Meinung: Warum es Saints Row schwer haben wird

Kommentare (19)

Zu brav für ein echtes „Saints Row“: Das Reboot des Open-World-Rambos spaltet die Community. Wieso kommt das neue „Saints Row“ noch nicht an und wie kann Volition es doch noch retten?

Meinung: Warum es Saints Row schwer haben wird

Das Entwicklerteam von Volition erhoffte sich garantiert einen etwas wärmeren Empfang für „Saints Row“, das Reboot des Open-World-Klassikers. Doch im Zuge der Enthüllung hagelte es von Seiten der Community lautstark Kritik. Auf YouTube erhielt der offizielle Ankündigungs-Trailer 27.500 Daumen nach oben, aber vernichtende 62.000 Daumen nach unten. Auch die ersten Gameplay-Trailer trafen auf wenig Gegenliebe.

Die Kommentare sind eindeutig: „Was die Fans wollten: Saints Row, das zurück zu den Wurzeln geht. Was sie bekamen: Eine Netflix-Umsetzung.“ Gemeint ist damit, dass das neue „Saints Row“ zu politisch korrekt und zu wenig kontrovers daher kommt. Man sagt immer, es gibt nur eine Chance für einen ersten Eindruck. „Saints Row“ jedenfalls setzte sich bereits ein halbe Jahr vor Release in die Nesseln. Aber wie schlimm steht es um das Reboot wirklich?

Wo sind die Penis-Keulen?

Ursprünglich platzierte sich die „Saints Row“-Serie als die politisch inkorrekte, laute und extrem schrille Alternative zu „Grand Theft Auto“. War Rockstars Gangster-Serie fast schon eine Polit-Satire, die den USA ironisch den Spiegel vorhielt, war „Saints Row“ so etwas wie „South Park“ und geizte nicht mit Provokationen und Anspielungen jeglicher Art.

„Saints Row“ erreichte spielerisch nie das Niveau von „Grand Theft Auto“ oder anderen Open-World-Spielen. Allerdings kaschierte man im Verlauf der Serie diese Schwächen immer wieder gekonnt mit Tabubrüchen, Grenzüberschreitungen und wildem Humor. Genau das fehlte im angesprochenen Ankündigungs-Trailer: Vielmehr fühlte man sich fast schon an eine Mischung aus „Fast & Furious“ und „Watch Dogs 2“ erinnert.

Geht’s darum in „Saints Row“? Nein, die Spiele waren seit jeher einfach over-the-top und eckten bereits damals an. In der heutigen Zeit wäre Volition für einen Teil seiner Späße ganz schön durch die Social-Media-Mangel gedreht worden. Wer die Kommentare unter dem Video durchliest, dem kommt immer wieder der Begriff „woke“ in die Quere. Davon möchten wir uns an dieser Stelle distanzieren, finden aber auch, dass „Saints Row“ zu brav und mainstream-kompatibel wirkt.

Open-World-Overkill!

Und damit kommen wir zum Thema: In „Saints Row“ gründet ihr eure eigene Gang und übernehmt mit eurem selbstgebauten Avatar und erobert die fiktive Großstadt Santo Ileso. Klingt spannend, aber blieb nicht frei von Kritik. Speziell die bunte Truppe der „neuen“ Saints war eingesessenen Fans einfach zu hipp und zu pseudo-cool. Vom Startup-Guru bis zur weiblichen PS-Braut war hier alles dabei, was ein Teil der Community nicht von einem „Saints Row“ erwartete. Das war alles, aber nicht anarcho … und geht womöglich an einem Teil der Zielgruppe vorbei!

Als ob diese grundlegenden Probleme nicht schon schwerwiegend genug wären, kommt „Saints Row“ auch zu Zeiten auf den Markt, in denen Open-World-Spiele den Markt mehr denn je dominieren. Bis zum Release des Reboots kommen u.a. Spiele wie „Far Cry 6“, „Riders Republic“, „Elden Ring“ oder „Dying Light 2“ auf den Markt. Nach aktuellem Stand erscheint auch „Grand Theft Auto V Remastered“ im März 2022. Also nur wenige Wochen nach „Saints Row“. Wir bekommen also eine Neuauflage des alten Duells.

Viele Spielerinnen und Spieler werden sich mit einem Blick auf Zeitplan und Finanzen überlegen, welches Open-World-Game sie sich als nächstes ans Bein binden. „Saints Row“ scheint da eines der kleineren Spiele im Angebot zu sein. Das Reboot könnte inmitten dieser großen Titel unter die Räder kommen.

Aber es gibt auch Hoffnung …

Allerdings sollten „Saints Row“-Fans nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Denn es gibt durchaus Grund zur Hoffnung – nicht unbedingt auf Basis des Gameplay-Trailers, sondern dank der wenigen gezeigten Gameplay-Schnipsel und der angekündigten Features. Während die vorgestellten Kampfsequenzen aus der Third-Person-Perspektive ziemlich „Standard“ aussehen, macht gerade das Erobern der Stadt und der Aufbau eines eigenen Gangster-Imperiums inklusive verrückter Nebenaufgaben Lust auf mehr.

