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It Takes Two im Test: Dieses Koop-Abenteuer erobert euer Herz!

Dieses Koop-Abenteuer geht ans Herz und kommt genau zur richtigen Zeit: Hazelight Studios „It Takes Two“ bringt Story und Gameplay nahezu perfekt zusammen.

play3 Review: It Takes Two im Test: Dieses Koop-Abenteuer erobert euer Herz!
8.5

Unkonventionell, kreativ und impulsiv – Das alles beschreibt Josef Fares. Ob er nun im Livestream bei YouTuber und Streamer Gronkh die deutschen Worte „Willst du f…“ lernt oder bei den Game Awards „F… the Oscars“ in die Kamera posaunt. Dem gegenüber steht grenzenlose Leidenschaft für das Medium Videospiel als Grundlage für Geschichten und Abenteuer.

In der Vergangenheit machte sich Fares durch das ungewöhnliche Action-Adventure „Brothers – A Tale of Two Sons“ einen Namen, ehe er die Hazelight Studios gründete und mit „A Way Out“ ein gelungenes, wie gleichermaßen ungewöhnliches Gangster-Drama auf die Beine stellt. Das Spiel kam ohne klassischen Singleplayer aus und setzte stattdessen auf den Zwei-Spieler-Koop – wahlweise online oder lokal via Splitscreen. Die Interaktion und das gemeinsame Erleben und Erforschen der Spielwelt standen hier im Vordergrund. Das Experiment gelang.

„It Takes Two“ schlägt in die gleiche Kerbe, allerdings mit einer an Disney’s Pixar erinnernden Hintergrundgeschichte und ganz vielen Emotionen.

Ehe in Gefahr

Die Story hinter „It Takes Two“ dreht sich um das Ehepaar Cody und May. Eigentlich könnten die beiden sehr zufrieden mit ihrem Leben sein: Sie wohnen beschaulich in einem Haus außerhalb der Stadt. Ihre Tochter Rosie wächst behütet auf. Allerdings kriselt es in der Beziehung und das bekommen wir als Spieler bereits in den ersten Sekunden mit. Cody hat einen Arzttermin vergessen und May macht ihm Vorwürfe. Cody kontert damit, dass seine Frau ja nur scharf auf die große Karriere sei. Schnell kommt raus: Die beiden wollen sich scheiden lassen.

Koop-Chaos trifft Gameplay-Abwechslung

Das anschließende Gespräch mit Rosie gestaltet sich steif und unangenehm. Das Mädchen zieht sich nach der Schreckensnachricht in den Schuppen zurück und spielt dort mit zwei ihren Eltern nachempfundenen Puppen. „Könnt ihr nicht wieder Freunde sein“, sagt sie und weint bittere Tränen.

Das Wunder geschieht: Plötzlich finden sich Cody und May in den Körpern der Püppchen wieder und sind klein wie in „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“. Es wird noch wilder: Das sprechende Buch Dr. Hakim stellt sich ihnen als Wegbegleiter und „Paartherapeut“ vor. Er begleitet euch verrückt-aufgedreht durch das Abenteuer. Eure Aufgabe: Findet Rosie und macht den Zauber rückgängig.

Zerstrittenes Paar, zufriedene Koop-Spieler

„It Takes Two“ könnt ihr ausschließlich im Koop-Modus spielen – entweder online oder im Splitscreen. Sehr schön: Für den Online-Betrieb benötigt ihr lediglich eine Vollversion des Spiels. Euren Koop-Partner ladet ihr per kostenlosem Freundespass ein. Allerdings passt die Koop-Maxime so gar nicht zu der Beziehung zwischen Cody und May. Kein Wunder, meckern die beiden doch in den ersten Kapiteln non-stop an einander herum und machen sich Vorwürfe. Das gemeinsame Bewältigen der insgesamt neun Kapitel jedoch zeigt ihnen auf, was sie einst an einander mochten und wieso sie sich in einander verliebt haben.

