Meinung: Spider-Man 2, Wolverine und Co. – Gibt es eigentlich zu viele Superhelden-Games?

Kommentare (259)

„Guardians of the Galaxy“, „Spider-Man“ und „Batman“: Superhelden-Games besitzen eine lange und fortwährende Tradition. Aber aktuell häufen sich die Comic-Versoftungen. Reicht's euch langsam mit den Superhelden-Games?

Meinung: Spider-Man 2, Wolverine und Co. – Gibt es eigentlich zu viele Superhelden-Games?

Wie oft habt ihr die Abenteuer der „Avengers“ gesehen? Vielleicht wart ihr sogar einige Male im Kino und habt dort die Reise von Iron-Man, Captain America und Co. genossen. Wir alle lieben Superhelden. Viele von uns begleiten sie seit unserer Kindheit und eroberten schon früh unsere Herzen.

Im Jahr 2021 sind Superhelden so populär wie niemals zuvor und auch aus der Unterhaltungsform der Computer- und Videospiele kaum mehr weg zu denken. „Spider-Man: Miles Morales“ war Launch-Titel beim Start der PlayStation 5. „Iron-Man VR“ gehörte zu den letzten großen Spielen für die PlayStation VR. Und auch für „Marvel’s Avengers“ erscheinen weiterhin Inhalte wie zuletzt „Battle For Wakanda“.

Doch der Superhelden-Wahnsinn ist noch lange nicht vorbei: Im Rahmen des PlayStation Showcase erblickten die von Insomniac Games entwickelten „Wolverine“ und „Spider-Man 2“ das Licht der Welt. Bereits am 26. Oktober 2021 kommt „Guardians of the Galaxy“ und wer eher auf Rundenstrategie steht, für den setzt es im März 2022 mit „Marvel’s Midnight Suns“ eine Art „XCOM“ mit Marvel-Lizenz.

Kurzum: Superhelden sind überall – wird es langsam zu viel mit den Lizenz-Versoftungen?

Eine ähnliche Zielgruppe!

Was haben Videospiele, Comics und Actionfilme gemeinsam? Richtig, eine sehr ähnlich Zielgruppe. Ganz egal, ob Marvel oder DC – Superhelden sind längst nicht mehr die stille Lektüre in den Kinderzimmern, sondern ein Milliardengeschäft. Disney kaufte Marvel im Jahr 2009 für unglaubliche vier Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis ist eine wahre Offensive aus Kinofilmen, Serien und anderen Inhalten. Nicht zuletzt staffierten die „Micky Maus“-Macher damit auch ihren Streaming-Service Disney+ aus und boten Actionfreunden neben „Star Wars“-Inhalten auch die geballte Ladung MCU.

Und ich gestehe: Ich bin exakt Teil dieser Zielgruppe. Als Kind der Neunziger habe ich die Comics von meinem Bruder übernommen und „Die Spinne“ und „Die Rächer“ verschlungen. Später folgte der Wechsel zu den Video- und Computerspielen und es kommt wohl nicht von ungefähr, dass mein erstes Game-Boy-Spiel das eher durchwachsene „Spider-Man“ war. Und auch der Nachwuchs wird zeitnah mit dem Superhelden-Virus angesteckt: Kurz nach der Geburt setzte es einen „Superman“-Strampler.

Alternativer Ansatz

„Guardians of the Galaxy“, „Marvel’s Avengers“ und auch „Spider-Man: Miles Morales“ – Ein Konzept kristallisierte sich bei nahezu allen Superheldenspielen heraus: Die meisten Entwickler erfinden auf Basis der Lizenz ihre eigene Geschichte und verzichten etwa auf Origin-Stories oder das Nacherzählen der bekannten Kino-Hits. Die traditionelle Lizenz-Versoftung wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, gibt es nur noch sehr selten. Das wiederum sorgt dafür, dass sich der „Helden“-Overkill in Grenzen hält.

„Marvel’s Avengers“ beispielsweise erzählte die Geschichte des A-Day und des Zusammenbruchs der „Avengers“. Und auch wenn das Actionspiel insgesamt eher mittelmäßig war, so bereitete die Story um Kamala Khan alias Ms. Marvel doch zehn bis fünfzehn vergnügliche Stunden und war zweifellos der große Pluspunkt des Spiels. Das gleiche Konzept greift bei dem kommenden „Guardians of the Galaxy“, dass zwar Ideen und Konzepte aus Comics und Filmen aufgreift, jedoch einen eigenen Weg geht.

