Angeschaut@gamescom 2012: Beyond: Two Souls

Kommentare (21)

Quantic Dreams David Cage ist immer für eine Überraschung gut. Er sieht sich als Visionär. Als jemand, der die Medien Film und Videospiel mit einander verbindet. Als jemand, der Emotionen in uns als Gamer hervorruft. In seinem letzten Projekt „Heavy Rain“ ist ihm dies zweifellos geglückt. Obwohl das Adventure spielerisch eher simpel gehalten war, war das Feedback über weitere Strecken positiv.

Auf der E3 präsentierte David Cage „Beyond: Two Souls“. Ein Spiel, das 25 Jahre der Hauptdarstellerin Jodie Holmes beleuchten soll und wie eine Mischung aus „Akte X“ und „Heavy Rain“ anmutet. Zur gamescom packte Cage Behind-the-scenes-Material aus und ließ uns an seinen Gedanken zur kommenden Konsolengeneration teilhaben.

httpv://www.youtube.com/watch?v=mOWN7d0125o

Das Ding mit der Kamera
Die Geschichte hinter „Beyond: Two Souls“ haben wir bereits in der letzten Preview beleuchtet. David Cage plauderte auf seiner gamescom-Präsentation über die technischen Hintergründe des Action-Adventures und über die Zusammenarbeit mit Schauspielerin Ellen Page („Juno“). Sie war (natürlich) Davids Wunschdarstellerin für die Rolle der Jodie Holmes. Und umso überraschter war er, dass Ellen, nachdem er das Drehbuch an sie schickte, ohne Zögern zusagte.

Im Gegensatz zu Spielen wie etwa „The Last of Us“ setzt „Beyond: Two Souls“ auf das so genannte „Performance Capturing“. Das bedeutet, dass alles – Ton und Bewegungen – in einer Spur und in einem Take aufgenommen werden. Vorbild ist hier „James Cameron’s Avatar“. Aber das Budget war im Vergleich verschwindend gering. Die Gesichtszüge wurden mit Hilfe einer an dem Helm befestigten Kamera gescannt. Selbst die Bewegungen der Augen wurden so gefilmt.

Das Problem: Die Kulissen bestanden nur aus Röhrenkonstruktionen. Und oftmals hetzte die Produktion von einer Szene und damit einem emotionalen Zustand der Charaktere zum nächsten. Das machte die Arbeit schwer und ist vielleicht auch die Erklärung für die teils etwas hölzern wirkenden Darstellerleistungen in den Spielszenen. Ellen Page hatte es gerade anfangs laut eigenen Aussagen schwer, sich mit der Situation zurecht zu finden. David Cages Ehrlichkeit ist zwar in Zeiten von gebrieften PR-Spezialisten erfrischend, aber nährt auch unseren Zweifel an „Beyond: Two Souls“.

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Ein Hauch von Gameplay
In den Folgeminuten präsentierte David Cage sein bisheriges Gameplay-Material, kommentierte dies aber und brachte damit seine Gäste zum Grübeln: Aiden und Jodie sind durch ein Band aneinander gebunden. „Diese blaue Schnur ist in ihrer Länge begrenzt. Sie ist abhängig von dem aktuellen Spielabschnitt und auch von Jodies aktuellem Zustand“, erklärt Cage.

Das eigentliche Gameplay wirkte in sich ein wenig fahrig, geradezu unruhig. „Alles was leuchtet, könnten wir mit Aiden manipulieren“, meint David und schwenkt durch die Spielwelt. Einen aktiven Hydranten umgibt eine farbige Aura. Über eine Halbkreisbewegung mit den beiden Analog-Sticks bringen wir das Objekt zur Explosion. Das sieht klasse aus und führt auch zu einigen überraschten Gesichtern bei den umstehenden Polizisten.

Während sich Aiden austobt, halten sich die Cops aber zurück. Jodie schreit im Hintergrund. Aber echte Hektik oder gar eine Dramaturgie wie in einem Kinofilm fehlt leider. Brutaler geht es zu, als Cage einen der Soldaten anwählt und diesen so in den Selbstmord treibt. Eine schockierende Szene, weil die Kamera hier ebenfalls voll drauf hält. Die Szene endet schließlich mit einem einstürzenden Kirchturm. Beeindruckend, aber nicht unbedingt befriedigend.