Ja, das klingt jetzt furchtbar kitschig, aber tatsächlich ist „It Takes Two“ enorm sympathisch. Das liegt zum einen an den „Toy Story“-Look der Protagonist, zum anderen an den schrägen Humor, der sich durch das gesamte Spiel zieht. Wer hätte beispielsweise geahnt, dass die Eichhörnchen im Garten einen Militärstützpunkt inklusive Verhörräumen errichtet haben? „It Takes Two“ sieht wie ein Kinderspiel aus, schlägt aber auch Erwachsene in seinen Bann. Die Charaktere – allen voran Cody, May und Rosie – sind enorm sympathisch und wachsen einem mit der Zeit ans Herz.

Garantiert nicht langweilig

„It Takes Two“ verbindet Geschichte und Gameplay ausgezeichnet miteinander. Auf dem Papier ist es nicht viel mehr als ein 3D-Action-Plattformer mit jeder Menge Umgebungsrätseln und eingestreuten Boss-Kämpfen. Der Koop-Aspekt aber hebt den Titel auf die nächste Stufe. Keine Aufgabe könnt ihr im Alleingang lösen. Stattdessen benötigt ihr stets die Hilfe oder die Fähigkeiten eures Koop-Partners. Mal müsst ihr gemeinsam Schalter in einer bestimmten Reihenfolge betätigen, um Türen zu öffnen. Mal eure Werkzeuge miteinander kombinieren.

Das Action-Abenteuer führt in jedem Kapitel neue Gegenstände ein. Anfangs etwa erhält May einen Hammer und Cody einen Nagel. In einem spätere Kapitel bekommt er einen Harz-Werfer und sie eine Feuerflinte zum Entzünden der Harzbrocken. Die darauf folgenden, linear gehaltenen Abschnitten drehen sich meist ausschließlich um diese neuen Fähigkeiten. Bevor das aber langweilig wird, verliert ihr sie wieder und erhaltet neue Hilfsmittel mit frischem Gameplay. Dadurch kommt eigentlich nie Langeweile auf.

Weitere Meldungen zu It Takes Two: 

Hinzu kommen die erwähnten Bosskämpfe, in denen ihr etwa einen durchgeknallten Staubsauber ausschaltet. Auch hier gilt: Spielerisch rangiert „It Takes Two“ im soliden Mittelfeld, aber Aufmachung und Gameplay sind absolut herausragend. Egal, ob Hüpf- oder Action-Passagen – Das Spiel steuert sich klasse, auch wenn das Handling arg sensibel und die Kameraführung mitunter etwas wild ist.

Als kleine Auflockerung schaltet ihr zudem im Verlauf über 20 Mini-Games wie etwa Tauziehen oder Hau-den-Cody frei, die zum erneuten Start des Spiels einladen. „It Takes Two“ besitzt mit einer Spielzeit von zehn bis zwölf Stunden einen soliden Umfang. Vor allem aber vergeht diese Zeit aufgrund der großen Abwechslung, der liebevollen Grafik und dem starken Gameplay wie im Fluge.

8.5

Wertung und Fazit

PRO
  • cleveres Koop-Gameplay
  • sehr fair designte, abwechslungsreiche Levels
  • emotionale und zugleich spannende Geschichte
CONTRA
  • kleinere Kameraprobleme
  • Steuerung gelegentlich zu unpräzise
  • trotz Mini-Games geringer Wiederspielwert

It Takes Two im Test: Dieses Koop-Abenteuer erobert euer Herz!

„It Takes Two“ ist – genauso wie „A Way Out“ - etwas Besonderes. Hazelight Studios erschafft hier ein nahezu perfektes Koop-Spielerlebnis: Launig, bildschön und extrem emotional. Die Story von Cody und May berührt und wird nicht allein in der Geschichte, sondern auch im Gameplay aufgegriffen.

Spielerisch präsentiert sich „It Takes Two“ als gut umgesetzter 3D-Puzzle-Plattformer, der seine Spielmechanik gekonnt mit dem Koop-Fokus verknüpft. Seine Stärke liegt hier vor allem in dem ungewöhnlichen und mit viel Humor gewürzten Szenario sowie der steten Abwechslung, die durch die wechselnden Aufgaben und Hilfsmittel ins Spiel kommt.

„It Takes Two“ erreichte uns emotional mit seiner herzerwärmenden Geschichte, aber motivierte eben auch mit seinem ausgewogenen Gameplay. Deshalb erhält dieses Koop-Abenteuer auch eine glasklare Kaufempfehlung. Mit „It Takes Two“ haben sich Hazelight selbst übertroffen!

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Kommentare

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