Ghost of Tsushima: Die Erkundung ist aus zwei Gründen genial – Meinung

Kommentare (70)

Seit letztem Freitag ist "Ghost of Tsushima" für die PS4 erhältlich. Die Navigation als Samurai Jin durch die Spielwelt des feudalen Japan ist dabei eine der größten Stärken des Spiels.

Ghost of Tsushima: Die Erkundung ist aus zwei Gründen genial – Meinung

Mit ihrem neuesten Open World-Epos „Ghost of Tsushima“ entführen uns die „inFAMOUS“-Entwickler von Sucker Punch ins mittelalterliche Japan. Im Jahre 1274 fallen die Mongolen unter der Führung des Bösewichts Khotun Khan im Inselstaat ein und überrennen das kleine Eiland Tsushima. In der Rolle des Samurai-Kriegers Jin Sakai müssen wir unsere Heimat zurückerobern und dabei zu etwas anderem werden, einem Geist.

Nachfolgend wollen wir uns die Erkundung der Spielwelt des womöglich letzten großen Exklusiv-Titels für die PlayStation 4 etwas genauer ansehen, denn diese ist simpel und deswegen genial – in zweierlei Hinsicht. Um Spoiler müsst ihr euch derweil keinerlei Gedanken machen, denn es geht allein um unsere Reise durch Tsushima.

Flora und Fauna weisen euch den Weg zum Ziel

Im Gegensatz zu anderen Open World-Titeln verzichtet „Ghost of Tsushima“ sowohl auf eine Mini-Map als auch auf einen Kompass, der euch den Weg zum nächsten Ziel weist. Euer HUD ist sehr minimalistisch gehalten und liefert euch keinerlei Hilfestellung, wie ihr von Punkt A idealerweise nach Punkt B gelangt. Doch solche Dinge sind im Samurai-Abenteuer auch überhaupt nicht nötig.

Statt auf technische Spielereien zu vertrauen, geht es auf Tsushima weitaus bodenständiger zur Sache. Wir orientieren uns beispielsweise anhand markanter Punkte in der Landschaft wie Rauchsäulen oder Gebäuden in der Ferne. Während schwarzer Rauch Gebiete markiert, die unter mongolischem Einfluss stehen, bedeutet weißer Rauch einen interessanten Ort, den es zu entdecken gilt, etwa eine heiße Quelle.

Doch auch andere natürliche Markierungen zeigen euch an, ob sich eine Reise zu einer entlegenen Stelle lohnen könnte, etwa markante Bäume, um die Vögel oder Insekten schwirren. Anders als in vielen Konkurrenz-Titeln erscheint auch keine nervige „Pop-Up-Meldung“, wenn ihr euch einem Ort nähert, sondern ein Vogel oder ein Fuchs führen euch zum nächsten potentiell spannenden Punkt. Zudem wird dieser auch auf der Karte im Menü markiert, falls ihr erst später dorthin reisen möchtet. Somit ist es die Natur der Insel, die uns auf unserer Reise unterstützt und uns die interessantesten Örtlichkeiten zeigt.

Unsere Erkundung der japanischen Insel fühlt sich auf diese Weise ungemein intuitiv an, denn immer wieder scheint es etwas Neues zu entdecken zu geben. Während uns Füchse zu versteckten Schreinen führen, bringen uns gelbe Vögel nicht nur zu Orten, wo wir zum Beispiel ein Haiku verfassen können, sondern ebenfalls zu Personen, die uns wiederum von Neuigkeiten aus einer anderen Ecke Tsushimas berichten oder uns einen Auftrag erteilen können. So entsteht ein wundervoller Flow, der zu immer neuen Reisen motiviert.

Jins Verbundenheit zu Natur und Kultur

Ein weiterer Grund, wieso diese Art der Navigation in „Ghost of Tsushima“ so genial ist, liegt daran, dass es uns die Naturverbundenheit sowie einen Teil der Kultur der Japaner vermittelt. Speziell der Shintoismus sei an dieser Stelle erwähnt. Hierbei handelt es sich um eine polytheistische Religion – im Spiel wird immer wieder von verschiedenen „Kami“ (Göttern) gesprochen –, in der die Natur von Geistern gewissermaßen „beseelt“ ist.

In diesem Glauben gibt es eine schier unendliche Anzahl an verehrten Wesen. Neben Naturgeistern werden ebenfalls mystische Gestalten wie die Sonnengöttin Amaterasu oder auch der Windgott Fujin verehrt. An diversen Schreinen können wir mit Jin sowohl der Natur als auch gefallenen Seelen unsere Ehre erweisen. Alles in der Spielwelt von „Ghost of Tsushima“ fühlt sich lebendig an, als sei es ein kleiner Teil eines großen Ganzen.

