Review

Hades im Test: Nahezu perfektes Rogue-Like aus der Hölle!

von Olaf Bleich | 10.08.2021 - 15:00 Uhr
Platform
PlayStation 4, PlayStation 5
Developer
Supergiant Games
Publisher
Private Division
Release
13. August 2021
9.0

Auf dem Papier ist Supergiant Games‘ „Hades“ ein alter Hut! Das Actionspiel verließ nach beinahe zwei Jahren den Early-Access und erschien bereits im September 2020 für PC und Nintendo Switch. Das Ergebnis: Traumwertungen und über 50 „Game of the Year“-Awards. Die Version für PlayStation- und Xbox-System ließ allerdings auf sich warten. Am 13. August 2021 kommt „Hades“ u.a. für PlayStation 4 und in einer technisch aufgebohrten Variante auch für PlayStation 5.

Inhaltlich unterscheiden sich die verschiedenen Versionen nicht voneinander: Ihr steuert Zagreus und wollt aus der Unterwelt entkommen. Das Pikante an der Sache: Zagreus ist der Sohn des Hades und entsprechend ist seine Flucht ein wahres Politikum. Götter der Unterwelt und des Olymps mischen sich in eure Reise ein. „Hades“ ist – ähnlich wie zuletzt „Returnal“ – ein Rogue-like. Mit jedem Bildschirmtod startet ihr wieder aus den Hallen des Hades neu. Klingt nach Frust, ist aber in „Hades“ ein wahrlich teuflisches Vergnügen.

Eine Unterwelt für sich

So simpel die Prämisse hinter „Hades“ auch klingt, so gelungen ist die Umsetzung: Supergiant Games bindet bekannte Figuren aus der griechischen Götterwelt in den Handlungszusammenhang ein. Als wir etwa im Hades ankommen, staunen wir nicht schlecht, dass der Höllenhund Zerberus brav neben dem Schreibtisch des Herrn der Unterwelt persönlich sitzt und sich über Zagreus‘ Anwesenheit freut.

„Hades“ strotzt vor Spielwitz, Gameplay-Ideen und Cleverness.

Im späteren Verlauf lernen wir immer neue Figuren und ihre Eigenheiten kennen. Wenig verwunderlich erhält Zagreus nämlich vor allem von den Göttern des Olymps tatkräftige Unterstützung. Sie statten ihn immer wieder mit neuen Waffen-Fähigkeiten – den so genannten „Gaben“ – aus. Figuren wie Sisyphus oder der maulfaule Chalon fungieren dagegen in den Katakomben als Händler. Bei ihnen könnt ihr gesammelte Ressourcen einsetzen und so vielleicht den aktuellen Durchlauf noch ein wenig verlängern.

Opulente Zwischensequenzen gibt es nicht, dafür aber liebevoll vertonte Dialoge mitsamt hübsch gezeichneter Standbilder. „Hades“ sieht auf Screenshots und auf den ersten Blick ein wenig bieder aus, ist es aber nicht.

Kämpfen, um zu sterben!

Ihr beobachtet das Geschehen aus der Iso-Perspektive von schräg oben. Abseits der Hallen des Hades durchquert ihr die vier Ebenen der Unterwelt. Die vor euch liegenden Räume würfelt das Spiel zufällig auf. Als Rogue-Like im Stile von „Returnal“ ist „Hades“ natürlich an einige Gameplay-Haken gekoppelt. Geht ihr bei eurem Durchgang drauf, verschlägt es euch zurück in eure Gemächer. Eure bis dahin gesammelten Extras verfallen, gesammelte Ressourcen bleiben euch aber zumeist erhalten.

Genau hier liegt die große Stärke von „Hades“: Auch wenn die Kämpfe eine Herausforderung darstellen und man immer wieder stirbt, gibt es einem dennoch das Gefühl für Fortschritt. Theoretisch könnt ihr euch sogar „hoch grinden“ und so langsam verbessern. Mit der Währung „Finsternis“ etwa verbessert ihr passive Eigenschaften. Mit gesammelten Schlüsseln wiederum schaltet ihr neue Waffen frei. Das Ausprobieren der Kampfgeräte geht einher mit wechselnden Taktiken und einem sich stetig verändernden Gameplay. Schließlich spielt sich ein Kurzschwert ganz anders als eine Lanze oder Pfeil und Bogen.

