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theHitman34
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Marilyn Manson - We Are Chaos

Release: 11. September 2020

Marilyn Manson: We Are Chaos (Kritik & Stream) - Musikexpress

 

Seit Release läuft das neue Album von Marilyn Manson bei mir in der Dauerschleife. Eigentlich wenig überraschend da ich den Vorgänger Heaven Upside Down (2017) sehr gefeiert hatte und mit einigen Schwächen doch lange bei mir lief. Ebenso wie dessen Vorgänger und für viele als die "Wiedergeburt" von Marilyn Manson gefeierte Album The Pale Emperor (2015). Bis zuletzt, kurz vor Release von We Are Chaos hatte ich aber schlimmes befürchtet, es deutete sich auch einiges an da dieses Album nicht wie die beiden Vorgänger von Tyler Bates produziert wurde sondern vom Country-Musiker Shooter Jennings. Vorab gab es dann auch noch Promobilder die Manson mit Cowboyhut zeigten. Hat er da etwa jetzt seine Country-Ader entdeckt nachdem ihm die Blues Richtung zuletzt so gut stand? Skepsis war groß und wirklich Lust hatte ich auf solch ein Projekt auch nicht wirklich. Was hat mich nun also dazu getrieben dieses Album ständig bei mir rotieren zu lassen?

Am 29.07.2020 gab es für das Album dann auch endlich den ersten Vorboten, die gleichnamige Single "We Are Chaos" feierte auf Youtube seine Premiere mit einem dazugehörigen Musikvideo. Der Song selbst ist auf den ersten Blick bzw. das erste mal Hören sehr ungewöhnlich. Vom Soundgewand gibt er einem ein warmes und wohliges Gefühl, Mansons Stimme war selten so klar zu hören ohne Effekte und hört sich großartig an. An sich ein ruhiger Titel welcher es eher in den Lyrics in sich hat. Bei "We Are Chaos" dem Titel des Albums wie auch der Single vermutete man zuerst ein eher hartes Album, absolutes Chaos eben. Tatsächlich bezieht sich der Titel des Albums eher auf die Menschen und die Gesellschaft an sich, Manson hält uns den Spiegel vor das Gesicht und zeigt wer das wahre Chaos ist, wir sind es: "We are sick, fucked up and complicated" heißt es im Chorus. Eine passende Single hätte man wohl kaum wählen können um dieses Album zu beschreiben. Man merkt musikalisch auch große Einflüsse von David Bowie, Manson ist ein großer Fan von ihm gewesen und diese Linie zieht sich ebenso durch das gesamte Album. Zum Musikvideo sei gesagt, es ist fast schon typisch Marilyn Manson eben, sehr kryptisch, verwirrend und seltsam. Hier blieb er sich bisher immer treu und lässt viel Raum für Spekulationen und Eigeninterpretation. Der Stil für dieses Video ist ungewöhnlich und ich bin gespannt was bei weiteren Singleauskopplungen für Videos entstehen werden.

 

So richtig überzeugt war ich jedoch noch nicht, wahrscheinlich weil ich auch noch gut die Zeit von "Heaven Upside Down" 3 Jahre zuvor im Kopf hatte. Da wurden damals starke und brutale Bilder erzeugt mit einer aufwendigen Promo. Die erste Single "We Know Where You Fucking Live" zeigte einen aggressiven Manson welcher kreischte und böse war wie zu seinen damaligen Zeiten. Dies ist für We Are Chaos nicht wirklich passiert, alles wesentlich ruhiger, fast schon still. Bis zum Release hatte ich also das Album und den Release fast schon wieder vergessen und die erste Single lief auch nur noch selten bei mir. Am 10. September 2020 einen Tag vor Release des Albums gab es dann einen kleinen Vorgeschmack mit der Single "Don't Chase the Dead". Mich hat man damit erst wieder daran erinnert, achja morgen kommt ja das neue Album. So hörte ich schnell mal in den Titel rein, plätscherte für mich eher so dahin und nach einmaligem Hören war die Sache für mich dann erledigt. Meine Skepsis war da und ich hatte kaum Hoffnung mehr das da am morgigen Tag ein Album kommen wird welches mich umhauen sollte.

