Watch Dogs Legion: Zusammenarbeit mit HitRecord bringt Musik der Community ins Spiel – Ubisoft-Statement zu der Kritik an der Geschäftspraktik

Kommentare (21)

Für das Open-World-Action-Adventure "Watch Dogs Legion" suchen Ubisoft und HitRecord nach zehn Songs, die von der Community erschaffen werden. Die Vergütung stößt jedoch auf eine enorme Kritik.

Update: Ubisoft hat sich zu der gestrigen Kritik an der Zusammenarbeit mit HitRecord zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass die Songs, die man aus der Community erhalten möchte, nur einen kleinen Anteil des gesamten Soundtracks ausmachen werden.

Demnach arbeitet das Audio-Team von „Watch Dogs Legion“ weltweit mit professionellen Künstlern und Komponisten zusammen, wodurch mehr als 140 lizenzierte Songs und ein Original-Score im Spiel zur Verfügung stehen werden. Im Weiteren heißt es:

„Die zusätzlichen Beiträge aus der HitRecord-Community, unabhängig davon, wie groß oder klein, sind komplett freiwillig und verstehen sich als eine Chance, die eigenen kreativen Werke im Spiel zu haben.“

Ursprüngliche Nachricht vom 15. Juli 2019: Bereits bei „Beyond Good & Evil 2“ hatten Ubisoft und HitRecord bekanntgegeben, dass man zusammenarbeitet, um die von Spielern erschaffene Musik in das neueste Abenteuer zu bringen. Diese Kollaboration macht sich Ubisoft nun auch für „Watch Dogs Legion“ zunutze, sodass musikalisch begabte Spieler ihren eigenen Stempel hinterlassen können.

Der Sound der Community

Die Community kann Musik für „Watch Dogs Legion“ erschaffen, wobei man insgesamt zehn Songs für das kommende Open-World-Action-Adventure finden möchte, die auf den Radiosendern sowie in den Umgebungen der Spielwelt zu hören sein werden. In „Watch Dogs Legion“ werden die Spieler in ein London der Zukunft reisen, in der der Brexit bereits seine Wirkung hinterlassen hat.

Insgesamt wird HitRecord eine Vergütung in Höhe von 2.000 US-Dollar an die Komponisten der zehn Songs springen lassen, wobei dieser Betrag unter allen beteiligten Personen aufgeteilt wird. Die Namen der Komponisten sollen auch in den Credits von „Watch Dogs Legion“ erwähnt werden, wobei all diejenigen, deren Songs nicht ausgewählt werden, komplett leer ausgehen.

Bei dem neuen Abenteuer handelt es sich um ein Multi-Millionen-Projekt, weswegen die vergleichsweise geringe Vergütung für Kritik sorgt. Unter anderem sagte Mike Bithell, Schöpfer des Indie-Hits „Thomas Was Alone“:

„Das ist zum Kotzen. Bezahle die Leute für ihre Arbeit. Höre auf, Fans und Hobbyisten auszubeuten. Mach es besser, Ubi, wir zählen auf dich.“

Mehr: Watch Dogs Legion – Trotz Permadeath wird die Geschichte fortgesetzt

Die Arbeit der Komponisten wird abgewertet, indem keine konstante Bezahlung für die geleistete Arbeit geboten wird. Allerdings hat sich auch die GWU Los Angeles, eine Vereinigung von Mitarbeitern der Videospielindustrie, zu der Praktik geäußert und kritisiert, dass der Schauspieler Joseph Gordon-Lewitt, der zugleich auch der Gründer von HitRecord ist, einen Gewerkschaftsvertrag hat und selbst Spezialarbeiten für ein Milliarden-Dollar-Unternehmen verscherbelt. So heißt es im Weiteren:

„Die Spielebranche missbraucht unsere Leidenschaft, um Hungerlöhne zu zahlen. Und dies ist der nächste logische Schritt: Die Forderung nach unbezahlter Arbeit für ein Produkt, mit dem Millionen verdient werden.“

„Watch Dogs Legion“ erscheint am 6. März 2020 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

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Kommentare

  1. xjohndoex86 sagt:

    200 p.P. ist schon frech. 2000 für jeden Beteiligten hätte ich in Ordnung gefunden. Schließlich geht es ja in erster Linie darum sein Werk als No Name zu verewigen.

  2. Blackmill_x3 sagt:

    Dann macht man halt nicht mit, wenn einem das zu wenig ist

  3. Spastika sagt:

    Lol, mit 2000. - hat man vermutlich nicht mal die Studio Kosten raus wenn man nicht super lofi geht 🙂 nicht zu denken an die hunderten wenn nicht tausenden Stunden an Übung der Bandmitglieder und die ganze Vorbereitung für den Track.
    F! ck dich Ubi.. Und jeden der Künstler unter dem Vorwand eine Chanze zu bieten ausnimmt.
    Schlussendlich nehmen sie ja nur die besten Tracks mit einer gewissen Qualität und die Qualität soll auch ordentlich bezahlt werden, egal wie bekannt sie sind.

