Meinung: Spider-Man 2, Wolverine und Co. - Gibt es eigentlich zu viele Superhelden-Games?

„Guardians of the Galaxy“, „Spider-Man“ und „Batman“: Superhelden-Games besitzen eine lange und fortwährende Tradition. Aber aktuell häufen sich die Comic-Versoftungen. Reicht's euch langsam mit den Superhelden-Games?

Meinung: Spider-Man 2, Wolverine und Co. – Gibt es eigentlich zu viele Superhelden-Games?

Wie oft habt ihr die Abenteuer der „Avengers“ gesehen? Vielleicht wart ihr sogar einige Male im Kino und habt dort die Reise von Iron-Man, Captain America und Co. genossen. Wir alle lieben Superhelden. Viele von uns begleiten sie seit unserer Kindheit und eroberten schon früh unsere Herzen.

Im Jahr 2021 sind Superhelden so populär wie niemals zuvor und auch aus der Unterhaltungsform der Computer- und Videospiele kaum mehr weg zu denken. „Spider-Man: Miles Morales“ war Launch-Titel beim Start der PlayStation 5. „Iron-Man VR“ gehörte zu den letzten großen Spielen für die PlayStation VR. Und auch für „Marvel’s Avengers“ erscheinen weiterhin Inhalte wie zuletzt „Battle For Wakanda“.

Doch der Superhelden-Wahnsinn ist noch lange nicht vorbei: Im Rahmen des PlayStation Showcase erblickten die von Insomniac Games entwickelten „Wolverine“ und „Spider-Man 2“ das Licht der Welt. Bereits am 26. Oktober 2021 kommt „Guardians of the Galaxy“ und wer eher auf Rundenstrategie steht, für den setzt es im März 2022 mit „Marvel’s Midnight Suns“ eine Art „XCOM“ mit Marvel-Lizenz.

Kurzum: Superhelden sind überall – wird es langsam zu viel mit den Lizenz-Versoftungen?

Eine ähnliche Zielgruppe!

Was haben Videospiele, Comics und Actionfilme gemeinsam? Richtig, eine sehr ähnlich Zielgruppe. Ganz egal, ob Marvel oder DC – Superhelden sind längst nicht mehr die stille Lektüre in den Kinderzimmern, sondern ein Milliardengeschäft. Disney kaufte Marvel im Jahr 2009 für unglaubliche vier Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis ist eine wahre Offensive aus Kinofilmen, Serien und anderen Inhalten. Nicht zuletzt staffierten die „Micky Maus“-Macher damit auch ihren Streaming-Service Disney+ aus und boten Actionfreunden neben „Star Wars“-Inhalten auch die geballte Ladung MCU.

Und ich gestehe: Ich bin exakt Teil dieser Zielgruppe. Als Kind der Neunziger habe ich die Comics von meinem Bruder übernommen und „Die Spinne“ und „Die Rächer“ verschlungen. Später folgte der Wechsel zu den Video- und Computerspielen und es kommt wohl nicht von ungefähr, dass mein erstes Game-Boy-Spiel das eher durchwachsene „Spider-Man“ war. Und auch der Nachwuchs wird zeitnah mit dem Superhelden-Virus angesteckt: Kurz nach der Geburt setzte es einen „Superman“-Strampler.

Alternativer Ansatz

„Guardians of the Galaxy“, „Marvel’s Avengers“ und auch „Spider-Man: Miles Morales“ – Ein Konzept kristallisierte sich bei nahezu allen Superheldenspielen heraus: Die meisten Entwickler erfinden auf Basis der Lizenz ihre eigene Geschichte und verzichten etwa auf Origin-Stories oder das Nacherzählen der bekannten Kino-Hits. Die traditionelle Lizenz-Versoftung wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, gibt es nur noch sehr selten. Das wiederum sorgt dafür, dass sich der „Helden“-Overkill in Grenzen hält.

„Marvel’s Avengers“ beispielsweise erzählte die Geschichte des A-Day und des Zusammenbruchs der „Avengers“. Und auch wenn das Actionspiel insgesamt eher mittelmäßig war, so bereitete die Story um Kamala Khan alias Ms. Marvel doch zehn bis fünfzehn vergnügliche Stunden und war zweifellos der große Pluspunkt des Spiels. Das gleiche Konzept greift bei dem kommenden „Guardians of the Galaxy“, dass zwar Ideen und Konzepte aus Comics und Filmen aufgreift, jedoch einen eigenen Weg geht.

Für Fans entsteht somit eine weitere Motivation, die über das Spielen der beliebten Charaktere hinaus geht: Man möchte wissen, was die Entwickler und Story-Schreiber mit der Vorlage angefangen und wie sie sie umgesetzt haben.

Die Qualität macht den Super-Erfolg

Am Ende aber ist es wie in jedem Bereich: Die Spreu trennt sich sehr schnell vom Weizen. Das bedeutet, dass eine Superhelden-Lizenz alleine noch längst keinen Hit macht. Gurken wie etwa das 2004 veröffentlichte „Catwoman“ oder das 2008 erschienene „Iron-Man“ finden zwar auf dem Grabbeltisch zum Budget-Preis noch Abnehmer, erreichen aber die breite Masse nicht.

Der beste Beweis für diese These ist das bereits erwähnte „Marvel’s Avengers“. Trotz geballter Helden-Power verkaufte sich das Spiel weltweit eher dürftig und riss Square Enix 2020 ein über 60 Millionen US-Dollar großes Loch in die Bilanz. Die Gründe dahinter sind vielschichtig und reichen von schwachen Reviews über den Service-Charakter des Spiels bis hin zu technischen Startschwierigkeiten. Klar sollte aber sein, dass auch das Siegel von Marvel oder DC noch längst keinen Verkaufserfolg ausmacht.

Keine Ende in Sicht und das ist gut so …

Trotz des „Avengers“-Flops bin ich die Superhelden noch nicht leid. Ganz im Gegenteil. Ich würde ein weiteres „Batman“-Spiel genauso zocken wie ich auch „Guardians of the Galaxy“, „Wolverine“ und „Spider-Man 2“ spielen werde. So viele Comic-Versoftungen es auch gibt, so bieten doch alle einen frischen Ansatz und vor allem interessante Charaktere und Geschichten. Hinzu kommt ein Gefühl der Vertrautheit und der Nostalgie, das diesen Marken inne wohnt.

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Ja, es gibt immer mehr Superhelden-Games. So lange diese aber qualitativ auf hohem Niveau rangieren, bin ich ihnen noch nicht überdrüssig. Dafür sind die Welten und Abenteuer von „Spider-Man“, „Batman“ und Co. viel zu abwechslungs- und facettenreich. In diesem Sinne … her mit „Wolverine“ und seinem (hoffentlich) blutigen Handwerk!

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