Dank der modernen Zeit muss man ja nicht mehr auf das Album in den Händen warten um es sich anhören zu können (bisschen vermisse ich die Zeit jedoch) dank Spotify und Co. So konnte ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag spät in der Nacht das Album downloaden und auch schon reinhören. Nicht weil ich gespannt war oder mir etwas erwartete, ich war neugierig und wollte damit nur meine Zweifel bestätigen. Kopfhörer rein, kühles Getränk neben mir und ansonsten nichts außer die Dunkelheit in der Nacht draußen. Es hat mich umgehauen! Ich hatte Gänsehaut, war gerührt und war tief in meinen Gedanken. Man muss diesem Album die Chance geben es sich bewusst und in Ruhe anzuhören und nicht nebenbei mal laufen lassen. Dies ist ein so verdammt atmosphärisches und nachdenkliches Album welches auch Zeit braucht um sich zu entfalten und am besten funktioniert wenn man es sich als Ganzes anhört. Instrumental ist es das Stärkste was Manson jemals raus gebracht hat, es hört sich einfach so gut an, absolut klar und deutlich, grandios produziert. Seine Stimme ist gut wie nie zuvor, man hat hier versucht so wenig wie möglich mit Effekten zu arbeiten, einfach klare Stimme die im Vordergrund steht. Abwechslung ist ebenfalls geboten denn mit harten Titeln wie "Red Black and Blue" oder "Infinite Darkness" hat man auch wieder den lauten Manson, voller Wut und Zorn in seiner Stimme dazu krächzende Gitarren. Dem Gegenüber stehen aber auch Titel welche ruhig und nachdenklich sind, hier sind "Paint You with My Love" und "Half-Way & One Step Forward" zu erwähnen. Gerade Letzteres möchte ich ganz groß heraus heben. Hier hat man eine so dichte Atmosphäre erschaffen die mich nachdenklich und traurig macht, dies hat Manson bei mir persönlich zuletzt mit "Running to the Edge of the World" aus dem Jahre 2009 (The High End of Low) geschafft welches eine wirklich tragische Liebesgeschichte aus seinem privaten Leben erzählte.

"I don't wanna know
Don't need to know
You got champagne problems"

Heißt es im Chorus von "Half-Way & One Step Forward". Strophen welche in die aktuelle Zeit nicht besser passen könnten. Jeder beschwert sich oder meckert über Dinge, welche im Grunde total unwichtig und unnötig gerade sind. Wir alle haben irgendwelche "Champagner-Probleme" uns geht es zu gut. Manson möchte und braucht dies einfach nicht mehr wissen von den Leuten, es interessiert ihn nicht. Dies wird aber nicht aggressiv präsentiert sondern nachdenklich, traurig, abschließend. Für mich ein ganz starker Song welcher tief in den Lyrics so viel bietet und mich deshalb auch sehr nachdenklich macht. Könnte man bei allen Liedern auf diesem Album machen weil alle etwas aussagen und dies in einer außergewöhnlichen Stimmung tun. Einfach zurück lehnen, darauf konzentrieren und genau zuhören und vielleicht auch verstehen.

 

Wichtig ist, dieses Album muss man verstehen und sich Zeit dafür nehmen, mit einem oder zwei Titel kurz bisschen hören, wird man diesem Album nicht gerecht. Deshalb war meine Einschätzung vor Release absolut falsch. Ebenso sollte und muss man auch endlich verstehen das Marilyn Manson eben nicht mehr Marilyn Manson ist. Wer hier noch den aus den frühen 2000er Jahren im Kopf hat, irrt sich gewaltig. Zwischenzeitlich ist Marilyn Manson für mich ein grandioser Künstler geworden und keine Kunstfigur mehr welches auf biegen und brechen ein Klischee bedienen möchte. Natürlich ist im Kern noch etwas von der Provokation da aber jetzt eben anders und ernster. Der Mann ist zwischenzeitlich auch schon 51 Jahre alt und hat zuletzt einige Schicksalsschläge durchgemacht. Meiner Meinung nach hat ihn alles nach seinem Album "Eat Me, Drink Me" (2007) verändert. Besonders die gescheiterte Beziehung mit Evan Rachel Woods damals, welcher er auch mehrere Songs geschrieben hat. 

