China: Online-Spielzeit für Kinder und Jugendliche deutlich eingeschränkt

Kommentare (22)

Kinder und Jugendliche können in China fortan nur noch sehr begrenzt auf Onlinespiele zugreifen. Im Schnitt drei Stunden pro Woche werden ihnen gesetzlich gewährt.

China: Online-Spielzeit für Kinder und Jugendliche deutlich eingeschränkt
In China sollen Kinder stärker vor "elektronischen Drogen" geschützt werden.

Die Gaming-Industrie zählt zu den Gewinnern der COVID-19-Pandemie. In den vergangenen eineinhalb Jahren verdoppelte sich die durchschnittliche Spielzeit in Deutschland von fünf auf zehn Stunden pro Woche. Kinder und Jugendliche sollen teilweise sogar 75 Prozent mehr Zeit mit Games verbracht haben.

Eine intensivere Nutzung von Videospielen ist für sich allein betrachtet selten problematisch, da für die Entwicklung einer Sucht weitere Risikofaktoren hinzukommen müssen. Dennoch hat sich China dazu entschlossen, die Nutzung von Videospielen für Kinder und Jugendliche per se einzuschränken.

Nur noch 3 Stunden pro Woche

In der Volksrepublik dürfen Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nur noch drei Stunden pro Woche auf Onlinespiele zugreifen – und zwar freitags, samstags und sonntags jeweils von 20 bis 21 Uhr. Auch an Feiertagen sind Online-Sessions unter den genannten Rahmenbedingungen erlaubt. Offlinespiele bleiben offenbar aufgrund der schwierigeren Nachverfolgung außen vor.

Als Grund für die recht engen Restriktionen geben die Behörden den Kampf gegen die Spielsucht an. Bezeichnet werden Games von offizieller Stelle als „geistiges Opium“ und „elektronische Drogen“.

Die Überprüfung der Nutzungszeit von Onlinespielen ist in China relativ simpel, da sich Spieler mit ihren Personaldokumenten anmelden müssen. Tencent setzt zudem auf ein Gesichtserkennungstechnologie, um die Umgehung der Beschränkungen – beispielsweise über die Konten von Eltern – zu verhindern.

Nicht nur Ablehnung

Offenbar werden die Beschränkungen in China nicht grundlegend abgelehnt. Wie die Tagesschau berichtet, zählt die neue Regelung zu den am häufigsten diskutierten Themen in der Volksrepublik. Es gebe sowohl Zustimmung von vielen Eltern als auch Kritik an der zu harten Umsetzung.

Tencent und andere Unternehmen der in China aktiven Videospielbranche werden eher zu den Kritikern gehören. Nach der Ankündigung der neuen Richtlinien gaben die Aktienkurse der Unternehmen spürbar nach, was im Fall von Tencent aber nur ein temporärer Effekt war.

Was haltet ihr von den neuen Jugendschutzbestimmungen in China? Würdet ihr euch für Deutschland vergleichbare Regularien wünschen oder sollte die Nutzungseinschränkung weiter in den Händen der Eltern bleiben? 

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Kommentare

  1. AlgeraZF sagt:

    Also sollen sie lieber aus Langeweile Verbrechen begehen und richtige Drogen nehmen? Und 3 Stunden die Woche??? 😀

  2. M4g1c79 sagt:

    Cheater freie Stunde \o/

  3. Sonny_ sagt:

    Ein bisschen krass von den Rahmenbedingungen her, aber generell finde ich interessant, was sich daraus im Leben der Kinder entwickeln könnte. Wahrscheinlich eher positiveres als negatives. Ich hätte mir ehrlich gesagt auch gewünscht, dass man mich in dem Alter (und darüber) mehr eingeschränkt hätte.

    Aber wie gesagt, die Rahmenbedingungen mit 20-21 Uhr am Wochenende ist ein bisschen zu krass und normalerweise sollte es das Problem gar nicht erst geben, weil dass die Aufgabe der Eltern und nicht der Regierung sein sollte. Auch das Mindset, dass es geistiges Opium ist, ist die falsche Herangehensweise.

  4. Christian1_9_7_8 sagt:

    In China ist Online Glücksspiel Sucht bei Kindern und Jugendlichen stark verbreitet..Denk mal die wollen damit entgegenwirken…allein Genshin Impact mit das meist verbreitete Rollen „Glücksspiel“ in China..