Für Fans entsteht somit eine weitere Motivation, die über das Spielen der beliebten Charaktere hinaus geht: Man möchte wissen, was die Entwickler und Story-Schreiber mit der Vorlage angefangen und wie sie sie umgesetzt haben.

Die Qualität macht den Super-Erfolg

Am Ende aber ist es wie in jedem Bereich: Die Spreu trennt sich sehr schnell vom Weizen. Das bedeutet, dass eine Superhelden-Lizenz alleine noch längst keinen Hit macht. Gurken wie etwa das 2004 veröffentlichte „Catwoman“ oder das 2008 erschienene „Iron-Man“ finden zwar auf dem Grabbeltisch zum Budget-Preis noch Abnehmer, erreichen aber die breite Masse nicht.

Der beste Beweis für diese These ist das bereits erwähnte „Marvel’s Avengers“. Trotz geballter Helden-Power verkaufte sich das Spiel weltweit eher dürftig und riss Square Enix 2020 ein über 60 Millionen US-Dollar großes Loch in die Bilanz. Die Gründe dahinter sind vielschichtig und reichen von schwachen Reviews über den Service-Charakter des Spiels bis hin zu technischen Startschwierigkeiten. Klar sollte aber sein, dass auch das Siegel von Marvel oder DC noch längst keinen Verkaufserfolg ausmacht.

Keine Ende in Sicht und das ist gut so …

Trotz des „Avengers“-Flops bin ich die Superhelden noch nicht leid. Ganz im Gegenteil. Ich würde ein weiteres „Batman“-Spiel genauso zocken wie ich auch „Guardians of the Galaxy“, „Wolverine“ und „Spider-Man 2“ spielen werde. So viele Comic-Versoftungen es auch gibt, so bieten doch alle einen frischen Ansatz und vor allem interessante Charaktere und Geschichten. Hinzu kommt ein Gefühl der Vertrautheit und der Nostalgie, das diesen Marken inne wohnt.

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Ja, es gibt immer mehr Superhelden-Games. So lange diese aber qualitativ auf hohem Niveau rangieren, bin ich ihnen noch nicht überdrüssig. Dafür sind die Welten und Abenteuer von „Spider-Man“, „Batman“ und Co. viel zu abwechslungs- und facettenreich. In diesem Sinne … her mit „Wolverine“ und seinem (hoffentlich) blutigen Handwerk!

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Kommentare

  1. Argonar sagt:

    Gibt es zu viele Superhelden Spiele? Nein
    Gibt es mehr Superhelden Spiele als früher? Nein (und ich mein durch alle Generationen, Nein)

    Aber es gibt mittlerweile mehr Superhelden Spiele von hoher Qualität als früher und generell sind sie voll im Mainstream angekommen, drum redet man heute mehr drüber. Selbst ein geflopptes Avengers ist nicht so unspielbar schlecht, wie es low Effort Games zu Zeiten von NES bis PS2 teilweise waren.

    Es gibt so viele Comic Helden und die meisten davon haben coole Spiele verdient, nur früher haben halt nur die ganz großen auch welche bekommen, die anderen kannte ja Niemand.

    Heute ist die Chance da, dass auch mal die Leute aus der B Liga ihre Games bekommen, wie z.B Gotham Knights und Suicide Squad. Und da es bei Comics von der Relevanz der Charaktere gefühlt runter bis Z oder noch weiter geht ist B sogar noch sehr weit oben.

  2. Dunderklumpen sagt:

    @Scorpionx01
    "Die Überschrift lädt doch zum diskutieren ein oder? Klar hast du recht... bei 4000 Titel sind es nicht viele Superheldenspiele, aber Insomiac ist eben ein guter Entwickler. Soll doch Ubisoft die Marvel-Titel machen..."

    OK, einmal geh ich noch drauf ein (auch wenn es sinnfrei ist)
    Weil Insomniac ein gutes Studio ist, sind die Marvel Spiele also dort am falschen Platz. Es sollte also z.B. von UBI kommen, weil die dann schlechter sind....?!?
    Die Millionenfachen Käufer der Spiderman-Spiele (die anscheinend auch größtenteils sehr zufrieden waren mit dem gebotenen) haben also diese (und kommende) Spiele nicht verdient, weil es einigen nicht in den Kram passt?!?
    Die dürfen dann gerne schlechteres von anderen Studios kaufen, aber bitte nicht bei Sony?!?
    Und weil ich mit GoW war nichts anfangen kann, erwarte und fordere ich dann, dass die Entwickler was anderes machen, als die xte Fortsetzung?!?

