Cyberpunk 2077: Rückerstattung für Disk-Käufer und Kritik von Entwicklern

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CD Projekt hat betont, dass Käufer der Disk-Version von "Cyberpunk 2077" notfalls aus der Kasse des Entwicklers eine Rückerstattung erhalten. Darüber hinaus berichtet Jason Schreier von unbequemen Entwicklerfragen an die Führungsetage.

Cyberpunk 2077: Rückerstattung für Disk-Käufer und Kritik von Entwicklern
Acht Millionen Spiele wurden im Vorverkauf abgesetzt. Doch wie viele Kunden beantragen eine Rückerstattung des Kaufpreises?

Nach reichlich Kritik am Zustand von „Cyberpunk 2077“ nahm Sony das Spiel in dieser Woche aus dem PlayStation Store und sorgte für eine recht unkomplizierte Rückerstattung des Kaufpreises. Fraglich war zunächst, ob es eine ähnlich niedrigschwellige Möglichkeit für Spieler gibt, die das Rollenspiel als Disk-Version gekauft haben. Denn es ist unwahrscheinlich, dass alle Händler mit der Rückgabe eines bereits genutzten Spiels einverstanden sind.

Doch es gibt eine Lösung. CD Projekt wandte sich in einer Nachricht auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmens erneut an die Spieler und versprach eine Lösung. Sollte sich euer Händler weigern, „Cyberpunk 2077“ zurückzunehmen, möchte CD Projekt den Kaufbetrag aus eigener Tasche erstatten.

Absicht von CD Projekt sei es, dass auch die Besitzer einer physischen Kopie mit gültiger Kaufquittung eine Rückerstattung erhalten. Diese müsst ihr in einer Mail an helpmerefund@cdprojektred.com beantragen. Und das möglichst schnell, denn CD Projekt setzt eine Frist, die am Montag, dem 21. Dezember 2020 ausläuft.

„Die Erstattungen zahlen wir aus eigener Tasche, sollten die jeweiligen Händler keine Rückgabe akzeptieren. Falls ihr das Spiel nicht in dem Laden zurückgeben könnt, wo ihr es gekauft habt, kontaktiert uns bitte bis Montag, 21. Dezember, unter dieser E-Mail-Adresse. Da es sich hierbei um eine einmalige Aktion handelt, werden wir allen Absendern die nächsten Schritte per E-Mail erläutern, sobald das Zeitfenster für die Rückerstattungen abgelaufen ist“, so CD Projekt.

Auch Microsoft bietet Rückerstattung an

Nachdem Sony „Cyberpunk 2077“ aus dem PlayStation Store nahm und dazu überging, den Kaufpreis der digitalen Fassung zu erstatten, zog Microsoft nach. Im Xbox Store gekauft werden kann das Rollenspiel noch immer, allerdings wurden bei der Rückerstattung die Hürden entfernt.

„Bis heute haben wir der überwiegenden Mehrheit der Kunden, die eine Rückerstattung beantragt haben, diese gewährt. Um eine Xbox-Rückerstattung für Cyberpunk 2077 anzufordern, folgt bitte den Schritten, die auf unserer Xbox-Rückerstattungsseite hier aufgeführt sind“, so die Redmonder.

Zudem wird in einigen Regionen im Xbox Store vor den Problemen gewarnt, die Spieler nach dem Start des Spiels auf der Last-Gen-Konsole verzeichnen können: „Spieler können Performance-Probleme beim Spielen dieses Spiels auf Xbox One-Konsolen erleben, bis dieses Spiel aktualisiert wird.“

Entwickler sind unzufrieden

An anderer Stelle meldete sich der ehemalige Kotaku-Redakteur Jason Schreier zu Wort und sprach von unzufriedenen Entwicklern. Während eines internen Videomeetings sollen diese dem Management einige unbequeme Fragen gestellt haben.

„Die Entwickler stellten unverblümte Fragen über den Ruf der Firma, die unrealistischen Fristen für das Spiel und die unerbittlichen Überstunden in den Monaten und Jahren vor der Veröffentlichung am 10. Dezember“, so Schreier in einem Bloomberg-Artikel.

Ein Mitarbeiter habe den Vorstand gefragt, warum im Januar die Aussage erfolgte, dass das Spiel „vollständig und spielbar“ sei, was mit der Realität offenbar nicht viel zu tun hatte. Daraufhin erklärte der Vorstand, dass er die Verantwortung übernehmen würde. Im Februar erfolgte eine Aussage über die „atemberaubende Grafik“.

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Ein anderer Entwickler fragte laut Schreier, ob die Direktoren von CD Projekt es nicht für heuchlerisch hielten, ein Spiel über die Ausbeutung durch Unternehmen zu erschaffen und gleichzeitig zu erwarten, dass ihre Angestellten ständig Überstunden machen. Über die 6-Tage Wochen berichteten wir schon vor Monaten. Die Antwort war laut Schreier vage und unverbindlich.

Immerhin: Als die Direktoren im Zuge der Fragerunde nochmals mit der Crunchtime konfrontiert wurden, äußerten sie die Absicht, die Produktionspraktiken in der Zukunft zu verbessern. Weitere Details wurden allerdings nicht genannt.

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