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In der Demo konnte man sehen, wie die Spielfigur wie ein Ping-Pong-Ball zwischen Autos hin und her fliegt und schließlich gemeinsam mit einem Tanklaster hochgeht. Genau das ist der Geist von „Saints Row“: Übertrieben, irrwitzig und absurd. Bewahrt das Reboot diese Tugenden, dann kann es auch bei der aktuell noch schwer verstimmten Zielgruppe zünden. Wird es „Saints Row“ also im kommenden Jahr schwer haben? Auf jeden Fall, denn es bietet Kritikern offenbar eine große Angriffsfläche und ist als Reboot vielleicht einen Tick zu weit weg von der ursprünglichen Serie.

Trotzdem haben uns einige Features angefixt. Aber wir erwarten auch ein anderes „Saints Row“ und können nur hoffen, dass Volition den Spagat zwischen gelungenem Fanservice und der aktuellen Videospielkultur gelingt.

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Kommentare

  1. Eloy29 sagt:

    Mir gefällt das Fortnite mäßige von der Grafik nicht aber echte Game Szenen gibt es bisher nur wenige Sekunden lang. Dann über ein Spiel zu Urteilen ist etwas verfrüht.

  2. newG84 sagt:

    Für mich wirkt der Reboot etwas zu Durchgeplant und Die Saints Hatten wir einen Plan und alles Wirkte durchgeknallt. Im Trailer aber zu trocken alles mit bissel gescriptetem Chaos

  3. newG84 sagt:

    *hatten nie einen Plan

  4. triererassi sagt:

    Woke is incoming 🙂

  5. GT5gamer sagt:

    Der 1. Teil war immer noch der beste. Danach wurde es immer mehr und mehr zu verrückt. Dazu ist die Grafik sowas von 2015

  6. Cult_Society sagt:

    Weil es kein Saints ist . Mal abgesehen dass nicht so upgedpaced ist was ja nicht unbedingt zur Saints Reihe gehört passt dieser möchtegern Hipster Fortnite mist absolut nicht . Ich würde sagen die Saints stehen für das genaue Gegenteil.

  7. TrexXa sagt:

    Ich denke, das Gameplay wird typisch gut. Aber die Charaktere.... na ja.
    Mein Lieblingsteil ist Saints Row 2. Da hat die Mischung am besten gepasst finde ich zwischen ernsthafte Gangster und Witz.
    Hätte mir lieber ein back to the roots gewünscht. Zurück zu den Wurzeln. SR1 und 2.

  8. Sinthoras_96 sagt:

    Ich habe den ersten Saints nie gespielt. Aber war der nicht auch her "normal"?
    Teil 2 und 3 wurden dann vom Humor her immer provokanter.

    Ab Teil 4 hat man dann wohl gemerkt, dass man gameplaytechnisch hoffnungslos hinter der Konkurrenz zurück hängt und das Spiel in eine Art Infamous bzw Prototype umgewandelt (also ein Superhelden Spiel), wo Fahrzeuge und Gunplay nur noch Nebensache waren.

    Wenn das Reboot sich jetzt auf den ursprünglichen relativ normalen ersten Teil zurück besinnt, muss man das akzeptieren.

    Wobei der political Correctness Weg sicherlich der falsche für diese Reihe ist. Die Leute haben heutzutage alle einen Stock im A... und können über nichts mehr lachen.

    Zumindest hat man das Gefühl aufgrund der in den Twitter Bubbles los getreten Shitstorms, die leider immer die Deutungshoheit gewinnen.

    Hat man ja auch jetzt bei der Wahl gesehen: In den Medien wurde von allen Seiten der Eindruck erweckt, die junge Generation würde geschlossen Grün wählen. Am Ende hatten die Grünen gerade mal 23% unter den Erstwählern, genau wie die FDP.

    Vielleicht sollten sich Spieleentwickler nicht so sehr von solchen Dingen beeinflussen lassen und ihre Spiele nach den vermeintlich politisch korrekten Inhalten ausrichten, sondern einfach machen, wie sie denken.

    Dass die vermeintlich politisch korrekten eben nicht die Mehrheit sind, sondern im Zweifelsfall nur die am Empörungsstärksten auf Twitter, sieht man ja jetzt am Like Verhältnis des Trailers.

  9. ABWEHRBOLLWERK sagt:

    Es wird mit Sicherheit ein geiles Saints Row
    , weiß nicht was das Geheule soll

  10. ADay2Silence sagt:

    Der Reveal hat mir ebenfalls überhaupt nicht zugesagt jedoch will ich nicht direkt den Teufel an die Wand malen und warte auf richtige, lange Gameplayszenen ab. Der Grafikstil stört mich weniger die vorherigen Teilen sahen ja auch grafisch ,,nett" aus bin eher auf die abgefahrene, kreative Tätigkeiten und Waffen gespannt.

