Meinung: Medal of Honor - Wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein Comeback?

Vor rund 20 Jahren erschien „Medal of Honor: Frontline“: Wird es nicht langsam Zeit für eine Rückkehr des Weltkriegs-Shooters? Wir erklären, wieso spätestens 2023 ein guter Zeitpunkt für ein neues „Medal of Honor“ wäre.

Meinung: Medal of Honor – Wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein Comeback?

Kaum zu glauben, aber lange Zeit gehörte „Medal of Honor“ neben „Call of Duty“ und „Battlefield“ zu den ganz großen Shooter-Marken. Doch der Wechsel zu Electronic Arts und das damit verbundene Ausschlachten der Marke auf Kosten von Gameplay und Innovationen ließ „Medal of Honor“ Schiffbruch erleiden. Nachdem man sich über Jahre einen Namen als Weltkriegs-Shooter machte, sorgten der seelenlose Neustart durch „Medal of Honor“ (2010) und „Medal of Honor:Warfighter“ (2012) für den Totalabsturz der Reihe.

Danach lag die Marke acht Jahre auf Eis. Bis zum von Respawn Entertainment entwickelten VR-Abenteuer „Medal of Honor: Above and Beyond“ (2020), welches ebenfalls nicht den ganz großen Durchbruch schaffte. Und trotzdem werden die Stimmen lauter, dass eine Neuinterpretation oder gar ein Reboot der bekannten „Medal of Honor“-Lizenz jetzt mehr denn je einen Platz in der Spielewelt hätte. Aber ist das wirklich so?

Auf dem Markt wäre Platz

Ein Blick in Richtung der First-Person-Shooter zeigt: Der Markt hat sich verändert und inzwischen wäre für „Medal of Honor“ wieder Platz. Bei den letzten Serienteilen hatten in den Jahren 2010 und 2012 hatten noch „Battlefield“ und „Call of Duty“ die Vormachtstellung.

Inzwischen hat sich der Markt entwickelt und speziell die erzählenden Shooter wie etwa „Wolfenstein“ sind deutlich in den Hintergrund gerückt. DICE verzichtete in „Battlefield 2042“ zugunsten des Multiplayer-Modus vollständig auf eine Kampagne. „Call of Duty: Vanguard“ wartet zwar mit einer neun Missionen umfassenden Story-Kampagne auf, die aber aufgrund ihrer zerfaserten Erzählweise kritisiert wurde.

Beide Titel kämpften zudem mit den Herausforderungen, die die weltweite Covid-Pandemie mit sich brachte: Programmfehler, fehlende Inhalte zum Launch und andere Probleme sorgten bei den einstigen Shooter-Platzhirschen für schwindende Verkaufszahlen.

„Medal of Honor“ müsste sich neu erfinden

Wie aber könnte ein neuer Teil der „Medal of Honor“-Serie aussehen? Der ehemalige Lead Designer Chris Cross erklärte anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von „Medal of Honor: Frontline“, dass es ihm eine Freude wäre, ein mögliches Remake als Open-World-Spiel neu aufzulegen. Er betonte, dass er die Reihe in erster Linie als Agenten-Abenteuer und weniger als Shooter sieht.

Deshalb würde er auch den Action-Anteil zurückschrauben und stattdessen stärker auf Stealth und Erkundung setzen. Ähnlich wie in späteren Ablegern würde er Spielerinnen und Spielern auch lediglich ein Missionsziel direkt offenbaren, andere Aufgaben müssten sie selbst freischalten. Als mögliche Inspiration nannte er u.a. Ubisofts „Assassin’s Creed“.

Kurzum: Im Gegensatz zum „Medal of Honor“ und „Medal of Honor: Warfighter“ sieht er ein mögliches Remake eher als Spiel vom Schlage eines „Sniper Elite 5“. Diese Neuausrichtung in die Nische könnte, sofern sie gut gemacht ist, den Erfolg bringen. Auch wenn viele heutzutage noch in erster Linie Bombst-Einsätze wie den Sturm auf die Normandie im Kopf haben, so zeichnete sich die Serie doch über lange Zeit durch einen geschickten Mix verschiedener Genres aus.

Natürlich waren gerade die früheren Titel technisch streng limitiert, doch gerade die Interaktion mit NPCs und auch das clevere Verhalten von Soldaten ließ sie aus der Masse hervor stechen. Genau dort müsste auch ein potenzielles Reboot der Marke ansetzen und nicht versuchen, in Sachen Inszenierung einschlägigen Action-Granaten hinterher zu rennen.

Zeitgemäße Kampagne und mehr

Doch neben dem eigentlichen Gameplay dürfte vor allem das Setting und dessen Umsetzung eine entscheidende Rolle spielen. In den heutigen Zeiten haben es realistisch anmutende Action-Spiele aufgrund der Weltpolitik zweifellos schwerer. Wer täglich mit Bildern aus Kriegsgebieten medial befeuert wird, hat oftmals auch keine Lust, in einen globalen Konflikt einzusteigen.

Trotzdem muss die Serie einfach im Europa des zweiten Weltkrieg neu aufgesetzt werden. Dieser Rückbezug auf die Anfänge der Reihe ist absolut notwendig, um nicht nur die Identität der Serie zu wahren, sondern auch um die alten Fans wieder abzuholen. Einher mit der Rückkehr in das alte „Medal of Honor“-Wohnzimmer müsste allerdings auch eine zeitgemäße und damit modern erzählte Geschichte gehen.

Filme wie etwa „Inglourious Basterds“ haben bewiesen, wie das Szenario ebenfalls umgesetzt werden kann. Eine derartige, vielleicht sogar bissig zynische Darstellung eines Weltkriegsszenarios fehlt und könnte für großes Interesse sorgen: Bunte, charismatische Charaktere, schräge Schurken und harte Agenten-Action.

Auch wenn „Medal of Honor“ oftmals betont historisch anging, könnte dieser Twist – ohne dabei in „Wolfenstein“-Gefilde abzudriften – auch eine neue Spielerschaft rekrutieren. Weitere Optionen wie ein umfangreicher Mehrspielermodus würde in einem aktuellen Ableger natürlich ebenfalls zum guten Ton gehören: Da die „Medal of Honor“-Lizenz allerdings weiterhin bei Electronic Arts liegt und man mit DICE und Respawn Online- und Technik-Experten in seinen Reihen hat, dürfte dies wohl eine lösbare Aufgabe sein.


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Die Königsdisziplin bestünde darin, die alten Werte der „Medal of Honor“-Serie in zeitgemäßem Gewand wieder aufleben zu lassen und so auch das Vertrauen in die Marke wieder aufzubauen. Wir wären aber definitiv sehr interessiert an einer Neuinterpretation von „Medal of Honor“. Wie sieht es bei euch aus? Welche Wünsche hättet ihr an ein mögliches Reboot der Serie? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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