    Manmanman, kommt doch mal raus aus der Ich-bezogenen Blase, lebt sich auch nicht schlecht 😀

    Ansonsten gebe es noch: genug Anteile kaufen und dann den Entwicklern vorschreiben was sie machen sollen und dem eigenen Geschmack entspricht xD

    @Argonar
    So ist es 😉

  3. big ed@w sagt:

    @consolepayer
    Ein Hulk Spiel wird eher nicht kommen.
    Hulk lebt von Zerstörung.
    Eine unzerstörbare Umgebung = Hulk floppt.
    Eine komplett zerstörbare Umgebung= zu viel Rechenleistung nötig,zu viele Fallen im Leveldesign ,zu viele Möglichkeiten das Gameplay auszuhebeln.

    Ist wie Superman.
    Godmode zerstört gameplay.
    Kein Godmode = Held fühlt sich unecht an.

  4. Scorpionx01 sagt:

    Dunderklumpen
    "OK, einmal geh ich noch drauf ein (auch wenn es sinnfrei ist)
    Weil Insomniac ein gutes Studio ist, sind die Marvel Spiele also dort am falschen Platz. Es sollte also z.B. von UBI kommen, weil die dann schlechter sind....?!?
    Die Millionenfachen Käufer der Spiderman-Spiele (die anscheinend auch größtenteils sehr zufrieden waren mit dem gebotenen) haben also diese (und kommende) Spiele nicht verdient, weil es einigen nicht in den Kram passt?!?
    Die dürfen dann gerne schlechteres von anderen Studios kaufen, aber bitte nicht bei Sony?!?
    Und weil ich mit GoW war nichts anfangen kann, erwarte und fordere ich dann, dass die Entwickler was anderes machen, als die xte Fortsetzung?!?

    Manmanman, kommt doch mal raus aus der Ich-bezogenen Blase, lebt sich auch nicht schlecht "

    Ich weiß, was ich fordern kann und was ich mir wünschen darf. Es ist natürlich ein Wunsch, dass Insomiac an etwas Anderem als Marvel arbeiten. Und ja, mir sind alle anderen Spieler, denen es gefällt egal. Genauso egal, wie es mir ist, dass den Xbox Spielern Halo bzw. Gears of War gefällt.

    Und ja, hätte ich große Anteile, dann würde ich ggf. auch fordern... 😉
    Lass mir doch meine Meinung und Wünsche. Freu dich doch, dass Marvel ein großes Thema bei Insomiac ist, aber verlang doch nicht, dass es hier jedem gefällt... 😉

  5. KoA sagt:

    @ Scorpionx01:

    „[...] aber verlang doch nicht, dass es hier jedem gefällt... „

    Gerade das hat Dunderklumpen ja eben nicht getan. 🙂

    Es geht hierbei schlicht um die Akzeptanz allgemeiner Gegebenheiten, völlig abseits der jeweils eigenen, persönlichen Wunschvorstellungen.
    Die hiesige Diskussion um entsprechend persönliche Wünsche, hat letztendlich keinerlei Einfluss, auf die Tatsache, dass Insomniac bereits an bettreffende Marvel-Titeln arbeitet. Und eben allein schon deswegen, ist diese hier eröffnete Diskussion zu dieser Thematik weitestgehend nutzlos und im Grunde reine play3-Beschäftigungstherapie. 🙂

  6. IchMagKonsolen sagt:

    Meinung: Spider-Man 2, Wolverine und Co. – Gibt es eigentlich zu viele Superhelden-Games?

    Ich denke, jeder der hier kommentiert versteht worum es geht.
    Es kann auch jeder für sich entscheiden ob er dran teilnehmen will.

  7. Scorpionx01 sagt:

    @KoA
    Naja, letztendlich ist es völlig egal was wir allgemein bei play3 diskutieren. Niemand bei Sony hört uns. Und dass Insomiac jetzt nicht alles stehen und liegen lässt, ist auch klar.

  8. consoleplayer sagt:

    Scorpionx01
    Kauft Sony schon wieder ein neues Studio? Ich verstehe nicht, was du sagen willst. ^^

  9. Scorpionx01 sagt:

    @consoleplayer
    "Kauft Sony schon wieder ein neues Studio? Ich verstehe nicht, was du sagen willst. ^^"

    Bluepoint...^^
    Ich wollte nur sagen. Spiderman ist gut, aber bitte nicht noch einen Marvelhelden.

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