Techland: Chaos, Missmanagement und weitere Probleme halten Entwicklung von „Dying Light 2“ zurück – Bericht

Kommentare (24)

Ein weiterer Bericht zu dem Chaos bei den "Dying Light 2"-Entwicklern von Techland macht die Runde. In diesem sprechen ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Chaos und Missmanagement in der Entwicklung.

Techland: Chaos, Missmanagement und weitere Probleme halten Entwicklung von „Dying Light 2“ zurück – Bericht

Beim polnischen Publisher und Entwickler Techland scheint es weiterhin Chaos zu geben. Nachdem der heißerwartete Zombie-Actiontitel „Dying Light 2“ auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, war bereits zu spüren, dass es im Studio einige Probleme gibt. Zusätzlich verließen mehrere namhafte Mitarbeiter das Unternehmen, um ihre Zukunft woanders zu suchen.

Management entscheidet sich stetig um

Ein neuer Bericht spricht eine deutliche Sprache und zeigt eine chaotische und unkonzentrierte Entwicklung auf, die von einem schlechten Management verursacht wird. Die Kollegen von TheGamer haben mit ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern über die Prozesse bei Techland gesprochen, wobei mehrere Personen die Probleme der „Dying Light 2“-Entwicklung auf einen „iterativen“ Designprozess schieben, der sowohl chaotisch als auch führungslos sein soll. Des Weiteren betont eine der Quellen sogar, dass sich die Produktionspipeline so schnell und rapide verändert, sodass sie schon beinahe inexistent ist.

„Was bei Techland los ist, ist einfach ein reines Chaos, keine Iteration. Es gibt zahlreiche Beispiele, bei dem jemand für ein bestimmtes Feature verantwortlich ist, aber [Creative Director Adrian Ciszewski und CEO Paweł Marchewka]  überstimmen dies aus irgendeinem Schwachsinnsgrund, da sie etwas in anderen Spielen anders funktionieren sahen“, betonte eine Quelle.

Laut einer weiteren Quelle sei es ein gut bekannter Witz innerhalb des Studios, dass nichts jemals genehmigt wird ─ nicht einmal der Name des Spiels. So heißt es: „Es kann dir gesagt werden, dass du einige Arbeit nochmal machen sollst, die seit einem Monat durchgewunken wurde, nur da der CEO seine Meinung geändert hat, nachdem er etwas im Internet gesehen hat.“

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Vor allem Marchewskas „autokratischer“ Führungsstil wird von mehreren Quellen als der Grund für die ständigen Rückschläge in der Entwicklung angeführt. Dabei hängt er sich an den kleinsten Dingen auf und möchte, dass die Sachen noch einmal überarbeitet werden. Sein Feedback besteht dann lediglich aus Sprüchen wie „Das sieht mies aus“ oder „Dieser Charakter sieht schwul aus“.

Demnach soll die Handlung von „Dying Light 2“ bereits mehrfach neu geschrieben worden sein, da nichts feststeht. Da die Produktion des Zombie-Actionspiels viel aufwendiger als beim ersten Teil ist, ist es schlichtweg unmöglich Fortschritte zu erzählen. In den vergangenen Monaten sollen mindestens 20 Mitarbeiter das Studio verlassen haben. Dies entspricht letzten Endes fünf Prozent der kompletten Belegschaft.

Nichtsdestotrotz ist es Techland nicht gelungen neue Produzenten einzustellen, die das Chaos in den Griff bekommen, da die sogenannte „alte Garde“ jegliche Änderungsversuche abblockt. Dazu heißt es: „Sobald sie beginnen es herauszufordern, werden sie rausgeschmissen.“

Weitere interessante Aussagen zu Techlands Problemen kann man bei den Kollegen von TheGamer finden. „Dying Light 2“ hat weiterhin keinen offiziellen Erscheinungstermin erhalten.

