Review

PS4-TEST: Far Cry Primal

von OB | 22.02.2016 - 12:00 Uhr
8.0

Erst im Oktober 2015 kündigte Ubisoft das Open-World-Abenteuer „Far Cry Primal“ offiziell an. Am 23. Februar 2016 erscheint der Steinzeit-Shooter nun für Xbox One und Playstation 4, eine Woche später dann auch für PC. Doch wagt Ubisoft Montreal mit dem neusten Ableger der Reihe einen mutigen Schritt hin zu Innovationen und Kreativität oder folgt man den bewährten Spuren der überaus erfolgreichen Vorgänger? PLAY3.DE hat „Far Cry Primal“ getestet und verrät, warum manche Fans ihre Erwartungshaltung vielleicht ein wenig herunterschrauben müssen.

Was wir gut finden

Oros wartet
„Far Cry Primal“ schickt euch zurück in die Steinzeit. Die Welt von Oros steht 10.000 Jahre vor Christi vor dem Umbruch. Das Volk der Wenja wurde aus seiner Heimat vertrieben und versucht nun, in Oros sesshaft zu werden. Dummerweise haben sie in den menschenfressenden Udam und den feurigen Izila mächtige Feinde, die die Neuankömmlinge gar nicht willkommen heißen.

Daher ist es an dem jungen Krieger Takkar, die Wenja anzuführen und das Dorf aufzubauen. „Far Cry Primal“ öffnet seine Spielwelt bereits nach wenigen Minuten und lässt euch Oros frei erkunden. Ubisoft Montreal bauen auf Basis der Dunia Engine 2 eine stimmige und gleichermaßen wunderschöne Steinzeitlandschaft mit dynamischen Tag- und Nachtwechseln und verschiedenen Klimazonen. Sprießen in den zentralen Regionen Oros‘ hohe Bäume und saftige Wiesen, ragen im Norden schroffe, mit Schnee bedeckte Bergformationen in den Himmel.

Gerade durch die herrlichen Lichteffekte sieht „Far Cry Primal“ immer wieder absolut genial aus. Einzige Ausnahme bilden die kantig-hässlichen Innenlevels, die trotz Lagerfeueroptik oftmals zu trist wirken.

Dem Steinzeit-Setting trägt Ubisoft mit einer eigenen Sprache Rechnung. Sämtliche Texte im Spiel wurden im eigens erfundenen Urzeit-Slang verfasst. Wer die Story verstehen will, muss die Übersetzung am unteren Bildrand mitlesen.

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Baut das Wenja-Dorf auf
„Far Cry Primal“ startet die Expedition ins Reich von Oros vergleichsweise früh. Wie in keinem anderen Spiel von Ubisoft macht euch das Steinzeit-Abenteuer zum Jäger und Sammler. Fortschritt ist hier nur dann möglich, wenn ihr ständig Gräser, Hölzer und Steinchen einsammelt und auf die Jagd geht.

Ihr benötigt die Ressourcen nämlich zum Aufbau eures eigenen Dorfes. Hier zieht ihr nämlich neue Behausungen für Charaktere wie den Schamanen Tensay hoch und schaltet somit neue Missionen und Ausrüstungsgegenstände frei. Außerdem nehmt ihr im Dorf neue Haupt- und Nebenjobs an oder stolpert innerhalb der Spielwelt über dynamische Zufallsmissionen. Das Erledigen dieser Aufgaben beschert euch neben Erfahrungspunkten vor allem neue Bewohner für eure Siedlung. Für spätere Upgrades benötigt ihr nämlich ausreichend viele Dörfler.

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Die Grinding-Spirale in „Far Cry Primal“ beginnt sich somit sehr früh zu drehen. Spielfortschritt wird nicht allein über das Absolvieren der Hauptaufgaben, sondern insbesondere der Nebenaktivitäten und des Craftings erreicht. Das motiviert zwar, kann allerdings auch mit der Zeit in Arbeit ausarten.

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Seid der Bestienmeister
Mit zunehmender Erfahrung erlangt Takkar zudem die Fähigkeit, wilde Bestien zu zähmen. Anfangs sind das noch kleinere Rothunde, später folgen gar Bären und Säbelzahntiger. Diese Tiere werden dann eure treuen Begleiter und helfen euch beim Erkunden, aber auch bei der Jagd. Sie greifen entweder automatisch an oder können per Tastendruck auf eure Ziele gehetzt werden.