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Die Zukunft nach David Cage
Im Anschluss folgt die klassische Fragesession. Schließlich hat ein Kreativling wie David Cage zu jedem Thema eine Meinung. Für ihn darf „Technik nicht die Triebfeder für Kreativität sein“. Er erteilt somit der besonders in den letzten Jahren vorherrschenden Ideenarmut und der Entschuldigung, es fehle einfach die nächste Konsolengeneration, eine Abfuhr. Er fühlt sich auch mit der aktuellen PlayStation 3 sehr wohl: „Wir mochten die PS2, gleiches gilt für die PS3 und vermutlich auch für die PlayStation 4.“ Auf die Frage, warum sich Quantic Dream nicht einfach die Motion-Capturing-Anlagen mit Naughty Dog teilt, reagiert Cage geradezu patzig: „Es ist eine einfache Rechnung. Naughty Dog ist Teil von Sony Computer Entertainment. Wir sind es nicht. Wir sind unabhängig. Da macht Teilen allein aus wirtschaftlichen Gründen einfach keinen Sinn.“

System: Playstation 3
Vertrieb: Sony
Entwickler: Quantic Dream
Releasedatum: 2013
USK: noch nicht bekannt
Offizielle Homepage: http://www.quanticdream.com/

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Einschätzung: gut

David Cage gehört wirklich zu den schillerndsten Figuren im Spielegeschichte. Er ist ein Visionär und hört sich gerne selber reden. So kreativ seine Ideen sein mögen, so ergeben sich immer wieder Zweifel daran. Gerade die Zusammenarbeit mit branchenfremden Schauspielern wie Ellen Page klingt schwierig. Ganz offensichtlich war sie mit den Vorgaben und den schnellen Szenenwechsel überfordert. Das könnte für Probleme sorgen. Auch Cages Vorhaben, 25 Jahre in eine Spielzeit von zehn bis zwölf Stunden zu pressen, sehen wir als Problem an. „Heavy Rain“ hatte bereits bei sechs Stunden seine (spielerischen) Längen. Auch die Gameplay-Passage von „Beyond: Two Souls“ überzeugte uns bei genauerem Hinsehen nicht vollends. Wir hoffen, dass Cage das Projekt in den Griff bekommt. Schließlich servieren uns nur wenige Entwickler derart spannende Exklusiv-Thriller für die PlayStation 3.

Kommentare

  1. Sheva sagt:

    Langsam irgendwie merkwürdig wie jedes Spiel, aber wirklich JEDES die Bewertung "Gut" bekommt......

  2. Turkoop10 sagt:

    Is So, Beyond wird ein Hit eigentlich muss es die Bewertung "Absolut Geil" Haben

  3. schleckstengel sagt:

    Hmm.. Was meinen die mit hölzern? Ich finde, es sieht im Vergleich mit anderen Spielen sehr lebendig und dynamisch aus...

  4. Das_Krokodil sagt:

    @Sheva und Turkoop:
    Das ist nicht der Punkt: Wenn play3 sagt "hervorragend oder sehr gut" und es dann im Test doch enttäuscht, jammern hier wieder alle von wegen "zu sehr gehyped"... play3 stellt dem Titel Potential aus, sehr gut zu werden, was sie aber anhand der gezeigten Szenen noch nicht genau beurteilen können. Immerhin wurde es nur angeschaut... nicht angespielt.

  5. Gamer4Life1 sagt:

    Ähächrrmn ,wieder ein Game für meine Sammlung die eine Ergänzung verdient 🙂
    Meine Einschätzung.... : Könnt mich mal um jede Wette bitten dasich auf jeden Fall dieses Game mir unter die Nagel reißen werde :mrgreen:

  6. His0ka sagt:

    wird bestimmt ein 5 stunden film...der gut aussieht aber mit ner schlechten schauspielerin besetzt und niemals 60€ wert...

  7. redman_07 sagt:

    von mir aus schreibst beschissen drunter,ich kaufs mir,nuff said 😉

  8. Sheva sagt:

    @Das Krokodil

    Das sollen Sie ja auch gar nicht, aber langsam ist es komisch das JEDES spiel ein gut bekommt. Nicht mal ein einziges mit befriedigend oder sehr gut.

    Geht ja nicht darum das man jedes mit "Sehr Gut" bewerten soll.

  9. RED-LIGHT sagt:

    Das wird ein sehr gutes Spiel, play3 sind COD fanboys.

