Konami: Wirtschaftsmagazin Nikkei enthüllt schwerwiegende Vorwürfe

Kommentare (34)

Nach dem Zwist zwischen Hideo Kojima und dem Publisher Konami haben über Monate die Fragen im Raum gestanden, wie tief der Streit beider Parteien reicht oder ob es sich gar um einen Marketing-Gag handelt, der dem jüngsten Teil der „Metal Gear“-Saga mehr Aufmerksamkeit schenkt. Allerdings scheint die Streitigkeit weitaus tiefer in die Konzern-Ethik Konamis zu reichen, wie anfangs befürchtet.

Wie das japanische Wirtschaftsmagazin Nikkei in Erfahrung gebracht haben will, scheint der Publisher über Methoden zur Überwachung und Handhabung seiner Mitarbeiter zu verfügen, die nach der aktuellen Enthüllung große Wellen schlagen werden. Der Fakt, dass die Entwicklungskosten zu „Metal Gear Solid V: The Phantom Pain“ 80 Millionen Dollar überschritten haben, ist nur die äußerste Spitze des Eisberges.

Im Folgenden eine unkommentierte Zusammenfassung der Vorwürfe gegen das Unternehmen:

  • Die Kultur des Unternehmens wechselten von traditionellen Hardcore-Spiele zu günstigen, sozialen Titeln im Jahr 2010, als Konami ein mobiles Videospiel namens „Dragon Collection“ auf den Markt brachte, das riesige Gewinne generierte, aber nur geringe Entwicklungskosten in Anspruch nahm.
  • Kojima Productions ist aktuell als „Number 8 Production Department” bekannt. Die Computer des Unternehmens hätten keinen Internet-Zugang und können nur genutzt werden, um Nachrichten im internen Netzwerk zu verschicken.
  • Angestellte, die die Büros während der Mittagspause verlassen, werden mit Zeitkarten überwacht. Diejenigen, die spät zurückkehren, werden öffentlich im Unternehmen mit Namen bekannt gegeben.
  • Es gäbe Kameras in den Bürofluren, um die Bewegung der Angestellten Konamis zu überwachen.
  • Konamis Entwickler, die vom Unternehmen als weniger nützlich bewertet werden, bekommen Pflichten auferlegt, im Sinne der Aufgaben des Sicherheits- und Reinigungspersonals. Auch von Funktionen in Fabriken für Pachinko-Slot-Maschinen (eine Form von Glücksspielautomaten) sei die Rede. Diese von Konami gering geschätzte Arbeit ist auch für Entwickler vorgesehen, die zuvor an großen IPs mitgewirkt haben. Im Jahr 2013 sei bereits ein Bericht in der japanischen Zeitung ‚Asahi News‘ aufgetaucht, in dem ein ehemaliger Konami-Angestellter berichtet, dass er vom Entwicklerteam in eine dieser Fabriken beordert wurde, was bei ihm zu ernsthaften Depressionen geführt hätte. Nachdem dieser Mitarbeiter via Facebook angekündigt hatte, Konami zu kündigen, hätte das Unternehmen den Social-Media-Post überwacht und diejenigen vorgeladen und deren Positionen umstrukturiert, die den Post mit „Gefällt mir“ markiert haben.

Konami strict

Diese Vorwürfe wiegen selbst für japanische Verhältnisse schwer. Japan sieht sich noch immer mit den Vorwürfen einer über den Maßen strengen Arbeitsethik konfrontiert. Allerdings erfährt Japan seit Jahren eine Veränderung hin zu einem lockereren Arbeitsklima mit Orientierung an westliche Entwicklungen. Derartige Verhältnisse, wie von dem Magazin Nikkei aufgezeigt, sind heutzutage rar. Vielmehr wissen wir heute von einer Arbeitsmoral in Japan, die zwar streng bewertet wird, allerdings zwischen den Zeilen ein kollegial respektvolles Verhältnis über die Führungsetagen hinweg aufzeigt. Die Vorwürfe lassen diesen Zustand missen. Nikkei hatte mehrmals versucht, mit dem Gründer Konamis, Kagemasa Kozuki, zu sprechen, allerdings vergeblich. Von Kagemasa sei bekannt, dass er Medien und Mitarbeiter meide.

Danke, Kotaku.com und gematsu.com.

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Kommentare

  1. PauL1994 sagt:

    Läuft ja

  2. Ridgewalker sagt:

    Ist hier in Deutschland auch so. Nur nicht offiziell.

  3. Sebacrush sagt:

    Tja ... Konami soll pleite gehen ... Kojima und das kompleete Studio sollte für Microsoft und Sony arbeiten. Exklusiv für einen der beiden wäre zu krass.

  4. LukeCage sagt:

    also bei einem japanischen unternehmen hätte ich es nicht gedacht,woow bin schockiert.