  4. Spastika sagt:

    Blackmill_x3

    Also findest du es unproblematisch dass man die Verzweiflung von unbekannten Künstlern ausnutzt um sie praktisch für um sonst arbeiten zu lassen?

  5. ResidentDiebels sagt:

    werden die Spieler in ein London der Zukunft reisen, in der der Brexit bereits seine Wirkung hinterlassen hat.
    --------------------------------

    Allein das ist schon so lächerlich, dass ich es zuerst für einen schlechten Scherz gehalten hatte.
    London in der Zukunft nach dem Brexit wird es noch viel besser gehen als jetzt schon. Die Angst und Panik mache hat scheinbar auch Ubisoft gepackt und ohne nachzudenken setzen sie es auch um. Völlig albern.

  6. Spastika sagt:

    ResidentDiebels

    Vermutlich wird es eher Frankfurt nach dem Brexit besser gehen als London aber ich finde die Panik auch übertrieben. Die Preise von gewissen sachen könnten steigen... Das kann ich mir noch vorstellen aber dass deswegen die gesamte Gesellschaft in ein autoritäres Regime zusammenbricht...
    Vor allem ist es extrem einfallslos für so ein Setting.

  7. PlayBoxU sagt:

    Ubisoft müsste überhaupt nichts bezahlen, dass ist ein freies Projekt für die Community und für die Fans. Ubisoft gibt 10x Menschen eine Chance auf PR und eine Chance ihren Namen und ihren Track in ein Spiel zu bringen, dass allein ist der Lohn mit dem auch sehr viele Menschen zufrieden sind / sein werden.

    Wer nicht einverstanden ist "muss" ja nicht mitmachen. So einfach ist die Welt. Es gibt sogar Menschen die Geld dafür bezahlen würden ihren Track ins Spiel zu bekommen und es als Werbeinvestition sehen :O

  8. 3DG sagt:

    Wer da mitmachen möchte darf gar nichts bekommen. Warum? Weil das Kunst ist, Entwickler wollen auch keine Kohle mit ihren Spielen machen. Die wollen nur zeigen wie kreativ sie sind und möchte das dann mit der Welt teilen. Cd RED zeigt uns das, pure Hingabe! Nehmt euch ein Beispiel daran.

  9. Plastik Gitarre sagt:

    verstehe den hass auf die story nicht. in erster linie wird es um den überwachungsstaat gehen was schon immer das thema von wd war und das finde ich ist doch brandaktuell und interessant.
    aber wenn bei gta der stereotype mafia-gangster-rapper mit durchgeknallten freund wieder in erscheinung tretet ist alles supi.
    würg

  10. Blackmill_x3 sagt:

    @Spastika

    Ja, denn alleine durch die PR wird der ein oder andere künstler vermutlich recht gut aufmerksamkeit bekommen.
    Also ich sehe da kein Problem. Wer das nur wegen dem Geld macht, ist da einfach falsch.

  11. Kanth sagt:

    Nach dem Reinfall mit Watch Dogs 2, das einfach nur peinlicher Hippie Müll ist, habe ich keine großen Erwartungen an den dritten Teil. Die Story klingt jedenfalls wieder nach viel Potenzial zum Fremdschämen.

  12. Spastika sagt:

    Blackmill_x3

    Ich hab einfach von dem Bullshit die Nase voll dass Künstler ja nicht wirklich arbeiten und man sie für ihre Arbeit nicht richtig bezahlen muss, ist ja alles nur Spass...
    Kannst ja einem Schreiner auch nicht sagen du darfst jetzt mein Geschäft bauen und dafür erzähl ich jedem der fragt dass dus warst. Ich bezahlte aber nur die Hälfte der Material Kosten.
    Aber hey vielleicht wird jemand auf dich aufmerksam und dann kann der dich ja bezahlen.

    Und dass das von einem Multimilliarden-Unternehmen Unternehmen kommt das die Mittel mehr als nur hat ist schon dreist.

  13. Blackmill_x3 sagt:

    @Spastika

    Niemand wird gezwungen dort mitzumachen

  14. Spastika sagt:

    Also ist es OK Leute weit unter dem Mindestlohn zu bezahlen? die sind ja auch nicht gezwungen für mich zu arbeiten...

  15. newG84 sagt:

    Und was bezwecken die jetzt mit diesem Statement? Mimimi wir haben 150 Lieder? Deshalb haben sie trotzdem nicht beantwortet was mit der Bezahlung der Künstler ist.

