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SOMA - Review


theHitman34
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Um die Review-Ecke bisschen anzukurbeln, veröffentliche ich mal mein SOMA - Review hier. Dieses stammt aus dem Jahre 2015 und war vorher auf einer anderen Seite (Playm). Vielleicht haben noch mehr Lust bisschen was zu ihren Spielen wieder zu schreiben.

Alle Bilder stammen von mir selbst und sind aus der PS4 Version.

ACHTUNG REVIEW ENTHÄLT KEINE WICHTIGEN SPOILER ZUR STORY!!!

 

soma review.jpg

 

Was macht einen Menschen aus? Gerne blicken wir bei dieser Frage tief in unser inneres und geben Punkte wie die eigene Persönlichkeit, den Charakter und das Wesen eines jeden Menschen. Doch reicht dies? Was wäre dies alles noch wert ohne den dazugehörigen menschlichen Körper aus Fleisch und Blut? Reicht eine Seele und die dazugehörigen Gedanken und Träume?
Ziemlich viele Fragen welche man sich so eigentlich nicht stellt doch bei der vielen Zukunftsmusik von Robotern und Maschinen durchaus mal ein Thema sind. Der neue Horrorteil aus dem Hause Frictional Games heißt SOMA und möchte den Spieler auf eine etwas andere Reise nehmen.

 

Schwerer Schicksalsschlag
Wir sind Simon Jarrett, ein normaler junger Mann welcher mit beiden Beinen im Leben steht. Er lebt in Toronto wo er mit seinen beiden Freunden Ashley und Jesse einen Comic-Laden betreibt. Gleich am Anfang wird einem jedoch ein schwerer Schicksalsschlag im Leben von Simon gezeigt welcher nicht nur sein Leben sondern auch sich selbst verändert. Er und Ashley sind in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Ashley kommt dabei ums Leben und Simon wird schwer verletzt. Geplagt von den Erinnerungen an diesen schweren Unfall und den Verlust seiner Freundin kommt noch eine schwere Depression hinzu und Simon wird von Albträumen heimgesucht. In einer Klinik sucht er sich Hilfe und unterzieht sich einer Behandlung, hier geht die Reise in SOMA los.

 

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Die Areale sind oft groß und laden zum freien Erkunden ein, sofern man sich traut.


Es sind nun einige Jahre vergangen und wir schreiben das Jahr 2103, hier finden wir uns wieder in einer völlig uns fremden und beängstigend Umgebung. Alles wirkt fremd auf uns und plötzlich sind wir ganz alleine ohne zu wissen was überhaupt los ist.
SOMA wirft einem von hier ziemlich ins kalte Wasser da man als Spieler diesen Schock von der normalen Welt in diese Fremde erst einmal verdauen muss. In ein paar Sekunden sind plötzlich fast 100 Jahre vergangen. Ab hier muss man nun selbst raus finden was passiert ist und warum man noch lebt.

Die Entwickler Frictional Games wurden mit der Amnesia Reihe (ab 2010) für den PC bekannt und haben sich damit als kleines Studio einen Namen gemacht. Wer diese kennt der kann sich ungefähr vorstellen was SOMA ist und was einen hier erwartet. Das Hauptaugenmerk liegt sehr viel auf erkunden und entdecken. Bedeutet wir steuern Simon in der First-Person Perspektive durch enge Räume und Korridore von Forschungseinrichtungen und können dabei allerlei Gegenstände nehmen, ansehen, ablegen oder durch die Gegend tragen und werfen. Dies ist ein Punkt welcher dem Gameplay ordentlich gut tut und sich von vielen anderen Vertretern abhebt. Man hat nicht das Gefühl einfach nur von einem Raum in den nächsten gejagt zu werden sondern hat stets die Möglichkeit alles zu erkunden in einer "echten" Umgebung die sich auch verändern lässt. Ob ich nun einen Stuhl nehme oder einen kleinen Bleistift ist egal, alles ist möglich und auch was ich damit mache. Dies bedeutet nicht das man nun erwarten kann mit allem etwas sinnvolles machen zu können jedoch lädt es zum ausprobieren und experimentieren ein. Dies habe ich persönlich gleich am Anfang schon festgestellt, die einfachste Möglichkeit hat man als Spieler oft gar nicht mehr im Kopf weil man immer erwartet irgendwas Besonderes zu suchen und zu finden weil es das Spiel eben jetzt von mir verlangt obwohl man eigentlich auch das Fenster mit dem Stuhl einschlagen könnte um aus einem Raum zu fliehen.
Bis auf diese Möglichkeit der Interaktion bleibt einem nur noch das laufen, ducken und um die Ecke gucken, eben typisch für dieses Genre des First-Person Horrors. Wehren kann man sich nicht und es bleibt einem nur die ständige Flucht oder das Verstecken. Ich weiß nicht wie kritisch ich das dem Titel anrechnen soll, hätte es gepasst sich hier wehren zu können? Bei anderen Vertretern wie Outlast hätte ich es gerne gesehen aber bei SOMA ist alles irgendwie anders... aber warum?