Besonders die späteren und die seltenen Gefährten – wie beispielsweise der schwarze Löwe oder Blutfang – wachsen einem schnell ans Herz. Immer wieder halten sie einem den Rücken und bringen bei der Jagd sogar Tiere zu Fall. Leider gewinnen sie nicht an Erfahrung hinzu oder verändern sich mit zunehmender Zeit. Immerhin dürft ihr sie zwischendurch streicheln oder mit erbeutetem Fleisch füttern.

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Schluss mit moderner Kriegsführung
Die Bestien geben den Grundtenor des Kampfsystems vor. Bis auf drei verschiedene Bogen-Varianten, ein paar Wurfbomben und Splitter besitzt ihr keinerlei Fernkampfwaffen. Vielmehr geht es in dem Open-World-Abenteuer auf kurze Distanz mächtig zur Sache. Hier greift ihr zu verschiedenen Keulen und Speeren oder setzt gar Feuer und Fallen gegen eure Widersacher ein.

Was sich ungeheuer kreativ anhört, erinnert aber weiterhin stark an die früheren Teile der „Far Cry“-Serie. Wie zuvor bringt ihr euren Spielcharakter durch in die Hocke gehen in Deckung und macht ihn in dichtem Gehölz für Widersacher unsichtbar. Lager oder Außenposten späht ihr nicht mit dem Fernglas, sondern mit einer Eule aus. Nach einigen Upgrades markiert sie Feinde und kann sogar Bomben auf die Schurken werfen. Unbemerkt fertigt ihr eure Widersacher dann via Takedown ab und bringt im Zweifelsfall die Körper in Sicherheit.

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Kommt es zur offenen Konfrontation wird „Far Cry Primal“ verdammt hektisch. Gut platziere Schläge mit Keulen oder Speeren richten zwar mächtig Schaden an. Das Treffer-Feedback lässt aber zu wünschen übrig. Gerade im Kampf mit größeren Raubtieren fehlt es daher an Wirkung, was oftmals zum sofortigen Neustart führt.

Was wir schlecht finden

Mehr Mut zur Steinzeit
So gut uns „Far Cry Primal“ und sein Urzeit-Setting gefiel, so enttäuscht waren wir doch zuweilen von der mangelnden Kreativität, mit der dieses umgesetzt worden ist. Viel zu oft fühlten wir uns in puncto Spielmechanik und Missionsdesign an frühere „Far Cry“-Teile zurückerinnert. So müsst ihr beispielsweise erneut Außenposten einnehmen und dabei verhindern, dass die Wachen Verstärkung rufen. Später kraxelt ihr mit Hilfe des Kletterhakens Berge hinauf oder durchlebt Traum- und Drogensequenzen. Die gesamte Kampfmechanik und das Missionsdesign erinnern stark an die Vorgänger und stoßen damit immer wieder an die Grenzen des eigenen Settings.

Andere Elemente wurden nicht konsequent genug umgesetzt. Der kalte Norden hätte eine schöne Gegend werden können, um Survival-Elemente mit in das Spiel einzuflechten. Doch letztlich genügt das simple Craften einer Winterjacke, um Takkar vor der Kälte zu schützen.

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Keine Helden, keine Schurken
Gleichzeitig schafft es „Far Cry Primal“ aber nicht, eine spannende Geschichte zu erzählen oder interessante Charakter zu erschaffen. Keine der Bezugspersonen im Spiel ist sonderlich sympathisch. Vielmehr sind die Charaktere nichts weiter als Abziehbilder, die viel zu oft ihren eigenen, unklaren Motiven folgen. Die Feindschaft zu den übrigen Völkern wird ebenso wenig erklärt. Natürlich kann man angesichts des Zeitalters keine politischen Grundsatzdiskussionen erwarten, etwas mehr Mühe beim Charakterdesign wäre aber dennoch sinnvoll gewesen.

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Zu viel gewollt
Grundsätzlich hatten wir das Gefühl, als stolpere Ubisoft Montreal immer wieder über seine eigenen Ambitionen für „Far Cry Primal“. Die gigantische Spielwelt überrollt einen zu Beginn förmlich und verhindert über weite Strecken, dass die Geschichte in einen guten Fluss kommt. Das Crafting wirkt insgesamt zu aufgezwungen und die Spielmechanik scheint nicht umfangreich genug an das prähistorische Setting angepasst worden zu sein.

