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Ratchet & Clank Rift Apart im Test: Ein PlayStation 5-Pflichttitel

play3 Review: Ratchet & Clank Rift Apart im Test: Ein PlayStation 5-Pflichttitel
9.0

Seit der PlayStation 2-Ära gehört Insomniac Games‘ Action-Plattformerreihe zu den festen Größen in Sonys Portfolio und mit „Ratchet & Clank: Rift Apart“ wagt das Franchise nun den Sprung auf die PlayStation 5. Gemeinsam mit dem dynamischen Duo haben wir uns dabei in ein intergalaktisches und diesmal sogar interdimensionales Abenteuer gestürzt, das uns nachhaltig beeindruckt hat. Wieso, das verraten wir euch in den nachfolgenden Zeilen.

Ratchet & Clank im Sog der Dimensionen

Dabei beginnt das neueste Unterfangen unserer beiden Helden zunächst recht friedlich: Ihren vergangenen Heldentaten zu Ehren findet eine pompöse Parade statt, die von zahlreichen Schaulustigen frenetisch gefeiert wird. Allerdings währt diese sehr ausgelassene Stimmung nicht sonderlich lange, denn Bösewicht Dr. Nefarious und seine Schergen sprengen die Feierlichkeiten und sorgen für allerlei Chaos.

Das Ziel des Schurken ist diesmal der Dimensionator, den Clank extra als Überraschung für seinen Freund Ratchet repariert hat. Mit diesem Gerät ist es möglich, in alternative Universen zu reisen. Und es bietet unserem heldenhaften Lombax somit eine Chance, endlich sein Volk zu suchen. Bevor es dazu kommt, schnappt sich Nefarious allerdings die Gerätschaft, um damit in eine Dimension zu reisen, in der er endlich gewinnt.

Doch natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen und die Macht des Dimensionators gerät vollkommen außer Kontrolle. Überall öffnen sich Risse zu anderen Realitäten, aus denen zahllose Aliens, Monster und Raumschiffe hinausströmen. Letztendlich geraten auch Ratchet und Clank in einen dieser Risse und landen so, getrennt voneinander, in einer ihnen völlig unbekannten Dimension. Während Clank auf die Lombax-Dame Rivet trifft und sich allmählich mit ihr anfreundet, will Ratchet seinen Freund zurückholen.

Mehr möchten wir euch an dieser Stelle auch nicht zur Story verraten, denn es macht viel Spaß, diese selbst zu erleben. Eine willkommene Erweiterung des Rosters ist dabei Lombax-Dame Rivet, der aufgrund ihrer mit viel Herzblut gezeichneten Entwicklung einige der emotional stärksten Momente des Spiels gehören. Die Inszenierung der Geschichte ist Insomniac Games dabei wunderbar gelungen und sie können mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit ernste und berührende Momente mit rasanter Action und gut getimter Comedy verbinden.

Tools of Destruction

Apropos rasante Action: Seit jeher steht die Spieleserie genau dafür, was sie vor allem ihrem kreativen Waffenarsenal zu verdanken hat. Insgesamt fallen Ratchet und Rivet über ein Dutzend Argumentationsverstärker in die pelzigen Hände, wobei sie sich diese Ausrüstung teilen. Jeden Schießprügel könnt ihr dabei durch regelmäßigen Gebrauch in fünf Stufen aufleveln sowie bei der Händlerin Mrs. Zurkon zusätzlich verbessern. Bei ihr lassen sich einzelne Aspekte eurer Waffen verstärken, indem ihr Raritanium investiert. Dieses könnt ihr sowohl in den weitläufigen Levels finden oder auch als Belohnung für Siege über besonders starke Gegner erhalten.

Im Laufe der circa 12 Stunden langen Kampagne werdet ihr gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden alle Feuerkraft benötigen, die ihr in „Rift Apart“ bekommen könnt. Die Gegner-KI ist nach wie vor ausbaufähig, dennoch kann sie euch mit ihrer schieren Masse ab und an durchaus überrennen, wenn ihr nicht fix genug reagiert. Habt ihr jedoch erstmal den Dreh mit euren vielfältigen Waffen raus, kombiniert diese geschickt miteinander und bezieht dann noch die Umgebung, etwa die gelb leuchtenden Mini-Risse, in den Kampf mit ein, die euch neue taktische Optionen eröffnen, spielt ihr euch schnell in einen regelrechten Rausch.