Taktik, Handling und der kleine Preis

Bricht man das Gameplay runter, ist „Hades“ ein klassischer Dungeon-Crawler, der den Schwerpunkt stark auf das wirklich handliche und stark umgesetzte Kampfsystem setzt. Zagreus verfügt neben Standard-Angriffen auch über Spezialmanöver und kann sich per Tastendruck aus der Gefahrenzone katapultieren. Geht’s in den ersten Räumen noch gemächlich zur Sache, nimmt „Hades“ zwischenzeitlich auch Bullet-Hell-Elemente auf, sodass ihr Explosionen, Geschossen und anrückenden Gegnern ausweichen und dabei Schlupflöchern zum Gegenangriff finden müsst.

Die Steuerung ist dabei herrlich direkt und gerade die scharfe 4K-Grafik und die 60 Bilder pro Sekunde in der PS5-Version helfen beim Lesen der Spielsituationen. Zwischen unzähligen Kämpfen spielt aber auch die Taktik eine wichtige Rolle: Welchen Raum betretet ihr als nächstes? Die zu erwartende Belohnung zeigt das Spiel anhand von Symbolen an. Welches Waffen-Upgrade und welche neue Fertigkeit nehmt ihr an? Die Slots sind begrenzt und entsprechend müsst ihr im Verlauf überlegen, was ihr wirklich benötigt. Hinzu kommen immer wieder Extras und Erweiterungen – wie beispielsweise ein Bonus-Leben.

Einher mit den Vor- und Nachteilen des Rogue-Like-Gameplays entsteht so enorm viel Abwechslung. Keine Runde spielt sich so wie die davor und der langsame, aber konstante Spielfortschritt motivieren enorm. Für gerade einmal 25 Euro erhaltet ihr mit „Hades“ ein erstklassiges, aber vor allem toll spielbares Action-Rollenspiel, das vor Spielwitz, Gameplay-Ideen und Cleverness strotzt.

9.0
Pro
  • motivierende Umsetzung des Rogue-Like-Spielprinzips
  • sehr handliche Kampfsteuerung
  • atmosphärisches Setting und starke Atmosphäre
Contra
  • gelegentliche Übersichtsprobleme
  • Features des Dualsense-Controllers werden nicht ausgereizt

Wertung und Fazit

Hades im Test: Nahezu perfektes Rogue-Like aus der Hölle!

Supergiant Games hat es wieder geschafft: Nach Titeln wie „Bastion“ und „Transistor“ liefert man mit „Hades“ einen weiteren Indie-Hit für die ganz große Bühne ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Rogue-Like-Games gelingt hier die Balance zwischen Herausforderung und Spielfortschritt. „Hades“ frustriert äußerst selten. Denn selbst wenn mal alles schief geht, nimmt man zumindest ein paar Rohstoffe und vor allem Erkenntnisse aus dieser Runde.

Die Charaktere, der Humor und die Atmosphäre unterfüttern das erstklassig spielbare Action-Geschehen. „Hades“ macht einfach Spaß und die vielfältigen Waffen, „Gaben“ und Erweiterungen tragen einen gewaltigen Teil zu Abwechslung des Spiels bei. In Sachen Gameplay und purer Spielbarkeit ist das Action-Rollenspiel einfach pures Gold und genau deshalb so empfehlenswert. Wer hätte gedacht, dass die Flucht aus der Unterwelt derart unterhaltsam sein kann?!

Kommentare

  1. Squall Leonhart sagt:

    Läuft das auch in 60 FPS auf der Base PS4?

  2. RoyceRoyal sagt:

    Vermutlich ist die Grafik gut wenn man den Stil mag. Ich finde es dadurch leider unspielbar grausig.

  3. ArthurKane sagt:

    Und sowas wird jetzt gefeiert....

  4. consoleplayer sagt:

    Tolle Wertung. Viel Spaß beim Zocken. 🙂

  5. TheEagle sagt:

    Squall Leonhart
    Steht doch PS4 1080p/60fps

    ArthurKane
    Ja warum denn nicht ?

  6. Affenhaus sagt:

    Ich liebe solche Spiele mehr als viele AAA Titeln.... Macht Laune

  7. SteveSunderland86 sagt:

    Freue mich schon drauf. Habs schon auf der Switch rauf und runter gedaddelt. Dieses Spiel ist pure SUCHT.