System: Playstation 4
Vertrieb: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Montreal
Releasedatum: 23. Februar 2016
USK: ab 16 Jahren
Offizielle Homepage: https://www.ubisoft.com/de-DE/game/far-cry-primal/

8.0

Wertung und Fazit

PS4-TEST: Far Cry Primal

„Far Cry Primal“ protzt mit seiner gigantischen Spielwelt und dem kreativen Steinzeit-Setting und strauchelt letztlich über die ihm selbst auferlegten Tugenden. Die so viel beschriebene Freiheit in einem Open-World-Spiel ist hier leider kaum gegeben, da einen das Spiel durch die strengen Crafting- und Upgrade-Regeln unnötigerweise in ein Korsett zwängt, das Spieler und Spiel gleichermaßen einschränkt. „Far Cry Primal“ leidet in seiner Erzählweise und in seinem Fluss unter der Feingliedrigkeit der Möglichkeiten. Macht es das allerdings zu einem schlechten Spiel? Garantiert nicht. „Far Cry Primal“ ist ein erfreulich unterhaltsamer Open-World-Shooter, der leider nicht ganz so viel wagt, wie sich viele wohl versprochen haben. Trotzdem aber macht die bewährte Mixtur aus Schleichen, Kämpfen und Erkunden Spaß und motiviert gerade in den ersten 15 bis 20 Stunden enorm. Besonders die Jagd und das stückweise Erforschen der Spielwelt und seiner Bewohner sind aufgrund der stimmigen Technik enorm launig. Somit ist Ubisofts Abenteuer leider nicht der erhoffte Steinzeit-Überflieger, wohl aber ein guter Vertreter seiner Zunft in einem etwas überladenen Setting.

Reviews

Kommentare

  1. Cat_McAllister sagt:

    "Far Cry Primal“ ist ein erfreulich unterhaltsamer Open-World-Shooter, der leider nicht ganz so viel wagt, wie sich viele wohl versprochen haben."

    ShoOter? Ohne Schusswaffen? Wie geht dass? 😀 Wie oben beschrieben geht es doch hauptsächlich um den Nahkampf mit Keule und Speer, mal mehr und mal weniger hektisch.

    Egal. Ist ja nicht weiter bedeutend.

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  2. Crazyfox sagt:

    Man sollte bei dem Spiel eben wissen was man bekommt. Und das ist eben salopp gesagt Far Cry 3 mit anderen Bildern. Rechtfertigt für mich zwar nicht das Spiel zum Vollpreis zu kaufen aber ich leih es mir morgen auf jeden Fall mal aus der Videothek.

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  3. Nnoo1987 sagt:

    Das Grundgerüst ist und bleibt Farcry 3.5
    Ubisoft verkauft hier das gleiche Spiel wieder und wieder
    ich kann nicht aufhören zu lachen XD

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  4. Nnoo1987 sagt:

    alles frisch alles neu alles gelogen

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  5. boddy sagt:

    Werde wahrscheinlich warten bis es deutlich günstiger ist, aber das Setting interessiert mich schon und irgendwann werde ich es wohl auch zocken.

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  6. VincentV sagt:

    Weil es ja in der Steinzeit Pistolen und anderen Waffen gab, oder Wingsuits, oder Türme, oder Autos...

    Es geht mehr auf Nahkampf ein, man kann Tiere zähmen usw usw
    Grundgerüst ist ein First Person Shooter. Das würde auch nicht anders sein wenn es ein anderes Game wäre. Es ist alles. Aber kein Far Cry 3.

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  7. Nnoo1987 sagt:

    es ist weniger und trotzdem überladen

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  8. Frauenarzt sagt:

    es ist mehr und trotzdem nichtmal so viel

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  9. Frauenarzt sagt:

    alles verdorben alles alt alles wahr

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  10. Malackay sagt:

    alles verdreht, alles verwoben, nichts gewagt, völlig verloren

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  11. Frauenarzt sagt:

    alles gerade, alles zerrissen, alles riskiert, alles gewonnen

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  12. dharma sagt:

    alle besoffen, alle stock voll ^^

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  13. HushPuppy sagt:

    Wenn ich Außenposten einnehmen will leg ich FC3 oder 4 ein.
    Wieder Drogenmissionen, Außenposten, aufgesetztes Crafting, kein survival, Karte vollgestopft mit Müll. Typisch Ubisoft.

    Dieser Teil wird mit ruhigem Gewissen ausgelassen.