  5. Zentrakonn sagt:

    Die Auswanderung kann beginnen... D

  6. Nahtanoj sagt:

    Heute schon auf einer anderen Website gelesen und die Kommentare von denjenigen genossen, die das für eine super Idee halten aber gleichzeitig eine Revolution anstreben weil sie Ihren Corona-Test selbst bezahlen sollen

  7. Maka sagt:

    Man sollte dabei aber auch anmerken wie es bisher in China geregelt war: täglich 1,75 Stunden + am Wochenende jeweils 3 Stunden pro Tag. Die Regulierung ist also nicht von unendlich Spielzeit auf 3h sondern war vorher schon ziemlich stark eingeschränkt.

  8. Pitbull Monster sagt:

    Wenn es dazu führt, dass weniger Cheater Online sind, gerne.

  9. Allesfürnix sagt:

    Leute, die Kinder/Jungen können ja dennoch unbegrenzt zocken, nur halt dann offline - falls ihr das überlesen oder nur die Überschrift gelesen habt.

    Dann wird halt Offline mit Freunden im Koop gespielt.

    Macht ja im Grunde keinen Unterschied.

    Wenn man bedenkt welche Sprache online oft zugegen ist und verwendet wird, sicher besser so.

  10. Banane sagt:

    Es geht um Onlinespiele.

    Offline kein Problem.

  11. Brok sagt:

    Generell wäre härtere Maßnahmen sicher auch hierzulande wünschenswert. Allerdings bezweifle ich das eine Stundenbegrenzung sonderlich viel bringt, zumal wie im Artikel auch geschrieben kaum nachvollziehbar und bei Offline Spielen überhaupt nicht.

    Besser wäre es wohl ein Verbot für bestimmten Spielpraktiken bei Zugang Minderjährigen, die Spielsucht fördern bei extrem hohen Strafen für die Hersteller, so das diese sich dann auch darum bemühen möglichst hohe Hürden zu schaffen.

  12. big ed@w sagt:

    Irrelevante news.
    Wenn ein Trump letztes Jahr nur angeregt hätte,dass es eventuell nicht schlecht wäre den Internetzugang für Kinder auf 9 Stunden am Tag zu begrenzen,dann wäre der Bär am tanzen.
    300 Kommentare minimum.
    Legionen von guten Leuten würden sich gar nicht mehr einkriegen nach Rebellion u Sanktionen zu schreien.
    Aber so:
    Keine verpflichtende Meinung aus den Medien was man nachplappern kann.
    Keine Referenzempörung man nacheifern kann.
    Geringes Like Potential.

    @Nathanoj
    Das ist ausnahmsweise gar nicht mal so unlogisch für diese Art Mischpoke.

    Jemand der massive Eingriffe des Staates befürwortet
    wird selbstverständlich auch von Big Brother verlangen,
    dass die Allmacht auch die Kosten trägt.

  13. News-Kommentator sagt:

    …und dann schaut man nach Deutschland, Berlin, Frankfurt oder Darmstadt und hört die Leerdenker-Fraktion was von „Diktatur“ krakelen. Aber wenn man diesen Menschen empfiehlt, da es ihnen ja in Deutschland nicht gefällt, in eine der vielen Diktaturen auszureisen -muss auch nicht soweit sein, viele mögen ja Onkel Wowa- dann ist man der Böse. Natürlich, in einem Land, dessen Staat eine Leerdenker-Demo genehmigt hat.
    In einem Land wie China hat so eine Maßnahme zwangsweise „Erfolg“. Zum einen, die Menschen „kennen es ja nicht anders“ aus anderen Lebensbereichen und zum anderen ist Maßnahme technisch gut umsetzbar, weil davor schon einige Mechanismen installiert worden sind, die nur erweitert/angepasst werden müssen.

    Am 26. September sind in Deutschland Wahlen. Auch hier muss man aufpassen, wen man wählt. Daher, wählt weise und setzt eure Kreuze mit Bedacht!

  14. AgentJamie sagt:

    @Play3
    Warum wartet mein Kommentar auf Freischaltung? Ich habe nichts verwerfliches geschrieben.

  15. AgentJamie sagt:

    Gute Idee von der Regierung. Es geht letztlich darum, dass die Regierung auch einen Teil dazu beitragen will, der elektronischen Sucht entgegenzuwirken. Elektronische Sucht verändert Menschen und deren Aussicht auf eine gute Zukunft in China. Schüler sein ist dort sehr hart.
    Jede Note entscheidet die Zukunft, was aus der Person werden soll. Schlechte Noten bedeuten Gesichtsverlust bei den Eltern, die im Vergleich zu deutschen Eltern eine sehr hohe Erwartungshaltung von ihren Kindern haben. Strenge Erziehung für eine höhere Bildung und damit verbunden Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Da können sich deutsche Eltern und die Regierung eine Scheibe von abschneiden. Ich bin kein Befürworter der chinesischen Regierung, aber manche Maßnahmen sind auch nicht verkehrt.