  8. Blackmill_x3 sagt:

    Kann mit solchen Spielen nichts anfangen

  9. Eloy29 sagt:

    Läuft auf......
    Das Ding läuft sogar auf der Switch flüssig. Da kommt wohl kaum die PS5 ins schwitzen.

  10. Sveninho sagt:

    Ich freue mich so heftig auf Freitag. Hatte ich noch nie, bei einem Spiel, welches ich schon gespielt hab.
    Nur schade, dass offensichtlich der Dualsense Support hätte besser ausfallen können.

  11. klüngelkönig sagt:

    Wird hart gezockt, habe nach returnal aber sehr hohe erwartungen. Und der Grafikstil ist leider auch nicht so meins...

  12. RikuValentine sagt:

    Jedes Rogue Like unterscheidet sich. Also nur weil dir Returnal gefällt muss es hier nicht auch so sein. Und ich würde das Game auch nicht danach bewerten das es "nicht wie" Returnal ist.

  13. big ed@w sagt:

    Nahezu perfekt

    und dann keine 9.5?

  14. Devil-Ninja sagt:

    Werde ich mir auch holen

  15. sLiiDer-1337 sagt:

    Jeder der hier wartet oder gewartet hat sollte sich dann auch unbedingt 'Curse of the Dead Gods' anschauen.
    Bin mal gespannt welches Game mir besser gefallen wird.

    Weiß auch noch nicht ob Digital oder doch als Disc. Hm...

  16. Sveninho sagt:

    @sLiiDer-1337:
    Also ich hole es mir auf Disk. Digital habe ich es bereits auf der Switch und nun hab ich bock, mir die physische Variante samt Artbook zu holen.

  17. Twisted M_fan sagt:

    @sLiiDer-1337

    Habe beide Hades und Curse of the Dead Gods lange gespielt und finde für mich persönlich Curse of the Dead das bessere Spiel.In Hades ging es mir schnell auf die nerven das Charaktere immer wieder angesprochen werden müssen damit es weiter geht.

    Hades fand ich übrigens deutlich schwieriger vor allem unfairer als Returnal.Grad in letztem abschnitt wenn du eh schon angeschlagen bist kommen Gegner oder auch Giftgas die dich ruck zuck plätten.Returnal wurde wegen seinem hohen schwierigkeitsgrad immer kritisiert,warum man aber das bei Hades nicht macht verstehe ich bis heute nicht.

  18. RikuValentine sagt:

    @Twisted

    Weil mehr Leute Returnal gekauft haben die normerweise Casuel Spieler sind weils eben ein Sony Vollpreis Titel war und Hades hat den Indie Vibe wo eben nicht so viele rein gehen.

  19. Sveninho sagt:

    Hinzu kommt noch, dass man einen Hades Run in 20-25min abschließen kann. In Returnal dauert ein Run gute 2h und man kann nicht mal das Spiel zwischen durch verlassen. Dadurch erhöht sich beim Tod der Frust.
    Fand Returnal sowie Hades beide Top. In Returnal hätte ich mir etwas mehr 'Hades Elemente' gewünscht in Form von mehr Gesprächen, Charakteren usw.

  20. Yaku sagt:

    Freue mich extrem darauf.
    Dieses Jahr kamen bisher richtig gute Indies. Das weitere Jahr sieht zumindest in der Vorschau ebenfalls sehr gut aus.

  21. klüngelkönig sagt:

    Ich erwarte nicht dass es wie Returnal ist... Nur dass die Qualität und der Spass den ich habe sich jetzt ein wenig mit returnal messen muss... Wenn Hades dies gelingt, wird es wohl in meiner Top 10 landen..

  22. logan1509 sagt:

    Wenn nur diese Perspektive nicht wäre...

  23. Puhbaron sagt:

    @Twisted M_fan Wie Riku schon schrieb. Returnal war n AAA Exclusivs Game und diese sind IMMER für die Masse gedacht, daher wird's da kritisiert. Es kritisiert ja auch keine die Souls Games etc. Weil's eig. Nischenspiele sind bzw. die Gemeinde genau weiß, auf was sie sich einlassen. Sieht man z.b. bei vielen AAA Spielen, die einen *Hardcore* Modus besitzen, das Spiel jedoch nicht darauf programmiert ist und es deshalb meist unfair bzw unbalanced ist.