  5. A!! sagt:

    kojima hat seine mitarbeiter auch bloßgestellt bei MGR damals

  6. Sebacrush sagt:

    @Ridgewalker stimmt ! Hier wird unsere Pause auch überwacht mit Stempelkarten. Kameras gibt es auch bei uns. Aber natürlich nur aus " Sicherheitsgründen ". Wenn man n gelben einreicht dann ist man auch der Arsch vom Dienst... also nach dem Motto " der ist wieder krank und wir dürfen die Arbeit übernehemen ... "... und das die Accounts von Mitarbeitern überwacht werden ist bei uns auch so und es gibt dann " gerechtfertigte " Kündigungen.

  7. Ifil sagt:

    Lasst mir nur Konami in Ruhe, nichts kommt über Konami, jungs alles gut- ihr macht das super. Freue mich auf die neuen Games von euch 🙂

  8. Inkompetenzallergiker sagt:

    @Sebacrush

    Und was sagt Euer Betriebsrat dazu?

  9. Ifil sagt:

    Achh hier noch was schönes gelesen, passt ja zu Konami 🙂

    w ww.pesfan.com/blog/2015/08/03/pes-2016-demo-date-announced/

    PES 2016 Demo kommt am 13. August raus, nur noch 10 Tage also 😀

  10. Warhammer sagt:

    In Japan sind an sich nur noch die Mobilen Plattformen (besonders Mobiltelefone) sehr stark. Die Konsolen bringen dort sogar nach den PC das wenigste Geld herein. Zahlen habe ich hier mal vor einer gewissen Zeit verlinkt. So verlagern einige Publisher natürlich ihre Spielausrichtungen hin zum heimischen Markt. Was dann für westliche Spieler wie uns natürlich vom Nachteil ist. Zu Beginn stand Japan für viele Videospieler für das Gaming. Viele japanische Anime-Serien und Filme bezogen sich auch darauf. Oft hatten sie solch einen Hintergrund. Bis in die 2000er hatte in Deutschland jedes fast Kind einen Gameboy etc. Heute scheinen sie verschwunden zu sein. Am Strand z.B. sehe ich heute keine Kinder mehr mit Gameboy.

  11. Ifil sagt:

    Hier nochmal zum nachlesen 😉

    ht tps://twitter.com/Adam_Bhatti/status/628193490858602496

  12. Michael Knight sagt:

    @ridgewalker & sebacrush

    WORD!

  13. NewGoldDream sagt:

    Die Frage ist nun: Kann man MGS V ohne schlechtes Gewissen kaufen?

  14. SonKratos - Z sagt:

    Also ich sehe nicht aussergewöhnliches? Ist doch standard hier in Deutschland.

  15. Yamaterasu sagt:

    Ich fühle mich richtig schlecht und dreckig, dass ich von denen noch MGS5 kaufe...

  16. generalTT sagt:

    hoffe konami geht so richtig den bach runter

  17. Keisulution sagt:

    @Sebacrush
    Sowas habe ich noch nie gehört.
    In meiner Firma (Also wo ich arbeite) und in den Firmen meiner Freunde, wird so etwas nicht praktiziert.

    Ist das überhaupt rechtens? Also mit den Kameras und Account Überwachung?
    Hört sich nicht gerade super an, deine Arbeit 🙂

  18. Sebacrush sagt:

    Was heißt Account überwachung ? Man stempelt sich zu Arbeitsbeginn ein, vor der Pause stempelt man Pause und nach der Pause Pausenende. Die Kameras dienen der ''Sicherheit'' ... wer sagt denn dass diese nicht anders benutzt werden ?! Und wenn man sich krank meldet muss die Arbeit halt aufgeteilt werden ...

  19. animefreak18 sagt:

    In Deutschland ist es auch so wenn ich überlege was der Chef mit uns abzieht mit weiß für einer selbstverständlichkeit obwohl es vertraglich untersagt ist!
    Und ich vermute es wird über die Jahre auch hier immer schlimmer werden

  20. Plastik Gitarre sagt:

    tolle arbeitsbedingungen. voll der psychokrieg. es werden doch schon elektrohalsbänder getestet. weicht der blick mehr als 2 sekunden vom bildschirm ab und es gibt keine tastatureingabe werden mal schnell 20 watt durch den schädel geleitet.
    hahaaha! jeder mitarbeiter leistet mehr wenn die eier brutzeln.
    ist doch effizient. schöne neue welt. hatte schon einige vorgesetzte in meiner laufbahn. dem ein oder andern würd ich heut liebend gern in die fresse schlagen. sind aber wahrscheinlich schon längst an ihrer dummheit verreckt. schade.

  21. MrDynamite187 sagt:

    Mhm eigentlich ist für mich als Gamer nur der erste Anklagepunkt schlimm. Bei den anderen Sachen hätten die Mitarbeiter mal ihren Arbeitsvertrag besser lesen müssen.