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  14. polteran sagt:

    Super, weil man kein crafting mag ist es nicht so toll. Dann kann man auch shooter freaks ein puzzle game testen lassen.

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  15. matschbirne007 sagt:

    sehr schöner test!

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  16. god slayer sagt:

    Wer sagt es sei nichts anderes als far cry 3 neu aufgelegt den muss ich entäuschen bevor man so einen unsinn von sich gibt sollte man sich ersteinmal selber davon überzeugen es ist devinitiv kein far cry 3 sondern primal und qer was anderes erwartet hat als sammeln und leuchtfeuer anzünden sollte sich die beiden wörter vor primal mal genauer durchlesen immerhin ist es AUCH ein far cry nächstemal beschweren sich die leute das man im neuen assassins creed auf häusern klettern muss

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  17. xXBreakerXx sagt:

    Also ich finde es echt gut gemacht und ich verstehe nicht wie manche menschen so negativ sein können und den Wert der Arbeit nicht schätzen den sich ubi gemacht hat, sogar mit einer selbst erfundenen Sprache. Wenn es einem nicht gefällt ok, aber manche Kommentare kann man auch stecken lassen.

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  18. Brokenhead sagt:

    also ganz ehrlich das spiel motiviert ca 3-4 stunden und ist dann durchgelutscht!
    Das problem ist auch das der nahkampf in Farcry noch nie das gelbe vom ei war und hier total im vordergrund gelegt wird... das eigentliche problem ist ubisoft hat sich keine mühe gemacht überhaupt ein kampfsystem zu entwickeln und so hat man auch kein blocken, ausweichen, kontern und co... nur stumpfes in der immer und immer wieder die selbe animation ablaufenen rumgehaue...
    das wäre so als ob man jetzt battlefield in die steinzeit verfrachtet alle schusswaffen wegnimmt und nur nahkampfwaffen einfügt ohne das spiel dadran anzupassen, total bescheuert wie man bei ubisoft nicht an sowas denken konnte...

    ansonsten belanglose charaktere, sehr schwache story und desweiteren ist es abermals ein Farcry 3.5...
    meine bislang mieseste enttäuschung des jahres 2016

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  19. xXBreakerXx sagt:

    Also vor 10000 Jahren wusste wahrscheinlich noch niemand etwas vom blocken, kontern oder sonst etwas. Komisch das so was bei einem oblivion oder skyrim nie kritisiert wurde...

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  20. Brokenhead sagt:

    hm klar das hat sich bestimmt ubisoft gedacht...

    ne sorry das kampf system ist so komplex als ob man Farcry 4 nur im nahkampf spielen würde...

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  21. Nemerow sagt:

    solches genörgel von Leuten die wahrscheinlich heute noch n feuchten schlüpfer von nem 4h shooter wie the order kriegen.

    Es ist mal was anderes, es ist mal was neues und ja, es gibt vielleicht sachen die nicht gut geworden sind, Sachen die heraus stechen und sachen die bleiben werden wie eh und je.

    selbst wenn es den perfekten shooter-strategie-racer-sumaltionsmix gäbe würde immer nur gemeckert werden -.-

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  22. Check008 sagt:

    Zum Glück gibt es deutlich bessere Alternativen am PC in Form z.B von The Forest.

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  23. Zerdian96 sagt:

    Hatte noch nie ein Far Cry und bin deswegen eigentlich vollkommen zufrieden mit dem Game^^... Ist für mich halt mal was ganz neues.

    Wenn euch Far Cry nicht gefällt, warum kauft ihr dann Far Cry? Verstehe diese logik nicht..

    Jedes Spiel hat sein eigenen Style.. Auch jeder Hersteller.. Irgendwas müssen die doch ins Spiel einbauen was einzigartig bzw Typisch für diese Spielereihe ist..

    Naja heult ma weiter:D werde die vorherigen Teile auf jeden Fall auch nachholen:)
    Ich finde allgemein das Einnehmen von Posten wirklich cool.

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  24. skywalker1980 sagt:

    Zerdian96, Nemerow, xxBreakerxx, polteran, godslayer: 👍 👍 👍

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  25. CloudAC sagt:

    Ist quasi auch das 1. far Cry was ich Spiele, finde eigentlich ganz gut so weit. Far Cry 4 hatte ich mal angespielt, hat mich nach 3 Stunden aber schon gelangweilt. Ist mir bei Primal jetzt noch nicht passiert

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