Sony: Microsoft möchte PlayStation wie Nintendo werden lassen

Sony hat in einer Stellungnahme an die britische Aufsichtsbehörde CMA die Gefahren beschrieben, die laut der Sicht des PS5-Herstellers von der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft ausgehen würden.

Sony: Microsoft möchte PlayStation wie Nintendo werden lassen

Platzt der Deal doch noch?

Der Schlagabtausch anlässlich der geplanten Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft geht in die nächste Runde.

Nachdem das PlayStation-Oberhaupt Jim Ryan in Bezug auf Microsoft jüngst von einer „Geschichte der Dominanz von Industrien“ sprach, behauptet Sony Interactive Entertainment in einer 22-seitigen Antwort an die britische Aufsichtsbehörde CMA, dass Microsofts „wahre Strategie“ hinter der geplanten Übernahme von Activision Blizzard darin liege, PlayStation „wie Nintendo“ werden zu lassen.

Ein großer Teil der Stellungnahme widmet sich der „Call of Duty“-Reihe und dem mutmaßlichen Schaden, den der Zusammenschluss zwischen Microsoft und Activision Blizzard laut der Ansicht von Sony anrichten würde, sobald die Shooter-Reihe die Konkurrenzplattform verlässt. Kürzlich war allerdings von einem angebotenen Zehn-Jahres-Vertrag die Rede, der „Call of Duty“ über einen langen Zeitraum hinweg auf den PlayStation-Konsolen halten würde.

Im Dokument reagiert Sony ebenfalls auf die Behauptung, dass andere Plattformen wie die Nintendo Switch auch ohne „Call of Duty“ erfolgreich seien. Eine solche Aussage würde allerdings die Tatsache ignorieren, dass sich Nintendos Strategie deutlich von denen der Konkurrenten Sony und Microsoft unterscheidet. Laut Sony setzt Nintendo nicht auf Shooter-Franchises für Erwachsene, sondern auf familienfreundliche Spiele.

„Microsoft behauptet, dass Nintendos differenziertes Modell beweist, dass PlayStation kein Call of Duty braucht, um effektiv zu konkurrieren. Dies offenbart jedoch die wahre Strategie von Microsoft“, heißt es in der Erklärung von SIE. „Microsoft will, dass PlayStation wie Nintendo wird, damit es ein weniger enger und effektiver Konkurrent für Xbox wird.“

Einzige Anlaufstelle für die meistverkauften Shooter

Laut Sony wäre die Xbox nach der Transaktion die einzige Anlaufstelle für die meistverkauften Shooter-Franchises auf Konsolen, darunter „Call of Duty“, „Halo“, „Gears of War“, „Doom“ und „Overwatch“, was Microsofts Wettbewerbsdruck erheblich verringern würde.

Sony argumentiert damit, dass vor allem „Call of Duty“ unersetzlich sei und die Übernahme durch Microsoft das Kräfteverhältnis so stark zugunsten des Windows-Konzerns verschieben würde, dass die PlayStation nicht mehr konkurrenzfähig wäre.

„Das Franchise ist fest in der Psyche der Gamer verankert: Seit der ersten Veröffentlichung von Call of Duty im Jahr 2003 hat jeder Teil durchgehend die Charts angeführt“, so Sony im Verlauf des Dokuments, das geschwärzte Prozentzahlen über den Anteil der Zielgruppe umfasst, den das Unternehmen im Falle einer Exklusivveröffentlichung von „Call of Duty“ verlieren würde.

Microsoft würde laut Sony unersetzliche Inhalte kontrollieren, die das Engagement der Nutzer verlässlich fördern: „Nach der Transaktion würde Microsoft die Inhalte von Activision kontrollieren, die auf der PlayStation für mehr Nutzerinteresse sorgen als SIEs beste First-Party-Titel zusammengenommen.“

Die CMA habe während ihrer ersten Untersuchungen Daten gesammelt, die verdeutlichen, dass die Spiele von Activision und Microsoft „30 bis 40 Prozent aller Spielminuten auf Konsolen in Großbritannien“ ausmachen.

Auch unabhängige Entwickler würden Schaden erleiden

Laut Sony würde der Abschluss der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft aber nicht nur dem PS5-Hersteller schaden. Auch die unabhängigen Entwickler wären beeinträchtigt, wenn Microsoft die alleinige Kontrolle über die Inhalte von Activision erlangen würde.

„Da Microsoft PlayStation/PlayStation Plus ausschließt, würde es wahrscheinlich zu einem kritischen Vertriebskanal für unabhängige Entwickler werden. In dieser geschwächten Verhandlungsposition würden unabhängige Entwickler wahrscheinlich schlechtere Konditionen für ihre Inhalte von Microsoft erhalten oder sogar gezwungen sein, im Gegenzug für den Vertrieb Exklusivität zu versprechen, was die Fähigkeit und den Anreiz unabhängiger Entwickler schmälern würde, in hochwertige neue Spiele zu investieren. Dies wiederum würde auch den Verbrauchern noch mehr schaden“, so Sony.

Außerdem erwartet Sony eine Erhöhung der Preise für Spiele, Hardware und Abonnements: „Mittelfristig würde wahrscheinlich eine beträchtliche Anzahl von PlayStation-Nutzern zu Xbox und/oder Game Pass wechseln. Angesichts des schwächeren Wettbewerbs wäre Microsoft in der Lage, die Preise für Konsolen und Spiele für Xbox-Nutzer (einschließlich derer, die von der PlayStation gewechselt sind) zu erhöhen, den Preis für den Game Pass zu erhöhen und Innovation und Qualität zu verringern.“


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Letztendlich würde Microsofts Abschottungsstrategie laut Sony viele Verbraucher an die Xbox binden, einschließlich bestehender Xbox-Nutzer, die „Call of Duty“ spielen, und derer, die von der PlayStation umsteigen, um „Call of Duty“ spielen zu können.

„Sony Interactive Entertainment ist zuversichtlich, dass die Phase-2-Untersuchung der CMA bestätigen wird, dass die Transaktion den Wettbewerb wahrscheinlich erheblich einschränken wird und verboten werden sollte“, so das Unternehmen abschließend.

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