Bereits in den älteren „Ratchet & Clank“-Games gingen die spaßigen Shooter-Passagen wunderbar von der Hand, doch noch nie fühlte sich all dies so gut und befriedigend an, wie im ersten PlayStation 5-Ableger der Serie. Nahezu jedes Feature des Controllers wird genutzt und sinnvoll ins Spielgeschehen integriert. Fantastisch gelungen ist Insomniac Games hierbei das haptische Feedback in Kombination mit den adaptiven Triggern. Einige Waffen verfügen über zwei Feuermodi, deren Aktivierung davon abhängig ist, wie stark ihr die Trigger betätigt. Beim Blaster könnt ihr so etwa wahlweise einen Präzisionsschuss abgeben oder aus mehreren Läufen gleichzeitig feuern.

Zusammen mit dem wuchtigen Trefferfeedback und den krachenden Waffensounds resultiert hieraus ein herrlich spaßiges Action-Gameplay, das die langlebige Reihe auf ein völlig neues Level befördert. Die Kämpfe sind schlicht und ergreifend ein Genuss. Zum Glück weiß dies auch Insomiac, die in „Rift Apart“ meistens einen sehr angenehmen Rhythmus zwischen den flotten Action-Passagen und eher ruhigen Erkundungs- und Plattformer-Abschnitten gefunden haben. Lediglich gegen Ende des Abenteuers fühlten sich wenige Kämpfe einen Tick zu lang an.

Zum Thema: Ratchet & Clank Rift Apart: Was ist der Dimensionator?

Quest for Booty

Davon abgesehen wird dank all seiner verschiedenen Gameplay-Mechaniken Abwechslung im neuesten „Ratchet & Clank“ groß geschrieben. Abseits der spaßigen Gefechte dürft ihr erneut mit Clank einige Rätsel lösen, die gerade in den späteren Abschnitten eine gute Kombinationsgabe erfordern, jedoch nie überfordern. Zudem müsst ihr in diversen Plattformer-Passagen mit Ratchet und Rivet euer Geschick beweisen und auch die bewährten Grinds auf Schienen dürfen selbstverständlich nicht fehlen, die einmal mehr fantastisch inszeniert sind. Einmal müsst ihr zum Beispiel um einen wütenden Riesenroboter herummanövrieren, der bildgewaltig alles um euch herum in Trümmern legt, während ihr irgendwie versucht, heile aus der Sache herauszukommen.

Wenn ihr gerade nicht mit einer dieser Aktivitäten beschäftigt seid, laden die weitläufigen Levels zum Erkunden ein und es gibt auf den verschiedenen Planeten wirklich allerlei zu entdecken, beispielsweise zahlreiche Sammelobjekte. Zu diesen zählen natürlich auch die altbekannten Gold Bolts, von denen einige gewissermaßen als Cheat Codes fungieren, während andere Grafikfilter oder weitere Spielereien freischalten. Außerdem warten in den Levels ebenfalls Rüstungsteile, mit denen ihr mehrere Sets zusammenstellen könnt, die euch kleinere Boni gewähren.

Darüber hinaus könnt ihr auf diese Weise ebenso wertvolles Raritanium und kostbare Bolts ergattern, die ihr für den Kauf eurer Waffen benötigt. Ihr erhaltet diese Währung, indem ihr Kisten zerstört oder Gegner erledigt und es warten serientypisch selbstredend jede Menge Kisten sowie Gegner auf euch! Es lohnt sich also, alle Planeten gründlich unter die Lupe zu nehmen und alle Ecken aufmerksam abzusuchen.

Egal, ob ihr dabei eine futuristische Cyberpunk-Metropole erkundet, pfeilschnell auf dem Rücken einer Alienschnecke herumsaust oder euch gemeinsam mit einem Drachen in den Luftkampf schwingt: Sämtliche Planeten und Locations pulsieren vor Leben und fühlen sich wie echte Orte an. Dies liegt unter anderem am zuvor bereits erwähnten haptischen Feedback, das euch mittels sanfter Vibrationen den jeweiligen Untergrund richtig spüren und so noch tiefer ins Abenteuer abtauchen lässt. Nach dem Ende der Story ist auch noch längst nicht Schluss, denn der Herausforderungs-Modus, quasi ein New Game+, wartet mit einem merklich anspruchsvolleren Spielerlebnis auf euch und ein so abwechslungsreiches Spiel erlebt man doch gerne mehrmals.

Zum Thema: Ratchet & Clank Rift Apart: Day-One-Update mit Performance-Modus und mehr

Das ist Next-Gen!

