Review

Test: R.U.S.E.

play3 Review: Test: R.U.S.E.
7.5

Ein Strategiespiel für die Playstation 3? Das hat schon wahren Seltenheitswert. Trotzdem wagt Ubisoft das Experiment und veröffentlicht nach unzähligen Terminverschiebungen „R.U.S.E.“. Konnte uns die WWII-Strategiespiel überzeugen?

WAS WIR COOL FINDEN

Die Kunst der Täuschung
Die Finten der Generäle – also die so genannten „Ruses“ – sind das zentrale Spielelement des gleichnamigen Spiels. Auf Tastendruck aktiviert ihr Sonderfunktionen, mit denen ihr eure Gegner hinters Licht führt. So startet ihr etwa Scheinoffensiven oder baut kurzerhand eine Attrappe eurer Basis auf. Mit Befehlen wie „Decodierung“ legt ihr dagegen die Aktionen eurer Gegner frei. Die „Ruses“ haben besonders im Mehrspielermodus eine taktische Funktion und sorgen für zusätzliche Möglichkeiten. Gut so!

httpv://www.youtube.com/watch?v=SDCq-E9RSi4

Gewöhnungsbedürftig, aber gut!
Wie steuert sich „R.U.S.E.“? Insgesamt sehr ordentlich. In der Playstation 3-Version dürft ihr mit dem Gamepad oder mit der Move-Nav-Kombination zu Werke gehen. Die Controller-Variante funktioniert gut – nach dem Tutorial und kurzer Einarbeitungszeit. Die Steuerung mit der Move ist sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders das Rein- und Rauszoomen – ein essentielles Element von „R.U.S.E.“ – ist hier ziemlich umständlich. Zudem solltet ihr unbedingt einen Nav-Controller besitzen. Denn wollt ihr mit Controller und Move spielen, verkommt das Spiel zur Fingerakrobatik.

Glücklicherweise erspart uns „R.U.S.E.“ allzu komplexe Tastenkombinationen und das langsame Spieltempo ist der Übersicht und der Steuerung gleichermaßen zuträglich. Euer „Mauszeiger“ ist stets leicht magnetisch und fokussiert automatisch auf der gewünschten Einheit. Auf diese Weise ist das Auswählen der Truppen selbst in der maximalen Zoomstufe kein Problem.

Klasse Balance
Eigentlich ist „R.U.S.E.“ ein wenig bieder: Keine Spezial-Einheiten. Keine Helden. Keine Experimente. Eugen Systems haben sich auf die Balance der Einheiten konzentriert und greift auf das bewährte Schere-Stein-Papier-Prinzip zurück. Wer auf dem PC schon mal ein Echtzeitstrategiespiel angezockt hat, weiß hier er die gegnerische Abwehr knackt. Soldaten haben auf dem offenen Feld gegen Panzer keine Chance. In Wäldern mutieren sie aber zu gefährlichen Guerillas. Jäger knacken problemlos schwere Tanks, scheitern aber an eurer Flugabwehr. Das Prinzip ist bekannt, funktioniert aber wirklich klasse!

Kriegsführung online
So richtig Schadenfreude kommt aber erst im Mehrspieler-Modus auf. „R.U.S.E.“ bietet eine Online-Variante an, in der ihr mit bis zu vier Spielern mit- und gegeneinander kämpfen dürft. Hier kommen die „Ruses“ natürlich doppelt zum Tragen. In Team-Matches werden die Verbündeten zuvor ausgewählt. Insgesamt stehen 21 Karten, sowie drei verschiedene Kriegsszenarien zur Verfügung.

WAS WIR NICHT SO COOL FINDEN

Fehlende Funktionen
Die Navigation in „R.U.S.E.“ ist leider alles andere als perfekt. So nützlich die Zoomfunktion sein mag, so hat sie doch ihre Tücken. In der Kartenstufe habt ihr zwar die maximale Übersicht, könnt aber lediglich Panzer bzw. Infanterie in großen Verbänden kommandieren. Zudem fehlten uns Funktionen wie „Patrouillieren“ oder die Möglichkeit, Einheiten zu festen Verbänden zu gruppieren und anschließend mit einem Tastendruck auszuwählen.

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Kleine KI-Aussetzer
Auch in „R.U.S.E.“ schlägt die KI gelegentlich wilde Kapriolen. Diese sind zwar nicht so schlimm, dass einem das Echtzeitstrategie keinen Spaß mehr machen würde, seltsam sind die Auswüchse allemal. Da ziehen sich die KI-Generäle zurück, obwohl sie klar überlegen sind. Oder sie fallen auf jede eurer Finten rein.

A bisserl fad‘ …

Die gesamte Präsentation von „R.U.S.E.“ ist leider alles andere als aufregend. Die Hintergrundgeschichte rund um einen Agenten der Alliierten ist nebensächlich. Die Spielgrafik wirkt insgesamt zwar ordentlich, aber auch ein wenig zweckmäßig. Gerade im Konsolenbereich sind wie da Schöneres gewohnt.

System: Playstation 3
Vertrieb: Ubisoft
Entwickler: Eugen Systems
USK: ab 16 Jahren
Offizielle Homepage: www.rusegame.de

7.5

Wertung und Fazit

Test: R.U.S.E.

„R.U.S.E.“ macht eigentlich kaum etwas falsch. Trotzdem wollte bei uns der Funke nicht so richtig überspringen. Das mag an der etwas drögen Präsentation oder an dem ausgewalzten Szenario liegen. „R.U.S.E.“ ist ein Exot für die Playstation 3. Es ist ein Strategiespiel mit gelungenem Gameplay und daher für Fans durchaus lohnenswert. Hektiker und Action-Freunde werden hier aber keinen Spaß haben.

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Kommentare

SwissEliteGamer

SwissEliteGamer

07. September 2010 um 18:08 Uhr
Stuhlchiller

Stuhlchiller

07. September 2010 um 18:43 Uhr
Commodorenerd78

Commodorenerd78

07. September 2010 um 19:44 Uhr
Stuhlchiller

Stuhlchiller

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schlammpudding

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