Review

Crash Team Racing Nitro-Fueled im Test: Wie gut ist das Klassiker-Remake?

von Olaf Bleich | 21.06.2019 - 10:22 Uhr
Platform
Playstation 4
Developer
Beenox
Publisher
Activision Blizzard
Release
21. Juni 2019
8.0

Wer über Fun-Racer spricht, nimmt geradezu reflexartig den Titel „Mario Kart“ in den Mund. Nintendos Vorzeige-Flitzer definiert seit dem ersten Erscheinen 1992 das Genre und stellt ebenso lange Freundschaften bei feuchtfröhlichen Abenden auf die Probe. Besitzer einer Nintendo Switch kommen am aktuellen Ableger „Mario Kart 8 Deluxe“ nicht vorbei.

Für alle anderen gibt es derzeit einige Alternativen: „Team Sonic Racing“ hatte zuletzt zwar Schwächen, aber präsentierte sich als durchaus launiger Vertreter seiner Zunft. Am 21. Juni 2019 kehrt mit „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ ein echtes Playstation-Urgestein zurück. Für das Original zeichnete sich 1999 noch Naughty Dog verantwortlich, 20 Jahre später übernimmt Beenox (u.a. bekannt durch „Call of Duty: Modern Warfare Remastered“) das Remake.

Was wir gut finden

Im Herzen ein Oldie

Beenox geht behutsam mit dem Playstation-Klassiker um. Auf den ersten Blick fällt natürlich die überarbeitete Technik auf: Ganz egal, ob Fahrer oder Strecken – Beide versprühen den typischen „Crash Bandicoot“-Charme. Wenn uns „Crash“ nach einem gescheiterten Rennen die Zunge raus streckt, können wir uns ein Grinsen nicht verkneifen.

Auch die Strecken und Areale erstrahlen in neuem Licht und erhalten zusätzliche Details wie beispielsweise im Hintergrund schippernde Boote und natürlich hochauflösende Texturen im Comic-Look. „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ ist kein Effektspektakel, sondern spart sich sogar ein wenig Grafik-Pomp zugunsten des hohen Spieltempos auf.

Schnell, spaßig und gut spielbar

„Crash Team Racing“ spielt sich grundsätzlich wie jeder andere Fun-Racer: Die Karts besitzen verschiedene Eigenschaften in Sachen Tempo oder Handling. Die Steuerung erweist sich als sehr direkt und so schiebt ihr problemlos euren Boliden über die mit Item-Kisten, Sprungschanzen und Beschleunigungsbändern gefüllten Strecken. Allerdings variiert die Nitro-Mechanik im Vergleich zur Konkurrenz. „Crash Team Racing“ koppelt Drifts an das Turbo-System.

Bis ihr jedoch die Triple-Boosts drauf habt, vergeht einige Zeit. Ihr müsst im Rennen nämlich Erhöhungen und Kurven für Boost-Bonus ausnutzen und zudem noch Beschleunigungsbänder im Auge behalten. So findet ihr mit der Zeit den perfekte Rhythmus und fliegt förmlich über die bunten Kurse. Das Geschwindigkeitsgefühl ist – gerade im Vergleich zu „Team Sonic Racing“ – erstklassig.

Ich geb Gas, ich will Spaß!

In Sachen Spielbarkeit bietet „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ also genau das, was wir von ihm erwarten. Dazu kann sich der Umfang durchaus sehen lassen. Der Abenteuermodus besteht allein aus insgesamt vier Welten und führt euch in die Strecken des Originals ein. Abhängig davon, ob ihr die „Classic“ oder die „Nitro-Fueled“-Variante wählt, dürft ihr zwischendurch freigeschaltete Charaktere, Extras und Karts wechseln oder eben auch nicht.

Der Ablauf des Abenteuers ist simpel: Nur wenn ihr den ersten Platz in den Rennen belegt, erhaltet ihr Trophäen. Mit ihnen aktiviert ihr Bosse wie Joe Komodo oder Papu Papu. Schlagt ihr sie, erhaltet ihr Schlüssel und öffnet neue Bereiche. Neben besagten Trophäen geht ihr in den Arealen auf die Suche nach CTR-Münzen und jagt Relikte in Zeitrennen. Die kleinen Story-Einspieler sind witzig, aber täuschen nicht darüber hinweg, dass es letztlich nur eine Abfolge von Einzelrennen ist. Trotzdem: Durch ständige Fortschritte und Belohnungen wird es eigentlich nie langweilig.

Doch „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ bietet noch mehr: Ähnlich wie „Mario Kart“ gibt es eine Reihe von Arcade-Modi wie Arena-Kämpfen. Diese bilden gerade im Multiplayer-Modus richtig Spaß. Speziell der Vier-Spieler-Splitscreen überzeugt – trotz weniger Übersicht – und sorgt gemeinsam auf der Couch für gute Laune.

