameplay vergessen, man wird voll in der Situation stecken und mit Ellie mitfiebern, da geht es dann nicht darum, 5 Zombis aufeinmal zu killen und einen XP-Bosst zu bekommen, sondern einfach nur Ellies Leben zu retten! Das Erlebnis zählt! Uncharted, TLoU, Hellblade, Edith Finch, das ist kein Spielkram und will auch gar kein Spielkram sein, wir sollen einfach nur ein faszinierendes interaktives Erlebnis bekommen, und genau DAS wird es sein, was die Leute bald immer mehr begreifen werden, weil dieses Medium nunmal reift und mit ihm die Spieler.

    Jaffe hätte Assassins Creed Odyssey als Paradebeispiel für Stagnation oder gar Rückschritt nennen können, aber nicht Uncharted 4, welches neue Story-Telling-Messlatten gesetzt hat im Action-Genre. Man schaue sich das neue Tomb Raider an, das kommt dann dabei raus, wenn das Story-Telling verkackt wird und mehr Fokus auf irgendwelchen Gameplay-Scheiß gesetzt wird!

  12. Argonar sagt:

    Ihr wisst aber schon, dass Jaffe schon nach GoW II nicht mehr bei GoW dabei war und man die neueren Teile nicht gegen seine Aussage verwenden kann.

    Ich halte die Aussage aber für falsch. Das Problem ist nicht, dass es keine Neuerunge gibt, sondern dass viele Franchises in der Niche verschwinden und keine Sequels mehr bekommen, während andere ausgeschlachtet werden.

    Die Serien die weitergeführt werden brauchen nicht ständig innovative Neuerungen, die Leute wollen sie zocken WEIL sie so sind wie sie sind. Etwas mehr Fokus auf Polishing und Story würde vielen Spielen gut tun. Man muss nicht ständig das Rad neu erfinden.

    Ein gutes Beispiel dafür ist Assassin's Creed. Die Spiele haben heute eigentlich gar nichts mehr mit den alten zu tun, außer halt den Namen. Sowohl Gameplay als auch Story sind komplett unterschiedlich.

    Und obwohl es jetzt eine neue Fanbase gibt, die diese Richtung super finden, ich find sie echt beschissen. AC ist für mich mit (und inklusive) ACIII gestorben.

    Final Fantasy ist ein weiteres gutes Beispiel. Seit Teil X haben die nix mehr auf die Reihe bekommen, weil alles immer neu und innovativ sein muss.

  13. Tomyi sagt:

    Der Mann hat (meinem Empfinden nach) vollkommen Recht ! 😉

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