FIFA 20 angespielt: Dezente Verbesserungen oder doch ein neues FIFA?

Besser kontrollierbar, ruhiger und vor allem anspruchsvoller: Die Redaktion spielte „FIFA 20“ erstmals an und verrät, welche Lehren EA Sports aus „FIFA 19“ gezogen hat. Lest euch jetzt unsere ausführlichen Hands-On-Erfahrungen durch.

Das Duell zwischen EA Sports‘ „FIFA“ und Konamis „Pro Evolution Soccer“ scheint in diesem Jahr so erbittert wie schon lange nicht mehr. Zuletzt angelte sich Konami diverse Partner-Clubs und so taucht beispielsweise der italienische Traditionsverein Juventus Turin in „FIFA 20“ lediglich als Piemonte Calcio auf. Und auch für den deutschen Markt gibt es Neuigkeiten: Konami bestätigte den FC Bayern München als Partner und mopst EA Sports somit u.a. die Allianz Arena als Stadion.

Es sind diese kleinen und großen Nadelstiche, die den Vergleich zwischen „FIFA 20“ und „eFootball: PES 2020“ so interessant machen. Nachdem wir Konamis Fußballsimulation bereits vor Wochen ausprobieren durften, stand in Berlin „FIFA 20“ auf dem Prüfstand. Neben den handelsüblichen Freundschaftsspielen wartete die präsentierte Version auch mit Volta Football auf. Wie schlägt sich „FIFA 20“ und wie verändert sich das Spiel im Vergleich zum Vorgänger?

Kontrollierte Offensive

EA Sports möchte weiterhin den Mainstream mit seinem Fußballspiel erreichen und so gehen in „FIFA 20“ Präsentation und Gameplay Hand-in-Hand. Das Geschehen auf dem Platz soll stärker wie echter Fußball aussehen. Im direkten Vergleich zu „FIFA 19“ wirkt der Nachfolger eine solide Portion langsamer und vor allem ruhiger. Das liegt an der stark veränderten Mitspieler-KI. Die Kicker agieren nun cleverer und wechseln nicht ständig die Laufrichtung. Stattdessen passen sie sich besser euren Aktionen an, anstatt häufig die Meinung und damit die Laufwege zu verändern.

Im Hands-On macht sich dieser Tempowechsel deutlich bemerkbar. „FIFA 20“ spielt sich kontrollierter und bietet mehr Übersicht, aber wirkt auch weniger dynamisch als etwa „eFootball: PES 2020“. Gerade im Spiel nach Vorne mussten wir unsere „FIFA“-Kicker immer wieder mit Doppelpässen mitziehen, damit wir auf den Flügeln nicht alleine unterwegs sind.

Mehr: FIFA 20 – Interaktive Pressekonferenzen, dynamische Spielerpotentiale und weitere Verbesserungen für den Karriere-Modus

Zugleich forciert „FIFA 20“ Eins-gegen-Eins-Situationen und erlaubt uns, den Ball zu stoppen und in den Zweikampf zu gehen. Die neuen Seitwärts-Dribblings fügen sich ausgezeichnet in das Spielgefühl ein und sorgen aufgrund der einfachen Bedienung über die L1-Tasten für neue Dribbling-Gelegenheiten. Wie in einem Ego-Shooter „strafen“ wir uns gekonnt an Gegenspielern vorbei und verschaffen mehr Raum für kontrollierte Torschüsse.

Ähnlich wie bei der Konkurrenz benötigen die Stars nun aber einige Schritte Anlauf, ehe sie ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen. Das sorgt für einige Umgewöhnung, aber zugleich für einen etwas anspruchsvolleren Touch im Spielaufbau.

Vor dem Tor wiederum verändert EA Sports die Schussmechanik leicht: Wie präzise der Ball auf die Bude kommt, hängt nun mehr von der Position des Spielers zum Ball und dem Talent des Kickers ab. Zudem erhöht man die Reaktionsgeschwindigkeit der Stars, sodass sie gerade bei Nachschüssen natürlicher und besser auf Abpraller reagieren. Die Defensive wiederum profitiert von besser kontrollierbaren Tacklings, sofern ihr dicht genug beim Mann steht.

Schusstechnik und FIFA Ultimate Team

Insgesamt fühlt sich „FIFA 20“ nachvollziehbarer als noch der Vorgänger an. Das äußert sich auch in der dezent veränderten Ball-Physik. Die Pocke ist einen Tick schwerer als zuvor. Er dreht, hoppelt und rotiert nun realistisch, was sich etwa im Effet oder auch bei der Präzision von direkten Weitergaben äußert. Einzig mit der neuen Freistoß-Mechanik sind wir im Probespiel noch nicht warm geworden.

EA Sports setzt Standards wie Freistöße nun mit Hilfe eines Fadenkreuzes in Szene. Ihr verleiht dem Ball künftig mit dem rechten Stick Spin und entscheidet sogar über die Schusstechnik. Wir sind sehr gespannt, ob EA Sports hier die Spielbalance schafft und mit den Möglichkeiten nicht eine allzu mächtige Waffe einführt.

Souveräner Nachfolger mit „FIFA Street“-Nostalgie

Auch für das noch nicht spielbare FIFA Ultimate Team führt EA Sports eine Reihe von Neuerungen ins Feld. So überarbeitet man beispielsweise die Menüstrukturen für die Aufstellung und die Suchfunktionen des Transfermarkts. Darüber hinaus gibt es zukünftig FUT-Freundschaftsspiele, die ihr wahlweise auf der Couch oder online austragen dürft. Auch die Hausregeln schaffen den Sprung in den FUT-Modus.