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Kommentare

  1. Endverbraucher sagt:

    Sehr interessant. Als jemand der selbst in der Entwicklung arbeitet, kenne ich das nur zu gut. Bei manchen Projekten ist es auch alles andere als einfach eine Entscheidung zu treffen und dann konsequent bei dieser zu bleiben. Oft steht man vor Pest oder Colara Entscheidungen, und man die Wurzel des eigentlichen Problems nicht mehr überarbeiten, sondern muss workarounds erschaffen, die wieder neue Probleme mit sich bringen.
    Allerdings will ich die Verantwortlichen hier nicht in den Schutz nehmen. Ein gutes Projekt setzt eine gute und starke Führung vorraus.

  2. MaSc sagt:

    Es ist überall das Gleiche!
    Vernünftige Agile Arbeitsweise bedarf eines Lernprozesses bei allen Beteiligten, vom Management/Kunden, über PO und SM bis hin zu den Devs und es braucht auch alle diese Rollen. Agil ohne PO kann nicht funktionieren, eben so wenig, wenn der PO nichts entscheiden darf, wie hier (falls es überhaupt einen gibt).
    Und das Missverständnis, das Iterativ heißt, dass man nicht mal die Iteration beendet, um zu lernen ist auch immer noch nicht aus der Welt.

    Persönliche Schwächen im Management (gab ja einen ähnlichen Bereich auch über die Amazon Studios) ist dann nur noch der Sargnagel.

  3. BigB_-_BloXBerg sagt:

    Vielleicht bin ich ein krankhafter Idealist, aber ich finde in die Führung eines Objektes was auch nur im entferntesten einen Künstlerischen Anspruch hat gehört jemand, dem die Qualität und der künstlerische Wert nahe liegt, nicht das finanzielle Potenzial. Ambitionierte Studios erschaffen meistens Kunstwerke, gierige Publisher machen dann billige Abziehbilder daraus. Dabei geht der künstlerische Aspekt wahrscheinlich Hand in Hand mit dem Finanziellen.

  4. MaSc sagt:

    @BigB_-_BloXBerg es ist sogar noch einfacher. Es bedarf einfach nur Vertrauen der Führung in die Entwicklungsteams. Aber das ist eben nicht einfach und darf auch nicht ausgenutzt werden. Wenn dann noch starke Fluktuation herrscht, kann das eigentlich nichts werden. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, dass es ca. 5-10 Monate dauert, bis sich ein Team wirklich eingespielt hat (incl. Vertrauensbasis und Prozessoptimierungen/Adaptionen).

  5. Blacknitro sagt:

    Schade dann wird wohl nichts mit 2021

  6. SebbiX sagt:

    Ich glaube wenn rauskommt ist die Enttäuschung groß, falls es überhaupt mal fertiggestellt wird

  7. Gaia81 sagt:

    Scheint irgendwie allgemein unter keinen guten Stern zu stehen das game

  8. Stahlking sagt:

    Das wird genau so ein Fail wie Cyberpunk...Kann mir nicht vorstellen das es noch gut werden könnte

  9. Lox1982 sagt:

    erinnert irgendwie an Dead Island 2 , Zombie Games stehen unter keinem guten Stern.

  10. Motherlucker sagt:

    "Der Charakter sieht schwul aus". Alter Schwede, was ist das denn für ein minderbemittelter Typ. Wie sagt man so schön, der Fisch stinkt vom Kopf aus? Spiel wird nicht gekauft.

  11. Sandraklaus sagt:

    Klingt wie ein Studio für M$

  12. MartinDrake sagt:

    Der Erste Teil war bis die grossen Exklusivspiele kamen mein Lieblingsspiel der vergangenen Generation.

    Teil 2 scheint unter einem schlechten Stern zu stehen, und da es für den ersten Teil weder ein Pro/X Upgrade, geschweige denn ein NextGen Update gab,(ich krieg Kopf und Augenweh vom Ersten) werd Ich vielleicht nie wieder ein Dying Light mit Spass spielen. Schade

  13. Motherlucker sagt:

    Mir ist jedenfalls die Lust auf das Game vergangen.