Des Weiteren erlaubt uns die Erkundung der Spielwelt einen Einblick in die japanische Kultur, speziell in die Traditionen der Samurai. Diese bildeten im 13. Jahrhundert die gesellschaftliche Elite Japans und folgten bekanntlich Bushido, dem Weg des Kriegers. Dieser verlangt nicht nur Ehre, Hingabe und Loyalität vom Samurai, sondern soll ihn darüber hinaus dazu anhalten, sich stets selbst zu verbessern. Der Kampf ist dabei nur ein Bestandteil dieses Kodex, denn auch Kunst, Philosophie und Religion sind essentiell für einen Krieger.

Erkundung in Ghost of Tsushima als Vorbild für zukünftige Open World-Spiele

Mit seinem sehr reduzierten Ansatz hinsichtlich der Navigation durch seine Spielwelt beschreiten Sucker Punch mit „Ghost of Tsushima“ für die aktuelle Zeit eher ungewöhnliche Wege – und treffen damit voll ins Schwarze! Das Open World-Action-Adventure hebt sich mit seiner Art der Erschließung der Spielwelt wohltuend von großen Genre-Konkurrenten wie „Assassin’s Creed“, „Horizon: Zero Dawn“ oder auch „Red Dead Redemption“ ab und dieser gewählte Ansatz darf so sehr gerne Schule machen.

Während uns andere Open World-Titel mit ihren vielen Wegpunkten, Sidequests und weiteren Einblendungen geradezu erschlagen, zeigt „Ghost of Tsushima“, dass es auch ganz anders geht und auf diese Art wundervoll funktioniert. Die Spielwelt des Samurai-Abenteuers präsentiert sich wie aus einem Guss und zieht uns so umso mehr in sich hinein. Tiere, Pflanzen und nicht zuletzt der Wind leiten uns über die Insel und führen uns zuverlässig zu immer neuen spannenden Orten. Die Erkundung dieser Welt ist vielleicht die größte Stärke des Spiels, von der sich andere Titel zukünftig gerne inspirieren lassen dürfen.

Jetzt seid ihr dran: Wie gefällt euch die Erkundung der „Ghost of Tsushima“-Welt?

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Kommentare

  1. Mr. Monkey sagt:

    @maiki183 ich kenne kein Spiel Open World Spiel das so gut aussieht wie Ghost of Tsushima. Hab das schon lange nicht mehr gehabt ab und zu mal stehen zu bleiben und die Optik zu genießen. Es gibt auch Bäume mit anderen Farben das solltest du aber wissen wenn du das Spiel eine Stunde gespielt hättest.

  2. Blackmill_x3 sagt:

    @Mr. Monkey
    RDR2 sieht um einiges besser aus.
    GoT ist zwar nicht hässlich und teilweise durch die Beleuchtung und den Farben echt mega schön, aber bestimmt nicht das beste

  3. Yago sagt:

    @ShawnTr

    Naja es kann dir doch egal sein wenn andere gern am Release die spiele haben wollen, ist ja kein rausgeschmissenes Geld. Ist halt ein Hobby und da darf man auch Geld ausgeben.

  4. Yago sagt:

    @Mr. Monkey

    Also es sieht schon schön, besonders mit der Beleuchtung und den Schatten Effekten aber es ist grafisch und optisch nicht das beste.

  5. VincentV sagt:

    RDR2 hat zwar bessere Details. Fühlt sich aber irgendwann einödig an weil man außer durchreiten kaum etwas tut.

    Ein schönes Game besteht nicht nur aus Grafikdetails. Sondern wie man das was man hat präsentiert. Und das macht GoT in meinen Augen besser als RDR2.

  6. Yago sagt:

    @Maiki183

    Ist ja schon bisschen schlecht reden.

    Also natürlich sieht es nicht so gut aus wie tlou2 aber muss es doch nicht. Es ist grafisch auch nicht unbedingt realistisch, finde es gleicht ein Gemälde von den Farben, also eher Kunst, was ich aber richtig toll finde.

    Also gerade wenn man in die weite schaut sieht es wirklich toll aus mit der Sonne, den Mond, die Bäume oder so.

    Und das setting und die japanische synchro macht es doch erst richtig gut. Passt super.

    Ja die Dörfer befreien ist halt A.C like und es sind halt zu viel Sachen, weniger wäre mehr gewesen.