 

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Man kann nur noch erahnen was passiert ist und wie die Menschen vor langer Zeit hier lebten.

 

Horror
Ein Horrorspiel, bedeutet wir gehen durch die dunklen Gänge, hören unserem Charakter beim lautem Atmen zu und warten nur darauf das irgendein Monster um die Ecke springt oder die Fenster Scheibe kaputt geht oder ein Rohr irgendwo runter fällt oder... bedeutet es das? Nein, SOMA ist ein Horrorspiel jedoch ein ziemlich leises welches nicht mit übertriebenen und aufgezwungenen Jumpscares welche einem alle 5 Minuten belästigt um die Ecke kommt. Klar, auch hier erschrecken wir uns mal jedoch ist dies wesentlich seltener der Fall durch diese Jumpscares als bei anderen Horrorspielen der letzten Jahren. Man legt großen Wert auf die Atmosphäre, die musikalische Untermalung und genau dies soll den Horror ausmachen. Die Geschichte selbst soll den Spieler berühren und nicht nur Angst machen sondern zum Nachdenken anregen. Ich würde es nicht einmal als ein reines Horrorspiel deshalb bezeichnen.
So wandert man auf den Spuren der Forscher die lange vor einem da waren und erfährt wie sie gearbeitet haben, wie sie miteinander umgegangen sind und welche Probleme es gab. Dabei sieht man sich dann persönliche Fotos der Besatzung an oder liest geheime Briefe und Dokumente. Es ist wie ein Wechselbad der Gefühle aus ständiger Angst, Trauer und Mitgefühl welches sich immer mehr und mehr entwickelt.

Daneben gibt es aber auch einige Monster und Mutanten die auf einen warten. Diese sind herrlich skurril und abstrakt designt und lassen einem erst einmal vor Ehrfurcht erstarren. Auf mich hat es doch großen Respekt gemacht wenn solch ein "Ding" an mir vorbei gestampft ist begleitend von einem höllischem Soundtrack. Andere gehen da schon aggressiver auf einem zu. Hier sollte man sich überraschen lassen. Mir hat es jedoch gefallen das man mit dem Einsatz von Gegnern eher sparsam umgegangen ist denn damit haben sie sich nicht abgenutzt und durch die Abwechslung blieb der Respekt und man war sich nicht sicher wie man mit diesem neuen Gegner umzugehen hat.
Ein Lob von mir auch was das virtuelle Sterben angeht. Oft bemängle ich das man jeglichen Reiz am Überleben verliert und man sich einfach nur noch ins Getümmel stürzt da man ja beim Tod sofort 5 Meter weiter hinten bequem beim Checkpoint wieder anfangen kann. Hier wurde das nun etwas anders gelöst, wird man von einem Gegner erwischt ist man nicht sofort tot. Man ist extrem geschwächt, dass Sichtfeld ist etwas eingeschränkt und mit langsamen Gang kämpft man sich zurück ins Leben. Somit hat man immer noch eine Chance und kämpft noch weiter, kein immer wieder probieren und Checkpoints neu laden und durch rennen. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich fast nie den Game Over Bildschirm gesehen denn ich habe immer noch mit aller Kraft versucht weiter zu machen und hing an meinem Leben was den Nervenkitzel und die Anspannung extrem erhöht hat. Hier hat man ein gutes Zeichen gesetzt für Horrorspiele.

 

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Der Weg ins Nichts. Man wird sich oft sehr verloren und klein vorkommen.

 

Ob und für wen sich SOMA lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden denn man sollte doch einige Punkte beachten. Das größte Problem ist wohl der Wiederspielwert, dieser ist nämlich so gut wie überhaupt nicht vorhanden. Ist man einmal durch hat man alles gesehen und alles erreicht. Man wird zu keinem Zeitpunkt ermutigt noch weiter zu erkunden oder Geheimnisse zu entdecken. Dies hätte man zumindest noch fördern können indem man mit den Trophäenerfolgen etwas nach hilft doch selbst hier hat man es etwas zu einfach gemacht. Es wird nämlich keine einzige Trophäe angeboten welche man sich durch zusätzliche Aktionen verdienen muss, alles was es zu verdienen gibt wird man im Laufe der Story erreichen. Heißt im Klartext, wer SOMA einmal durchgespielt hat der hat 100% aller Trophäen freigeschaltet, nett für Trophäenjäger aber eben keine weitere Herausforderung oder etwas zu entdecken.
Hier geht man auf Nummer sicher das auch jeder Spieler genau das selbe Erlebnis haben wird und genau die selben Dinge sieht und durchmacht. Dies ist für die Story Top jedoch für die Motivation das Spiel gleich nochmal zu starten ziemlich negativ. Für gut 8-10 Stunden bekommt man eine Top Story mit der ganzen Atmosphäre aber eben auch nicht mehr, hier muss jeder für sich selbst entscheiden ob ihm das die 15-20€ derzeitig wert ist.