  16. samonuske sagt:

    @Spastika,ist doch in der heutigen Wirtschaft normal. 1 Euro Arbeiter leistet genau so viel wie ein 100 % angestellter "meistens" u bekommt auch nur einen Sklaven Lohn. Von daher.....

    Sage aber natürlich nicht das es Fair ist im gegenteil.

  17. Magatama sagt:

    Jaja, die "Chance" ... ich kann diesen Scheiß nicht mehr hören. Ich spiele jetzt schon sehr lange in diversen Bands, man schreibt eigene Musik, verbringt sehr viel Zeit mit Proben etc., gibt viel Geld für Equipment aus, und wenn dann ein Veranstalter oder ein Verwetungs-Blutsauger wie in diesem Fall Ubi-Shit ankommt und von deiner kreativen Arbeit profitieren will (denn genau das ist es, man erkenne, dass im Wort "profitieren" "Profit" steckt), dann hat man ja ne Wahnsinns-Chance auf Irgendwas. Da muss man kein Geld bekommen. Ausbeutung ist das, nichts anderes. Und es wird Idioten geben, die darauf reinfallen und mitmachen, weil sie glauben, sie würden dann entdeckt oder andere Hirngespinste. Sie machen die Komponisten, die das beruflich machen, nach und nach arbeitslos.

    An alle, die hier meinen "Ist doch halb so wild" –
    A: Ihr seid keine Musiker und kennt euch nicht aus, sorry.
    B: Stellt euch einfach mal vor, in eurem Job würden die Arbeitgeber Amateure eure Arbeit umsonst machen lassen für die große "Chance" ... wär's dann immer noch halb so wild?
    Spotify & Co. sind übrigens ähnlicher Scheiß.

  18. Yaku sagt:

    Wie sich hier einige Leute künstlich aufregen.
    Selbst wenn sie 0 € zahlen würden, wäre es OK.
    Meint ihr Ubisoft ist darauf angewiesen?

    Die Leute die dabei mitmachen ist das Geld egal.
    Sie machen mit weil sie Fans sind oder einfach Spaß daran haben und wenn dabei heraus kommt das ihr Song genommen wird sind sie Glücklich.

    Das Argument Mindestlohn ist einfach nur dumm.
    Sie sind nicht Angestellt, sonder machen es wie erwähnt Freiwillig wegen Spaß an der Freude.

  19. Spastika sagt:

    Yaku

    Denkst du das "Angebot" ist an Kids gerichtet die einfach in ihrem Zimmer einen coolen Track für ihr lieblingsgame kreieren wollen oder mehr an verzweifelte professionelle Musiker die nicht die Plattform kriegen und jeden deal annehmen für ein bisschen exposure. Wer wird wohl am ehesten den Sport kriegen? Der Profi oder das Wochenendprojekt der Kids?
    Es ist ja ok wenn das ein YouTube Kanal macht der die Mittel für lizenzierte Musik nicht hat.
    Aber wenn du ein Multimilliarden-Unternehmen bist: dann mach deinen kleinen Wettbewerb, ist ja cool und alles aber bezahlt die Leute für ihre Arbeit! Meine Güte, was ist so kompliziert daran? Das sind verf!ckte Peanuts für die und nicht mal dazu sind sie bereit.

  20. Yaku sagt:

    Zitat: "Denkst du das "Angebot" ist an Kids gerichtet die einfach in ihrem Zimmer einen coolen Track für ihr lieblingsgame kreieren wollen oder mehr an verzweifelte professionelle Musiker die nicht die Plattform kriegen und jeden deal annehmen für ein bisschen exposure. Wer wird wohl am ehesten den Sport kriegen? Der Profi oder das Wochenendprojekt der Kids?"

    Du hast seltsame Beispiel.
    Wenn man als professionelle Musiker auf so eine Aktion angewiesen ist, sollte man seinen Beruf wechseln oder bzw. die Musik neben seinen Hauptjob machen bis man davon leben kann.

    Du machst so, als sitzt man Wochenlang an einem Song.
    Kann vorkommen, meisten sind sie aber in wenigen/einigen Stunden fertig.

  21. Blackmill_x3 sagt:

    @Spastika

    Dann macht man da halt einfach nicht mit. Immerhin bietet Ubisoft so eine Chance.
    Ich bewerbe mich doch auch nicht irgendwo einfach so und beschwer mich dann übers Gehalt, obwohl es vorher schon fest steht was man bekommt.

    Klar könnte Ubisoft auch viel mehr zahlen, aber wozu? Es wird auch so genug Leute geben die einfach nur aus spaß dort mitmachen.
    Deine vergleiche sind lächerlich

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