  16. Nathan Drake sagt:

    China und der Kommunismus sind doch das Vorbild von Herrn Schwab mit seinem Buch.

    Kann das nicht so recht beurteilen. Erziehung sollten Eltern und nicht der Staat übernehmen. Oder sie sollen Glücksspiele ab 18 generell machen, was ja eigentlich auch schon sein sollte.

    @AgentJamie
    Hier wird streng zens.iert.

  17. OVERLORD sagt:

    Ob das in Zeiten von Corona so clever ist?

    Da sollte man das online spielen nicht das aller schlechteste ist und nicht zu versauern, wenn man dort soziale Kontakte pflegt.

    Natürlich sollte man Kinder vor free to play Spielen schützen bei denen man vorallem am Smartphone extrem in eine Spirale gezogen werden soll.

    Oder auch vor Spielmodi wie FUT in FIFA oder ähnlichem.

  18. AgentJamie sagt:

    @Nathan Drake

    Nrrft nur wenn es keinen Grund dafür gibt.

  19. Ifosil sagt:

    Absolut hirnrissig, die CCP hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Sollen die sich um die wirklichen Probleme im Land kümmern. Die haben gesellschaftliche Probleme, die deutlich wichtiger sind (Frauen Kidnapping, Messer-Amokläufe, Korruption)

  20. VerrückterZocker sagt:

    @Ifosil
    Haben ihr auch genug andere Probleme und worum wird sich gekümmert? Richtig um Nichtigkeiten ala Gendern 😀

    Solche Maßnahmen sollten eigentlich die Eltern übernehmen, aber was will man erwarten wenn viele Eltern scheinbar genauso hohl ist. Sieht man regelmäßig im Bekanntenkreis, die Kinder machen was die wollen und die Eltern gammeln nachm Feierabend vor RTL rum etc

  21. RegM1 sagt:

    Es handelt sich hierbei um einen unglaublich komplexen Sachverhalt.
    Eine lange Online-Spielzeit ist für Kinder relativ gefährlich, da es tatsächlich süchtig machen kann und wenn das Spiel (oft MMOs) darauf ausgelegt ist einen ewig zu beschäftigen, dann hat man als Jugendlicher ziemlich schlechte Karten sich dagegen zu wehren.

    Als ein Beispiel sei das erste Ehre-System in World of Warcraft genannt, für die höchsten Ränge (11-13 von 14) musste man täglich mindestens 8 Stunden spielen, für den letzten Rang sogar noch deutlich mehr.
    Und das war im Endeffekt kein Spiel mehr, als "feste Gruppe" hat man gegen andere feste Gruppen einfach Duelle gemacht wer gewinnen darf, da es sonst Stunden dauern konnte und man keine Ehre gemacht hat.

    Meine schulischen Leistungen haben sich damals verschlechtert und meine Psyche hat auch sehr gelitten, da sowohl schulischer Druck als auch Stress im Spiel vorhanden war: zu wenig Ehre gefarmt am Ende der Woche, sogar im Rang abgestiegen etc.
    Irgendwann fing eine Elite-Gilde (read: Arbeitslose) an PVP zu machen, quasi nur für Rang 14, weil es keine besseren Waffen gab, die haben neben ihren Raids noch 12 Stunden+ PVP gemacht. Als "normale" PVPler (wir haben auch locker 8+ Stunden am Tag gezockt) wollten wir uns dann auf ein Ehrelimit einigen, damit alle im Rang aufsteigen, die Arbeitslosen meinten sie hätten keine andere Beschäftigung und wüssten nicht, was sie sonst machen sollen....

  22. RegM1 sagt:

    @VerrückterZocker
    Du machst es dir zu einfach, was sollen die Eltern denn machen? Einen bereits Süchtigen holst du mit Verboten nicht zurück in die Realität.
    Was bleibt ist Therapie oder Selbsterkenntnis, aber zu beidem können die Eltern bestenfalls beitragen.
    Eine einfach "Wegnahme" der Konsole/des PCs kann sehr schlimme Folgen haben.