„Ratchet & Clank: Rift Apart“ kann jedoch nicht nur mit seinem tollen Gameplay, seiner unterhaltsamen Story und schönen Locations begeistern, sondern ebenso mit seiner umwerfenden Technik. Ab den ersten Sekunden des Action-Plattformers fällt die enorme Detailverliebtheit auf, mit der die Charaktere, ihre Animationen sowie die Welten gestaltet wurden. Ratchets und Rivets Fell wiegt sich im Wind, in den Städten pulsiert das Leben und auch die wilderen Planeten wirken nicht wie bloße Kulissen, sondern wie lebendige Orte. Bereits die Vorgänger sahen teils bildschön aus, doch der aktuelle Ableger katapultiert die Reihe in neue Höhen: Es ist ein spielbarer Pixar-Film.

Dabei darf die PlayStation 5 ordentlich ihre Muskeln spielen lassen, denn neben der enormen Detailfülle geht die Bildwiederholungsrate selbst bei aktiviertem Raytracing, zig Partikeleffekten und bildschirmfüllenden Explosionen nie in die Knie. Dank des bereits verfügbaren Day-1 Patches läuft all dies sogar wahlweise mit butterweichen 60 FPS ab. Allein visuell ist der Titel deshalb ein wahrer Augenschmaus, der zeigt, wozu Sonys aktuelle Konsole fähig ist, und zählt daher derzeit zu den schönsten Videospielen auf dem Markt.

Der heimliche Star sind jedoch die quasi nicht existenten Ladezeiten von „Rift Apart“. Wir wechseln immer wieder mit Ratchet und Rivet die Dimension, mal durch einen plötzlich vor uns auftauchenden Riss im Rahmen einer kurzen Skriptsequenz und mal aktiv, indem wir auf einen lila Blizon-Kristall schlagen.

Es ist in Aktion schlichtweg beeindruckend, wie schnell die SSD der PS5 dabei ganze Welten in wenigen Augenblicken lädt. Abgerundet wird das audiovisuelle Erlebnis von einer sehr guten deutschen Synchronisation mit merklich spielfreudigen Sprechern und einem atmosphärisch stets passenden Soundtrack. „Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist ein audiovisueller Hochgenuss.

Obwohl wir bis hierhin voll des Lobes für den neuesten Ableger von Insomniac Games‘ ikonischer Spielereihe waren, müssen wir dennoch auch Kritik anbringen. Das Spiel sieht zwar wirklich famos aus, allerdings bemerkten wir während unseres Tests diverse kleine Glitches, Kollisions- und Clipping-Fehler. Diese waren jedoch angesichts der ansonsten gebotenen Qualität zu verschmerzen.

Über die wiederholten Abstürze des Spiels während unseres Tests können wir indes leider nicht hinwegsehen und einmal mussten wir die PS5 sogar manuell neustarten, da gar nichts mehr ging. Dies ist überaus ärgerlich und schmälert den sehr guten Eindruck, doch der Day-1 Patch scheint diese ärgerlichen Aussetzer mittlerweile behoben zu haben.

9.0

Wertung und Fazit

PRO
  • Beeindruckende Technik inklusive sinnvoller DualSense-Einbindung
  • Detailverliebt gestaltete, lebendige und glaubhafte Spielwelten
  • Toller Mix aus Shooter- und Plattformer-Passagen
CONTRA
  • Gegner-KI nicht sonderlich clever
  • Einige technische Probleme

Ratchet & Clank Rift Apart im Test: Ein PlayStation 5-Pflichttitel

Zu Beginn des Abenteuers hat Ratchet Angst, dass er und sein Freund Clank mittlerweile womöglich zum alten Eisen gehören könnten. Eine Befürchtung, die glücklicherweise völlig unbegründet ist, denn das dynamische Duo war vermutlich noch nie so gut in Fahrt wie in ihrem ersten PlayStation 5-Ausflug. Beide befinden sich in Höchstform und erhalten mit Rivet eine willkommene Unterstützung, die sich sehr organisch in die uns bekannte Welt einfügt.

Während die charmante Geschichte mit ihrer tollen Inszenierung und einem guten Mix aus Action und Drama punktet, sind die wahren Stars die Shooter-Passagen sowie die Next-Gen-Technik. Dank des DualSense-Controllers fühlten sich die Kämpfe der Reihe noch nie so befriedigend an oder sahen, abgesehen von wenigen Aussetzern, nie besser aus. Von einigen Kleinigkeiten abgesehen, und wir meckern in diesem Fall auf einem enorm hohen Niveau, haben Insomniac Games mit "Ratchet & Clank: Rift Apart" einen wahren PlayStation 5-Pflichttitel geschaffen.

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Kommentare

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