  11. Nathan Drake sagt:

    @GT5gamer

    Geht mir ähnlich. Teil 1 und 2 sind die Besten. Ich mag die Penis-Komik nicht.
    Etwas verrückt ist okay, aber das ist ja auch GTA (und auch da manchmal zu doof für mich: Trevor geht mir auf den Zeiger).

    Customization war geil in Saints und eben die eigene Crew aufbauen.

  12. LukeCage sagt:

    "Wo sind die Penis-Keulen?"
    verdammt nochmal es geht nicht um die Penis Keulen 🙂

    Die Hardcore Saints Row Fans wollten schon seit Jahren ein SR ala SR 1 und 2 jeder hat gehofft das es wieder back to the roots geht...Richtige Street Gangs,Hip Hop Influence, Schon etwas Seriöseres Spiel nicht übertrieben Over The Top ala SR 4 und teils SR3,Richtige Charaktere die auch Seriös als Killer,Gangster rüberkommen.

    und jetzt mit dem neuen teil haben sie alles verbockt..
    da wird nichts mehr zu retten sein,da müssen die schon bei den Charakteren anfangen....

  13. Ifosil sagt:

    Wenn ich schon diese "hippen" Figuren sehe, bekomme ich das kotzen. Generischer gehts nicht.

  14. -KEI- sagt:

    Ist schon krass wenn man DIE chars spielt die in den anderen teilen aufs maul bekommen haetten...

  15. Sebacrush sagt:

    "Wir wollen uns von der Aussage "woke" distanzieren"

    Warum? Angst vor Socialmedia, wie im Artikel angesprochen?

    Es ist nunmal Fakt, dass der linke SJW woke Bullshit alles kaputt macht

  16. ResidentDiebels sagt:

    „Saints Row“ erreichte spielerisch nie das Niveau von „Grand Theft Auto“ oder anderen Open-World-Spielen
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    Völliger Quatsch!
    Im gegenteil, es war spielerisch um welten besser als jedes GTA. Einzig GTA San Andreas kam da heran. Gerade das gameplay in verbindung mit kreativen missionen, gepaart mit Humor waren immer die stärke von Saints Row.

    Während GTA einfach immer wieder unfassbar langweilige Missionen hatte, insbesondere GTA4 und GTA5 waren absolut flach und einfallslos.

    Man merkt aber im Artikel, dass der Autor sich nie wirklich richtig mit Saints Row spielen befasst hat.

  17. ResidentDiebels sagt:

    Wer die Kommentare unter dem Video durchliest, dem kommt immer wieder der Begriff „woke“ in die Quere. Davon möchten wir uns an dieser Stelle distanzieren
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    Dann seid ihr ein Teil des problems. Wenn man sich von Fakten distanzieren muss, nur aus Angst vor dem Social Media Mob, der sofort in tränen ausbricht, dann ist das für einen Journalisten ein Armutszeugnis.

    Woke ist genau das richtig wort, es beschreibt den progressiven Wahnsinn der bis in alle Lebensbereiche vorgedrungen ist und den BigTech firmen wie Google, Facebook, Amazon wie eine Propaganda Maschinerie Gnadenlos vorantreiben.

    Würde es genügend echte Journalisten geben, wäre es nie dazu gekommen, dass comedy mittlerweile verboten ist und die Meinungsfreiheit absolut nicht mehr vorhanden ist, aber selbst das reicht nicht aus das die masse an Journalisten mal den Mund auf macht. Und genau auf die Art und Weise stirbt die Freiheit.

  18. giu_1992 sagt:

    @Resident sehe ich ganz genau so, habe auch selbst alle GTAs gezockt, aber auch nie so ganz den Hype verstanden. Gerade in Sachen Missionsdesign, ist GTA größtenteils so dermaßen langweilig - wenn ich da an SR3 denke… kann man kaum vergleichen, die waren so unglaublich gut, da liegen Welten zwischen den Reihen (meine Meinung).

    Bin jedenfalls großer Fan der SR Reihe und hoffe, dass es in Richtung von Teil 3 geht. Der Trailer hat mir richtig gut gefallen und auch das Gameplay sah in den Schnipseln super aus, keine Ahnung warum das Game so gehatet wird. Hauptsache der Humor und Over The Top Charme wird beibehalten.

  19. kitetsufighter sagt:

    @play3
    "Wer die Kommentare unter dem Video durchliest, dem kommt immer wieder der Begriff „woke“ in die Quere. Davon möchten wir uns an dieser Stelle distanzieren"

    Natürlich möchtet ihr das, man will doch nicht riskieren jemanden auf die füße zu treten. xD
    angst vor der cancell ahm "consequential" culture die sich immer mehr durchzusetzen scheint?

    Um es mit ricky gervais worten zu sagen: "just because you're offended, doesn't mean you're right."

    Vorallem nimmt diese vermeitliche progessivität vorallem in den usa mittlerweile sehr obskure züge an, wie man unter anderem ganz deutlich in der blm-bewegung sehen kann.
    Nichts schreit mehr nach fortschritt und zusammenhalt als wenn vor einem nfl game sowohl die national anthem, als auch die black national anthem gespielt werden. xD