  14. xjohndoex86 sagt:

    Die haben sich beim CP77 Release bestimmt so richtig in die Hose gesch*ssen und das Ganze von Grund auf neu designt. ^^

    "Der Charakter sieht schw*l aus" hahaha
    Bei Naughty Dog würde es heißen "Der Charakter sieht nicht schw*l genug aus!"

  15. olideca sagt:

    Kann man gar nicht verstehen. Das was mit DL1 und den DLCs abgeliefert wurde ist einfach phänomenal.

  16. SlimFisher sagt:

    @BigB_-_BloXBerg am Ende des Tages muss aber so eine Entwicklung finanziert werden, man macht es ja nicht aus Spaß an der Freude. Dabei muss man auch realistisch sein, wie viele Abnehmer man am Markt findet. Wenn das Projekt am Ende bei bspw. 300mio. Euro Invest, nur 100.000 mal verkauft worden ist, dann muss man kein Mathe studiert haben, um festzustellen, dass das wirtschaftlich nicht tragbar ist. Das ist eben diese Balance, die auf der einen Seite der Publisher und auf der anderen Seite der Entwickler finden muss. Allein wenn man sich die ganzen gescheiterten Projekte auf Kickstarter anschaut. Da waren oftmals Idealisten am Werk, die aber entweder nicht ehrlich im Bezug auf den Aufwand waren oder es einfach nicht richtig einschätzen konnten. Und trotzdem Stretchgoals um Stretchgoals veröffentlicht haben, obwohl das Geld nicht einmal für die Basis reicht.

  17. theHitman34 sagt:

    Bei denen in der Bude geht es ja ordentlich ab.

  18. JinofTsushima sagt:

    Dann verabschiede ich mich mal vom Game. Schade, aber dann wird es halt Back 4 Blood und CoD zombies gibt's ja eh.
    Anscheinend haben die Polen einen Wettbewerb am Start: "Cyberpunk oder Dying Light 2 - Welches Game ist schlechter entwickelt?"

  19. katharsis sagt:

    Ist es übertriebener Perfektionismus oder wetteifern nach dem bestmöglichen videogame?!
    Bei zweiterem trägt für mich die hauptsächliche Verantwortung die *jammernde game Gemeinschaft.
    Wie es dort intern ausschaut können wir garnicht beurteilen, das basiert alles auf hören sagen.
    Ich finde solche Aussagen auch anmaßend, ganz klar.
    Zum game, schade das es so läuft hatte mich darauf gefreut.
    Gestern erst die Hauptstory seid Ewigkeiten mal zu Ende gespielt und jetzt the following angefangen.
    Das bockt schon;]

  20. VisionarY sagt:

    johndoe hat dir einer mal seinen schwengel in den po gesteckt oder woher kommt diese homophombie bei dir?

  21. Gaia81 sagt:

    Wer sagt das der im Bild der Held oder haubtcarakter sein muss

  22. Nero-Exodus88 sagt:

    @Sandraklaus

    Und genauso wirds auch kommen 😛 Techland wird von MS safe aufgekauft....Gerüchte gibt es ja schon seid einiger Zeit zu genüge.

  23. xjohndoex86 sagt:

    @Visonary
    Nicht so tief wie dir aber weh tat's trotzdem.

  24. Tag Team sagt:

    Das hat allgemein mit der polnischen Mentalität zu tun. Dazu auch noch, dieser immens schnelle Erfolg dieser polnischen Entwickler/Publisher. Man sieht es auch an CD Projekt. Die Führungsetage hat ziemlich schnell den Bezug zur Realität verloren und trifft Entscheidungen jenseits menschlicher Vernunft. Genau das gleiche auch bei Techland jetzt. Es ist ganz klar, dass die einen Berater brauchen. Gerade im Bereich der Creation und Design. Ich rechne fest mit eine Art cyberpunk2077 Spiel. Voller bugs und ständigen Fehlerbehebungen.