Was sich die letzten Jahre immer mehr entwickelte und zeigte erreicht mit "We Are Chaos" nun seinen absoluten Höhepunkt und Manson hat damit sein reifstes wie auch musikalisch bestes Album raus gebracht. Er hat sich wieder weiterentwickelt und nicht einfach nochmal das selbe abgeliefert. Es ist Marilyn Manson aber wesentlich geordneter, im Gegensatz zum Albumtitel überhaupt nicht chaotisch. Wer sich unsicher ist, verzichtet auf einzelne Songtitel sondern hört es euch im Ganzen an, es ist ein ganzes Konzept als Album und sollte auch als solches behandelt werden. Ich hoffe nur das es Marilyn Manson auch endlich auf der Bühne schafft von seinem alter Ego sich zu trennen und den Mut hat sich einfach als Künstler zu präsentieren der nicht schocken muss. Im Studio gelingt ihm dies ohne Probleme nun schon, hier bekommt man die Person hinter der Kunstfigur.

Hinsetzen, Kopfhörer rein, kaltes Getränk, Nacht, Sternenhimmel, We Are Chaos - wer mit der Musik etwas anfangen kann, probiert es, vielleicht werdet ihr dann auch so überzeugt sein.

 

 

 

Edited by theHitman

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  • 2 weeks later...
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  • 5 weeks later...

AC/DC - Power Up!

https://open.spotify.com/album/3bTNxJYk2bwdWBMtrjBxb0?si=HHUFjAPnR2i30baV0RMeJQ

Als Fan habe ich da paar Favoriten und genieße das Album, auch wenn es manchmal wie ein Alien wirkt. Mir fehlt da allerdings oftmals die Ambition bei den Songs, wie so oft bei den letzten Alben...

Aber ich liebe Demon Fire:

😂 Geht ab...

Edited by vangus

PSN-ID: vangus1                Twitter: @realvangus                Meine Film-Top100!

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  • 1 month later...

Rotiert seit Wochen in meinem Auto, volle Pulle aufgedreht. Geilstes Comeback ever, beste Platte 2020. Einfach der helle Wahnsinn! Alleine der Titel "Fältherren" hat so ne geile oldschoolige Atmosphäre, haut rein wie Sau... ach, ich komm aus dem Staunen einfach nicht raus ^^

 

  • Thanks 1

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Am 1/8/2021 um 8:31 AM schrieb Horst:

Rotiert seit Wochen in meinem Auto, volle Pulle aufgedreht. Geilstes Comeback ever, beste Platte 2020. Einfach der helle Wahnsinn! Alleine der Titel "Fältherren" hat so ne geile oldschoolige Atmosphäre, haut rein wie Sau... ach, ich komm aus dem Staunen einfach nicht raus ^^

 

👍👍❤️❤️❤️ muss ich mir ziehen, solange noch winter ist. (keine likes mehr🙄)

  • Like 1

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Was die letzten Tage so lief:

 

Whitechapel - The Valley (Das Album ist so ein gigantisches Brett einfach nur!)

Ghostkid - Ghostkid (wird nicht langweilig)

Callejon - Metropolis (immer wieder ein toller Ausflug nach Metropolis und man entdeckt neue Dinge)

KoRn - The Nothing (Manche Songs landen immer wieder in der Dauerschleife, hoffe jetzt schon auf ein neues Album)

KoRn - The Serenity Of Suffering (Vorgänger auch gleich mitgehört. Wahnsinn wie gut die Herren im "Alter" noch sind)

Ghost - Prequelle (total Lust auf Ghost mal wieder bekommen, bisschen tanzen zur Pandemie)

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