Die Online-Variante läuft technisch reibungsloser ab und bietet natürlich insgesamt den etwas runderen Rennalltag. „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ jedenfalls besitzt ausreichend Umfang für einen Fun-Racer und ist somit ein Spiel, dass ihr immer wieder starten werdet.

Hart, aber fair

Wir müssen gestehen: Wir hatten „Crash Team Racing“ zugänglicher und leichter in Erinnerung. Im „Nitro-Fueled“-Remake jedenfalls fluchten wir weitaus mehr und lauter als ursprünglich gedacht. Die besagte Triple-Boost-Mechanik erfordert eine gewisse Eingewöhnung und ist in Verbindung mit der durchaus fordernden Computer-KI ein Garant für so manche Niederlage.

Doch genau das macht letztlich den Reiz aus: Im Abenteuermodus schafften wir kaum einen Kurs im ersten Anlauf. Aber mit jedem neuen Versuch arbeiteten wir uns näher an den ersten Platz heran, bis wir ihn schließlich eroberten. Soll heißen: „Crash Team Racing“ ist knackig genug, um uns auch im Einzelspielermodus bei der Stange zu halten.

Was wir schlecht finden

Manchmal auch zu retro …

Trotz des aufwendigen Remakes sieht man „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ sein Alter zwischenzeitlich dennoch an. Beenox bewahrt die Seele des Originals und genau dadurch wirkt das Streckendesign mitunter arg altbacken und wenig originell. Gerade im direkten Vergleich mit „Mario Kart 8 Deluxe“ oder auch „Team Sonic Racing“ weist die Neuauflage einfach zu wenige Überraschungen auf.

Ob wir nun in der Arktis über Eis schlittern oder am Strand entlang driften – Das Drumherum ist zwar hübsch, aber leider auch nicht mehr. Gravierende Aha-Momente gibt es nicht. Nostalgiker freut diese Treue zur Tradition, Neuankömmlinge jedoch stören sich an dem fairen, aber nicht aufregenden Streckendesign und der durchschnittlichen Technik.

General Zufall und müdes Arsenal

Fun-Racer beziehen ihren Spaßfaktor nicht selten aus der Schadenfreude heraus. Nicht selten spielt dabei auch der Zufall eine große Rolle. „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ bildet da keine Ausnahme. Zwischendurch gibt es ordentliche Frustmomente und gerade wenn Hindernisse wie Walzen ins Spiel kommen, fliegt doch das eine oder andere Schimpfwort.

Sowohl die Item-Verteilung als auch die Kollision mit besagten Hindernissen wirkt mitunter arg willkürlich. Dem Arsenal merkt man – ähnlich wie den Strecken – das Alter an. Raketen, Blitzkugeln und Aku-Aku-Schutztotem passen zwar zum Setting, wirken zwanzig Jahre nach Release weit weniger aufregend als damals.

8.0
Pro
  • ganz viel Playstation-Nostalgie
  • ordentlicher Umfang
  • vielfältige Mehrspieleroptionen
Contra
  • solides, aber nicht herausragendes Streckendesign
  • technisch nur guter Durchschnitt
  • gelegentlich ganz schön frustig

Wertung und Fazit

Crash Team Racing Nitro-Fueled im Test: Wie gut ist das Klassiker-Remake?

Schnell, spaßig und wirklich gut spielbar: „Crash Team Racing: Nitro-Fueled“ funktioniert hervorragend, auch wenn es nicht ganz die Klasse eines „Mario Kart 8 Deluxe“ erreicht. Trotzdem ist es für Besitzer von Playstation 4 und Xbox One derzeit wohl der launigste Spaß-Flitzer, den es gibt.

Zwar zeigt das Beenox-Remake in Sachen Strecken- und Waffendesign einige Schwächen, dennoch überzeugt der Titel vor allem mit seiner ungezügelten Freude am Fahren. Hat man erstmal den Bogen mit den Triple-Boosts drauf, gerät die Jagd um Zehntelsekunden zur Ehrensache.

Tatsächlich fällt dabei aufgrund der teils etwas unfairen Computer-KI und Item-Verteilung das Spiel schwerer aus als gedacht, punktet aber auch durch Langzeitmotivation und soliden Umfang. Gerade der Multiplayer-Modus reißt es noch einmal raus. „Crash Team Racing Nitro-Fueled“ ist daher perfekt für all jene, denen „Team Sonic Racing“ einen Tick zu lahm war und die noch einmal in Playstation-Nostalgie schwelgen möchten.

Reviews

Kommentare

  1. This_Is_Living sagt:

    Ist es wie bei Mario Kart 8 möglich zusammen im Splitscreen online gegen andere zu spielen?

  2. Zentrakonn sagt:

    Es ist laggt online sehr stark hoffe da kommt zum Wochenende ein fix..