 

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Ist man dann Unterwasser im "Freien" unterwegs, bieten einen atemberaubende Bilder und die Atmosphäre ist extrem dicht.

 

Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich SOMA jetzt bewerten und weiter beschreiben soll, es ist ein Trip der ganz anderen Art und hat mich emotional berührt, bot mir jedoch weniger Horror als gedacht was ich am Ende aber nicht wirklich als negativ empfand oder vermisst habe.
SOMA stellt mehr Fragen in den Raum welche einem doch nachdenken lassen und auch ein ungutes Gefühl geben. Dies alles ist gepaart mit einem außergewöhnlichem Setting, welches einfach nur traurig und trostlos wirkt. Atemberaubend wirken dagegen die Spaziergänge auf dem Meeresgrund wenn man einfach nur in den Weiten umher irrt und nicht wirklich weiß wohin es eigentlich geht. Man muss sich darauf einlassen können und wird überrascht sein, wie dieses Spiel in den gut 8-10 Stunden mit einem selbst spielt. Lange konnte mich jedenfalls kein Spiel mehr so mitreißen, zum Nachdenken anregen und doch leichte Bauchschmerzen nachdem Ende hinterlassen.
Wer jetzt damit leben kann, dass die Motivation es erneut sofort zu spielen nicht vorhanden ist, der wird toll und auch anders unterhalten werden. Für mich persönlich ist es eines der Highlights 2015 welches ich aber nicht mit anderen Spielen vergleichen kann.

 

Edited by theHitman
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Schönes Review! 

Ich bin sonst gar kein Freund von solchen 'Lauf-Simulatoren' aber SOMA hatte mich mit seiner Atmosphäre wirklich gepackt.

Was ich noch unbedingt ergänzen möchte; SOMA hat das beste Ende, welches ich je in einem Videospiel erlebt habe (vielleicht zusammen mit Portal1). Da hatte ich wirklich physisch Gänsehaut

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vor 1 Stunde schrieb President Evil:

Schönes Review! 

Ich bin sonst gar kein Freund von solchen 'Lauf-Simulatoren' aber SOMA hatte mich mit seiner Atmosphäre wirklich gepackt.

Was ich noch unbedingt ergänzen möchte; SOMA hat das beste Ende, welches ich je in einem Videospiel erlebt habe (vielleicht zusammen mit Portal1). Da hatte ich wirklich physisch Gänsehaut

Kann ich absolut nur zustimmen! Die Story an sich mag erst einmal verwirrend sein aber je mehr man spielt fügt sich das Puzzle immer weiter zusammen und man bekommt eine extrem interessante Thematik. Wirklich grandios geschrieben die Story die einem noch lange im Kopf bleibt. Selten hatte ich solch ein Gefühl als ich ein Spiel beendet hab. Neben SOMA waren es nur die Enden von Silent Hill 2 und Life is Strange die mich noch lange danach beschäftigten.

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vor 7 Minuten schrieb theHitman:

Kann ich absolut nur zustimmen! Die Story an sich mag erst einmal verwirrend sein aber je mehr man spielt fügt sich das Puzzle immer weiter zusammen und man bekommt eine extrem interessante Thematik. Wirklich grandios geschrieben die Story die einem noch lange im Kopf bleibt. Selten hatte ich solch ein Gefühl als ich ein Spiel beendet hab. Neben SOMA waren es nur die Enden von Silent Hill 2 und Life is Strange die mich noch lange danach beschäftigten.

Wäre vielleicht mal ein interessanter Thread: Die Spiele mit den besten Enden.

Gibt einige; Life is Strange war gut, einige Enden von Heavy Rain, Shadow of the Collossus, Final Fantasy 6 & 9...

Aber keine haben mich so geflashed, wie die Enden von SOMA und Portal 1

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Soma ist ein richtiger Geheimtipp. Mich hatte das Spiel direkt von Anfang an gepackt und wie im Review beschrieben hat es auch mich zum Nachdenken angeregt. Gerade das Ende war ja auch eine krasse Sache. 

Das Spiel hat aber sowieso einen Stein im Brett bei mir weil es unter Wasser spielt. Da bin ich meistens immer begeistert. Die Wasserwelt in Games, Filmen oder Serien fasziniert mich immer am meisten und ist für mich interessanter als das All.

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Hat es von euch eigentlich jemand nochmal beendet? Im Review bemängle ich ja den Wiederspielwert. Ist nun auch schon 5 Jahre her bei mir und ab und an denke ich schon mal darüber noch nochmal einen Ausflug dahin zu machen. Muss aber sagen ich habe vor dem Spiel und der Story auch viel Respekt und ich weiß es ist nicht mehr so wie beim ersten Durchlauf. Ähnlich geht es mir auch mit Life is Strange.

Lisa G Sig play3.jpg

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