Hinzu kommen neue Herausforderungen und Aufgaben, die zusätzliche Coins einbringen. Und über Erfahrungspunkte sammelt ihr in regelmäßigen Abständen Season-Rewards ein. Eure Belohnungen wählt ihr künftig selbst aus und pickt euch so das für euren aktuellen Spielfortschritt passende Item heraus.

Ganz neu sind Individualisierungsoptionen für die eigene Arena wie beispielsweise Choreographien, Bälle oder ganze Themes. So könnt ihr beispielsweise Stars in Überlebensgröße in eure Kurve ballern oder auch bunte Einhörner – Ihr entscheidet, wie euer Stadion aussehen soll. Und natürlich gibt es auch wieder eine Reihe neuer FUF-Icons wie etwa Ian Wright, Andrea Pirlo oder Carlos Alberto.

Kicken auf der ganzen Welt

Mit „FIFA 19“ endete der Story-Modus „The Journey“. EA Sports plant aktuell keine Fortsetzung, sondern setzt stattdessen auf Volta Football. Dabei handelt es sich um einen launigen Freiplatz-Kick, der spielerisch eher an „FIFA Street“ erinnert und dennoch die Neuerungen eines „FIFA 20“ beinhaltet.

Wer ein wenig Geschichte zum Fußballglück benötigt, der probiert die Volta-Story aus. Diese startet mit einem Spielereditor, in dem ihr euren Protagonisten – egal, ob männlich oder weiblich – zusammen bastelt. Ihr bestimmt also Größe und Aussehen per Schieberegler. Danach verschlägt es euch ins Warehouse, wo das Tryout für die J10-Mannschaft stattfindet. Die Volta-Story streut gelegentlich Filmsequenzen ein, will aber dabei nicht die Tiefe eines „Journey“-Modus erreichen. Der Plot soll etwa sechs Stunden dauern und vor allem die verschiedenen Fußball-Kulturen in den Fokus rücken.

Ihr wählt also eure nächste Herausforderung auf der Weltkarte aus und erspielt euch so Ruhm, Erfahrung und vor allem Coins. Diese virtuelle Währung erhaltet ihr auch für das Absolvieren von Herausforderungen. Mit Coins kauft ihr euch Individualisierungsobjekte, mit der ihr euren Protagonisten und den Rest eures Teams ausrüstet. Denn im World-Modus bestreitet ihr Matches gegen andere, von Spielern erschaffene Teams in so genannten Squad Battles. Durch Siege holt ihr Kopien von deren Avataren in euer Team. Dadurch kicken irgendwann lauter „echte“ „FIFA“-Spieler in eurer Mannschaft.

Wie spielt sich Volta?

In Sachen Gameplay wirkt der Volta-Modus weitaus bodenständiger als „FIFA Street“, zugleich aber schneller und tricklastiger als „FIFA 20“. EA Sports passt dafür die Mitspieler-KI spürbar an. Durch das wechselnde Regelwerk im Volta-Modus gibt es mal drei oder auch vier Mitspieler und häufig entfällt sogar der Torhüter. Entsprechend blockt die Mitspieler-KI Schüssen und wirft sich in den Weg. Darüber hinaus leistet das Spiel immer wieder automatisch Unterstützung, um Pässe und Schüsse besonders spektakulär darzustellen.

Mehr: FIFA 20 – Entwickler sprechen über die Verbesserungen an den Pro Clubs

In der Proberunde macht Volta einen sehr launigen Eindruck und eignet sich mit seinem simplen Regeln auch für Fußballeinsteiger. So erspielen wir uns beispielsweise im Kick-Off-Modus, in dem wir auf alle integrierten Teams zurückgreifen, schnell Chancen und nutzen zudem die Möglichkeiten des Hallen-Setups. Zuspiele und Torschüsse mit der Bande sorgen immer wieder für Erfolgsmomente und gerade im Multiplayer macht das Austanzen der Konkurrenz gleich doppelt so viel Freude. Kurzum: Volta ist eine Welt für sich und für „FIFA“ eine mehr als würdige Ergänzung zum „seriösen“ Rasenschach.

Einschätzung: gut

„FIFA 20“ macht einen gelungenen ersten Eindruck, ohne dass bei uns die ganz große Begeisterung ausbricht. Dafür sind die Veränderungen auf dem Spielfeld in diesem Jahr zu kleinteilig. Der ruhigere Spielaufbau tut EA Sports Fußball-Simulation zweifellos gut, zugleich aber befürchten wir einen zu starken Fokus auf Dribblings und Eins-gegen-Eins-Situationen.

Gerade in der Vorwärtsbewegung fehlt uns derzeit noch etwas der Antrieb der eigenen Mitspieler und die Bewegung auf dem Spielfeld. Wie sich die Veränderungen in der Schussmechanik, der Ballphysik und auch im Mitspielerverhalten wirklich auswirken, wird erst der Langzeittest zeigen.

Für den Augenblick jedenfalls trumpft „FIFA 20“ abseits des spielerischen Feinschliffs vor allem mit dem gewaltigen Umfang auf: Volta-Football ist beinahe ein eigenes Spiel für sich und wenn dann noch Optionen wie FIFA Ultimate Team oder die Karriere dazu kommen, dann ist die Abendplanung für die Wochen nach Release gesichert. „FIFA 20“ jedenfalls präsentiert sich als souveräner Nachfolger von EA Sports' Verkaufsschlager!

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