  7. Kalim1st sagt:

    Hör auf Ghost of Tsushima mit GOT abzukürzen.

    Und ja Last of Us 2 ist dagegen Kindergarten.

  8. Mr. Monkey sagt:

    RDR2 hat eine gute Optik und vielleicht auch mehr Details, aber kommt für mich visuell gar nicht an Ghost of tsushima ran. Ist aber vielleicht auch Geschmackssache was man so mag für eine Stilrichtung.

  9. Yago sagt:

    @Kalim1st

    Kindergarten ist eher denn Kommentar.

    Und natürlich darf man auch Ghost of Tsushima mit got abkürzen, wissen hier doch alle das es um das Spiel geht und nicht um die Serie.

  10. Banane sagt:

    Da wir uns hier auf einer gaming Seite befinden, wird es sich bei GoT kaum um eine bescheuerte Serie handeln.

  11. xjohndoex86 sagt:

    Diese Vergleiche immer... Red Dead 2 ist eine ganz eigene Liga. Da kommt GoT in vielen Belangen nicht ran. Weder bei Animationen, Texturqualität oder der fanatischen Liebe für's Detail. Dafür hat Sucker Punch aber ein enorm gutes Händchen für einen ganz eigenen Style, Lichtstimmungen und einen guten Spielfluß, der stets Abwechslung bietet. Die Systeme sind auch schön komplex im Hintergrund, erschlagen einen aber nicht. Kein Megahit aber ein sehr, sehr gelungenes Spiel und für Samurai Fans ein wahrer Traum.
    Müsste ich es beschreiben, ist es wie eine Mischung aus Breath of the Wild & Far Cry 4(nur mit Samurais), hier noch etwas Batman Arkham Asylum bei den Kämpfen und der besagte eigene Anstrich. Fertig ist das gute Stück.

  12. olli3d sagt:

    Seit KCD habe ich es wieder zu schätzen gelernt das einen Spiele nicht komplett an die Hand nehmen und alles vorkauen, gerne mehr davon in Zukunft.

  13. KingOfkings3112 sagt:

    Die schönste Open World 2020 bis jetzt.

  14. Yago sagt:

    @KingOfkings3112

    Hab es denn schon andere Open World Spiele dieses Jahr? 😀

  15. Mozo1971 sagt:

    Den Vergleich zwischen Tlou2 und GOT verstehe ich auch nicht ganz! Bin mal gespannt ob sich GOT in den nächsten vier Wochen auch so in der Diskussion hält wie Tlou2. Wenn nein, dann haben die Macher von Tlou2 doch alles richtig gemacht, da man heute zu Tage nicht nur mit Qualität sondern auch mit dem Drum-Herum etwas abliefern muss. Selbst Days Gone war aufgrund seiner Patchorgie Wochen/Monate lang ein Thema.
    Mal sehen, ob bei GOT noch div. Diskussionen aufflammen oder ob es bereits nächste Woche bereits ruhiger wird, da es abseits des Spiels keine Skandale gibt.
    Nun ja, ich habe beide Spiele und werde sie so gut wie möglich genießen, den technisch und spielerisch sind sie beide super. Auch die Stories sind klasse.

  16. Shezzo sagt:

    Füchse sind stark verwurzelt in der Japanischen Mythologie, von daher warum passt euch der Fuchs nicht?

  17. TGameR sagt:

    @Shezzo

    Wieso "euch" ?

    Bin erst zwei Füchsen begegnet, mich stören sie nicht. Es wurde ja auch nur kritisiert, wie sie einen hinführen. Das finde ich beim Vogel "besser" gelöst, folge aber auch gern dem Fuchs. So ist's nicht. Kenne mich zudem nicht so gut mit der jap. Mythologie aus. 😉

  18. TGameR sagt:

    Aber interessant, gerade gelesen über den Kitsune 狐 (Fuchs) in Japan: ,,(...) Es nutzt seine magischen Fähigkeiten sowohl für Belohnung als auch für Bestrafung und nimmt die Rolle des Boten der Reisgöttin Inari ein."

    Das passt ja dann ganz gut, wenn man zu Orten geführt wird, wo man u.a. Belohnungen bekommt wie z.B. die Platzerweiterung für einen Talisman. Eben wieder einigen begegnet. Ach, der Fuchs ist schon ganz schön eingebunden in die Welt von Tsushima 🙂

  19. Lavarina sagt:

    Ok jetzt bin ich neugierig wenn ich mir einige Kommentare durchlese muss das Spiel genial sein werde es mir kaufen...

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