  10. dulce_mari sagt:

    @Sheva

    " Nicht mal ein einziges mit befriedigend oder sehr gut."
    Wie bitte?
    Ich sag dazu nur: siehe Assassins Creed 3!

    Wenn es dich so stört, dass viele Spiele ein Gut bekommen, musst du das nicht an den Verfassern der Texte "auslassen" oder sonst was. Es ist nur eine Meinung von vielen. Letztendlich kannst du dir deine eigene bilden.

    Und achja: Das Spiel wird definitiv gekauft und ist die 70€ bestimmt wert. Heavy Rain war schon klasse. Und ich finde man sollte gerade solche Produktionen unterstützen. Ich finde da steckt einfach so viel Leidenschaft, Liebe und Bemühungen drin. Das sollte man tolerieren, respektieren und akzeptieren!

    Basta pasta.

  11. E4tThiZz_Z sagt:

    Hammer Game ! Freu mich .... 🙂

  12. schleckstengel sagt:

    @RED-LIGHT

    Ich bin auch felsenfest überzeugt, dass es ein Meilenstein wird! Bei solchen Spielen zählt die Erfahrung, nicht das Gameplay! ABER mein Freund! Bitte unterlasse solche provokante Kommentare in Zukunft! Immer redest du CoD und seine Spieler schlecht! Hör endlich auf damit!

  13. Das_Krokodil sagt:

    @Red-light:
    Komisch, dass BO2 auch erstmal nur mit "gut" bewertet wurde... schon dumm, wenn man nicht recherchiert, sondern einfach Blödsinn schreibt, mein Kleiner^^

  14. proevoirer sagt:

    Alleine deshalb wollte ich schon ein sehr gut bei bo2 sehen.Naja nächstes mal.
    Ich würde mich über neue Beyond Videos freuen.

  15. skywalker1980 sagt:

    sheva: absolute unterstellung: sieh dir z.b. die bewertungen der letzten 10-15 games an und dann trau dich nochmal schreiben von wegen alles wird mit gut abgetan...

    zum game: @ dulce_mari: honorieren hätt völlig ausgereicht... ansonsten bin ich voll deiner meinung

  16. Deltaway sagt:

    Wie Skywalker schon sagte, in den letzten Previews waren viele "Sehr gut" dabei. Auch ein "Durchschnittlich" war letztens erst dabei.

  17. Warhammer sagt:

    Ein großer Teil sieht sich wohl nur das "gut" an und der Text wird gar nicht gelesen.

    Ich fand das sie noch recht viel zu Kritierisren hatten. Ob man es selbst so sieht muss man noch abwarten.

  18. Cloud324 sagt:

    die bewertung von play 3 kann man eh vergessen.

  19. RED-LIGHT sagt:

    Nur mal ein Beispiel das letzte MOH wurde schlecht bewertet, obwohl es tausend mal besser als COD war. Allein schon das BO2 ein gut kriegt obwohl sich nur das setting ändert ist schon ein Witz. Warfighter bekam durchschnittlich, es hat sich grafisch was getan, Storymässig ist es emotionaler und mehr Abwechslung drin. Der Multiplayer wurde ebenfalls komplett neu gemacht. Dann nur durschnittlich, weil es fast nur noch COD fanboys im Gaming Bereich gibt, das ist seit dieser Gen so. Ich schreibe nur wie es ist und außerdem beleidige ich keinen.

  20. Buzz1991 sagt:

    Die "Gut"-Bewertung überrascht mich etwas.
    Hat PLAY3 außerdem mehr gesehen als bisher bekannt wurde? Weil von hölzernen Animationen habe ich in dem bisher einzig bekannten Video überhaupt nichts gesehen.

    Die Sache mit dem Gameplay, wo man mit Aiden viel anstellen kann, sehe ich aber nachwievor skeptisch bezüglich des Storytellings. Zu viel Freiheit kann da schädlich sein.
    Wo ich aber überhaupt nicht zustimmen kann, ist dass Heavy Rain Längen gehabt haben soll. Ich fand jede Minute des Spiels passend, es hatte jede Szene seine Daseinsberechtigung. Wenn Beyond dann 10h oder länger geht, wäre das auch cool.

  21. Nnoo1987 sagt:

    Beyond könnte auch Beawesome heissen 😀 weil es absolut awesome wird!! *_*