  22. Buzz1991 sagt:

    Nach MGS V ist Schluss mit Titeln von Konami.

  23. Royavi sagt:

    Hört sich ja gar nicht so schlimm an...
    Naja.. mir egal wenn das einzelne Produkt stimmt, wirds gekauft...

    Scheinheiligkeit ³... böses Konami aber noch MGS kaufen... jaja
    😀

  24. grayfox sagt:

    habe den text nicht gelesen, aber irgendwann gibts nur noch activision und EA, dann könnte ihr zwischen kotstulle und rieseneinlauf wählen.

  25. Edelstahl sagt:

    @ Royavi

    Ausnahmsweis stimme ich dir mal zu. Wenn man Konami boykottieren will, dann sollte man damit jetzt anfangen und nicht noch MGS5 kaufen...peinlich.

  26. Buzz1991 sagt:

    @Royavi, Edelstahl:

    Hideo Kojima selbst sagte, dass erzu 100% an MGS V involviert war und man dieses Spiel nicht verpassen sollte. Lässt man dieses aus, kommt das ihm auch nicht zugute und würdigt seine Arbeit nicht.

  27. Lord-S sagt:

    Die Arbeitsbedingungen sind gegenüber dem was in den meisten deutschen Call-Centern läuft doch eher noch als entspannt zu betrachten.
    Auch in Deutschland gibt man seine Grundrechte (Demokratie, Meinungsfreiheit, Post/Fernmeldegeheimnis) auf, sobald man das Fabriktor passiert hat.

  28. M.Presiv sagt:

    Hahaha ... witzige News! Wenn die meisten Leute wüssten wie ihre PS4 zusammengebaut wurde. 😀

  29. samonuske sagt:

    Erinnert mich sofort an die Lidl/Aldi Affäre mit den Kameras.

  30. Elektrofire sagt:

    Das doch in japan voll normal was haben die den da darfst auch dein ganzen urlaub nicht am stück nehmen weil das nen ungeschriebenes gesetz ist und nicht vor dem chef gehen etc

  31. Duffy1984 sagt:

    Typische Gestapo Methoden, wird bei größeren Unternehmen oft angewendet... leider.

  32. Ifosil sagt:

    Ganz schön harte Anschuldigungen, da könnte was dran sein.

  33. skywalker1980 sagt:

    Sebacrush, Animefreak, SinKratos: also wenn ihr euch als Mitarbeiter SOLCHE Zustände gefallenlässt seid ihr echt selber Schuld. Nebenbei habt ihr scheinbar das skandalöse im Text nicht sinnhaftig verstanden, und ihr könnt niemanden erzählen, daß irgendjemand in Deutschland so arbeiten muss: wer zu spät kommt wird öffentlich angeprangert, die persönlichen Social Media Accounts werden permanent überwacht und die Likes Spender werden vorgeladen, Mitarbeiter die den Chefs nicht zu Gesicht stehen kommen zum Putzdienst, oder, noch skandalträchtiger: werden zur minderwertigen Arbeit in einer Fabrik zum Zusammensetzen von Slot Maschinen degradiert!! Da geht jemand jahrelang zur Schule/Studium, baut sich zum Programmierer auf und darf dann Hilfsarbeiter spielen!? Keiner von euch kann mir erzählen, daß er in einer Firma arbeitet wo solche Zustände herrschen!! Und dann regt ihr euch wieder mal nur kindisch über Sicherheitskameras und die Zeitkarten auf!? Gehts noch? Das sagt mir: künstlich aufpudeln und den obigen Text nicht nachzuvollziehen können oder wollen...
    Was ich mit vorstellen kann ist, daß es asiatische Firmen mit asiatischen Chefs mit asiatischen Mitarbeitern gibt, die ausgebeutet werden, oder Firmen mit irgendwelchen Arabern als Chefs die ihre (vielleicht auch noch gerade geflüchteten) Landsleuten ausbeuterische Jobs bei sich geben...
    Aber das was Konami hier abzieht, derartig Druck ausübend und das ganze scheinbar mit System ist ja echt abartig... Gehört eigentlich sofort für längere Zeit geschlossen die Bude und die Chefs vor Gericht. Sind ja zwangslagermässige Zustände dort...

  34. skywalker1980 sagt:

    Duffy1984: ja aber nicht derart rigoros und systematisch. Und: in Ländern, wo es ein faires Arbeitsrecht, Gewerkschaften und Betriebsräte gibt wie in der ganzen EU und auch in den USA sind solche Mittel illegal, und die Mitarbeiter selbst Schuld die sich nicht dagegen wehren, denn bei solchen Zuständen hat der Arbeitnehmer jedes Recht sich dagegen erfolgreich zu wehren!!!