  3. SebbiX sagt:

    @this_is_living

    Les den Test dann weißt du es. Wie faul kann man sein

  4. Nathan_90 sagt:

    Schlechtes Review.

    "Neuankömmlinge jedoch stören sich an dem fairen, aber nicht aufregenden Streckendesign und der durchschnittlichen Technik."

    Ihr wisst also wie Neulinge ticken. Das ist ein subjektiver Test und der Tester wurde nicht oft genug "überrascht".

    Ich geb dem Spiel eine 9/10, da es momentan noch im MP laggt. Aber die Entwickler arbeiten bereits daran.

  5. Arkani sagt:

    Ich find's richtig geil das es so schwer ist...da wissen die Facebook juenger mal...was fordernd ist. Aber die werde eh nicht packen...haben kein durchhaltevermoegen.
    Und ich hoffe sehr das sich da andere ein Beispiel dran nehmen. Spiele muessen einen Ultra schweren Schwierigkeitsgrad haben. Denn wenn man den meistert...hat man sich auch wirklich mit dem Spiel auseinandergesetzt. 🙂

  6. VincentV sagt:

    @Zentrakonn

    Das wird eher am Ansturm liegen.

  7. Weichmacher sagt:

    Meine Güte, macht euren eigenen Test anstatt immer zu mimosern. Auch ein Test ist eine Meinung, nicht mehr, nicht weniger. Dies als gut oder schlecht zu bewerten oder abzustempeln ist, na ja.

  8. Zentrakonn sagt:

    Das Spiel ist geil bekommt von mir ein 7,5 von 10 sobald der online Modus ordentlich läuft bekommt es eine 9/10 und wenn sie in den Privaten Lobby cups mit einfügen dann eine 10/10

  9. Arkani sagt:

    Strecken Editor waer geil, so wie ne Highscore Liste zu jeder Strecke mit Bestzeiten von Freunden, mehr online features...aber mal sehen...vielleicht tut sich da ja noch was die nächsten Wochen.
    So ist das Spiel ganz in Ordnung...nur halt schoen knackig! 🙂

  10. Fakeman sagt:

    Ich werde es mit Lenkrad fahren , dann passt das schon . Hoffentlich
    wird Forcefeedback unterstützt !

  11. pasma sagt:

    @Arkani Einen Streckeneditor wäre wirklich geil! Deswegen mag ich noch ModNation Racers. Obwohl die Balance so lala ist.

  12. ShawnTr sagt:

    haha ich feier einfach nur beach buggy racing. das hat nichtmal 2 euro gekostet und ist der beste kart racer für zwischendurch. wundert mich das es kaum jemand gespielt hat.

  13. Bulllit sagt:

    CTR ist die beste Alternative zu Mario Kart. Top Game! Von mit bekommt das Game eine 9/10

  14. ShawnTr sagt:

    Man muss jede Runde perfekt fahren und selbst dann wird man oft nur 2. oder 3. gibts mal ne rakete von hinten kann man gleich neu starten im prinzip. dafür sind die Rudnen zu kurz um das noch aufzuholen. es ist echt bockschwer und hat mit funracer nichts am Hut. Ich feier das game nicht. aber ihr könnts ja machen wenn ihr wollt. aber ich belüge die leute hier nicht nur wegen crash im Namen

  15. pasma sagt:

    @ShawnTr Haha, das zockte ich immer mit meinem Vater auf dem Fire TV. 😀
    Sogar die kostenlose Version hat uns ausgereicht. (Nur mit Fernbedienung, haha automatisch Gas.) Aber nach mehrmaligen Durchspielen wurde dann doch die Vollversion und das Gamepad gekauft.
    Es wirkt größer und weniger "Spielzeugautolastiger", als Mario Kart. Dafür hat es keine eingängige Driftsteuerung.

  16. big ron sagt:

    Als Fun-Racer kann ich das Spiel nicht beschreiben und dafür auch nicht empfehlen. Keine Ahnung, welcher Depp bei so einem Spiel (Fun Racer, anyone?) einen Dark Souls-Schwierigkeitsgrad ausbalanciert hat. Selbst auf mittel ist das Spiel im SP bock-schwer und in allem Modi muss man die Tricks und Mechaniken fast zur Perfektion beherrschen, um nur ansatzweise eine Chance und damit auch Freude zu empfinden. Dazu trägt die unfair schnelle Gummiband-KI i und die unhandlich wirkende Drift-Mechanik ihren Teil massiv bei. Schwierig, weil alt und unfair balanciert und nicht, weil clever designt.

    Das Spiel kannst du überhaupt nicht mit Freunden spielen, wenn die es nicht vorher genauso ausgiebig gezockt haben. Ansonsten bist du immer allein auf weiter Flur, weil alle anderen mit den teils krüppeligen Mechaniken nicht zurecht kommen. Da kommt kein Spaß auf.

    Thema verfehlt.

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